Profilbild von hasirasi2

hasirasi2

Lesejury Star
offline

hasirasi2 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hasirasi2 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2019

Genie oder Wahnsinn?

Frieda
0

Elfriede Wächtler hält die Gewalttätigkeit ihres Vaters und die Erwartungen ihrer Mutter nicht mehr aus: „Ich bin 16 Jahre alt, das Leben liegt vor mir, ein Leben, wie ich es mir erträume, und nicht, wie ...

Elfriede Wächtler hält die Gewalttätigkeit ihres Vaters und die Erwartungen ihrer Mutter nicht mehr aus: „Ich bin 16 Jahre alt, das Leben liegt vor mir, ein Leben, wie ich es mir erträume, und nicht, wie der Vater es von mir erwartet und in mich hineinzuprügeln versucht.“ (S. 12) Sie will keine Kostümschneiderin werden und ein bürgerliches Leben führen, sondern Künstlerin sein. Wenn sie malt, kann sie sich ausdrücken, kann die Sorgen und Probleme vergessen, den Hunger, den Krieg. „Ein Bild zu malen ist das größte Abenteuer. Wenn es zu leben beginnt und sich in die Lüfte erhebt, wenn es sich von meiner Absicht löst und das zu Tage fördert, was ich zuvor nicht geahnt habe, vergesse ich völlig, dass Krieg herrscht und jeden Tag unzählige Menschen ihr Leben verlieren.“ (S. 16/17)
Sie besucht die Kunstgewerbeschule, bis sie sich auch dort eingeschränkt und unverstanden fühlt, ist u.a. mit Dix, Griebel und Felixmüller befreundet, lernt über sie den Maler und Opernsänger Kurt Lohse kennen und verliebt sich in ihn. Die Beziehung zu ihm ist nicht unproblematisch. Er nutzt sie aus, stiehlt ihr Geld, verkauft ihre Sachen, schlägt sie, nimmt sie als Künstlerin nicht ernst – trotzdem unterstützt und heiratet sie ihn.

Dagmar Fohl schreibt auf 246 Seiten so einfühlsam und eindringlich über das dramatische Schicksal der Dresdner Ausnahmekünstlerin Elfriede Lohse-Wächtler, dass ich das Buch nicht einmal aus der Hand gelegt habe.
Frieda hatte kein leichtes Los. Ich habe mich gefragt, warum sie sich nicht gegen Lohse gewehrt hat, sich so an ihn klammerte, auch als er fremdging und mit einer anderen Frau Kinder bekam. Vielleicht, weil sie die Gewalt von Kindheit an kannte? Lieber lässt sie sich von ihm in den Wahnsinn treiben, Diagnose Schizophrenie ... Doch auch in den verschiedenen Anstalten malt sie weiter, hat ihre größten Schaffensphasen – endlich gelingt ihr der Durchbruch als Künstlerin. Nur leben kann sie davon nicht, rutscht anscheinend sogar in die Prostitution ab („Ich habe keine Bleibe mehr, lebe auf der Straße und in den Kneipen. Meine Kleider, Wäsche, Schuhe werden löchrig. Auch von innen zerfalle ich mehr und mehr.“ (S. 137)) und wird in Arnsdorf eingewiesen.
Als die Nazis an die Macht kommen, lässt sich Lohse aufgrund des Erbgesundheitsgesetzes scheiden. Frieda kommt nie wieder aus der Anstalt frei, obwohl sie zu dem Zeitpunkt gesund ist. 1940 wird sie nach Pirna-Sonnenstein „verlegt“ - das hat mich als Dresdnerin am meisten geschockt. Ich habe bis zu diesem Buch nicht gewusst, dass die Nazis 1940/41 vor den Stadttoren Dresdens fast 14.000 geistig oder körperlich behinderte Menschen vergast haben.

Friedas Schicksal hat mich sehr berührt. Ich habe mit ihr gelitten und gehofft, meine Heimatstadt Dresden und ihre Künstler neu kennengelernt. „Frieda“ ist ein wichtiges Buch, ein Buch #gegendasvergessen.

