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Veröffentlicht am 23.06.2020

Ein Rosengarten an der Ostsee

Der Rosengarten am Meer
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Nach zwölf Jahren Ehe hat Isabel durch die Scheidung nicht nur ihren Mann verloren, sondern auch ihr Zuhause und ihre Stellung in der gemeinsamen Firma. Aber sie wagt einen Neuanfang und geht von Wien ...

Nach zwölf Jahren Ehe hat Isabel durch die Scheidung nicht nur ihren Mann verloren, sondern auch ihr Zuhause und ihre Stellung in der gemeinsamen Firma. Aber sie wagt einen Neuanfang und geht von Wien an die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. In einer Anzeige wird eine Landschaftsarchitektin für ein altes Gut gesucht. Der neue Besitzer, Künstler Alex, möchte den Schlossgarten nach altem Vorbild wieder aufbauen. Bei ihrer Anreise ist Isabel erst einmal geschockt angesichts des schlechten Zustands und zweifelt, dass sie diese Aufgabe meistern wird. Aber aufgeben ist nicht und schließlich entdeckt sie, dass der Garten anscheinend eine Kopie eines berühmten Rosariums aus dem 20. Jahrhunderts ist. Ihre Recherchen und Spurensuche führt sie schließlich bis an den Rand der Karpaten, wo eine außergewöhnliche Frau bereits vor 100 Jahren ihre Liebe zu den Rosen entdeckte und diese Leidenschaft trotz aller Widrigkeiten der damaligen Zeiten auslebte.

Gott schenkt uns Erinnerungen, damit wir im Winter Rosen haben
(Baltisches Sprichwort)

"Der Rosengarten am Meer" ist mein zweiter Roman von Nele Jacobsen und er spielt auf zwei Zeitebenen.
In der Gegenwart begleiten wir Isabel bei ihrer Reise von Wien an die Ostsee und ihrer neuen Aufgabe, einen historischen Rosengarten wieder zum Leben zu erwecken. Dabei entdeckt sie auch ihre eigenen Stärken und mit den Herausforderungen wächst auch ihr Selbstvertrauen, das ihr Mann in den letzten Jahren ziemlich klein gehalten hat.
In der Vergangenheit lernen wir Marie Henriette Chotek kennen, die man auch die "Rosengräfin" nannte. Marie ist eine starke Frau, die sich nicht um Konventionen schert und lieber in ihrem Rosengarten in der Erde "wühlt", als sich mit Stickarbeiten zu beschäftigten oder ihre kostbare Zeit auf Gesellschaften zu vergeuden. Dafür verzichtet sie auch auf Familienglück, denn für sie sind ihre Rosen so etwas wie ihre Kinder.

Auch dieses Buch der Autorin hat mir gut gefallen und mich unterhalten. Durch den Wechsel in der Erzählperspektive bleibt es durchweg spannend. Der bildhafte Schreibstil lässt sowohl das Rosarium in Ungarn, als auch den Garten an der Ostsee vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden.

Die Rosengräfin Marie Henriette Chotek gab es übrigens wirklich und er Roman ist ihr gewidmet. Sie lebte von 1863 bis 1946 in Ungarn bzw. der späteren Tschechoslowakei auf Schloss Unterkrupa. Sie war eine Kusine zweiten Grades von Sophie, die mit ihrem späteren Ehemann Franz-Ferdinand 1914 beim Attentat in Sarajewo erschossen wurde.
Es gibt heute zwei Rosenarten, die nach ihr benannt wurden: Comtesse Maria Henrietta und Rosengräfin Marie Henriette.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2019

Ein schöner Winter-Wohlfühlroman

Bratapfel am Meer (Neuauflage)
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Caro ist Anfang 30, seit einem halben Jahr von ihrem Mann getrennt und arbeitet als Schwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Ein paar Stunden vor ihrem Tod sagt eine ältere Patientin zu ihr: ...

Caro ist Anfang 30, seit einem halben Jahr von ihrem Mann getrennt und arbeitet als Schwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Ein paar Stunden vor ihrem Tod sagt eine ältere Patientin zu ihr: "Bring meine Kette zurück zu meiner großen Liebe, nach Juist." Es ist kurz vor Weihnachten und zwischen den Feiertagen hat Caro endlich auch ihren lang verdienten Urlaub. Also fährt sie zusammen mit ihrem Hund Einstein auf die Nordseeinsel, im Gepäck die kunstvoll gefertigte Perlenkette ihrer ehemaligen Patientin. Caro ist entschlossen, Elfriedes letzten Wunsch zu erfüllen. Gleichzeitig hofft sie auf eine Auszeit auf der winterlichen Insel, die die Einwohner liebevoll Töverland - Zauberland - nennen, die sie so dringend braucht.

