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Veröffentlicht am 24.08.2019

Freimaurer und Anhänger verpackt in einen Krimi

Brudermahl
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Brudermahl ist ein Krimi und wurde von Guido Grandt geschrieben.
Im Süden Baden-Württembergs, und zwar genau im kleinen Städtchen Balingen, lebt und arbeitet Kriminalhauptkommissar Mark Brandner. An einem ...

Brudermahl ist ein Krimi und wurde von Guido Grandt geschrieben.
Im Süden Baden-Württembergs, und zwar genau im kleinen Städtchen Balingen, lebt und arbeitet Kriminalhauptkommissar Mark Brandner. An einem freien Tag geht er mit seiner langjährigen Freundin ins Möbelhaus und sieht dort seine Ex Larissa. Glaubt er noch, dass er keine Gefühle mehr für sie hegt, so wird er durch das Wiedersehen eines Besseren belehrt.

Noch in der Nacht weckt ihn ein Anruf seines Kollegen. Ein Toter wurde am Ufer der Eyach gefunden und es handelt sich um den Bankdirektor Walter Wieland. Schnell stellt sich heraus, dass er ermordet wurde. Auffallend für Brandner ist, dass der Mantel des Opfers mit Backsteinen beschwert wurde. Das ist ein Zeichen der Freimaurer und da der Kommissar Mitglied der örtlichen Loge ist, erkennt er das sofort. Doch, was hat diese damit zu tun? Kommt der Tote oder sein Mörder aus dem Umkreis der Freimaurer?

Es bleibt auch nicht der einzige Mord, den Brandner aufzuklären hat. Sein Chef ist ungeduldig und die beiden Frauen in seinem Leben halten ihn ebenfalls in Atem. Geht etwa ein Serienmörder in Balingen um? Anfangs wird nicht nur die Gegenwart beschrieben, sondern auch die Tage vor dem Mord an Wieland.

Brudermahl war nett zu lesen und ich erfuhr eine Menge über die Rituale und den Sinn der Freimaurerverbindungen. Es gibt einige Verdächtige und bis zum Schluss ist nicht klar, wer der Mörder ist. Was mich ein wenig störte war, dass die Beziehungen Brandners zu den beiden Freundinnen so viel Raum bekamen.

Vielen Dank dem Verlag und #NetGalleyDE, dass ich das Buch lesen durfte.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Der Handel mit Waffen ist widerwärtig

Rubicon
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Rubicon ist das in meinen Augen gelungene Debüt von Kai Havaii. Hier geht es auch sofort rasant los. Im Epilog beschreibt der Autor, wie ein Mann namens Carl sich eine wilde Verfolgungsjagd in Rom bietet. ...

Rubicon ist das in meinen Augen gelungene Debüt von Kai Havaii. Hier geht es auch sofort rasant los. Im Epilog beschreibt der Autor, wie ein Mann namens Carl sich eine wilde Verfolgungsjagd in Rom bietet. Weiter geht es dann mit einem Rückblick, der meiner Meinung nach dann doch zu lang geraten ist.

8 Jahre vor der Verfolgung in Rom muss Carl als Scharfschütze nach Afghanistan. Auch sein Freund Ebby, der ebenfalls Scharfschütze ist, greift dort ins Geschehen ein. Die gefährliche Mission der ISAF wird immer wieder durch Aktionen von Selbstmordattentätern zu einem riskanten Wagnis. Etliche Kameraden sterben und auch sein Freund Ebby ist ein Opfer der Taliban. Er wird so schwer verletzt, dass er direkt aus der Gefahrenzone geflogen wird. Erst viele Monate später ist klar, dass er überlebt. Jedoch traf ihn die Kugel des Afghanen in der Wirbelsäule und er ist querschnittsgelähmt. Carl gilt als der beste Schütze im Zug und das steigt ihm manchmal in den Kopf. Er empfindet sogar einen Kick, wenn er sein Ziel präzise anvisiert und trifft.

Ebby und Carl sind seit über fünf Jahren ein eingespieltes Team und zum 3. Mal zusammen in Kunduz. Auch in Deutschland reißt der Kontakt nicht ab und Carl besucht den Freund oft im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz. Als Carl endgültig nach Hause kommt, leidet er unter Alpträumen und kommt mit dem Leben nicht mehr klar. Er fängt an zu trinken und das Ende vom Lied ist, dass seine Frau sich von ihm trennt. Gemeinsam mit Tochter Lilly zieht sie aus.

Carl fällt in ein schwarzes Loch und da kommt ihn ein Treffen mit dem Freund aus Kindertagen wie ein rettender Strohhalm vor. Michele, so heißt der Freund. Sie hatten sich 14 Jahre aus den Augen verloren und verstehen sich sofort wieder, als seien sie nie getrennt gewesen. Michele ist Italiener und ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er macht Carl ein Angebot, welchem er nicht widerstehen kann. Das stellt sein ganzes Leben auf den Kopf.

Das Debüt ist Herrn Havaii gelungen. Allerdings gefielen mir die langen Erläuterungen zum Krieg in Afghanistan und dem Leben von Scharfschützen nicht. Auch zwischendurch gibt es immer wieder Längen, die der Spannung meiner Meinung nach schaden. Keine Frage, der Autor hat gut recherchiert und kennt sich auch mit den Geschäften der Mafia bestens aus. Jedoch gehört das für mich nicht zu einem Krimi oder Thriller, sondern eher zur Biographie der Cosa Nostra. Aber wen das nicht stört und wer sich für das Soldatenleben in Afghanistan oder die Machenschaften der Mafia interessiert, wird sicherlich seine Freude an

Rubicon haben.

Veröffentlicht am 20.08.2019

Buchhändler ist ein abwechslungsreicher Job

Tagebuch eines Buchhändlers
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Er war gerade mal 18 Jahre alt, als er mit einem Freund durch die Straßen seines Heimatortes schlenderte. Der liegt in Schottland, im Geloway Forest und heißt Wigtown. Zu dem Zeitpunkt fiel ihm der Buchladen ...

Er war gerade mal 18 Jahre alt, als er mit einem Freund durch die Straßen seines Heimatortes schlenderte. Der liegt in Schottland, im Geloway Forest und heißt Wigtown. Zu dem Zeitpunkt fiel ihm der Buchladen zum ersten Mal auf und er war der festen Überzeugung, dass der Laden kein Jahr überstehen würde. 12 Jahre später fuhr er zu Weihnachten wieder einmal nach Hause und ging in den Laden. Er kam mit dem Inhaber ins Gespräch und kein Jahr später war er selbst der Besitzer der Buchhandlung.

So schnell kann es gehen. Was vor vielen Jahren noch undenkbar war, das ist jetzt der Lebensinhalt von Shaun Bythell. Er ist mit Leib und Seele Buchhändler und begann schon rasch nach dem Einzug ins „Bücherhaus“ mit dem Schreiben eines Tagebuchs. Hier notierte er besondere Ereignisse seines Berufslebens. Dazu gehörte etwa wie seltsam sich einige Kunden verhalten oder was er beim Ankauf alter Bücher erlebte. Auch sein Privatleben fand hin und wieder Beachtung. Die Eigenarten der Mitarbeiter, welche im Laufe der Jahre immer mal wieder wechselten, ebenfalls. Irgendwann einmal wollte Shaun das Tagebuch als Erstlingswerk veröffentlichen und voilà, es ist ihm gelungen.

Das Buch beginnt an einem Mittwoch, und zwar am 05. Februar. Auf Jahreszahlen verzichtete der Autor. Er schreibt von Nicki, der schwierigen aber äußerst zuverlässigen Aushilfe, die als Zeugin Jehovas streng gläubig ist. Seine Freundin heißt Anna. Sie ist US-Amerikanerin und recht erfolgreiche Autorin. Mittlerweile ist er mehr oder weniger stolzer Besitzer von 100.000 Büchern, die auf mehreren Etagen verteilt sind.

George Orwells Buch „Erinnerungen an eine Buchhandlung“ wird in dem Tagebuch eines Buchhändlers häufig erwähnt und am Beginn eines Monats gibt es ein Zitat daraus. Die Bücher kauft er aus Nachlässen oder Geschäftsaufgaben an und veräußert sie im Laden oder im Internet. Ja, auch bei Amazon bietet er seine Bücher an und der Grund dafür ist durchaus nachvollziehbar.

Bei Büchern aus Nachlässen ist er stets berührt. Erfährt er dabei doch viel aus dem Leben der Vorbesitzer und das ist nicht immer schön. Die Aufzeichnungen des Tagebuchs gehen über ein Jahr und der Beginn war 2014. Am Anfang sehen die Zahl der Bestellungen im Internet und der Bücher, die er fand. Nach dem Eintrag gibt es die Höhe der Einnahmen sowie die Anzahl der Kunden zu lesen. Einiges änderte sich nach 2014 aber die Buchhandlung gibt es immer noch.

Das Buch gefiel mir. Es ist humorvoll und abwechslungsreich geschrieben. Halt so, wie ich mir das Leben eines Buchhändlers auch vorstelle. Die Sprache ist einfach und die Handlung lässt sich jederzeit problemlos nachvollziehen. Das liegt mit Sicherheit auch an der guten Übersetzung von Mechthild Barth. Das Cover ist ein Augenschmaus. Also, ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Welch ein beeindruckendes Vermächtnis

Das Schöne, Schäbige, Schwankende
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Plötzlich sagte der Mund: „Putin und Assad, Sie alle kennen die beiden und ihre mörderischen Verbrechen. Und doch haben sie Gesichter, wie wir alle. Augen, Nase, Mund und waren einmal unschuldige Kinder.“ ...

Plötzlich sagte der Mund: „Putin und Assad, Sie alle kennen die beiden und ihre mörderischen Verbrechen. Und doch haben sie Gesichter, wie wir alle. Augen, Nase, Mund und waren einmal unschuldige Kinder.“ (Zitat aus dem Buch

DasSchöneSchäbigeSchwankende.)

Am 22.07.2019 starb Brigitte Kronauer und nur wenige Wochen später, am 05.08. erschien ihr letztes Buch. Sie nannte es „Romangeschichten“ und die Reise beginnt mit einer Begegnung zweier Frauen. Die eine schreibt eine Ansichtskarte an ihren Mann und die andere schaut ihr über die Schulter. Es entwickel sich ein Gespräch, dessen Ausgang überraschend ist. Dann folgt ein kurzer Abriss aus dem Arbeitsalltag eines Betreuers. Er beschäftigt sich mit Senioren und hat so einige Anekdoten zu berichten.

Auch der Mord an einer jungen Frau ist Teil des Buches. Dieser Mord war ein Versehen. Warum? Die Täterin verwechselte sie und es war nur der Federschmuck auf dem Kopf, welcher zu der Verwechslung führte. Das Opfer wurde mit etlichen Messerstichen getötet. Etliche kurze Erzählungen folgen und alle unterscheiden sich. Jede für sich ist abgeschlossen und jede hat ein stimmiges Ende.

Nach den Kurzgeschichten tauchen dann einige der Protagonisten erneut auf. Und zwar in längeren Erzählungen, die für mich noch interessanter waren, als die Kurzgeschichten. Das Vermächtnis der Frau Kronauer in Form von

DasSchöneSchäbigeSchwankende ist eindrucksvoll gelungen. Dazu wurde das Cover perfekt ausgewählt. Es zeigt einen Vogel, der auf einer Schüssel mit Trauben sitzt. Dabei breitet er seine Flügel weit aus.

Ja, eine der ganz großen des literarischen Banketts starb und hinterließ mit ihrem letzten Roman ein würdevolles Erbe. Ihre Sprache hebt sich von etlichen Kollegen ab und ihre Geschichten zeugen von Lebenserfahrung und Klugheit. Gerne las ich das Buch, wenn es auch nicht immer einfach war, hier am Ball zu bleiben.

Veröffentlicht am 10.08.2019

Ein sympathischer Hundeflüsterer klärt Morde auf

Eisige Gedanken
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David Stein ist ein ehemaliger Ermittler beim BND. Es gibt bereits einige Bücher, in denen David die Hauptrolle spielt. Er lebt und arbeitet als „Hundeflüsterer“ auf Mallorca. Immer wieder wird er von ...

David Stein ist ein ehemaliger Ermittler beim BND. Es gibt bereits einige Bücher, in denen David die Hauptrolle spielt. Er lebt und arbeitet als „Hundeflüsterer“ auf Mallorca. Immer wieder wird er von ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten zur Mithilfe gerufen, wenn brisante Fälle aufzuklären sind.

Eines Tages beobachtet David zwei Männer auf einer Jacht aus Kuwait. Die verfolgen eine junge Frau und es sieht für ihn ganz so aus, als befände sie sich in höchster Gefahr. Er überlegt nicht lange und steht ihr zur Seite. Die junge Frau heißt Ramona und beteuert, dass sie in Lebensgefahr sei. Sie arbeite für eine Organisation, die sich zur Aufgabe machte, das Böse auf der Welt zu bekämpfen. Sie versichert glaubhaft, dass sie undercover auf dem Schiff gewesen sei. Leider wurde sie enttarnt, bevor sie ihren Auftrag erfüllen konnte.

Vanessa Stratton ist die Tochter des englischen Premierministers und sie wird verdächtigt, ihren Verlobten ermordet zu haben. Einziger Zeuge der Tat ist ihr Hund Dexter. David Stein kennt sich mit dem Verhalten von Hunden bestens aus und soll nun den Fall aufklären, indem er sich intensiv mit Dexter beschäftigt. Und nicht nur das. In dem Buch geht es ebenfalls um Manipulation von Menschen, die Schlüsselfunktionen in der Gesellschaft bekleiden.

EisigeGedanken war mein erstes Buch aus der Reihe um David Stein. Ja, es gab für mich einige Fragen, die aber im Laufe der Geschichte beantwortet werden konnten. Es ist nicht zwingend, die vorherigen Bände zu kennen. Die Story ist rasant und spannend aufgebaut. Bis zum Ende hält diese Spannung und es ist vorher nicht klar, wie sich die vielen Fragen auflösen. Manipulation durch Suggestion gibt es tatsächlich und es ist für mich durchaus nachvollziehbar, dass sogar unbescholtene Bürger als Mörder enden können.

Die Orte der Handlung reichen von Wien, über Lech am Arlberg und Berlin bis zu den St. Kilda Inseln in den Hybriden.

EisigeGedanken ist ein Buch zum Abschalten und lässt sich locker nebenbei lesen.