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Veröffentlicht am 06.12.2019

Cassardim

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Die Autorin Julia Dippel hat mit „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke“ den Auftakt einer neuen Reihe veröffentlicht. Da ich bisher schon ihre Izara – Bücher verschlungen habe, war ich sehr auf dieses ...

Die Autorin Julia Dippel hat mit „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke“ den Auftakt einer neuen Reihe veröffentlicht. Da ich bisher schon ihre Izara – Bücher verschlungen habe, war ich sehr auf dieses Werk gespannt. Und meine Erwartungen und Hoffnungen in dieses Fantasy- Buch wurden nicht enttäuscht.

Klappentext:
Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

Zunächst muss ich sagen, dass ich das Cover leider überhaupt nicht gelungen finde. Als ich es das erste Mal gesehen hatte, war der Schock groß. Ich fand es leider eher abstoßend. Hätte der Name der Autorin nicht Julia Dippel gelautet, ich hätte mich wohl nicht weiter mit diesem Buch beschäftigt, was schade wäre. Sonst hätte ich einen wahrlich gelungenen Reihenauftakt verpasst.
Auch dieses Mal konnte mich Dippel wieder von ihrem Talent fürs Schreiben überzeugen. Ihr Schreibstil ist angenehm, sehr bildhaft und sie schafft es wieder gekonnt, dass der Leser gebannt an den Seiten hängt. Man wird in eine andere Welt gesaugt und möchte einfach nur noch wissen, wie die Geschichte weitergeht. Dabei ist die Story fesseln und spannend. Neue Wendungen werden gekonnt eingebaut, ohne dass sie zu überladen wirken oder unrealistisch. Ständig wird man überrascht, sodass die Handlung unvorhersehbar ist und man gebannt die Geschichte von Amaia und Noar verfolgt.
Ebenfalls überzeugen konnten mich Setting und Worldbuilding. Die geschaffene Welt ist wirklich komplex und farbenprächtig. Viele tolle und einzigartige Ideen werden eingebaut und beweisen wieder das Talent dieser Autorin. Überzeugende Ansätze werden gemacht, sodass man nur zu gerne mehr von dieser prächtigen Welt erfahren möchte. Zusammen mit der Protagonistin Maia wird man in diese andersartige Welt eingeführt und lernt dabei immer wieder neue Facetten kennen, die so vielschichtig sind. Stück für Stück wird man in diese fremdartige Welt eingeführt, lernt immer neue Eigenarten davon kennen. Immer mehr Einblicke bekommt man in diese Welt der Toten und Geister und lernt diese dabei immer mehr lieben. Man kommt dabei als Leser aus dem Staunen nicht mehr heraus und erkennt immer mehr die Richtlinien, aber auch die Vielschichtigkeit dieser Welt.
Der Autorin Julia Dippel sind auch die Protagonisten dieses Werkes gelungen. Im Mittelpunkt steht Amaia, welche Maia genannt wird. Sie lebt mit ihrer Familie in unserer Welt, bemerkt aber, dass dies keine einfache, normale Familie ist. Ihre Eltern nehmen einen Gefangenen und seit diesem Zeitpunkt gerät ihr ganzes Leben aus dem Ruder, wird komplett auf den Kopf gestellt. Von dem Gefangenen, dessen Name Noar ist, wird sie in eine andere Welt geführt, er behauptet, dass sie und ihre Geschwister ursprünglich aus dieser stammen. Dabei lernt sie immer mehr über diese Kennen, aber auch ihre eigene Geschichte. Hierbei tritt sie immer mal in ein Fettnäpfchen, muss sich erst einmal orientieren und ihren Platz in dieser finden. Manchmal ist sie etwas naiv, weiß nicht, wem sie vertrauen kann oder kommt mit den neuen Regeln noch nicht ganz zurecht. Dennoch versucht sie ihren Weg zu finden und zeigt auf ihre eigene Art Widerstand. Dennoch hätte ich sie manchmal schütteln können. Ich hätte mir gewünscht, dass sie gewisse Situationen oder auch Personen mehr hinterfragt oder durchdenkt. Ich hätte mir besonders im Mittelteil gewünscht, dass sie aktiver in den Verlauf der Handlung eingreift und sich nicht nur führen lässt. Andere handeln für sie und formen dabei die Geschichte. Maia selber versucht dabei manchmal mitzumischen, was aber oft gründlich in die Hose geht. Im Verlauf des Buches macht Maia eine stetige Entwicklung durch, wird stärker und mutiger, geht auch mal Risiken ein und nimmt aktiv an den Wendungen dieser Geschichte teil. Dies hat mir gefallen. Positiv empfand ich auch ihren Humor. Dass sie den Geist des Goldenen Berges Egon nennt, sagt einiges über ihren Charakter und Witz aus.
Der männliche Gegenpart zu Maia ist Noar. Auch er ist mehr, als man zunächst vermuten lässt. Er gibt sich geheimnisvoll und mystisch. Zu Beginn ist er charmant, entwickelt sich immer mehr zum Bad Ass. Als Leser durchlebt man zusammen mit Maia ein Wechselbad der Gefühle, weiß nicht, ob man ihm trauen oder misstrauen soll. Man lernt ihn zu hassen, verwünscht ihn viele Male. Ich persönlich bin an seiner Art verzweifelt, er hat mich quasi wahnsinnig gemacht, dennoch hat er mich gefesselt und ich wollte unbedingt mehr über ihn lesen. Im Verlauf des Buches lernt man ihn und seine treuen Freunde immer besser kennen und bekommt langsam einen anderen Eindruck von ihm.
Etwas schade fand ich, dass die Geschwister von Maia, vielleicht mit Ausnahme von ihrem kleinsten Bruder Moe, eher blass wirken. Immer wieder werden sie mit eingebunden, sind aber eher stummes Beiwerk, die der Macht von anderen ausgesetzt sind, ohne sich gegen diese Manipulation zu wehren. Hier hätte man meiner Meinung nach mehr draus machen können, Potential wurde in meinen Augen verschenkt. Aber dies ist eigentlich Kritik auf hohem Niveau. Und vielleicht hat ja die Fortsetzung noch die ein oder andere Überraschung parat.