Veröffentlicht am 18.08.2019

MacGyver lässt grüßen

Katerminator
0

Indy und die iCats haben das Abenteuer „Kamikatze“ gerade überstanden und sind auf der Flucht vor Maulwurf Professor Sumo, dem König der Unterwelt, und den Jägern der Tierversuchsanstalt. Es wird knapp, ...

Indy und die iCats haben das Abenteuer „Kamikatze“ gerade überstanden und sind auf der Flucht vor Maulwurf Professor Sumo, dem König der Unterwelt, und den Jägern der Tierversuchsanstalt. Es wird knapp, da kaum einer von ihnen unverletzt entkommen ist. Zum Glück kennt der Luftaufklärer-Spatz Kilo Foxtrott das Geheimversteck der Freimaunzer – einer strenggläubigen Katzen-Sekte, welche die Verletzten widerwillig aufnimmt und pflegt. Als Gegenleistung verpflichtet sich Indy, ihnen bei einer Aktion zu helfen, ohne Fragen zu stellen – dass sie wieder in die Tierversuchsanstalt einbrechen und die dort gefangenen Katzen befreien soll, erfährt sie erst danach. Leider geraten sie bei der Aktion in die Fänge der NSA (nachtragendsten Schnüffler Amerikas / eine Hundemeute) ...

Wer hier einen gemütlichen Katzenkrimi erwartet, ist bei den iCats falsch – es geht um Leben und Tod. Die Reihe um Indy und ihre tierischen Verbündeten ist ziemlich abgedreht und setzt sich mit der aktuellen Tagespolitik auseinander. Es geht um die Weltherrschaft und Tierversuche, neustes biologische und chemische Waffen, technische Spielereien, Götterverehrung, Aberglauben, Freundschaft, Familie und Zusammenhalt.

Die tierischen Agenten haben alle ihre kleinen Eigenheiten, die sie (zumindest meist ) so liebenswert machen, trotzdem hat die Autorin sie nicht vermenschlicht, was mir sehr gut gefällt. Ich mochte diesmal besonders Faultier Marley mit seinem Motto: „Wenn ihr es eilig habt, geht langsamer.“ (S. 126). Hinten im Buch gibt es übrigens eine tolle Zeichnung und Beschreibung jedes Tieres.

Die Geschichte ist wieder sehr spannend und explosiv und fesselt den Leser bis zur letzten Seite – wobei auch hier das Ende so gestaltet ist, dass man dem Erscheinen des nächsten Bandes entgegenfiebert. Den Showdown erleben Kerstin Fielsteddes tierischen Agenten im Olympiastadion, der Heimstatt von Hertha BSC, was für einen besonderen Kick beim Lesen sorgt.

Noch ein kleiner Tipp: Die Abenteuerlustigen unter Euch können unter https://icats.de/geocaching/ mal schauen, ob sie nicht ganz in der Nähe auch ein Abenteuer erleben können.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Try before you die

Es wird Zeit
0

„Die Mutter tot, die Kinder weg, die Ehe am Ende ...“ (S. 353) treffender als ihre Freundin Martina könnte Judith ihr Leben auch nicht beschreiben. Sie ist seit 20 Jahren mit Joachim verheiratet, er war ...

„Die Mutter tot, die Kinder weg, die Ehe am Ende ...“ (S. 353) treffender als ihre Freundin Martina könnte Judith ihr Leben auch nicht beschreiben. Sie ist seit 20 Jahren mit Joachim verheiratet, er war ihre Notlösung. Jetzt haben sie drei erwachsene Kinder, die sie nicht mehr brauchen, und ein Haus, das nach seinen Bedürfnissen ausgesucht und eingerichtet ist und ihr nicht gefällt. Judith hadert mit ihrem Mann, ihrem Aussehen und ihrem Gewicht, will sich endlich wieder gebraucht und begehrt fühlen. Als dann auch noch ihre Mutter stirbt, gibt ihr das den Rest. Ist sie jetzt die nächste? Soll das schon alles gewesen sein?

Judith fährt wegen der Beerdigung ihrer Mutter zurück in die Heimat und stolpert dort über ihre ehemals beste Freundin Anne und Jugendliebe Heiko. Sie spricht sich mit Anne aus nur um zu erfahren, dass sie sie wahrscheinlich bald wieder verlieren wird. Und Heiko, der sie damals verlassen hat, macht ihr jetzt wieder Avancen. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch fliegen – aber meint er es auch ehrlich? Sie erlebt endlich wieder echte Abenteuer und macht Dinge zum ersten Mal. „Es war, als hätte ich mir eine Auszeit von meinem echten Leben genommen. Ich machte eine Zeitreise, war mir aber selber nicht mehr ganz sicher, in welche Richtung. In die Vergangenheit? Oder in die Zukunft?“ (S. 229) Doch wie soll es jetzt weitergehen? Soll sie einen echten Neuanfang wagen oder nur eine kleine Veränderung? „Alle um mich herum erfüllen sich einen Traum. Und ich? Ich hab nicht mal einen!“ (S. 302)

In Judith habe ich mich oft wiedergefunden. Sie hat Angst vor allem und jedem und steigert sich da auch noch rein. Therapie zwecklos. Sie traut ihrer eigenen Courage nicht, ihr Selbstwertgefühl geht gegen Null. Aber wenn es drauf ankommt, können ihre Freunde auf sie zählen.

Ich bin seit ihrem ersten Buch ein Fan von Ildikó von Kürthy und habe mich sehr gefreut, dass auch Erdal Küppers und sein Mann Karsten wieder mit dabei sind. Auch sie sind älter geworden – in Erdals Fall aber nicht unbedingt weiser oder taktvoller: „Er ist das fleischgewordene Drama ... mein bester Freund, meine beste Freundin, mein Seelenverwandter, Patenonkel meiner Zwillinge, mein gnadenlosester Kritiker, egoistisch, selbstlos und stets aufgewühlt und zu allem bereit.“ (S. 98/99).

Das Buch hat mich zum Nachdenken, Lachen und Weinen gebracht und immer wieder überrascht. Es ist ein Buch voller Abschiede – von Menschen, von unrealistischen Erwartungen und Träumen. Aber es macht auch Mut, sein Leben zu überdenken, im Moment glücklich zu sein und sich vielleicht doch noch mal zu verändern. Schlimmer kann es ja meist eh nicht mehr werden.

Mein Fazit: „Es wird Zeit“ von Ildikó von Kürthy ist ein Buch übers Älterwerden und endlich Ankommen – oder doch lieber neu Durchstarten? Perfekt zum Abtauchen, Auftauchen, Innehalten und Weiterlesen. Ich schließe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Der Start in ein neues Zeitalter

Im Licht der Zeit
0

Berlin 1917: „Dieses Kind war wie ein Wildpferd mit Federboa ...“ (S. 8) „Wenn die einmal aus der Box war, würde sie nicht mehr einzufangen sein.“ (S. 12) Marlene Dietrich ist 16 und hat jetzt schon die ...

Berlin 1917: „Dieses Kind war wie ein Wildpferd mit Federboa ...“ (S. 8) „Wenn die einmal aus der Box war, würde sie nicht mehr einzufangen sein.“ (S. 12) Marlene Dietrich ist 16 und hat jetzt schon die längsten Beine Berlins – die es noch weit bringen werden, meint ihre Tante Vally. Ihre Mutter hingegen hofft, dass sie klassische Konzertgeigerin wird. Marlene selbst experimentiert lieber mit ihrer Sexualität – vor allem mit Frauen – und träumt davon, ein Filmstar wie Henny Porten zu werden. Doch Henny ist erst seit kurzem Witwe und hat ihren Lebenswillen verloren.