"Bratapfel am Meer" war mein erstes Buch von Anne Barns und es hat mir gut gefallen.
Den Schreibstil mochte ich, er ist sehr lebendig. Und die Beschreibung von Juist versetzt einen direkt in die eisige Kälte, man fühlt förmlich beim Lesen den Ostwind und möchte sich tiefer in seine Decke kuscheln.
Es gibt witzige Szenen, emotionale und natürlich auch ein bisschen Romantik, aber in meinen Augen genau in der richtigen Dosis.
Auch Caro war mir gleich sympathisch. Wie kann eine Hauptfigur mit einem Hund als Haustier das auch nicht sein? Auch die anderen Figuren haben mir gefallen, Enna und Merle, Ole, Max.
Wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist Merle anscheinend die Hauptfigur in "Apfelkuchen am Meer", einem anderen Buch von Anne Barns. Da geht es dann wohl um ihre Geschichte und wie sie nach Juist kam.

Kurz und knapp würde ich es als winterliches Wohlfühlbuch beschreiben. Es passt perfekt in diese Jahreszeit. Sicher kann man es auch im Sommer lesen, aber ich glaube, der Zauber der verschneiten Insel, den die Autorin hier beschreibt, kommt dann nicht so authentisch rüber.

Ein Pluspunkt sind noch die Rezepte im Anhang, wie z. B. Caros Weihnachtsstollen oder natürlich die Bratäpfel. Eine tolle Idee und das eine oder andere zum Nachbacken.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Spannender Thriller

Das Haus auf den Klippen
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Menley Nichols und ihr Mann Adam, ein erfolgreicher Anwalt, mieten ein Haus auf Cape Cod und ziehen mit ihrer drei Monate alten Tochter Hannah für einen Monat dorthin. Sie haben schwere Zeiten hinter sich, ...

Menley Nichols und ihr Mann Adam, ein erfolgreicher Anwalt, mieten ein Haus auf Cape Cod und ziehen mit ihrer drei Monate alten Tochter Hannah für einen Monat dorthin. Sie haben schwere Zeiten hinter sich, denn ihr fünfjähriger Sohn Bobby ist bei einem schrecklichen Unfall, für den Menley sich die Schuld gibt, gestorben. Seitdem leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und hütet Hannah außerdem wie ihren Augapfel, da sie ständig Angst hat, auch sie zu verlieren. Adam, der eigentlich Urlaub mit seiner Familie machen wollte, muss wegen eines Falles zwischendurch zurück nach New York, so dass Menley öfter mal alleine in dem alten Haus aus dem 17. Jahrhundert ist. Da sie endlich wieder als Kinderbuchautorin tätig werden und ein neues Buch schreiben möchte, stellt sie Nachforschungen über das geschichtsträchtige Remember House an. Sie findet heraus, dass im 18. Jahrhundert ein Kapitän dort wohnte, der seiner jungen Frau das gemeinsame Kind weg nahm, da er glaubte, sie hätte ihn betrogen. Menley sieht Parallelen zu ihrem Leben, denn sie fürchtet immer wieder, dass Adam glaubt, sie sei nicht fähig ein Kind zu beschützen und großzuziehen. Hinzu kommen mysteriöse Ereignisse im Haus, die sie sich nicht erklären kann sowie beunruhigende Geräusche. Wird sie doch langsam verrückt?

"Das Haus auf den Klippen" lag schon einige Jahre auf meinem SUB und ich dachte, der Oktober so kurz vor Halloween ist die richtige Zeit, um es endlich zu lesen. Ein Psychothriller, der jetzt das Genre zwar nicht neu erfindet (er ist ja auch schon älter), aber mich doch gut unterhalten hat. Ich dachte mir zwar irgendwann, wo die Reise hingeht und mein Verdacht wurde auch bestätigt, fand die Umsetzung aber trotzdem recht gut gemacht. Zwischendurch gab es mal ein paar kleine Längen, aber insgesamt habe ich es nicht bereut, das Buch nun doch aus dem SUB befreit zu haben.
Interessant fand ich auch die in die Story eingebauten historischen Aspekte. Würde ich in ein so altes Haus ziehen, würde ich auch Nachforschungen anstellen.

Wer einfach mal einen soliden Psychothriller ohne großes Blutvergießen lesen möchte, um für ein paar Stunden abzuschalten, dem kann ich "Das Haus auf den Klippen" auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 30.10.2019

Gelungener Abschluss

Dunmor Castle - Der Halt im Sturm
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Alexandra "Lexie" Cavendish ist immer noch auf Dunmor Castle. Für ihre Firma soll die Innenarchitektin Pläne für den Umbau der alten Burg zu einem Hotel entwerfen. Ihr Verhältnis zu Grayson Fitzgerald, ...