Julia Dippel konnte mich auch dieses Mal wieder mit ihrem Fantasy- Werk „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke“ von ihrem Erzähltalent überzeugen. Die Handlung ist spannend, der Schreibstil bildhaft und fesselnd und die Charaktere sind authentisch und haben ihre ganz eigenen Charaktereigenzüge samt Ecken und Kanten. Hierfür möchte ich 5 Sterne vergeben und bin schon sehr auf weitere Werke von ihr gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2019

Sturmluft

Izara 3: Sturmluft
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Die deutsche Autorin Julia Dippel hat mit dem Fantasy- Werk „Sturmluft“ den dritten Teil zu ihrer Izara- Reihe veröffentlicht. Mit Spannung habe ich auf die Weiterführung der Geschichte rund um Ari und ...

Die deutsche Autorin Julia Dippel hat mit dem Fantasy- Werk „Sturmluft“ den dritten Teil zu ihrer Izara- Reihe veröffentlicht. Mit Spannung habe ich auf die Weiterführung der Geschichte rund um Ari und Lucian gewartet. Meine Anforderungen und Hoffnungen an dieses Werk waren wirklich groß – konnten mich doch die beiden Vorgänger „Das ewige Feuer“ und „Stille Wasser“ vollkommen in ihren Bann ziehen. Umso überraschter war ich, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Hierbei möchte ich auch empfehlen, dass man vorher die ersten beiden Bücher aus dieser Reihe gelesen haben sollte, ohne diese kann man der Handlung von „Sturmluft“ sonst nicht folgen.

Klappentext:
Ari glaubt, ihre große Liebe Lucian für immer verloren zu haben, und begibt sich auf die verzweifelte Suche nach seinem Mörder. Vor allem Lucians Vater rückt ins Fadenkreuz. Der mächtige Dämon fühlt sich in die Ecke gedrängt und setzt einen tödlichen Brachion auf Ari an. Doch der ist kein Unbekannter und stellt Aris Welt auf den Kopf …

