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Veröffentlicht am 11.01.2020

Wenn aus Liebe Hass wird, kann diese Mischung tödlich enden ...

Am dunklen Fluss
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Ich muss zugeben, ich war ein wenig überrascht, als ich mich beim Lesen des Romans in Australien wiederfand. Aufgrund des Covers hätte ich das Buch in England angesiedelt. Aber warum auch nicht Australien? ...

Ich muss zugeben, ich war ein wenig überrascht, als ich mich beim Lesen des Romans in Australien wiederfand. Aufgrund des Covers hätte ich das Buch in England angesiedelt. Aber warum auch nicht Australien? Inzwischen habe ich mich schlau gemacht und herausgefunden, dass die Autorin in einem abgelegenen Landsitz im nördlichen New South Wales lebt, wo sie an ihrem nächsten Roman schreibt. Doch nun zurück zum Inhalt dieses Buches …

Der Roman ist auf zwei, eigentlich drei Zeitschienen aufgebaut, die den Leser in harmonischem Wechsel durch die Kapitel führen. Der Hauptfokus des Romans basiert auf der Tragödie um Rubys Schwester Jamie, die vor vielen Jahren von einer Klippe in den Tod stürzte. Doch was war wirklich passiert? Rubys Mutter zieht sich von ihr zurück, Ruby selbst leidet an einer Amnesie, die alle Ereignisse rund um den Tod ihrer Schwester ausblendet. Inzwischen scheint Ruby sich wieder gefangen zu haben. Sie ist erwachsen geworden, betreibt eine kleine Buchhandlung und scheint die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, bis sich alles als Trugschluss herauszustellen scheint. Parallel zu Rubys Leben lesen wir von Brenna, die Ende des vorletzten Jahrhunderts aufwuchs und sich ebenfalls mit tragischen Geheimnissen rumschlagen musste. Brenna ist Rubys Urgroßmutter. Nach der Verknüpfung einiger Umstände entschließt sich Ruby, schweren Herzens und entgegen aller guten Ratschläge, die Wahrheit ihrer Familie ans Licht zu bringen. Als sie sich schließlich selbst in Lebensgefahr befindet, wäre wohl manches Geheimnis besser verborgen geblieben …

Der Schreibstil dieses Romans hat mir sehr gut gefallen. Flüssig und anschaulich geschrieben, da hat das Lesen Spaß gemacht. Vielleicht war er in manchen Teilen ein wenig vorhersehbar, vielleicht geht das aber uns Viellesern öfter so? Die Aufklärung hat mich überrascht und hat mir gut gefallen. Hab noch ein weiteres Buch der Autorin auf dem SUB, das werde ich gleich mal ein wenig höher legen …

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Veröffentlicht am 31.12.2019

Wie definiert man ein erfülltes Leben?

Mädelsabend
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Für mich ist Anne Gesthuysen fast schon ein Garant für interessante Geschichten, die wahrscheinlich besonders uns Frauen interessieren, schließlich ist sie ja auch eine. Was zu Anfang nach einer eher seichten ...

Für mich ist Anne Gesthuysen fast schon ein Garant für interessante Geschichten, die wahrscheinlich besonders uns Frauen interessieren, schließlich ist sie ja auch eine. Was zu Anfang nach einer eher seichten Unterhaltung anmutete, mutierte schnell zu einer Geschichte mit viel Tiefgang und Emotionen. Hier prallen zwei Generationen aufeinander, deren Leben so unterschiedlich und doch oft so gleich verlaufen sind. Während Ruth mit ihrem Mann Walter stolz mehr oder weniger stolz ihren 60. Hochzeitstag begeht, scheint in Saras Leben gerade einiges schief zu laufen. In wunderbaren Rückblicken gibt ihre Großmutter ihr jedoch zu verstehen, was ein Eheleben bedeutet und dass der Alltag, früher vielleicht sogar noch mehr als heute, die Momente des Sonnenscheins oft überschattet. Aber schlussendlich muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen … damals nicht anders als heute.

Wie schon gesagt, war ich zu Anfang der Geschichte fast ein wenig enttäuscht, nachdem mir neulich „Sei mir ein Vater“ von der gleichen Autorin ausgesprochen gut gefallen hatte. Doch ein wenig Durchhaltevermögen hat sich durchaus bezahlt gemacht. Ich war schlussendlich richtig gefesselt von Ruths Erzählungen und Rückblicken. Was mussten Frauen damals für Zugeständnisse an das Leben machen, besonders wenn die lieben Schwiegereltern so großen „Anteil“ an ihrem Familienleben nahmen. Ein Schicksal, das Ruth mit meiner eigenen Schwiegermutter teilte. Alles in allem bekommt das Hörbuch von – wie schon der Vorgänger – eine Hörempfehlung und ich freue mich schon auf weitere Bücher aus der Feder dieser sympathischen Autorin.

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Veröffentlicht am 25.12.2019

"Ein exzellentes Buch" ...

Eden
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... mit diesen Worten lobt der Sticker auf dem Cover. Und wenn Anita Shreve - die übrigens, ganz nebenbei gesagt, eine meiner Lieblingsautorinnen und Neuengland Kennerin ist - dann muss da was Wahres dran ...

... mit diesen Worten lobt der Sticker auf dem Cover. Und wenn Anita Shreve - die übrigens, ganz nebenbei gesagt, eine meiner Lieblingsautorinnen und Neuengland Kennerin ist - dann muss da was Wahres dran sein. Also nutzte ich die ersten Urlaubstage um mal wieder einen richtig schönen Schmöker in die Hand zu nehmen.

Diesmal verschlägt es mich lesetechnisch nach Long Harbor, einen kleinen fiktiven Ort an der Küste Neuenglands. Hier machen die Reichen und Schönen Sommerurlaub, so dann auch die Familie von Bunny und Sadie Meister. Bunny, Sohn deutscher Einwanderer, der es inzwischen weit gebracht hat im Leben, errichtet für sich und seine Lieben in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts ein Haus, das durchaus mit den Nachbarvillen Schritt halten kann. Die Familie beginnt die Sommermonate von Memorial Day bis Labor Day dort am Meer zu verbringen. "Eden" nennt er sein Schmuckstück, ein Wort das mit "Paradies" gleich zu setzen ist. Doch Geld allein macht nicht glücklich uns so wird auch Familie Meister von mehr als einem Schicksalsschlag heimgesucht. Die Geschichte beginnt in den Roaring Twenties und zieht sich durch bis in die Gegenwart im Jahr 2000. Verfolgt man die Schritte der Protagonistinnen so wird man schnell feststellen, die Geschichte wiederholt sich. Becca, Rachel und nun Sarah verbindet eine Gemeinsamkeit, die jede der drei Frauen anders für sich verarbeitet, zwei von ihnen leider nicht ganz freiwillig ... und genau hier muss ich ansetzen, denn für mich reichte es nicht ganz für die Bestnote. Der Roman war recht vorhersehbar und büßte dadurch leider ein wenig Spannung ein. Während der Schreibstil flüssig und schön zu lesen war, hat mich das Buch doch nicht hundertprozentig überzeugt. Ein Bonussternchen möchte ich aber für die wunderschöne Aufmachung des Buchs vergeben. Ein liebvoll gestaltetes Cover mit stimmungsvollen Bild, Prägedruck und goldenen Art Deco Noten innen und außen im Buch haben mich absolut beeindruckt.

Nach diesem Debutroman werde ich die Autorin Jeanne M. Blasberg auf jeden Fall im Auge behalten. Das wird bestimmt nicht ihr letztes Buch, Talent hat sie auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Die Geister, die ich rief ...

Dunkler Donnerstag
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In diesem vierten Band der Reihe stellt sich Dr. Frieda Klein ihrer eigenen, sehr persönlichen Vergangenheit. Inspiriert durch den Selbstmord der Tochter einer ehemaligen Schulkameradin und Freundin will ...

