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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2016

Ein erkenntnisreicher Weihnachtsurlaub mit der Familie

Schuld war nur der Mistelzweig
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Eine Londoner Familie mit drei erwachsenen Kindern und Enkelkindern verbringt eine gemeinsame Woche Weihnachtsurlaub in einem Landhaus in Cornwall. Die Eltern wollen auf ihre beabsichtigte Scheidung einstimmen, ...

Eine Londoner Familie mit drei erwachsenen Kindern und Enkelkindern verbringt eine gemeinsame Woche Weihnachtsurlaub in einem Landhaus in Cornwall. Die Eltern wollen auf ihre beabsichtigte Scheidung einstimmen, unverhofft stoßen ihre beiden Liebhaber dazu, die eine Tochter ist in fortwährender Sorge, die andere Tochter Thea versucht Abstand zu gewinnen von der Trennung von ihrem Verlobten und verliebt sich ausgerechnet in den vermeintlich schwulen Hausverwalter.

Dieses Buch lässt sich gut in der Weihnachtszeit lesen und stimmt auf sie ein, spielt die Handlung doch auch in dieser Zeit. Der im Buchtitel in Bezug genommene Mistelzweig spielt auf den schönen englischen Weihnachtsbrauch an, dass Paare sich unter ihm küssen dürfen und kommt auch immer wieder in der Geschichte vor. Wenngleich der Ausgang der Geschichte ziemlich bald vorhersehbar ist, macht es Spaß, das Buch zu lesen. Das liegt vermutlich daran, dass die geschilderten Familienzwistigkeiten und -probleme in jeder Familie vorkommen. Freuen darf man sich schon auf die für nächstes Jahr angekündigte Fortsetzung „Trau dich unterm Mistelzweig“, in der es sicherlich um Theas Hochzeit gehen wird.

Eine gute Unterhaltung für zwischendurch.

Veröffentlicht am 19.12.2016

Eine erfundene, authentisch wirkende Geschichte aus dem Leben einer bekannten Politikerin

Die Kanzlerin
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Im vorangestellten Gruß der Autorin stellt diese klar, dass es sich um eine durch und durch erfundene Geschichte handelt. Buchtitel, Coverbild und leicht abgewandelte Namen der Romanfiguren („Angelika ...

Im vorangestellten Gruß der Autorin stellt diese klar, dass es sich um eine durch und durch erfundene Geschichte handelt. Buchtitel, Coverbild und leicht abgewandelte Namen der Romanfiguren („Angelika Mörkel“, Vizekanzler „Sigmund Michael“) lassen aber nur den Schluss zu, dass Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fokus steht. Durch die jedem Kapitel vorangestellten Orts-, Zeit- und Personenangaben sowie die vielen Dialoge an ein Theaterstück erinnernd, wird geschildert, wie die Kanzlerin, nichtsahnend einem Betrug aufsitzend, eines skandalösen Steuerbetrugs verdächtigt wird. Um der Jagd der Presse zu entgehen, taucht sie – bis zu ihrer erhofften Reinwaschung - in der WG des Sohnes ihres Pressesprechers unter und stellt am Ende ihre Betrüger.
Die Geschichte liest sich recht amüsant. Viele Charaktereigenschafen der Kanzlerin und viele Begebenheiten kommen einem bekannt vor. Und dass die „Mutti“ doch nur eine reine Weste haben kann, daran besteht kein Zweifel. Umso mehr verwundert es zu erfahren, wie leicht Frau Mörkel im wahrsten Sinne des Wortes die Hand ausrutscht und sie schon einmal Ohrfeigen verteilt. Auch erstaunt es zu lesen, dass ihr Ehemann sich auf außerehelichen homosexuellen Abwegen befindet. Da stellt sich schon die Frage, was ein Schriftsteller schreiben darf und wo Verunglimpfung anfängt. Ansonsten wird das Berliner Politleben gelungen auf die Schippe genommen und die Kanzlerin sehr menschlich dargestellt.

Veröffentlicht am 05.12.2016

Spannender historischer Liebesroman

Das Land der roten Sonne
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Schon als Kinder in einem australischen Waisenhaus halten James und Leonora unverbrüchlich zueinander, bis sie aufgrund von Adoption voneinander getrennt werden. Leonora führt fortan ein lieb- und glückloses ...

Schon als Kinder in einem australischen Waisenhaus halten James und Leonora unverbrüchlich zueinander, bis sie aufgrund von Adoption voneinander getrennt werden. Leonora führt fortan ein lieb- und glückloses Leben bei reichen Amerikanern und James gelangt auf eine Farm zu armen Verwandten, wo er knechten muss. Die arrangierte Ehe mit einem gewalttätigen Minen- und Farmbesitzer ermöglicht Leonora die Rückkehr in die australische Heimat. Dort trifft sie erneut auf James, und aus der Kinderfreundschaft wird Liebe, zu der sich Leonora wegen Erpressungen ihres Mannes aber nicht bekennen will. Haben beide eine Chance?