Nachdem der zweite Teil „Stille Wasser“ mit einem bösen Cliffhanger geendet hat, konnte ich es kaum erwarten, dass die Geschichte endlich weitergeführt wird. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht und habe daher den dritten Band mit Spannung erwartet.
Dank dem sehr angenehmen Schreibstil von Julia Dippel bin ich gut in das Buch reingekommen. Dass ich den vorherigen Band gelesen habe, war schon einige Zeit her, dennoch bin ich sofort mitten in der Handlung gewesen, was auch daran lag, dass der Inhalt von „Stille Wasser“ noch sehr präsent war. Wesentliche Handlungsstränge werden zu Beginn nochmal kurz in die Story mit eingebunden, sodass man das Wichtigste wieder in Erinnerung gerufen bekommt. Aber auch der bildgewaltige und humorvolle Stil haben dazu geführt, dass ich mich gleich wieder wie zu Hause gefühlt habe, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Dippel schreibt mit einer mitfühlenden Art, sodass die Emotionen der Charaktere gut transportiert werden und dabei geschickt mit der Handlung im Einklang stehen. „Sturmluft“ ist rasant, tempo- und actionreich. Man kommt von einer spannenden Szene in die nächste, als Leser kommt man kaum zu Luft. Viele unverhoffte Wendungen und Richtungswechsel werden eingebaut und man klebt quasi an den Seiten. Der Spannungsbogen wird permanent aufrechterhalten. Aber es gibt auch ruhige Sequenzen, in denen der Leser und auch die Protagonisten Luft holen können. Gut gefallen haben mir in diesen Passagen die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren. Man konnte sie dadurch besser verstehen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Dippel schafft es auch in diesem Band wieder gekonnt, eine vielschichte Geschichte zu weben. Die einzelnen Handlungen sind miteinander verwoben, es erfolgt der Grundsatz, dass jeder Aktion auch eine Reaktion folgt. Man muss manchmal hinter die Fassade schauen, die einzelnen Charaktere und ihre Handlungen sind miteinander verwoben. Gekonnt werden sie verknüpft – dies steigert die Spannung, denn man wartet sehnsüchtig auf die Reaktion des Gegenpart und lauert, was hier wohl kommen mag.
Überzeugen konnten mich auch dieses Mal wieder die Charaktere. Wobei ich als kleinen Kritikpunkt anbringen möchte, dass mir die Freunde von Ari in diesem Buch etwas zu kurz gekommen sind. Gerne hätte ich mehr über ihr Leben erfahren, während Ari ihren Weg geht. Mir hat hier einfach etwas gefehlt – dieses harmonische und freundschaftliche Miteinander. Eine taffe Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt – mir war hier Ari viel zu präsent. Im Mittelpunkt stand eindeutig, wie sie mit ihren Problemen umgeht, wie sie versucht, mit dem Verlust von Lucian klarzukommen. Wobei mich Ari auch hier wieder überzeugen konnte, das will ich mit diesen Sätzen gar nicht schlecht reden. Mir war nur manchmal zu viel der Fokus auf Ari gelegt wurden. Besonders positiv hervorheben möchte ich Tristan. Dieser Charakter hat diverse Emotionen in mir hervorgerufen. Kleine Einblicke hinter seine Fassade, seine Maske haben mir hier besonders gefallen. Viele Charaktere bestechen durch ihre Vielschichtigkeit und konnten nicht vollkommen überzeugen. Auf Lucian möchte ich hier nicht weiter eingehen, da dies zu sehr spoilern würde.
Auch sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, dass auch diesmal wieder ein gewisser Aspekt auf den Emotionen und auch auf der Liebesgeschichte zwischen Ari und Lucian liegt. Die Geschichte zwischen den beiden nimmt einen gewissen Raum ein, ist aber nicht der Mittelpunkt der Handlung.

Auch diesmal konnte mich Julia Dippel wieder vollkommen überzeugen – sowohl von ihrem Schreibstil, der Handlung als auch den Charakteren. Das Gesamtkonzept hat mich erneut überzeugt und bis auf ein paar Kleinigkeiten war ich rundum mit dem Fantasy- Buch begeistert. Daher möchte ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben.

Veröffentlicht am 13.06.2018

Das Spiel

Nevernight - Das Spiel
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Mit dem Fantasy- Buch „Nevernight – Das Spiel“ hat der Autor Jay Kristoff die Fortsetzung seiner Nevernight- Reihe veröffentlicht, in dieser erzählt er von dem abenteuerreichen Leben der Klinge Mia Corvere. ...

Mit dem Fantasy- Buch „Nevernight – Das Spiel“ hat der Autor Jay Kristoff die Fortsetzung seiner Nevernight- Reihe veröffentlicht, in dieser erzählt er von dem abenteuerreichen Leben der Klinge Mia Corvere. Damit man dem Buch inhaltlich folgen kann, würde ich dringendst empfehlen, dass man den Vorgänger „Nevernight – Die Prüfung“ bereits gelesen hat, da diese Bücher recht dicht und gehaltvoll geschrieben sind.

Klappentext:
Die epische Rachegeschichte geht weiter. Nachdem Mia einen der Männer umgebracht hat, die für die Zerstörung ihrer Familie verantwortlich sind, bleiben noch zwei übrig: Kardinal Duomo und Konsul Scaeva. Beide sind jedoch vor der Öffentlichkeit abgeschirmt und für Mia unerreichbar. Schlimmer noch: Die Rote Kirche selbst scheint Scaeva zu schützen und allmählich beschleicht Mia ein furchtbarer Verdacht…
Um an Scaeva heranzukommen, geht Mia ein großes Risiko ein: Sie kehrt der Kirche den Rücken und begibt sich selbst in die Sklaverei, um als Gladiatorin an den Großen Spielen in Gottesgrab teilzunehmen. Denn dem Gewinner, so heißt es, wird eine private Audienz beim Konsul gewährt. Doch Mia merkt schnell, dass sie diesmal zu weit gegangen ist, denn auf dem blutigen Sand der Arena gibt es keine Gnade und nur eine Regel: Ruhm und Ehre – oder Tod.

Der erste Teil der Nevernight- Reihe war letztes Jahr eins meiner Jahreshighlights gewesen und wie habe ich der Fortsetzung dieser Reihe entgegengefiebert. Ich konnte es nicht erwarten, endlich zu lese, wie es mit Mia weitergeht. Und wie geht es mir jetzt, nachdem ich den zweiten Teil gelesen habe? Ich will einfach wissen, wie es weitergeht. Jay Kristoff schafft es, dass man süchtig nach seinen Büchern wird und dessen Erscheinungsdatum entgegenfiebert.
Auch hier hat mir die Gestaltung wieder ausgesprochen gut gefallen. Die beigefügten Karten sind liebevoll gestaltet und helfen einem, sich in dieser detailreichen Welt zurechtzufinden. Zu Beginn des Buches ist ein Personenregister angeführt, welches nochmal die wichtigsten Personen auf eine spezielle und humorvolle Weise vorstellt. Allein dieses hat mir das Gefühl gegeben, alte Freunde endlich wieder zu treffen.
Auch diesmal konnte mich der Autor Kristoff wieder von seinem Schreibstil und seinem Talent, eine Geschichte zu erzählen, überzeugen. Er hat einen bildhaften und poetischen Stil, wobei er auch actionreich und brutal kann. Kristoff schafft es meisterhaft eine Atmosphäre aufzubauen und diese zu seinen Gunsten auszunutzen, diese auszubauen und zu verdichten. Ich war so in diesem Buch gefangen, abgeschottet von der Außenwelt und bin voll in den Seiten des Buches versunken. Selbst wenn es eigentlich gerade nicht viel zu erzählen gibt, schafft es der Autor, dass man als Leser an den Seiten klebt. Und das in einem Buch, welches voller unerwarteter Wendungen und spannender Szenen ist, sodass weder Leser noch Charaktere zu Atem kommen können. Auch diesmal ist er wieder schonungslos zu seinen Lesern, pikante Szenen werden detailreich und ungeschönt erzählt. Kristoff geht schonungslos mit seinen Lesern und, sodass es auch diesmal nichts für schwache Nerven ist. Gut gefallen hat mir auch diesmal wieder der schwarze Humor, oftmals wurde ich zum Lachen gebracht. Und auch die Fußnoten werden wieder in diesem Teil der Fantasy- Reihe eingesetzt, was mir persönlich sehr gefallen hat. Fand ich sie schon im ersten Band als sehr informativ, humorvoll und auch ansprechend, so konnten sie mich auch diesmal wieder überzeugen. Wenn man erst einmal sein Tempo gefunden hat, wann man diese liest, dann stören sie auch nicht den Lesefluss und sind eine wahre Bereicherung. Ein großer Pluspunkt ist in meinen Augen die detailreiche und ausgebaute Welt. Kristoff versetzt mich immer wieder ins Staunen, mit wieviel Liebe zum Detail er diese gestaltet hat und dabei ist diese vielseitig und besticht durch wundervolle und neuwertige Ideen.
Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, wobei einer in der Gegenwart spielt und der andere ein paar Monate davor, sodass man erfährt, wie es zu den Ereignissen in der Gegenwart kommen konnte. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen und konnte mich erneut vom erzählerischen Talent überzeugen. Im zweiten Band ist die Handlung eine ganz andere, so etwas hätte ich nicht erwartet und dennoch konnte mich diese auch diesmal vollkommen überzeugen. Sie ist blutig und brutal und Mia muss sich hier einigen Herausforderungen stellen, auch hat sie die Situation etwas unterschätzt und muss sich in dieser misslichen Lage zurechtfinden. Positiv möchte ich auch die Entwicklung von Mia hervorheben. In diesem Buch hinterfragt sie viel mehr gewisse Umstände, auch ihr näheres Umfeld oder die politischen Gegebenheiten ihrer Welt. Sie sieht manches nicht mehr so einseitig und betrachtet es auch aus einer anderen Perspektive. Dadurch wirkte sie auf mich reifer.
Als ganz besonderes Highlight möchte ich auch die Auseinandersetzungen von Mias Begleitern betonen. Diese Zwischenspiele zwischen den beiden Schattenwesen haben mir immer sehr gut gefallen. Ebenfalls hat es mir gefallen, dass wir ein paar – und wirklich nur wenige – Informationen zum Thema Dunkelinn bekommen. Ich hoffe sehr, dass wir im folgenden Band diesbezüglich noch mehr erfahren werden und nicht unwissend sterben müssen.
Am Ende wartet ein ganz böser Cliffhanger auf den Leser, gekrönt von einer humorvollen Bemerkung des Erzählers. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen, ich hätte am Ende ins Buch beißen können vor lauter Spannung.

Wie man nur unschwer an meiner Lobeshymne erkennen kann, hat mich auch diesmal Jay Kristoff mit „Nevernight – Das Spiel“ vollkommen in seinen Bann ziehen können. Dieser Autor hat mich in seiner Hand und ich reihe mich bei denjenigen ein, die süchtig nach seinen Büchern sind. Ich vergebe wohlverdiente 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für Fantasy- Leser, welche einem schwarzhumoristischen, schonungslosen und detailreichen Buch etwas abgewinnen können.

Veröffentlicht am 19.12.2017

Izara

Izara 1: Das ewige Feuer
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Der Debütroman von Julia Dippel, welcher unter dem Titel „Izara – Das ewige Feuer“ erschienen ist, ist der Auftakt einer fantastischen Reihe. Dieses Erstlingswerk hat mich vollkommen überrascht und zwar ...

Der Debütroman von Julia Dippel, welcher unter dem Titel „Izara – Das ewige Feuer“ erschienen ist, ist der Auftakt einer fantastischen Reihe. Dieses Erstlingswerk hat mich vollkommen überrascht und zwar im positiven Sinn.

Klappentext:
Ari hält sich für ein ganz normales Scheidungskind: Sie lebt bei ihrer labilen Mutter, verabscheut ihren reichen Vater und jobbt neben der Schule, um sich ein Auto leisten zu können. Doch all ihre durchschnittlichen Sorgen rücken schlagartig in den Hintergrund, als übernatürliche Wesen versuchen, sie zu töten. Einer von ihnen ist Lucian, für den Ari als Tochter seines Erzfeindes ganz weit oben auf der Abschussliste steht. Als er jedoch erkennt, wie sehr er sich getäuscht hat, begeben sich die beiden auf die gefährliche Suche nach Antworten. Vor ihnen tut sich ein Abgrund aus Intrigen, Verrat und den Machtspielen einer verborgenen Gesellschaft auf, in der Ari ihren Platz finden und vor allem überleben muss.

Als ich den Klappentext zu dem Debütroman gelesen habe, dachte ich, dass dies eine nette Fantasygeschichte für Zwischendurch sein könnte. Nach einer kurzen Einführungsphase hat mich dieses Buch jedoch vollkommen in seinen Bann gezogen, sodass ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Die Autorin Julia Dippel hat einen sehr angenehmen und gleichzeitig auch modernen und humorvollen Schreibstil. Dippel kann situationsbedingten Humor sehr gut umsetzten und auch der Sarkasmus wird gekonnt eingesetzt, sodass „Izara“ nicht ins lächerliche oder groteske gezogen wird. Diesen schmalen Grad schafft die Autorin gekonnt, sodass sie genau meine Art von Humor trifft. Außerdem schafft sie ein fantastisches Setting, welches sowohl komplex und vielseitig, gleichzeitig auch interessant und nachvollziehbar ist. Dieses Buch ist durchweg spannend und vielseitig geschrieben und auch viele Wendungen werden eingebaut, die ich so nicht erwartet hätte. Man erfährt zu Beginn der Geschichte viele Neuigkeiten, welche erst einmal verarbeitet werden müssen. Am Anfang des Buches ist dieser Informationsfluss recht hoch, zusammen mit der Protagonistin muss der Leser diese neue Welt kennenlernen. Doch werden diese neuen Informationen und die Prinzipien dieser fantastischen Welt gekonnt dargestellt. Durch passende Vergleiche kann man sich diese gut erklärt, sodass man einen guten Einblick in diese neue Welt erhält. All diese Faktoren haben dazu geführt, dass sich dieses Fantasybuch zügig lesen lässt, Nach einer kurzen Einführungsphase sind die Seiten nur so dahingeflogen und ich konnte in eine fantastische Welt abtauchen, die mich auf vielseitige Art und Weise im positiven Sinne überraschen konnte.
Auch die charakterlichen Darstellungen konnten mich überzeugen. Ich hatte das Gefühl, dass nicht nur Protagonisten wirkten auf mich vielseitig. Auch die Nebencharaktere empfand ich als gut ausgearbeitet und hatten ihre eigenen Charakterzüge, welche sie besonders machten. Sie machten dieses Werk noch runder und vielschichtiger. Gerne habe ich mehr über die Nebencharaktere erfahren, habe mehr über ihren Lebensweg oder ihre Motivation gelesen. Sie haben dieses Buch bereichert und es lebendig wirken lassen. Aber auch die Protagonisten wirkten auf mich ausgereift. Ariana, oftmals auch Ari genannt, ist ein Scheidungskind, welches auf eine Elite High School geht. Zu Beginn denkt man sich, dass hier vielleicht diverse Klischees bedient werden. Aber diese Vorurteile werden schnell vereitelt. Ari ist eine taffe junge Frau, die ihre eigenen Entscheidungen treffen kann, sich eine eigene Meinung bildet und es nicht immer leicht im Leben hatte. Ihre Entwicklung im Verlauf der Handlung hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkte auf mich sympathisch und ist dabei nicht auf den Kopf gefallen. Der männliche Gegenpart zu ihr ist Lucian. Er ist geheimnisvoll und er umgibt sich gerne mit einem gewissen „Bad Boy“- Image. Doch auch hier steckt mehr hinter der Fassade. Zwischen den beiden Protagonisten bahnt sich eine Liebesgeschichte an, welche im Verlaufe des Buches einen gewissen Raum einnimmt. Dennoch fügt sich diese gut in die Handlung ein, sodass ich nicht genervt von dieser Liebesgeschichte war, was bei mir eher selten vorkommt. Ich habe sogar mit den beiden gebangt und diese Entwicklung interessiert verfolgt. Auch wird die Liebesgeschichte gut durch temporeiche Kampfszenen ausgeglichen, welche ebenfalls gekonnt dargestellt werden.
Das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Zu gerne möchte ich erfahren, wie es mit Ari und Lucian und diversen vielseitigen Nebencharakteren weitergeht. Ich möchte einfach mehr über ihre Welt erfahren.

Der Autorin Julia Dippel ist mit „Izara – Das ewige Feuer“ ein rundum gelungener Debütroman gelungen, der mich in seinen Bann ziehen konnte. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Hierfür möchte ich wohlverdiente 5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Der Herr des Turmes

Der Herr des Turmes
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Anthony Ryan hat mit „Der Herr des Turmes“ eine Fortsetzung zu „Das Lied des Blutes“ geschrieben und somit seine Rabenschatten- Reihe spannend weitergeführt. Bei dieser Fantasy- Reihe ist es sinnvoll, ...

Anthony Ryan hat mit „Der Herr des Turmes“ eine Fortsetzung zu „Das Lied des Blutes“ geschrieben und somit seine Rabenschatten- Reihe spannend weitergeführt. Bei dieser Fantasy- Reihe ist es sinnvoll, dass man die Reihenfolge einhält, da der zweite Band stark auf den ersten Teil aufbaut.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Wer das Lied des Blutes in sich trägt, dem ist kein ruhiges Leben bestimmt.
Vaelin Al Sorna, auch Dunkelklinge oder Hoffnungstöter genannt, ist der größte Krieger seiner Zeit und Zeuge einer verheerenden Niederlage. König Janus‘ Traum von einem großen vereinten Reich hat einen hohen Blutzoll gefordert. Und allein Vaelin weiß, welche Lügen sich hinter all dem verbergen.

