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Veröffentlicht am 05.12.2019

Ein Flugzeugabsturz, eine Flucht durch die Wildnis und ein dunkles Geheimnis – ein spannender Thriller!

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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„Denk nicht an die Blutergüsse an deinen Beinen. Denk nicht an die Schnittwunden an deinen Hüften. Denk nicht an den schiefen kleinen Finger, der sich bedenklich blau färbt. Denk nicht an das Blut auf ...

„Denk nicht an die Blutergüsse an deinen Beinen. Denk nicht an die Schnittwunden an deinen Hüften. Denk nicht an den schiefen kleinen Finger, der sich bedenklich blau färbt. Denk nicht an das Blut auf deinem weißen Kleid, deinem Bauch, deinen Oberschenkeln. Denk gar nicht nach. Beweg dich.“ (S. 8)

Meine Meinung:
Schon die Kurzbeschreibung hat mich extrem angesprochen und auch der Beginn des Buches hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Wir steigen in die Geschichte ein, als die 31jährige Allison Carpenter nach dem Absturz in der unwegsamen Wildnis der Rocky Mountains wieder zu sich kommt – und der Überzeugung ist, dass sie gejagt wird. Das nenne ich mal einen spannenden Auftakt! In einem parallelen zweiten Handlungsstrang erhält Allisons Mutter Maggie, die zuvor zwei Jahre keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter gehabt hat, die Nachricht vom Flugzeugabsturz. Doch die Allison aus den Nachrichten hat anscheinend so gar keine Ähnlichkeit mit ihrer Tochter „Ally“. Zurecht fragt sich Maggie, was um alles in der Welt mit Allison in diesen beiden Jahren passiert ist – und so beginnt sie eine Spurensuche, die auch für sie gefährlich werden soll…

Jessica Barry spielt in diesem Thriller ganz bewusst mit dem Fehlen von Informationen. Erst nach und nach, Stück für Stück setzt sich das Bild zusammen, wer Allison wirklich ist, was sie in den vergangenen zwei Jahren erlebt hat und was letztendlich zu dem verhängnisvollen Flugzeugabsturz geführt hat. Gekonnt nutzt die Autorin dabei auch das Element der Paranoia, die sich im Verlauf der Geschichte immer weiter steigert. Nicht nur Ally und Maggie wissen irgendwann nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen können und wer hier welche Rolle spielt, denn uns als Lesern ergeht es ganz genauso. Hinter nahezu jedem Charakter vermutet man eine böse Absicht, hinter jeder noch so kleinen Geste eine hinterlistige Intention. Das sorgt für Spannung und ein latent ungutes Bauchgefühl, dass den Leser von Seite zu Seite durch diesen außergewöhnlichen Thriller trägt, bis zum sehr überraschenden, actionreichen und dramatischen Finale.

Sehr gut gefallen haben mir dabei die unnachgiebige Akribie Maggies bei ihrer Suche nach Antworten und die Odyssee Allys in der weiten Wildnis der Bergwälder, welche eindringlich, manchmal regelrecht albtraumhaft beschrieben ist. Stellenweise habe ich mich beim Lesen sogar gefragt, ob Allys Beschreibungen echt sind oder doch „nur“ Halluzinationen und Tagträume, wie im Fieberwahn. Hier blitzt auch immer wieder ein dazu passender und wunderbar bildlicher Schreibstil auf („Die Zeit war dick und zähflüssig geworden“ (S. 138).

Eine insgesamt sehr fesselnde und überzeugende Story, die von der latenten Paranoia und immer neuen Überraschungen lebt. Gewünscht hätte ich mir nur einen etwas breiteren Raum von Allys Erlebnissen und Nöten in der Wildnis sowie Zeitangaben vor den Kapiteln (z.B. „Tag 1“,…), um die zeitliche Entwicklung besser einschätzen zu können.

FAZIT:
Eine spannende Verfolgungsjagd, eine akribische Spurensuche und ein dunkles Geheimnis. Hier ist Spannung garantiert!

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2019

Ein solider Thriller mit einem erschreckenden und topaktuellen Grundthema

Das Floriansprinzip
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Meine Meinung:
Rebecca Gablé dürfte den meisten wohl eher als Autorin von tiefgründigen historischen Romanen bekannt sein, aber sie kann durchaus auch solide Thriller schreiben. „Das Floriansprinzip“ erschien ...