Ein 522 starker historischer Liebesroman, der sich trotz seines Umfangs im Fluge lesen lässt. Sehr eindringlich und berührend werden die Schicksale von James und Leonora geschildert, denen im Leben kein rechtes Glück beschieden zu sein scheint. Eigentlich ist man frühzeitig geneigt zu sagen, für beide muss es doch ein Happy End geben. Allerdings scheint der Verlauf der Geschichte bis fast zum Schluss dagegen zu sprechen, bis dann ein völlig unerwarteter Clou eingebaut wird. Ein schönes Bild wird von dem heißen Kontinent Australien gezeichnet und seinen Bewohnern der verschiedenen Schichten. Dabei werden Themen angesprochen wie die Rolle der ausgebeuteten Minenarbeiter, die Rolle der Kirche, der Umgang mit den Aborigines. Etwas merkwürdig sind mir während des Lesens die Zeitspannen vorgekommen. Oftmals scheint es so, als müssten mittlerweile ganze Jahre vergangen sein, während dann zu lesen ist, dass der Erste Weltkrieg noch immer im Gange ist. Zudem ist es des Zufalls zu viel, dass immer wieder der ehemalige Minenarbeiter Ghan auftaucht und Verknüpfungen zu Leonora herstellt.

Insgesamt ein schöner historischer Liebesroman vor den Kulissen Australiens.

Veröffentlicht am 30.11.2016

Bis zum Ende ein verwirrender Psychothriller

Stiefkind
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Die Geschichte ist in Cornwall angesiedelt. Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rachel aus London heiratet Hals über Kopf den reichen, verwitweten David und zieht in dessen prächtiges Anwesen Carnhallow ...

Die Geschichte ist in Cornwall angesiedelt. Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rachel aus London heiratet Hals über Kopf den reichen, verwitweten David und zieht in dessen prächtiges Anwesen Carnhallow in Cornwall. Davids Reichtum stammt aus Kupferminen, die seit Generationen in Familienbesitz sind. Alles beginnt so gut für Rachel, die von der Schönheit und der Geschichte des abgelegenen Carnhallow fasziniert ist und ihrem Stiefsohn Jamie eine gute Stiefmutter sein will. Doch bald schon tun sich Risse in dieser scheinbar so glücklichen Familie auf. Der Achtjährige nämlich äußert gegenüber Rachel präzise Zukunftsvisionen, die sich auch noch bewahrheiten. Seine letzte lautet „An Weihnachten bist du tot“. Rachel, immer mehr von Panik erfasst, beginnt, der Vergangenheit auf den Grund zu gehen; nebenbei hütet sie ein eigenes Geheimnis …
Über Cornwall gibt es viele Bücher. Während dort die Gegend aber als idyllisch beschrieben wird, vermittelt dieses Buch eine düstere Vision von ihr. Die Atmosphäre dieses Ortes ist so bildhaft beschrieben und quasi zwischen den Zeilen spürbar. Interessant sind die historischen Fakten über das Minenvorkommen. Von Anbeginn an ist alles sehr verworren und ich hatte keine Ahnung, wohin ich geführt werde. So viele Fragen tun sich auf, die erst gegen Ende in für mich befriedigender Weise beantwortet werden – Ist Rachel verrückt oder ihr Stiefsohn? Was ist mit Davids erster Frau, spukt sie als Geist im Haus herum oder entspringt sie der kranken Vorstellung des traumatisierten Jamie? Steckt David vielleicht hinter ihrem Tod? Alle Charaktere sind so wenig verlässlich. Jamie, Rachel, David, Davids Mutter, selbst seine verstorbene Frau – allen kann nicht richtig über den Weg getraut werden. So gehört es sich für einen gelungenen Psychothriller. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Dialoge zwischen Jamie und Rachel sich immer wiederkehrend ähnlich und eindringlich wiederholen und deshalb beim Lesen etwas ermüden.
Das Buch empfehle ich Lesern von Psychothrillern.

Veröffentlicht am 28.11.2016

Seichter Liebesroman vor der Kulisse St. Peter-Ordings

Friesenherzen und Winterzauber
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Während der Lektüre ist mir der Gedanke gekommen, ob es nicht Parallelen zwischen der Autorin und ihrer Protagonistin Ellen insoweit gibt, dass auch ihr von ihrem Verlag aufgegeben wurde, zeitnah einen ...

Während der Lektüre ist mir der Gedanke gekommen, ob es nicht Parallelen zwischen der Autorin und ihrer Protagonistin Ellen insoweit gibt, dass auch ihr von ihrem Verlag aufgegeben wurde, zeitnah einen Liebesroman abzuliefern und sie dann diese Geschichte konstruiert hat. Denn so wirkt auf mich die Geschichte rund um die Buchautorin Ellen, deren Gefühle zu ihrem Freund nicht erwidert werden und die sich eine Auszeit in St. Peter-Ording nimmt, um dort Ideen für einen romantischen Liebesroman zu sammeln. Wie es dann so kommt, sieht sie sich auf einmal zwei attraktiven einheimischen Männern gegenüber, die sie ihren Liebeskummer vergessen lassen und von denen einer ihr sogar Stoff für das neue Buch liefert. Das Konstruierte liegt für mich darin, dass die Geschichte im wirklichen Leben so wohl kaum passiert. Alle Entwicklungen treten zu schnell ein und in weniger als einem Monat gibt es ein Happy End. Solche Art Erzählungen gibt es einfach schon zu viele. Allerdings verkenne ich nicht, dass auch schlichtweg nur bei mir eine Sättigungsgrenze erreicht ist und viele Leserinnen eine solche seichte Lektüre zum Abschalten mögen. Und das gelingt dem Roman bestimmt. Das ist schon allein der winterlichen Atmosphäre vor der Kulisse St. Peter-Ordings geschuldet. Schön finde ich auch, dass es im Anhang ein Rezept für die Neujahrskuchen gibt, von denen im Buch die Rede ist.
Objektiv betrachtet vergebe ich somit trotz meiner rein subjektiven Bedenken vier Sterne.