12 Jahre später ist Henny Porten wieder groß im Geschäft, aber Marlene hat den Durchbruch als Schauspielerin immer noch nicht geschafft, sondern tingelt von einem Varieté zum nächsten. Sie ist verheiratet, hat eine Tochter und ist die Hauptverdienerin der Familie, aber ihr Mann und sie lieben sich nicht und ihre Tochter kann keine Beziehung zu ihr aufbauen. „Marlene war in ihrer eigenen Familie der Fremdkörper.“ (S. 191)

Die UFA hat in Babelsberg gerade das erste Tonfilm-Studio gebaut, um den Anschluss an Amerika nicht zu verpassen und Karl Vollmöller wird engagiert, um den ersten Film zu drehen. Der Hauptdarsteller ist schnell gefunden: Emil Jannings hat in Amerika gerade den ersten Oscar als bester Schauspieler bekommen, will aber zurück nach Deutschland kommen. Auch den Stoff hat Vollmöller schon – er konnte Heinrich Mann überzeugen, ihm die Rechte an „Professor Unrat“ zu verkaufen. Nur die weibliche Hauptdarstellerin fehlt ihm noch. Da entdeckt Regisseur Josef von Sternberg am Berliner Theater Marlene, die mit ihrer frivolen Show für Furore sorgt – sie ist perfekt für die Rosa Fröhlich. „Karl schätze Marlenes Vielseitigkeit, die scheinbar gelangweilte Art, mit der sie das Publikum bei der Stange hielt, und ja, sie hatte die längsten Beine der Stadt.“ (S. 177)

Edgar Rai erzählt in „Das Licht der Zeit“ vom Beginn des deutschen Tonfilms, von einer aufregenden Umbruchzeit, in der die Nationalsozialisten immer mehr erstarken und den Alltag bestimmen (wollen). Die goldenen 20er sind auf ihrem Höhepunkt. In Berlin werden rauschende Partys gefeiert, Heroin gilt als Stimmungsaufheller und Promiskuität ist an der Tagesordnung.

Vollmöller ist ein Macher, der genau weiß, wie er seinen Willen durchsetzen kann. Bei Jannings, der Marlene nicht ausstehen kann, setzt er auf Zuckerbrot und Peitsche (im wahrsten Sinne des Wortes!). Auch die UFA hat er fest im Griff und kann sie überzeugen, immer mehr Geld in den Film zu pumpen. Nur Marlene gibt er Raum, lässt sie sich neu erfinden und ist erstaunt, was sie aus sich rausholt, wie sehr sie sich zurücknehmen kann und trotzdem auf der Leinwand extrem präsent ist und Jannings damit aussticht. Der wird seiner Rolle (dem verzweifelten Professor) immer ähnlicher und ruiniert sich und den Film fast damit.

Parallel dazu muss auch Henny Porten entscheiden, wie sie ihre weitere Karriere gestalten soll. Sie ist inzwischen mit einem jüdischen Arzt verheiratet und Goebbels, der sie sehr verehrt, bedrängt sie, sich endlich scheiden zu lassen und die große deutsche Vorzeigefrau beim Film zu werden – sich vor Hitlers Karren spannen zu lassen.

Die gegensätzlichen Lebensentwürfe und Entwicklungen von Henny und Marlene machen für mich den besonderen Reiz des Buches aus. Henny ist sehr unsicher, hat aber in ihrem Mann einen guten Berater und eine eigene Produktionsfirma, will unabhängig bleiben. Marlene hingegen will endlich der Enge ihrer verkorksten Ehe und dem biederen Deutschland mit seinen immer strengeren Moralvorstellungen entfliehen.

Spannend, aufregend und prächtig inszeniert Edgar Rai den Dreh von „Der blaue Engel“ und schafft gleichzeitig ein Zeitzeugnis über die goldenen 20er und die Revolution der Tonfilmindustrie.

Veröffentlicht am 10.08.2019

Der Brief

Die Perlenvilla
0

1948, der Krieg ist immer noch in den Köpfen der Menschen, hat sich Eve mit ihrer lieblosen, langweiligen Ehe mit Clifford abgefunden. Das Ticken der Uhr bestimmt ihren Tagesablauf, das Warten, dass er ...