Meine Meinung:
Rebecca Gablé dürfte den meisten wohl eher als Autorin von tiefgründigen historischen Romanen bekannt sein, aber sie kann durchaus auch solide Thriller schreiben. „Das Floriansprinzip“ erschien erstmals 1999 und wurde nun neu aufgelegt. Auch wenn das Buch schon 20 Jahre alt ist, bleibt die Grundstory doch auch heute noch immer (leider!) topaktuell. Was als etwas bieder erscheinender Versicherungsbetrug beginnt, entpuppt sich bald als die Spitze eines Eisbergs in Sachen illegaler Giftmüllentsorgung.

Durch einen gelungenen Kniff im Plot wird dieser Fall schnell spannend und für den Protagonisten Mark Malecki sehr persönlich. Hier wären wir auch schon bei einem – für mich – zentralen Thema dieses Thrillers: Mark Malecki! Ich habe einfach keinen rechten Zugang zu dieser Figur gefunden. Mir persönlich war er viel zu impulsiv, wenig erwachsen und auch selbst viel zu kriminell. Über all dies hätte ich gepflegt hinwegsehen können, wenn er mir denn wenigstens sympathisch gewesen wäre… war er aber nicht. Erst gegen Ende des Buches bin ich ein klitzekleines Bisschen warm mit ihm geworden, was ich als sehr schade empfunden habe.

Die Story an sich ist ein solider Thriller, der keine wirklichen Schwächen aufweist, aber auch nicht aus der breiten Genre-Masse heraussticht. Die Geschichte hat mich durchweg gut unterhalten, stellenweise auch immer wieder regelrecht gefesselt. Dabei unterlagen Tempo und Spannung allerdings deutlichen Schwankungen – mal war es etwas langatmig (wenn es um Marks „Familienquerelen“ ging), während die Story an anderen Stellen regelrecht sprunghaft voranhetzte (was aber auch der gekürzten Version des Hörbuchs geschuldet sein könnte). Insbesondere zum Finale hin ging es dann Schlag auf Schlag – mit einer Auflösung, die so nicht vorhersehbar gewesen ist aber doch alles aufgeklärt hat.

Die Hörbuchproduktion hat mir in Summe sehr gut gefallen, sicherlich auch, weil Simon Jäger zu meinen Lieblingssprechern gehört. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören. Etwas gestört hat mich lediglich die etwas quäkige Art, die er Marks Sohn verliehen hat.

FAZIT:
Dieses gekürzte Hörbuch bietet rund 6 Stunden solide Unterhaltung mit Stärken und Schwächen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstimme
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 01.11.2019

Auf den Spuren des Geschmacks – Kochbuch, künstlerischer Bildband und Spurensuche

Abenteuer Geschmack!
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„Geschmack ist sensibel, wird immer wieder neu und anders wahrgenommen und bleibt bis zu einem gewissen Grad rätselhaft.“ (S. 24)

Meine Meinung:
„Abenteuer Geschmack!“ von Antje de Vries ist kein klassisches ...

„Geschmack ist sensibel, wird immer wieder neu und anders wahrgenommen und bleibt bis zu einem gewissen Grad rätselhaft.“ (S. 24)