In diesem vierten Band der Reihe stellt sich Dr. Frieda Klein ihrer eigenen, sehr persönlichen Vergangenheit. Inspiriert durch den Selbstmord der Tochter einer ehemaligen Schulkameradin und Freundin will sie endlich auch Licht in die dunklen Lücken in ihrem Leben bringen. Eine schmerzhafte Reise in ihre alte Heimatstadt Braxton konfrontiert sie auch endlich mit ihrer Familie, ihrer Mutter Judith, mit der sie keinen Kontakt mehr hatte seit sie Braxton in jungen Jahren den Rücken gekehrt hat, sowie ihrem Bruder David, der aufgrund der plötzlichen gesundheitlichen Veränderung der Mutter auftaucht. Doch wird es möglich sein das „damals“ zu rekonstruieren und eine schlimme Schuld zu sühnen?

Diesen Teil der achteiligen Reihe kann ich diesmal nicht ganz mit der Bestnote bewerten. Während ich mit Frieda mitfieberte und sie gedanklich auch teilweise ob ihrer Alleingänge wieder rügen musste, wies die Geschichte doch einige Längen auf. Zudem drehte sich diesmal wirklich alles um Frieda, alle anderen Charaktere erschienen nur sporadisch und dann auch recht blass im Hintergrund. Doch vielleicht tat ihr genau das gut und sie kann im nächsten Band wieder voll durchstarten, denn es sind bei weitem noch nicht alle Probleme gelöst und ein bisschen Geld sollte sie ja vielleicht auch mal wieder verdienen … wie dem auch sei, ich freue mich schon sehr auf ihr nächstes Abenteuer und bleibe der Reihe und dem sympathischen Autorenehepaar natürlich weiterhin treu.

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Veröffentlicht am 13.12.2019

Was ist Zeit?

Die Zeit, die Zeit
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Keine Frage, wer Suter Fan ist wie ich, wird auch diesen Roman, in dem vom Autor bekannten skurrilen Schreibstil, lieben. Diesmal hat sich der bekannte Schweizer Autor – wie schon der Titel verrät – die ...

Keine Frage, wer Suter Fan ist wie ich, wird auch diesen Roman, in dem vom Autor bekannten skurrilen Schreibstil, lieben. Diesmal hat sich der bekannte Schweizer Autor – wie schon der Titel verrät – die Zeit vorgenommen und sich mit der Frage beschäftigt, ob diese überhaupt existiert oder schlicht eine Einbildung ist. Vergeht sie wirklich, oder bewegen sich lediglich die Zeiger der Uhr vorwärts? Der 82jährige Albert Knupp will nicht an ihre Existenz glauben. Er will sich den Glauben behalten, dass er nur sein Umfeld wieder so gestalten muss wie am Todestag seiner Frau und die Zeit bleibt einfach stehen. Das kann er jedoch nicht allein schaffen. Er sucht sich einen Komplizen oder sucht der Komplize ihn? In akribischer Feinarbeit scheint es ihnen zu gelingen, das Unmögliche möglich zu machen …

Kein Zweifel, bei diesem Buch braucht man einen langen Atem. In minutiöser Detailverliebtheit schildert Suter jedes noch so kleine Detail, das zu dieser Rekreation notwendig ist. Ab und zu lässt er seinen Protagonisten Peter Taler auch über kleine Ungereimtheiten stutzen. Wie war das zum Beispiel mit dem Buch, das nach dem Tot seiner Frau bestellt wurde? Aber die Geduld des Hörers wird belohnt. Immer tiefer lässt sich Taler in den Wahnsinn seines Nachbars ziehen, bis er eine unglaubliche Entdeckung macht …

Ich ziehe ein Sternchen für zwischenzeitliche Längen ab, aber die ungewöhnliche Story und besonders die wunderbare Stimme des Sprechers hat mich wieder versöhnt. Gerd Heidenreich ist das hörbuchtechnische Sprachrohr für Martin Suter. Ich freue mich auf hoffentlich noch viele gemeinsame Hörstunden.

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