1948, der Krieg ist immer noch in den Köpfen der Menschen, hat sich Eve mit ihrer lieblosen, langweiligen Ehe mit Clifford abgefunden. Das Ticken der Uhr bestimmt ihren Tagesablauf, das Warten, dass er aus „der Firma“ (einem erfolglosen Transportunternehmen) nach Hause kommt. Sie muss froh sein, überhaupt einen Mann gefunden zu haben, nachdem soviel Männer den Krieg nicht überlebt haben. Eve hat Clifford nur geheiratet, um ein unabhängiges Leben fernab ihrer freudlosen, alles bestimmenden Mutter führen zu können. Jetzt bestimmt ihr Mann über sie.
Als der Brief eines Notars eintrifft, dass sie nach Cannes reisen soll, um eine Erbschaft von Guy Lester anzutreten. Sie hat diesen Namen noch nie gehört und Clifford ist natürlich dagegen, doch zum ersten Mal setzt die sich durch. Sie ist neugierig, was ihn mit ihr verbindet und die Reisekosten sind Teil des Erbes.

Die Côte d‘Azur ist das ganze Gegenteil zu ihrem Londoner Vorort. Die Sonne, die Küstenlinie, die Landschaft – und die Perlenvilla, die ihr jetzt zu einem Viertel gehört, zusammen mit Guys Ehefrau und seinen Kindern. Eve will das Erbe nicht annehmen, sie hat noch nie von Guy gehört und dessen Familie feindet sie an. Man hält sie für seine aktuelle Geliebt, oder das Kind einer früheren Beziehung, da er viele Affären hatte. Eve erbt außerdem noch einen markanten Ring – den hat sie vor Jahren schon mal auf einem Foto an der Hand ihrer Mutter gesehen. Aber wie kommt er dann hierher? Ihr Anteil am Haus soll eine alte Schuld tilgen, steht im Testament, aber niemand weiß welche ...

Während in England Lebensmittel und Kleidung immer noch nur auf Marken und nicht ausreichend zu bekommen sind, regiert an der Rivera der Glamour, Luxus und Überfluss. Eve kommt sich vor wie die hässliche, alte Gouvernante, die arme Verwandte, die man nur aus Mitleid erduldet. Vor allem Guys Frau Diana und seine Söhne aus erster Ehe machen ihr sehr deutlich, dass sie sie nur dulden, bis die Villa verkauft und der Erlös aufgeteilt ist. Eve gibt sich eine Woche, um herauszufinden, warum sie im Testament steht und stößt dabei auf lang gehütete Geheimnisse. Doch dann passieren ihr eigenartige Unfälle – ist ihr Leben in Gefahr?

Die Geschichte hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Rachel Rhys schreibt sehr fesselnd und bildhaft, lotet die Charaktere ihrer Protagonisten bis in den kleinsten Winkel aus.
Eve wurde ihr ganzes Leben lang klein gehalten und kann es nicht fassen, dass sie plötzlich von Männern Komplimente bekommt und auf schillernde Partys eingeladen wird. Sie braucht lange, um sich endlich zu emanzipieren und ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen, etwas zu fordern. Mir hat dieser Prozeß sehr gut gefallen.
Clifford und ihre Mutter scheinen aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein. Eve muss machen, was die sagen. Von Freude oder gar Liebe halten sie nichts, es reicht doch, wenn man einigermaßen zufrieden ist.
Guys Familie kam mir oftmals vor wie eine Schlangengrube: eine falsche Bewegung oder Bemerkung und sie verspritzten ihr Gift.

Die Perlenvilla ist eine Geschichte voller spannender Geheimnisse vor der glamourösen Kulisse der französischen Rivera. Die Suche einer jungen Frau nach der Wahrheit, ihrer Vergangenheit und Zukunft, nach einem eigenen, selbstbestimmten Leben.