Meine Meinung:
„Abenteuer Geschmack!“ von Antje de Vries ist kein klassisches Kochbuch, keine „reine Rezeptsammlung“. Mit gerade mal rund 60 Rezepten und einem Verkaufspreis von 30 Euro möchte dieses Buch auch keine Rezeptsammlung sein, denn es ist in erster Linie eine wissenschaftlich flankierte und liebevoll dokumentierte Spurensuche nach dem Phänomen „Geschmack“. Durch die vielen ganzseitigen und künstlerisch anspruchsvollen Fotografien von Vivi D`Angelo ist dieses hochwertig produzierte Buch zugleich auch ein künstlerischer Bildband, in dem z.B. Großaufnahmen von den Zungenpapillen (S. 15) zu abstrakten Kunstwerken werden. Dies passt hervorragend in das Gesamtkonzept des Buches, denn „Rund 80 Prozent der Informationen über seine Außenwelt bezieht der Mensch übers Auge und beschäftigt damit gut ein Viertel seines Gehirns. Keine Frage also, dass gilt: Das Auge isst mit.“ (S. 10).
Es geht hier in diesem Buch um den Geschmack - kulinarisch gesehen um die fünf verschiedenen Grundgeschmäcker süß, salzig, sauer, bitter und das Anfang des 20. Jahrhunderts vom japanischen Chemiker Kikunae Ikeda entdeckte „umami“. Antje de Vries geht dabei der Frage nach, was es mit dem Geschmackssinn eigentlich auf sich hat und präsentiert dabei auch Ergebnisse wissenschaftlicher Studien und interessante Fakten, wie z.B. dass Säuglinge noch doppelt so viele Geschmacksknospen (rund 10.000) haben wie Erwachsene oder dass sich die Vorlieben der Mutter durchs Fruchtwasser bereits auf den Fötus übertragen. Es geht aber auch um das Riechen, um Textur & Mundgefühl, um die erstaunlichen Ergebnisse des „Food Pairings“ oder auch das Limbische System unseres Gehirns.
Nach diesem ausführlichen und interessanten Ausflug in die geschmacklichen Grundlagen stellt die Autorin fest, dass „Gemüse geschmacklich ein eigener Kontinent“ ist. (S. 30). Im Folgenden werden 15 verschiedene Gemüsesorten vorgestellt (mit „Geschmackportrait“ und „Geschmacksinsight“) und anhand von jeweils 3 – 5 konkreten Rezepten aufgezeigt, wie unterschiedlich sich der Geschmack des jeweiligen Gemüses entfalten kann. Bei Fenchel sind dies z.B. „zitrusfrisch“, „volle Knolle“, „leicht und rahmig“ oder „orientalisch“. Folgende Gemüsesorten werden in diesem Buch portraitiert und gewürdigt:
1. Möhren / 4 Rezepte, z.B. das fruchtige „Indian Carrot Halwa“ (S. 50)
2. Erbsen / 4 Rezepte, z.B. ausgefallenes „Erbsenpesto“ fürs Brot (S. 62)
3. Kürbis / 4 Rezepte, z.B. Orangen-Butter-Kürbis (S. 78) – auch eine tolle Beilage!
4. Fenchel / 4 Rezepte, wie etwa „Rahmfenchel mit Lachsfilet und Röstzitronen-Reis“ (S. 98)
5. Tomaten / 4 Rezepte, inkl. Einem tollen, sehr einfachen „Sonnigen Tomatenmark“ (S. 108)
6. Kartoffeln / 5 Rezepte, inklusive „Das perfekte Kartofffelpüree“ (S. 124)
7. Bohnen / 5 Rezepte, mit veganem „Bean Burger“ (S. 152)
8. Auberginen / 4 Rezepte, u.a. einem leckeren „Thai Eggplant Curry“ (S. 166)
9. Paprika / 3 Rezepte, z.B. „Ajvar mit Hüftsteak und Joghurt” (S. 182)
10. Spargel / 4 Rezepte, mit „Spargel en Papillote“ (S. 194) - ein super Grundrezept für Spargel in seiner pursten Form
11. Artischocke / 4 Rezepte, z.B. „Gekochte Artischocke mit Dips und Vinaigrette“ (S. 206)
12. Spinat / 4 Rezepte, wie dem gesunden „Spinatsalat mit Granatapfel und Skyr“ (S. 218)
13. Rote Beete / 4 Rezepte, z.B. „Rote-Beete-Suppe mit Dill, Garnelen und Buttermilch“ (S. 244)
14. Pilze / 5 Rezepte, wie etwa „Champignonreis“ (S. 252) – eine tolle Beilage für vielerlei Gerichte!
15. Kohl / 4 Rezepte, mit einem asiatischen „Dim Sum mit Spitzkohl und Garnelen“ (S. 276)

Inzwischen habe ich mehrere Rezepte selbst ausprobiert (z.B. die „Vichy Möhren mit Hähnchenbrust” und das „Sonnige Tomatenmark“) und war vom geschmacklichen Ergebnis jedes Mal sehr angetan! Wenn es zu jedem Gemüse jeweils noch 2-3 Rezepte mehr gegeben hätte, hätte ich gerne 5 Sterne verteilt.

FAZIT:
Bildgewaltig, informativ und abwechslungsreich - viel mehr als nur ein Kochbuch!

Veröffentlicht am 01.11.2019

Der Katharina-Code – ein spannender Cold Case und überzeugender Reihen-Start!

Wisting und der Tag der Vermissten
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„Die Krogh-Entführung ist außergewöhnlich. In der norwegischen Kriminalgeschichte hat es nichts Vergleichbares gegeben. Eine eiternde Wunde für die Polizei, die Angehörigen und die Lokalbevölkerung.“ (s. ...

„Die Krogh-Entführung ist außergewöhnlich. In der norwegischen Kriminalgeschichte hat es nichts Vergleichbares gegeben. Eine eiternde Wunde für die Polizei, die Angehörigen und die Lokalbevölkerung.“ (s. 223)

Meine Meinung:
„Cold Cases“ haben ja ihre ganz eigene Faszination: rätselhafte Fälle aus der Vergangenheit, die bislang nie gelöst werden konnten. In William Wistings „erstem“ Fall geht es um die junge Katharina Haugen, die vor exakt 24 Jahren spurlos verschwunden ist. Jahr für Jahr sieht sich Wisting um den Jahrestag herum die alten Akten erneut durch, ohne dass er bislang eine neue Spur entdeckt hätte. Über die Jahre hinweg ist dabei eine verschrobene Art von Männerfreundschaft zu Katharinas Ehemann Martin entstanden.
Schon zu Beginn wirft Autor Jörn Lier Horst seinen Lesern selbst ein paar rätselhafte Details hin, auf denen es sich hervorragend herumdenken lässt. Was bedeutet der rätselhafte handschriftliche Code, den Katharina am Tage ihres Verschwindens auf dem Küchentisch hinterlassen hat. Und warum lag auf ihrem Bett ein aufgeklappter, gepackter Koffer? Ich mag einfach solche Anfänge, die mich schon zum Beginn spekulieren lassen.
Als dann noch der Kommissar Adrian Stiller auftaucht, Ermittler einer neuen Einheit für Cold Cases, und einen neue Verbindung Martin Haugens zu einem weiteren Vermisstenfall präsentiert – nimmt der Fall seinen Lauf. Die Spannung baut sich hier eher langsam, aber dafür kontinuierlich auf. Der Fall lebt davon, wie sich zwei Männer, die aus einem Schicksalsschlag heraus eine Art Freundschaft entwickelt haben, lauernd umkreisen. Dabei erzeugt der Autor ein sich stetig verdichtendes Gefühl der Anspannung, des Misstrauens und eine Art diffuses, ungutes Bauchgefühl. Man merkt beim Lesen, dass hier irgendetwas nicht stimmt – doch was es genau ist, lässt sich über weite Strecken des Buches nicht wirklich bestimmen. Ein spannendes Spiel mit Gefühlen, Vermutungen und Indizien – auch ohne große Action oder Literweise Blut.
Insgesamt hat mich dieser Krimi über seine gesamte Länge hinweg wirklich gut unterhalten und nach und nach in seinen Bann gezogen. Gerade zum Schluss hin steigert der Autor Tempo und Spannung durch einen stetigen Wechsel der Handlungsstränge, was mir sehr gut gefallen hat. Die Auflösung des so lange rätselhaften Falls war in Summe überraschend, wenn auch – für meinen Geschmack – nicht in allen Teilen ganz nachvollziehbar (daher ein kleiner Abzug in der B-Note).

Sehr gut gefallen haben mir hingegen die Protagonisten, allen voran der zielstrebige und ausdauernde Wisting mit seiner kleinen, aber liebenswerten Familie. Aber auch Adrian Stiller bietet für meinen Geschmack noch Einiges an Potenzial für kommende Bände.

FAZIT:
Ein solider Reihenauftakt – fesselnd und sehr atmosphärisch.

Veröffentlicht am 01.11.2019

Ein fundierter und unterhaltsamer (!) Rundumblick zum Thema Gesundheitsvorsorge für Männer zwischen 40 und 60

Männer-TÜV
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„Es ist ein Männerbuch. Geschrieben von einem Mann für Männer. Frauen sind natürlich eingeladen, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen.“ (S. 10)

Meine Meinung:
Uns Männern wird oft nachgesagt, weniger ...

„Es ist ein Männerbuch. Geschrieben von einem Mann für Männer. Frauen sind natürlich eingeladen, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen.“ (S. 10)

Meine Meinung:
Uns Männern wird oft nachgesagt, weniger Gesundheitsbewusstsein zu besitzen und eher Vorsorge-Muffel zu sein. Dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen aber gerade mit fortschreitenden Alter immer wichtiger werden, ist unbestritten. Der Urologe Dr. Christoph Pies hat es sich mit diesem Buch zur Aufgabe gemacht, Männer über die „typischen“ Gesundheitsrisiken und -problemfelder und die dazugehörigen Vorsorgeuntersuchungen aufzuklären. Und wie spricht man Mann am besten an? Richtig, über das Thema „Automobil“. So vergleicht er den männlichen Körper mit einem Automobil, Organe werden dabei zu Bauteilen. So geht es in diesem Buch u.a. um den Motor (Herz), das Fahrgestell (Bewegungsapparat), Schmier- (Hormone) und Kraftstoffe (Ernährung).

Dabei beweist Dr. Pies immer wieder ein wunderbares Talent für Wortspielereien, auch wenn sich die Mann-Auto-ANALogien (`tschuldigung für dieses Wortspiel) im Verlauf des Buches durchaus etwas abnutzen und teilweise auch sehr platte (aber eben auch unterhaltsame) Sprüche mit dabei sind (wie etwa zum Thema Multitaskingfähigkeit von Männern: „Schließlich können wir im Liegen einen sitzen und gleichzeitig einen stehen haben.“ - S. 75).

Sehr gut gefallen hat es mir, dass der AUTOr dabei systematisch alle wesentlichen Bereiche des Körpers durchgeht, die im Lebensabschnitt zwischen 40 und 60 verstärktem Verschleiß unterliegen. Obwohl ich mich selbst durchaus schon länger mit dem Thema Gesundheit und Vorsorge beschäftige, habe ich in diesem Buch einiges Neues und Interessantes erfahren. Beispielweise kannte ich bislang weder das „Jugendhormon“ DHEA noch das „Treuehormon“ Vasopressin / ADH. Auch die US-amerikanischen Studienergebnisse, die belegen, dass ein kompletter Alkoholverzicht sogar ein Risikofaktor für eine koronare Herzerkrankung ist, waren mir neu! Hätte MANN das gedacht?

Nach jedem Kapitel gibt es einen passenden Fragebogen, anhand dessen man eine eigene Standortbestimmung bzw. das persönliche Risiko ermitteln kann. Zusätzlich gibt es auch immer noch ein paar „Fun Facts“ zum jeweiligen Thema, die einen manchmal Staunen, manchmal Schmunzeln lassen (und manchmal auch beides) – und eine schöne Erweiterung des Smalltalk-Repertoires sind.

Ein guter Arzt wäre kein guter Arzt, wenn er für seine Patienten nicht auch gute Ratschläge hätte. Dr. Pies streut diese immer wieder im Text ein, letztendlich kann man die Ratschläge aber fix auf die folgenden Kernbotschaften zusammenschmelzen: Nicht rauchen, für genug Bewegung sorgen, kein Übergewicht haben, ausreichend viel trinken und ausgewogen ernähren. Das ist alles richtig und sehr wichtig – aber letztliche auch nichts Neues.

Auch geht dieses Buch zu den einzelnen Themen nicht sehr in die Tiefe – aber das ist für mich persönlich vollkommen in Ordnung, denn es will ja einen globalen Überblick geben, und das macht es für mein Empfinden auch. Wer es dann an der ein oder anderen Stelle detaillierter haben möchte, muss also zu weiterführender Literatur greifen. Hier wären vielleicht entsprechende Literaturtipps praktisch!

FAZIT:
Ein humorvoller, aber fachlich versierter „Rundum-Check“ für den Mann ab 40.