Alexandra "Lexie" Cavendish ist immer noch auf Dunmor Castle. Für ihre Firma soll die Innenarchitektin Pläne für den Umbau der alten Burg zu einem Hotel entwerfen. Ihr Verhältnis zu Grayson Fitzgerald, dem unehelichen Sohn und gleichzeitig härtesten Konkurrenten ihres Chefs, ist weiterhin angespannt.
Und sie versucht weiterhin das Schicksal ihrer Mutter zu klären, die vor zwanzig Jahren spurlos aus der Burg verschwand. Hatte sie wirklich vor, mit einem Mann fortzugehen und ist dieser Mann Lexies Vater? Und stammt er aus Cerigh?
Aber auch Graysons Großmutter und Großtante scheinen Geheimnisse zu haben? Wieso geistert Fanny nachts durch die Burg?

"Der Halt im Sturm" ist die Fortsetzung des Zweiteilers und setzt genau dort ein, wo "Das Licht im Dunkeln" endet. Auch wenn einige Dinge noch mal erklärt werden, empfehle ich trotzdem, zuerst Teil 1 zu lesen. Vieles ist dann leichter nachzuvollziehen.

Mir hat dieser abschließende Teil sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Neben der Spannung kommen auch die Emotionen nicht zu kurz.
Gerade zum Ende hin steigt die Spannung noch mal und die Handlungsfäden werden zusammen geführt und zu einem für mich guten Ende gebracht.

Veröffentlicht am 16.09.2019

Wenn die Tür halb offen steht...

Der Kinderflüsterer
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...ein Flüstern zu dir rüberweht...

Nach dem Tod seiner Frau zieht Tom Kennedy mit seinem sechsjährigen Sohn Jake nach Featherbank, um ganz neu anzufangen. Aber der beschauliche Vorort hat eine dunkle ...

...ein Flüstern zu dir rüberweht...

Nach dem Tod seiner Frau zieht Tom Kennedy mit seinem sechsjährigen Sohn Jake nach Featherbank, um ganz neu anzufangen. Aber der beschauliche Vorort hat eine dunkle Vergangenheit, denn hier wurden vor zwanzig Jahren fünf Jungs entführt, vier davon wurden ermordet aufgefunden, der fünfte ist bis heute verschwunden. Der Mörder, genannt der Kinderflüsterer, sitzt im Gefängnis und die alten Geschichten interessieren Tom auch nicht.
Aber dann verschwindet wieder ein Junge und Tom beginnt doch, sich Sorgen zu machen, weil Jake plötzlich behauptet, ein Flüstern vor seinem Fenster zu hören. Und ihm kommen Gerüchte zu Ohren, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt haben soll. Ist dieser wieder aktiv?

"Der Kinderflüsterer" habe ich als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal erhalten. Vielen Dank noch mal dafür, auch an den Verlag.

Die Meinungen über das Buch gehen ja doch sehr auseinander, wie ich festgestellt habe. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich habe mich von Anfang bis Ende gut unterhalten gefühlt. Ein Thriller ist es sicher nicht, aber ich glaube, das soll es auch gar nicht sein. Es ist ein Roman, der zugleich spannend und emotional geschrieben ist. Es geht zwar um den Kinderflüsterer, die Morde an den Kindern, aber auch um das schwierige Verhältnis von Tom zu seinem Sohn und ebenso um das von Tom zu seinem Vater.

Ähnlich wie fast immer bei Stephen King, spielt auch "Der Kinderflüsterer" in einer Kleinstadt und auch hier geht es um ein Kind, das in Gefahr gerät. Auch gibt es einen Hauch von Mystery, durch die Figur des kleinen Mädchens und durch Jakes Bemerkung am Ende des Buches. Ich würde aber trotzdem keine Vergleiche ziehen, denn Alex North hat keinen Horror geschrieben, sondern einen fesselnden psychologischen Spannungsroman mit interessanten Hauptfiguren. Besonders der sensible Jake ist North gut gelungen und von Anfang an habe ich mit ihm gefühlt. Auch Toms Situation konnte ich gut nachvollziehen. Er vermisst seine Frau und muss gleichzeitig für seinen Sohn da sein, denn schließlich vermisst er auch seine Mutter.

Fazit: "Der Kinderflüsterer" ist ein flüssig zu lesender, spannender Roman mit einem Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat.