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Veröffentlicht am 16.10.2019

Ein absolut bezauberndes Bilderbuch!

Langweilst du dich, Minimia?
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Die Bilderbücher von Rocio Bonilla liebe ich über alles. Ihre Geschichten sind immer so unglaublich warmherzig und zuckersüß und ihre wunderschönen Illustrationen zaubern einem stets ein breites Lächeln ...

Die Bilderbücher von Rocio Bonilla liebe ich über alles. Ihre Geschichten sind immer so unglaublich warmherzig und zuckersüß und ihre wunderschönen Illustrationen zaubern einem stets ein breites Lächeln auf die Lippen. Besonders toll finde ich ihr Bilderbuch „Welche Farbe hat ein Kuss?“. Meine Freude war daher groß, als ich hörte, dass dieses Jahr eine weitere Geschichte mit Minimia erscheinen wird. Das Buch musste ich natürlich unbedingt bei mir einziehen lassen!

Mia, auch Minimia genannt, ist mittlerweile schon größer und geht sogar schon zur Schule. Sie hat daher jetzt einen Kalender, in welchem sie für jeden Tag die Dinge einträgt, die sie macht. Montags trifft sie sich mit Freundinnen. Dienstags geht es zum Hockeytraining, am Mittwoch wird in der Bücherei gelesen, donnerstags findet der Malkurs statt (Minimia malt nach wie vor unheimlich gerne!), die Freitagnachmittage verbringt sie bei Oma und an den Samstagen werden Ausflüge unternommen. Und an den Sonntagen? Tja, an den Sonntagen hat Minimia überhaupt keinen Termin, es gibt einfach gar nichts zu tun. Totaaal öde! Die Sonntage mag Minimia daher gar nicht, weil sie so laaaangweilig sind! Was kann sie nur tun, damit sie sich nicht mehr so entsetzlich langweilt? Zum Glück ist Minimia sehr kreativ und erfinderisch. Ihr wird ganz bestimmt ein Mittel gegen diese riesengroße Sonntagslangeweile einfallen.

Auch mit „Langweilst du dich, Minimia?“ ist Rocio Bonilla ein absolut bezauberndes Bilderbuch gelungen. Ich persönlich finde „Welche Farbe hat ein Kuss?“ zwar etwas besser, aber auch das zweite Minimia-Abenteuer ist einfach nur wunder-, wunderschön und herzerwärmend.

Man kann die beiden Bücher übrigens problemlos unabhängig voneinander lesen, da die Handlungen nicht aufeinander aufbauen. Falls ihr also noch nicht die Bekanntschaft mit der zauberhaften Minimia gemacht haben solltet, ist es überhaupt kein Problem, wenn ihr sie in ihrem zweiten Bilderbuch kennenlernt.

Ich habe Minimia seit ihrem ersten Buch ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist so ein knuffiges und liebenswertes Mädchen und sieht so goldig aus. Diese großen runden Kulleraugen, der dunkle Wuschelkopf - hach, herrlich. Besonders klasse finde ich ja immer ihre vielen verschiedenen Gesichtsausdrücke. Da komme ich beim Durchblättern und Betrachten der Bilder aus dem Schmunzeln und Grinsen wirklich gar nicht mehr heraus.
Die Rocio Bonilla kann einfach so unfassbar süß und großartig zeichnen! Ich mag ihren liebevollen und sanften Zeichenstil wahnsinnig gerne und kann mich an ihren tollen Bildern einfach nie sattsehen. Mehrmals hinschauen lohnt sich auch definitiv. Die Illustrationen von Rocio Bonilla stecken stets voller witziger und niedlicher Details, sodass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. 

Das Buch ist so aufgebaut, dass die Bilder meist eine ganze Seite einnehmen. Es gibt allerdings auch immer mal wieder Seiten, die aus mehreren kleineren Zeichnungen bestehen. Text ist insgesamt nur wenig vorhanden. Die Sätze sind stets nur sehr kurz und super lustig! Zudem wird wieder ganz fantastisch mit der Schrift gespielt: Schreibschrift, Großbuchstaben, Comicsprechblasen – das Leseerlebnis ist hier wirklich ein ganz besonderes und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen.

Apropos Langeweile! Ja, da war doch was...ah, genau! Minimia ist hier ja auf der Suche nach dem Mittel gegen diese akute Sonntagslangeweile. Da sie an den anderen Wochentagen so viel Programm hat und sehr beschäftigt ist, weiß die liebe Minimia an den Sonntagen so gar nichts mit sich anzufangen. Das kennt doch bestimmt so gut wie jeder, oder? Diese Tage, an denen einfach nichts los ist und man nicht weiß, was man machen soll.

Da ganz bestimmt jedes Kind Minimias Problem kennt und sich daher mit ihr identifizieren kann, finde ich das Thema dieses Buch so großartig! Und besonders schön finde ich natürlich die Botschaft, die die Geschichte vermittelt: Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und der Fantasie freien Lauf lässt, kann man sogar im eigenen Kinderzimmer die tollsten Abenteuer erleben und sich hervorragend selbst beschäftigen! Minimia zeigt uns hier, wie es geht. Denn, so viel kann ich euch ja schon mal verraten: So langweilig, wie sie erst dachte, ist ihr an den Sonntagen gar nicht. Mit ihren vielen Spielsachen kann man die aufregendsten Dinge erleben. Dank eines Walpuzzles kann man in den Ozean abtauchen und den Meereswesen einen Besuch abstatten. Mit einem kleinen Raumschiff lässt es sich prima in den Weltraum reisen und auch ein Papierflieger kann einen wunderbar durch die Lüfte tragen. Tja, und ehe man es sich versieht, ist der Sonntag auch schon wieder rum, ohne dass man sich dabei gelangweilt hat.
Eine wirklich ganz wundervolle Geschichte, die Kinder hoffentlich dazu animieren wird, sich selbst zu beschäftigen.

Fazit: Rocio Bonilla ist mit dem zweiten Minimia-Abenteuer erneut ein absolut bezauberndes Bilderbuch gelungen, welches Groß und Klein ein ganz besonderes Vorleseerlebnis beschert! Die Geschichte ist voller Wärme und wunderbarer Momente. Sie ist mega süß und fantasievoll und enthält eine so tolle Botschaft! Die Illustrationen sind super niedlich und warmherzig und einfach nur wunderschön. Ich bin total verliebt in das Buch und hoffe sehr, dass es noch ein weiteres Wiedersehen mit Minimia geben wird. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 14.10.2019

Witzig, humorvoll und wunderbar weihnachtlich! Ein toller Vorlesespaß für Groß und Klein!

Hilfe für die Weihnachtsmänner
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Da ich ein großer Fan von den Büchern von Ute Krause bin und Weihnachtsgeschichten über alles liebe, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich auf ihr Bilderbuch „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ gestoßen ...

Da ich ein großer Fan von den Büchern von Ute Krause bin und Weihnachtsgeschichten über alles liebe, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich auf ihr Bilderbuch „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ gestoßen bin. Zuerst hatte ich ja angenommen, dass es bei diesem um ein komplett neues Buch von Ute Krause handelt. Ich habe dann nur sehr schnell festgestellt, dass „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ eine Neuauflage von Ute Krauses Bilderbuch „Das Weihnachtsmannkomplott“ ist. Bereits diese Ausgabe war aber schon eine Neuauflage. Erstmals erschienen ist das Buch 1985 unter dem Titel „Die Weihnachtsmänner“. Da ich, Schande über mich, diesen Weihnachtsklassiker von Ute Krause tatsächlich noch gar nicht kannte, zögerte ich nicht lange und ließ die Neuauflage aus dem cbj Verlag bei mir einziehen.

Freitag ist Fischtag bei den Weihnachtsmännern, daher war der Weihnachtsmannkoch mal wieder auf dem Markt, um frischen Hering zu kaufen. Als er wieder zurück ist und in der Küche das Zeitungspapier entfernt, in welches der Hering eingewickelt war, fällt sein Blick zufällig auf eine große Schlagzeile. Was ist das? Weihnachtsmänner gibt es nicht? Wer behauptet denn so einen Unfug? Das kann doch nur ein Scherz sein! Leider verbreitet sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer auf der ganzen Welt. Die Kinder sind entsetzt: Wer bringt ihnen denn jetzt ihre Geschenke? Wird Weihnachten dieses Jahr ausfallen? Nun, das könnte gut sein. Die Weihnachtsmänner sind nämlich ziemlich beleidigt, weil niemand mehr an sie glaubt. Sie beschließen daher kurzerhand zu streiken und Urlaub in der Südsee zu machen.
Wer besonders traurig darüber ist, dass es die Weihnachtsmänner angeblich nicht gibt, ist der Junge Anton. Ganz trübselig ist er geworden. Um ihn aufzumuntern, nimmt ihn sein Vater mit zu seiner Arbeit. Antons Papa arbeitet bei der Post und hier wird Anton auf den Beweis stoßen, dass es die Weihnachtsmänner doch gibt! Er findet eine Postkarte, die aus der Südsee stammt und mit „Deine Weihnachtsmänner“ unterschrieben wurde. Anton fasst sofort den Entschluss, die Weihnachtsmänner zu suchen. Er muss sie unbedingt davon überzeugen, dass sie gebraucht werden. Ob ihm dies wohl noch rechtzeitig vor Weihnachten gelingen wird?

Obwohl wir erst Oktober haben und ich Weihnachtsbücher immer lieber in der Weihnachtszeit lese, habe ich es mir mit dem Buch schon jetzt, im Herbst, gemütlich gemacht hat. Mich konnte es dann auch tatsächlich schon jetzt in Weihnachtsstimmung bringen. Ich habe mir allerdings fest vorgenommen, das Buch auch noch mal im Dezember durchzublättern. Ute Krause ist mit „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ ein absolut bezauberndes Bilderbuch gelungen, welches für mich ab jetzt in der Weihnachtszeit einfach nicht mehr fehlen darf.

Ganz besonders begeistert bin ich von den vielen wunderschönen Illustrationen von Ute Krause. Ich liebe ihren unverkennbaren Zeichenstil über alles und kann mich an ihren Bildern einfach nie sattsehen. Mehrmals hinschauen lohnt sich auch definitiv. Ihre Zeichnungen stecken meist voller süßer und lustiger Details, sodass das Betrachten nie langweilig wird.
Auch „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ hat sie mit sehr detailreichen und teilweise urkomischen Bildern versehen. Hier lohnt sich auf jeden Fall mehr als nur ein Blick, um auch wirklich alle witzigen Einzelheiten zu entdecken. Eines meiner Highlights waren ja die am Strand relaxenden Weihnachtsmänner in Badehosen. Hach, herrlich, sag ich euch. Den kleinen Weihnachtsmannkoch mit seiner hohen (wirklich sehr hohen) Kochmütze fand ich aber auch spitze!

Neben den Bildern hat mir natürlich auch die Geschichte unheimlich gut gefallen. Ute Krause ist nicht nur eine großartige Illustratorin, auch im Geschichten erzählen ist sie eine absolute Könnerin.
Ich kann euch versichern: Der sehr fantasievoll klingende Klappentext verspricht wahrlich nicht zu viel. Einer kreativen und ulkigen Idee folgt hier der nächsten.
Die altbekannte Kinderfrage, ob es den Weihnachtsmann eigentlich wirklich gibt und wenn nicht, woher denn dann nur die Geschenke kommen (etwa von Mama und Papa?) wird hier auf eine total witzige und humorvolle Weise von Ute Krause aufgegriffen. Die Geschichte, die dabei herausgekommen ist, ist einfach nur klasse und sorgt für den tollsten weihnachtlichen Vorlesespaß!

Fazit: Humorvoll, lustig und wunderbar warmherzig - ein absolut bezauberndes weihnachtliches Vorlesevergnügen! Ich bin richtig begeistert von dieser tollen Neuauflage von Ute Krauses Weihnachtsklassiker. Das Buch ist wunderschön und urkomisch illustriert, die Geschichte enthält lauter originelle Ideen und die vielen witzigen Dialoge machen einfach nur mega gut Laune. Ich kann „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ wärmstens empfehlen und vergebe volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 12.10.2019

Ein zauberhaft schöner Reihenauftakt!

Adele möchte die Welt umarmen (Band 1)
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Da ich die Kinderbücher von der Sabine Bohlmann wahnsinnig gerne lese, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr im Loewe Verlag der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe von ihr erscheinen wird. ...

Da ich die Kinderbücher von der Sabine Bohlmann wahnsinnig gerne lese, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Jahr im Loewe Verlag der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe von ihr erscheinen wird. In das wunderhübsche Cover hatte ich mich auf den ersten Blick verliebt und auch der Klappentext konnte mich auf Anhieb überzeugen. Für mich stand daher sofort fest: Das Mädchen Adele und ihre große Familie möchte ich unbedingt kennenlernen!

Nirgendwo ist es so schön wie in der Hummelgasse! Das findet zumindest die 10-jährige Adele Anders. Zusammen mit ihrer lustigen Familie wohnt sie in einem recht kleinen (aber ganz besonderem) Haus in dieser weltallerbesten Straße. Familie Anders, das sind Mama und Papa Anders, Adele und ihre fünf Geschwister Henry (9), die Zwillinge Malin und Marlene (8), Oskar (7), die kleine Blümchen (6), und Oma Radieschen. Oma Radieschen kann aber nur Oskar sehen und hören. Sie ist nämlich ein Geist.
Ihr könnt euch nun wahrscheinlich schon denken, dass es in so einer großen Familie sehr wild und chaotisch zugeht, oder? Nun, da habt ihr richtig vermutet. Langeweile kommt in der Hummelgasse Nummer 7 wirklich in keiner Sekunde auf. Für besonders viel Aufregung sorgte die Sache mit dem siebten Kind. Erst mit einem siebten Kind ist die Familie vollständig, finden die Anders. Die sieben ist schließlich ihre Glückslieblingszahl der Welt! Adele, Henry, Malin, Marlene, Oskar und Blümchen machen sich also auf die Suche nach ihrem neuen Geschwisterchen. Diese Aufgabe wird sich nur als etwas kniffliger herausstellen, als gedacht. Zum Glück sind die Kinder aber nicht auf sich alleine gestellt, sondern haben Freunde, die ihnen helfen. Ob ihre Mission wohl erfolgreich sein wird? Wird die Familie Anders noch zu einer neunköpfigen Familie (plus Geist) werden?

Mich konnten bisher alle Kinderbücher, die ich von Sabine Bohlmann gelesen habe, hellauf begeistern. Auch mit dem ersten Band ihrer neuen Reihe ist Sabine Bohlmann ein ganz wunderbares Kinderbuch gelungen, welches mich von den ersten Seiten an verzaubern konnte. Ich bin total verliebt in das Buch! Die Geschichte ist so süß und warmherzig, die Charaktere sind unheimlich sympathisch und liebenswert (na ja, okay, die Frau Knebelding aus der Nummer 12 nicht, die ist total miesepetrig und unhöflich) und die Illustrationen und Handletterings von Imke Sönnichsen sind absolut bezaubernd.

Ich wusste hier schon nach der ersten Seite, dass ich das Buch lieben werde. Erfahren tun wir alles aus der Perspektive von Adele in der Ich-Form und wie sie uns die Geschichte erzählt, ist einfach nur wunderschön. In meinen Augen ist es Sabine Bohlmann fantastisch gelungen, aus der Sicht eines 10-jährigen Mädchens zu schreiben. Durch die authentische und einfühlsame Erzählweise gelingt es einem spielend leicht, sich in die liebe Adele hineinversetzen. Mir zumindest ist dies problemlos gelungen.
Adele fand ich einfach nur großartig. Sie ist ein super sympathisches und fröhliches Mädchen, welches man sofort ins Herz schließen muss. 

Genauso sieht es bei ihrer trubeligen Familie aus. Die Familie Anders ist so wundervoll - man muss sie einfach lieben. Besonders niedlich fand ich die sechsjährige Blümchen mit ihrem putzigen Sprachfehler. Über sie musste ich ständig schmunzeln. Sehr gut unterhalten hat mich aber auch Oskar, der als Einziger in der Familie die tote Oma Radieschen sehen kann. Ist aber vermutlich ganz gut so, Oma Radieschen ist nämlich oft ganz schön grummelig drauf und haut gerne mal die kreativsten Schimpfwörter heraus. Zumindest laut Oskar.

Vermutlich wundert ihr euch jetzt ein bisschen, warum Oskar den Geist von Oma Radieschen sehen kann. Nun, ihr müsst wissen, die Familie Anders ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Familie. Alle haben sie besondere Fähigkeiten. Von Oskar habe ich euch ja schon erzählt. Da ich aber nicht zu viel von der Handlung verraten möchte, werde ich hier jetzt einfach mal über die Kräfte der anderen Familienmitglieder schweigen. Wenn ihr gerne wissen möchtet, was für magische Dinge euch sonst noch so in der Hummelgasse Nummer 7 erwarten, müsst ihr das Buch schon selber lesen. Was ihr unbedingt tun solltet!

Ich kann euch diesen gelungenen Reihenauftakt wirklich nur ans Herz legen! Die Geschichte enthält eine so wunderschöne Botschaft und erwärmt einem so richtig das Herz. Man ist immerzu am Mitfiebern und Schmunzeln und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. 

Empfohlen wird das Buch vom Verlag für Mädchen ab 8 Jahren und dieser Empfehlung schließe ich mich an. Wer schon geübter ist im Lesen, sollte hier keine Probleme beim Durchschmökern haben. Die Schrift ist recht groß und der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Ich persönlich habe die Kapitel nur teilweise als etwas lang empfunden. Die hätte man vielleicht ein bisschen kürzer halten können.

Was dann natürlich auf gar keinen unerwähnt bleiben darf, ist die tolle Aufmachung des Buches. Von der liebevollen Gestaltung bin ich richtig begeistert! Die vielen schwarz-weiß Illustrationen von Imke Sönnichsen sind super niedlich und wunderhübsch und auch ihre Handletterings sind absolut hinreißend.
 
Fazit: Spannend, lustig, fantasievoll und herzerwärmend schön! Ein zauberhafter Reihenauftakt, welchen man am liebsten umarmen möchte, weil man ihn so gerne hat! „Adele möchte die Welt umarmen“ ist ein Buch für die ganze Familie und macht einfach rundum glücklich. Ich habe herrliche Lesestunden mit dem Buch verbracht und mich vom ersten Moment an pudelwohl in der Hummelgasse Nummer 7 gefühlt. Auf ein Wiedersehen mit Adele und ihrer außergewöhnlichen Familie freue ich mich schon sehr! Ihr erstes Abenteuer kann ich jedem, egal ob Groß oder Klein, ob zum Vor- oder zum Selberlesen, wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 10.10.2019

Ein wundervolles und ganz besonderes Kinderbuch!

Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen
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Beim Durchstöbern der neuen Vorschau des Südpol Verlags ist mir Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen sofort ins Auge gesprungen. Sieht das Cover nicht toll aus? Also ich ...

Beim Durchstöbern der neuen Vorschau des Südpol Verlags ist mir Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen sofort ins Auge gesprungen. Sieht das Cover nicht toll aus? Also ich finde es wunderhübsch. Da mich auch der Klappentext sofort überzeugen konnte, wanderte das Buch schleunigst auf meine Wunschliste.

Annie ist mit ihrer Mutter gerade umgezogen und fühlt sich leider noch ziemlich fremd und unwohl in der neuen Stadt. Ihre neue Wohnung ist erst halb eingerichtet, die Straßen kennt Annie alle noch nicht, sie muss sich in einer neuen Schule einleben und ihre neue Mitschüler sind alle einfach nur doof. Dann aber lernt Annie eines verregneten Tages Kurt kennen. Kurt, der bei Regenwetter mit seinem seltsamen Suppenfahrrad immer vor dem Supermarkt steht und leckere warme Suppen verkauft. Annie schließt diesen außergewöhnlichen Mann sehr schnell ins Herz. Als plötzlich sein Suppenfahrrad gestohlen wird, fasst Annie sofort den Entschluss, ihrem neuen Freund zu helfen und sein geliebtes Rad zu suchen. Ob ihr Nikita, ein Junge aus ihrer Klasse, bei ihrer Spurensuche wohl behilflich sein wird? Etwas komisch ist dieser Nikita ja schon mit seinem großen Wissen über das Wetter. Aber nett ist er. Gemeinsam wird es ihnen bestimmt gelingen, das verschwundene Suppenfahrrad wiederzufinden. Oder?

Findet ihr nicht irgendwie auch, dass das Cover so eine richtig schöne Herbstatmosphäre verströmt? Vermutlich liegt es an den Farben oder vielleicht auch an dem Gemüse, ich jedenfalls musste sofort an den Herbst denken, als ich das Cover das erste Mal sah.

Auch die Geschichte hat in meinen Augen etwas Herbstliches an sich. Suppenwetter, wie es im Titel so lustig heißt, ist ein anderes Wort für graue Regentage. Natürlich gibt es im Herbst auch viele schöne Sonnentage, aber ich persönlich verbinde diese Jahreszeit schon eher mit nasskalten und regnerischen Tagen. Ich kann euch das Buch daher für den Herbst ganz besonders ans Herz legen.

Mir hat Suppenwetter wundervolle Lesestunden beschert. Ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgeschmökert und da es an diesem Tag sehr grau und nass draußen war, hat das Buch gerade wirklich einfach nur perfekt gepasst.

Die Geschichte beginnt, ihr ahnt es sicher schon, an einem Regentag. Wir lernen unsere Protagonistin Annie kennen, die gerade mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause fährt. Annie habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist ein super liebes und sympathisches Mädchen. Es wird nur leider sehr schnell deutlich, dass Annie gerade gar nicht gut drauf ist. Sie fühlt sich richtig unwohl und einsam in der neuen Stadt. Mir tat Annie so leid, dass ihr Leben gerade so schwierig und trist ist. Aber keine Sorge Suppenwetter ist kein regnerisches Schlechte-Laune-Buch, oh nein! Es ist ein Buch, das Hoffnung, Mut und Freude schenkt und einen richtig glücklich macht. Und es beschert einem einen großen Heißhunger auf warme Suppen. Zumindest ich habe hier plötzlich einen unbändigen Appetit auf Suppen bekommen und mir nach dem Lesen erst mal ein leckeres Gemüsesüppchen gekocht. :D

Die große Lust auf heiße Suppen haben wir übrigens Kurt zu verdanken. Im Klappentext erfährt man ja bereits, das Kurt an Regentagen immer mit seinem Suppenfahrrad unterwegs ist und seine selbst gekochten Suppen verkauft. Mit Kurt ist Lucie Kolb ein ganz besonderer Charakter gelungen. Er ist ein herzensguter Kerl, der anderen Menschen gerne eine Freude macht, selbst aber kaum etwas besitzt und in einem stillgelegten Hafen zu Hause ist. Das wohl aber Tollste an ihm ist: Er verwendet für seine Suppen hauptsächlich das, was der Supermarkt wegschmeißt, obwohl es noch gut ist.

Suppenwetter behandelt auf eine zauberhafte Weise das wichtige Thema Müll und dass wir Menschen hier in Deutschland viel zu viele Lebensmittel wegschmeißen, obwohl sie noch einwandfrei und essbar sind. Ich muss gestehen, dass ich mich auch immer sehr an das Verfallsdatum halte und irgendwie immer ein mulmiges Gefühl dabei bekomme, wenn ich etwas esse, was über dieser Angabe liegt und das, obwohl an dem, was ich da zu mir nehme, nichts dran ist. Mich hat das Gelesene daher sehr nachdenklich gestimmt und ich hoffe so sehr, dass es anderen, die dieses wunderschöne Buch lesen werden, auch so gehen wird.

Weitere tolle Themen, die das Buch behandelt, sind Freundschaft, Vorurteile, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und das Wetter. Annie hält Nikita anfangs für sehr seltsam und sonderbar. Ein bisschen komisch ist er ja auch irgendwie, mit seinem Expertenwissen über das Wetter. Nikita ist aber ein total lieber Junge, was Annie auch noch merken wird. Dieser Aspekt, dass in Annie noch so ein großes Umdenken stattfinden wird, hat mir ganz besonders gut gefallen. Wir Menschen lassen uns leider immer viel zu schnell vom ersten Eindruck täuschen und grenzen zudem leider oft Menschen aus, die anders sind.

Ihr merkt vermutlich gerade: Obwohl Suppenwetter so dünn ist, gerade mal gute 140 Seiten umfasst die Geschichte, steckt doch verdammt viel in dem Buch. Und wisst ihr, was auch noch total cool ist? Neben diesen vielen wichtigen Themen beinhaltet die Story auch noch eine Art Detektivgeschichte. Annie möchte unbedingt das gestohlene Suppenfahrrad von Kurt wiederfinden. Wo ist es nur? Wer hat es gestohlen? Also ich bin da so richtig ins Mitfiebern geraten. Spannend fand ich es dann auch zu sehen, wie prima sich Annie weiterentwickelt und wie sehr sie bei ihrem großen Abenteuer über sich hinauswachsen wird.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die wunderschönen, zweifarbigen Vignetten von Corinna Böckmann an den Kapitelanfängen. Mir haben die Zeichnungen unheimlich gut gefallen. Sie passen einfach nur perfekt zur dieser herzerwärmenden Geschichte!

Fazit: Spannend, lustig, warmherzig – ein wunderschönes Buch für Groß und Klein, perfekt geeignet für gemütliche Suppenwettertage! Mit Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen ist Lucie Kolb ein ganz besonderer Kinderroman gelungen, der auf eine bezaubernde und sehr kindgerechte Weise aufzeigt, wie sehr wir Deutschen zu einer Wegwerfgesellschaft geworden sind und dass wir daran dringend etwas ändern sollten. Auch von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, dem Anderssein und Vorurteilen handelt die Geschichte. Wenn ihr gerade auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Buch seid, dass euch bestens unterhält, zum Nachdenken anregt und Appetit auf leckere, warme Suppen macht, kann ich euch Suppenwetter sehr ans Herz legen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 09.10.2019

Super spannend und absolut fesselnd! Ein tolles Debüt!

Disappeared
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Als ich das erste Mal auf „Disappeared“ von Kathy Tailor gestoßen bin, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Das Cover finde ich richtig cool und der sehr vielversprechend klingende Klappentext ...

Als ich das erste Mal auf „Disappeared“ von Kathy Tailor gestoßen bin, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Das Cover finde ich richtig cool und der sehr vielversprechend klingende Klappentext überzeugte mich auf Anhieb. Ein einsam gelegenes Internat? Ein spurlos verschwundenes Mädchen? Geheimnisse, Intrigen und eine verbotene Liebe? Ich hörte das Buch förmlich nach mir rufen. Als man es mir dann als Rezensionsexemplar anbot, habe ich natürlich sofort zugesagt. Kurz nachdem das Buch bei mir eintraf, habe ich mich ganz erwartungsvoll darauf gestürzt.

Nach dem Tod ihrer Mutter kommt die 16-jährige Freya auf das Internat Hohenhausen, welches weit abgelegen in einem Wald liegt. Kurz nach ihrer Ankunft verschwindet ihre Mitschülerin Maria spurlos. Es wird sofort nach ihr gesucht, aber nichts, keine Spur. Was ist nur mit Maria geschehen? Ist sie abgehauen? Oder wurde sie entführt? Vielleicht sogar ermordet? Freya lässt Marias Verschwinden einfach keine Ruhe. Sie beginnt auf eigene Faust nachzuforschen und findet schnell heraus, dass Maria mit einem Drogendrealer in Kontakt war und sich unter anderem Schlaftabletten von ihm besorgt hat. Hat sie vielleicht Selbstmord begangen? Aber wo ist dann ihre Leiche? Weiß ihre Mitschülerin, die verwöhnte Zicke Cora vielleicht mehr? Sie scheint jedenfalls gar nicht erfreut über Freyas Ermittlungen zu sein und droht ihr sogar! Freya ist geschockt und verwirrt. Durch ihre Nachforschungen und Gefühle verstrickt sie sich immer mehr in die Geschehnisse und gerät dabei in große Gefahr…

Wow, was für ein tolles Debüt! Ich bin hellauf begeistert von dem Buch, in meinen Augen ist Kathy Tailor mit „Disappeared“ ein großartiger Jugendthriller gelungen, der eine absolute Suchtgefahr darstellt! Zumindest ich war von den ersten Seiten an total gefesselt von der Handlung und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es so richtig weggesuchtet und in einem Rekordtempo beendet.

Ich hatte einen wunderbaren Einstieg in das Buch. Kathy Tailor hat einen wunderschönen und sehr locker-leichten Schreibstil, welcher sich super angenehm lesen lässt. Da mich die Handlung vom ersten Moment an packen konnte und die Kapitel zudem schön kurz sind, bin hier wirklich nur so durch die Seiten geflogen.

Erfahren tun wir die Geschichte größtenteils aus der Sicht von Freya in der dritten Person. Mit Freya ist Kathy Tailor eine wundervolle Protagonistin gelungen. Sie ist sympathisch, stark und mutig. Stellenweise kam sie mir etwas naiv vor, allerdings hat mich das nicht gestört, im Gegenteil. Ich fand Freyas Verhalten für eine 16-jährige sehr authentisch und glaubhaft. Dank dem bildhaften und sehr einfühlsamen Schreibstil gelingt es einem als Leser spielend leicht sich in Freya hineinzuversetzen und ihr Denken, Handeln und Fühlen nachzuvollziehen. Zumindest mir ist dies problemlos gelungen.

Neben Freyas Erzählanteilen bekommen wir auch immer mal wieder Kapitel aus der Sicht von Maria zu lesen. Namentlich sind die Kapitel nicht kenntlich gemacht, aber da Marias Passagen in der Ich-Form erzählt werden, weiß man dennoch immer sofort, wer gerade an der Reihe ist mit dem Erzählen. Mir haben diese wechselnden Perspektiven total gut gefallen. Die Story wird dadurch nur noch mitreißender und packender. Besonders zum Ende hin, wenn die Handlungsstränge immer mehr zusammenlaufen und man mit einer überraschenden Wendung nach der nächsten konfrontiert wird, kann man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Das Ende hat es echt in sich. Es ist einfach so wahnsinnig spannend! Die gut letzten 100 Seiten habe ich wirklich wie in einem Rausch gelesen.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Setting. Bücher, die in Internaten spielen, lese ich seit meiner Kindheit unheimlich gerne. Das Internatsfeeling, das ich so liebe, kommt hier zu meiner großen Freude auch richtig gut rüber.
Was mich aber noch viel mehr begeistert konnte, ist die schaurige, düstere und beklemmende Atmosphäre, die durch die Kulisse und die anschaulichen Beschreibungen geschaffen wird. Die Internatsschule Hohenhausen liegt sehr abgelegenen in einem Wald. Schon wenn man das liest, bekommt man doch irgendwie Gänsehaut, oder? :D Nun, ich kann euch versprechen, der Gruselfaktor kommt hier definitiv nicht zu kurz! Zusammen mit Freya verschlägt es uns ziemlich oft in den Wald und das meistens nachts. Also mir sind da öfters kalte Schauer über den Rücken gelaufen.

Das Erzeugen von Spannung hat Kathy Tailor auf jeden Fall voll drauf. Womit sie mich ebenfalls komplett überzeugen konnte, sind die Charaktere. Manche bleiben zwar etwas blass, aber schlimm fand ich das nicht, für mich war die Ausarbeitung der Figuren absolut stimmig. Besonders klasse fand ich Terri, Freyas toughe und schlagfertige Zimmermitbewohnerin. Ihre T-Shirts mit den witzigen Sprüchen fand ich genial, diese haben mir ständig ein breites Grinsen entlockt. Insgesamt liegt der Fokus der Story natürlich schon auf der Spannung, aber auch über humorvolle Szenen, die das Ganze etwas auflockern und uns Leser zum Schmunzeln bringen, stolpert man beim Lesen immer mal wieder. Sehr unterhaltsam fand ich zum Beispiel die beiden Polizisten, die wir im Buch kennenlernen dürfen. Die zwei werden zwar schon etwas übertrieben dargestellt (die beiden sind wirklich nicht die Hellsten), aber mich persönlich hat dies nicht gestört.

Zu den weiteren Charakteren werde ich hier nun mal lieber nichts sagen, da ich sonst Sorge habe, zu viel von der Handlung zu verraten. Ich will ja schließlich niemanden spoilern. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass ihr es mit so einigen rätselhaften Figuren zu tun bekommen werdet, von denen viele etwas zu verbergen haben und man eine lange Zeit nicht weiß, woran man bei ihnen ist.

Empfohlen wird das Buch ab 14 Jahren und dieser Altersempfehlung schließe ich mich an. In meinen Augen ist das Buch aber nicht nur für jugendliche Thriller-Fans ein großes Muss - auch für erwachsene Leser ist es absolut lesenswert!

Fazit: Ein extrem packender Jugendthriller, der richtig unter die Haut geht und uns Leser durchweg in Atem hält! In meinen Augen ist Kathy Tailor mit „Disappeared“ ein großartiger Debütroman gelungen. Man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, weil es so fesselnd und mitreißend ist. Besonders das Ende ist eine Wucht, mich hat es richtig geflasht. Wenn ihr auf spannende Thriller mit Gänsehaut-Feeling und lauter genialen Plot Twists steht, solltet ihr euch „Disappeared“ unbedingt näher anschauen! Auch Liebhabern von Internatsgeschichten und Fans von Geheimnissen, Intrigen und verbotenen Liebschaften kann ich das Buch sehr ans Herz legen. Ich bin total begeistert und freue mich schon sehr auf die weiteren Werke der Autorin. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!