Sehnsüchtig habe ich die Fortsetzung von „Das Lied des Blutes“ erwartet. Dieses Buch hatte mich damals im positiven Sinne total überrascht – ich mochte den poetischen Schreibstil und auch die Geschichte und die Charaktere konnten mich überzeugen. Der Vorgänger konnte mich vollkommen in seinen Bann ziehen. Daher waren meine Erwartungen an die Weiterführung der Geschichte sehr hoch. Und sie wurden nicht enttäuscht.
Anthony Ryan schafft es auch diesmal, mich von seinem Schreibstil zu überzeugen. Er bleibt seinem bereits bekannten Stil treu. Auch diesmal konnte mich sein poetischer und bildhafter Stil an die Seiten fesseln. Ryan konnte mich erneut in eine fremde Welt entführen und mich von neuem von dieser umfangreichen Welt überzeugen. Durch den Historiker Vernier wird dem Leser ein interessanter Einblick in die verschiedenen Völker und dessen Traditionen gewährt, welche ich mit großem Interesse verfolgt habe. Diverse Kriegsszenen werden beschrieben. Gerne geht der Autor hierbei ins Detail, sodass solche Passagen doch recht blutig gehalten sind und vielleicht nicht für jeden einen Lesegenuss darstellen. Meinen Geschmack hat Ryan jedoch getroffen. Ich finde, er hat einen guten Mittelweg gefunden, indem er ins Detail geht, dabei aber dennoch der eigenen Fantasie seinen Spielraum lässt. Durch diese kriegerischen Auseinandersetzungen wirkt die erschaffene Welt noch realer. Was wäre ein mittelalterliches und schonungsloses Setting ohne Schlachten?
Auch im zweiten Band der Reihe steht die Geschichte von Vaelin Al Sorna, der Dunkelklinge, im Vordergrund. Gespannt habe ich seine Entwicklung verfolgt. Und zusammen habe ich mit dem Protagonisten Abenteuer erlebt. Einen Unterschied zu „Das Lied des Blutes“ gibt es jedoch bei der Erzählperspektive. Der Autor verwendet in der Fortsetzung auch andere Charaktere zur Darstellung der Vorkommnisse. Oftmals wird aus dessen Perspektive berichtet, sodass man einen vielseitigeren Einblick in die Geschehnisse erhält. Ich fand es auch sehr gelungen, wie Ryan es schafft, für diese Charaktere ein Mitgefühl aufzubauen. Man bangt mit ihnen mit und fürchtet, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte. Zu Beginn musste ich mich erst einmal an die anderen Erzählstränge gewöhnen, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand ich auch dessen Geschichten sehr ansprechend und vielseitig. Durch die unterschiedlichen Erzählstränge wird zusätzliche Spannung erzeugt, sodass man gebannt den Erzählungen folgt. Auch wurden diese Perspektiven gekonnt miteinander verwoben, sodass es wirklich viel Spaß macht, die Entwicklungen der einzelnen Charaktere mitzuverfolgen.
Der zweite Band der Rabenschatten- Reihe ist auf seine Art ganz anders als der Auftakt der Reihe. Ryan beweist mit dieser Fortsetzung erneut sein erzählerisches Talent. Dennoch konnte mich auch dieser Teil auf seine Weise überzeugen. Mit einer gekonnten Vielseitigkeit wird Spannung erzeugt und die Darstellung der Charaktere, dessen Tiefe und Komplexität, konnten mich von dem Talent des Autors überzeugen. Gut gefallen hat mir auch, dass die weiblichen Charaktere stärker in den Vordergrund gerückt werden. Dabei wirken sie in keinster Weise harmlos oder hilflos. Sie sind starke Frauen, die im Verlauf der Geschichte gerne mal für eine Überraschung gut sind.
Man sollte sich nicht irritieren lassen, dass der Fokus der Geschichte im Vergleich zum Vorgänger doch etwas umgelagert wurde. Denn auch dieses Werk kann auf unterschiedliche Art überzeugen und einen in seinen Bann ziehen.

Der Fantasy- Autor Anthony Ryan hat mit „Der Herr des Turmes“ eine wirklich gelungen Fortsetzung geschrieben. Mich konnte er mit diesem Werk wieder vollkommen überzeugen, sodass ich nun am liebsten sofort die Fortsetzung lesen möchte. Hierfür möchte ich 5 Sterne vergeben.