Von mir gibt es drei Sterne für dieses Buch. Die Ossi-Feindlichkeit des Protagonisten hat mit der Zeit wirklich genervt. Gut, das Buch spielt in den 90er Jahren und damals war diese Einstellung noch mehr ...
Von mir gibt es drei Sterne für dieses Buch. Die Ossi-Feindlichkeit des Protagonisten hat mit der Zeit wirklich genervt. Gut, das Buch spielt in den 90er Jahren und damals war diese Einstellung noch mehr in den Köpfen mancher Menschen als es wohl heute (leider) noch der Fall ist. Trotzdem hat mich Robert mit seiner ignoranten Art oft zum Aufregen gebracht. Überhaupt habe ich zu ihm kaum einen Zugang gefunden.
Dazu kam, dass sich meiner Meinung nach zu viele Szenen ständig wiederholt haben. Entweder ging Robert in den Keller und fiel dort auf einmal in Ohnmacht bzw. hatte eine Vision oder was auch immer. Oder er war mit dem Fahrrad im Wald unterwegs, wo er plötzlich Dinge gesehen hat, die (vielleicht) gar nicht da waren.
Gut gefallen haben mir einige der Szenen, in denen es gruselig und unheimlich wird. Hier hat der Autor wirklich eine fesselnde Stimmung aufbauen können.
Ach Mensch, ich werde mit den Büchern von Christoph Marzi einfach nicht warm. Habe nun schon ein paar seiner Romane angetestet, aber noch zu keinem einen richtigen Zugang gefunden... Während es sonst meistens ...
Ach Mensch, ich werde mit den Büchern von Christoph Marzi einfach nicht warm. Habe nun schon ein paar seiner Romane angetestet, aber noch zu keinem einen richtigen Zugang gefunden... Während es sonst meistens an dem Schreibstil scheiterte, fand ich den bei "Lycidas" ausnahmsweise echt gut. Er wirkte zwar ein wenig altmodisch, aber das passt zu Wittgenstein. Gut, seine ständig wieder auftauchenden Kommentare, die ich an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen möchte :wink: , haben auch mich etwas gestört. Aber ansonsten fand ich den Stil wirklich humorvoll und Wittgenstein war ein sehr angenehmer Erzähler.
Auch die Charaktere fand ich ansatzweise interessant, aber hier kommt auch schon der erste Kritikpunkt: Einen wirklichen Zugang habe ich zu ihnen nicht gefunden. Das Schicksal von Emily konnte mich nicht wirklich berühren und viele Informationen über ihren Hintergrund hat man meiner Meinung nach auch viel zu früh erfahren. Auch die anderen Charaktere fand ich zwar nett, aber mehr auch nicht.
Aber der größte Kritikpunkt ist wohl, dass mich die Geschichte überhaupt nicht fesseln konnte. Marzi hat sich zwar einige interessante fantastische Kreaturen einfallen lassen, die für Spannung gesorgt haben. Aber mich hat es gar nicht richtig gereizt, weiterzulesen, weil irgendwie klar war, worauf die Reise hinsteuert und alle Zwischenstationen mich nicht überzeugen konnten.
Das Buch basiert auf einem sehr interessanten Grundgedanken: Inwieweit beeinflussen sich Risikofaktoren wie Umweltkatastrophen, steigende Krebserkrankungen, sinkende Geburtenraten, Seuchen, Allergien, ...
Das Buch basiert auf einem sehr interessanten Grundgedanken: Inwieweit beeinflussen sich Risikofaktoren wie Umweltkatastrophen, steigende Krebserkrankungen, sinkende Geburtenraten, Seuchen, Allergien, oder Autounfälle und welche Konsequenzen haben diese auf das Überleben der Menschheit? Lässt sich ausrechnen, welche Lebenserwartung jeder Einzelne hat? Lässt sich vorhersagen, in welchem Alter man an einem unheilbaren Leiden erkranken wird?
Der Aufhänger ist echt gut und total spannend, aber leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen. Das Buch umfasst mehrere Handlungsstränge, die spätestens mit jedem neuen Kapitel, teilweise aber auch von Abschnitt zu Abschnitt wechseln. Wirklich interessiert hat mich nur einer der Handlungsstränge, nämlich der um die weibliche Hauptfigur Jennifer, die an einer schweren und unheilbaren Krankheit leidet. Meiner Meinung nach hätte diese Tatsache nicht mal Bestandteil des Buches sein müssen, da sie auf ziemlich konstruierte Art und Weise für Dramatik sorgt. Aber gut, das Buch beschäftigt sich ja sowieso mit den Themen Krankheit und Tod – irgendwie passt es dadurch doch ganz gut ins Bild. Jennifer ist auch der einzige Charakter, der mir wirklich sympathisch geworden ist. Alle anderen Figuren bleiben einfach zu blass. Für Spannung sorgt dabei nur, dass man manche Charaktere nicht auf Anhieb in die Kategorie „gut“ oder „böse“ einordnen kann und das Verhalten mancher Figuren für Überraschung sorgt.
Die anderen Handlungsstränge beschäftigen sich hautpsächlich mit Jennifers Gegnern, die ihr aufgrund von Tatsachen, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte, auf den Fersen sind, da sie Jennifer als eine Bedrohung ansehen. Hier erwarten den Leser einige Verfolgungs- und Kampfszenen, die aufgrund von Jennifers Erkrankung stellenweise doch recht unauthentisch wirken. Manchmal habe ich mich schon gefragt, wie Jennifer noch so kämpfen kann, wo ihr Körper doch eigentlich geschwächt ist. Die Verfolgungsszenen, haben bei mir kurzzeitig für Spannung gesorgt, für einen Thriller ist das Buch aber insgesamt nicht spannend genug. Die Handlung plätschert eher vor sich hin und durch die vielen Wechsel zwischen den Handlungssträngen hat man auch kaum Zeit, sich wirklich in sie hineinzulesen.
Das Buch beschäftigt sich mit menschlichen Versuchskaninchen, die egoistischen Konzernen bei der Entwicklung von Medikamenten helfen sollen und mit Gendefekten. Daniel Westland betrachtet nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter, die rücksichtslos nach Macht und Gewinn streben. Wie gesagt, die Hintergrundideen sind total interessant, die Umsetzung bleibt jedoch etwas hinter diesen Ideen zurück.
Trotz einiger Fachbegriffe aus dem Bereich der Biomathematik und der Chemie liest sich das Buch doch recht angenehm. Für ein Jugendbuch ist der Stil des Autors angemessen und das Buch liest sich leicht und flüssig. Für das Verständnis des Buches erforderliche Fachkenntnisse werden dem Leser vom Autor anschaulich und nachvollziehbar vermittelt.
Übrigens finde ich es interessant, wie sich der Titel des Buches erklärt, aber dazu verrate ich natürlich nichts.
Mein Fazit:
Ein Buch, dem es für einen Thriller zu offensichtlich an Spannung fehlt und dessen Grundideen leider nicht überzeugend umgesetzt wurden.
„Ein ungezähmtes Mädchen“ ist ein Buch, das mich völlig überrascht hat, weil ich etwas ganz Anderes davon erwartet hatte. Ich dachte, ein Jugendbuch zu lesen, aber tatsächlich enthält der Roman so viele ...
„Ein ungezähmtes Mädchen“ ist ein Buch, das mich völlig überrascht hat, weil ich etwas ganz Anderes davon erwartet hatte. Ich dachte, ein Jugendbuch zu lesen, aber tatsächlich enthält der Roman so viele räusper-Szenen, die teilweise auch ziemlich unangenehm - weil gewalttätig - sind, dass es sich eigentlich gar nicht so richtig für jugendliche Leser eignet. Es geht in manchen Szenen um Prostituierte oder Frauen, die als solche bezeichnet werden, um gezwungenen Sex, aber auch um gewollten Sex. Die Autorin beschreibt dabei zwar nicht sonderlich detailliert und genau, was vor sich geht, aber es fallen doch einige intime Begriffe und das hatte ich in diesem Ausmaß doch nun wirklich nicht erwartet. Und es hat mir auch nicht sonderlich gefallen.
Wer mir dagegen aber gefallen hat, ist Beatrice. Sie ist ein fröhliches, ehrliches und direktes Mädchen. Dazu kommt, dass sie viel zu emanzipiert ist, was Ende des 19. Jahrhunderts nicht von jedem Mann gerne gesehen wird. Sie sagt, was sie denkt, pfeift auf Konventionen oder Anstand. Und so legt sie sich mit einigen Herrschaften an und halst sich den Ärger ihres Onkels auf. Von anderen Männern wiederum erntet sie bewundernde Blicke. Unter anderem und ganz besonders natürlich auch von dem attraktiven und interessanten Seth Hammerstaal, welcher der jungen Frau sofort verfällt, obwohl er um Einiges älter ist als sie und sich zudem vor Frauen kaum retten kann.
Sofort liegt zwischen den beiden etwas in der Luft: eine Spannung, ein Prickeln. Beatrice und Seth fühlen sich zueinander hingezogen und es dauert nicht lange, bis sie sich ihren Gefühlen hingeben. Dies geschieht natürlich alles heimlich und im Verborgenen. Der weitere Verlauf des Buches beschäftigt sich dann sehr ausführlich mit der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten, die von Missverständissen und Meinungsverschiedenheiten geprägt ist. Im Prinzip können die beiden nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander und die Handlung gleicht einem Katz-und-Maus-Spiel. Sie kriegen sich, um sich wieder zu verlieren, um sich wieder zu kriegen. Mich haben diese ständigen Wiederholungen ziemlich gestört und konnten mich auch nicht fesseln.
Ansonsten ist die Handlung recht facetten- und abwechslungsreich. Die Zeit des 19. Jahrhunderts wird interessant dargestellt. Aber wirklich fesseln konnte sie mich dennoch nicht. Die Autorin gibt sich sehr viel Mühe damit, die Charaktere und die Handlungsumgebung anschaulich und bildhaft zu beschreiben. Als Leser wird man dadurch förmlich in das 19. Jahrhundert hineinversetzt, erlebt Bälle, Gesellschaften und Jagden und fühlt sich als Teil davon. Der Schreibstl von Simona Ahrnstedt ist überaus angenehm und das Buch liest sich trotz seines Umfangs innerhalb kurzer Zeit.
Mein Fazit:
Der Schreibstil der Autorin sorgt eindeutig für Pluspunkte, aber die Handlung konnte mich nicht überzeugen.
Sowohl der Klappentext als auch der Prolog des Buches vermitteln das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um ein dramatisches und handlungsreiches Buch handeln könnte, in dem vor allem der junge Kieran ...
Sowohl der Klappentext als auch der Prolog des Buches vermitteln das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um ein dramatisches und handlungsreiches Buch handeln könnte, in dem vor allem der junge Kieran eine besondere Rolle spielt. Aber das täuscht. Denn „Der Porzellangarten“ ist ein sehr ruhiges Buch. Kieran taucht zwar durchaus in einigen Schlüsselszenen auf, aber der Schwerpunkt der Handlung liegt nicht auf seinen Eigenheiten, die durchaus besonders sind, sondern auf drei Frauen, die sehr unterschiedlich sind, sich aber im Verlauf des Buches kennenlernen und zusammenraffen. Jede von ihnen hat eine Geschichte und jede von ihnen hat eine besondere Rolle zu spielen.
„Der Porzellangarten“ ist ein Buch, das sich schwer beschreiben lässt, da die Handlung kaum greifbar wird. Es passiert nicht viel und die Autorin legt ihr Augenmerk mehr auf die Beschreibung der Personen und der Handlungsumgebung. So gibt es in diesem Buch auch kaum wörtliche Rede, da die Personen nur nebensächlich miteinander agieren oder kommunizieren. Vielmehr wird jede Figur des Buches gesondert betrachtet und ihre komplette Lebensgeschichte beleuchtet. Für Spannung sorgt das nur bedingt.
Als Eigenheit der Autorin fällt auf, dass die wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet ist, sondern durch Kursivschrift. Da die wörtliche Rede aber eher selten vorkommt, muss man sich an diese Besonderheit nicht zu sehr gewöhnen.
Insgesamt betrachtet handelt das Buch schwerpunktmäßig von Familiengeheimnissen und Rätseln aus der Vergangenheit, die ans Tageslicht kommen. Aber da ist nichts Überwältigendes oder Überraschendes dabei, nichts Besonderes. Stattdessen kann man sich ab einem bestimmten Punkt die Auflösung bereits denken und wird von der Autorin nicht sonderlich überrascht.
Wieso dieses Buch gerade den Titel „Der Porzellangarten“ trägt, erklärt sich während des Lesens. Der Titel passt durchaus, spielt aber eher eine untergeordnete Rolle.
Um dieses Buch genießen zu können, muss man in der passenden Stimmung sein. Etwas rührselig, etwas poetisch, etwas melancholisch. Dann bereitet der „Porzellangarten“ bestimmt auch Freude.
Mein Fazit:
Ein sehr ruhiges und eintöniges Buch, das mit leisen Tönen anstelle von großen Geheimnissen aufwartet.