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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2020

Auf der Flucht

Die Komplizin
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Der Thriller "Die Komplizin" von Ellen Puffpaff versetzt den Leser schon nach wenigen Seiten in Hochspannung und bleibt auch bis zum Schluß sehr spannend.

Bei dem jungen Paar Anna und Nico, dass gerade ...

Der Thriller "Die Komplizin" von Ellen Puffpaff versetzt den Leser schon nach wenigen Seiten in Hochspannung und bleibt auch bis zum Schluß sehr spannend.

Bei dem jungen Paar Anna und Nico, dass gerade dabei ist in die erste gemeinsame Wohnung zu ziehen, kommt es zu Streitigkeiten, was Anna nach ihrem Nachtdienst dazu veranlasst eine andere Strecke nach Hause zu nehmen als üblich. Eine fatale Entscheidung wie sich herausstellt, denn plötzlich hat sie zwei bewaffnete Fremde in ihrem Auto sitzen, die sie entführen.

Es sind zwei mexikanische Brüder, die einer Verbrecherorganisation namens "Streetsurfer" angehören. Der eine Bruder möchte gerne aussteigen, was de facto in dieser Organisation nicht vorgesehen ist. Es beginnt eine Jagd auf die Abtrünnigen und Anna befindet sich zufällig mittendrin und erlebt ein Gefühlschaos von Todesangst bis heller Panik und unerwartet auch Verständnis und mehr für Diego, den Bruder der so gerne ein neues Leben beginnen möchte.

Immer wieder wird auch die Sicht von Nico geschildert und wie er auf diese seltsame Situation, dass seine Freundin plötzlich weg ist, reagiert.

Ellen Puffpaff hat einen tollen, flüssigen Schreibstil ,und ich hatte viel Spaß mit der Geschichte. Es wurden nicht alle Fragen restlos geklärt, aber es soll ja auch ein Fortsetzung geben. Bei Glaubwürdigkeit und Logik war ich nicht immer hundertprozentig überzeugt.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, besonders die zwispältigen Emotionen von Anna aber auch von Diego habe ich als sehr authentisch empfunden.

Im Unterschied zu anderen Thrillern ist diese Geschichte nicht nur sehr fesselnd sondern auch sehr gefühlsbetont, was mir wirklich gut gefallen hat. Deshalb freue ich mich auch schon auf Teil 2.


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Veröffentlicht am 27.12.2019

Zum Wegträumen

Herz trifft Prinz
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Wer hätte nicht gerne mal einen echten Prinzen getroffen? Jamal reist inkognito nach San Francisco, wo er der Journalistin Ellen zunächst als außerordendlich höflicher Hot Dog Verkäufer begegnet. Seine ...

Wer hätte nicht gerne mal einen echten Prinzen getroffen? Jamal reist inkognito nach San Francisco, wo er der Journalistin Ellen zunächst als außerordendlich höflicher Hot Dog Verkäufer begegnet. Seine Freundlichkeit kostet ihn dann auch alsbald seinen Job und bringt ihm die Bekanntschaft Ellen's und ihrer Freundin Rosita ein. Er gibt sich als Sohn eines einflussreichen Kokosnussunternehmers des eher unbekannten Königreichs Tallula aus, doch per Zufall deckt Ellen seine wahre Identität auf.

Da sie beruflich in einer Sackgasse steckt und Ihre Chefin bei einzureichenden Artikeln zunehmend auf Quantität und billige Promistories setzt und weniger auf Qualität, könnte eine Story über den Prinzen eine Lösung sein. Großmundig verspricht ihre Chefin ihr nach Beendigung der Geschichte, die inzwischen schon eine Artikelserie sein soll ein Empfehlungsschreiben für einen renommierten New Yorker Verlag aufzusetzen. Das schlechte Gewissen nagt an der jungen Journalistin, ihr Exfreund Noah und unerwartete Gefühle für Jamal sorgen für Komplikationen, bis es kommt, wie es kommen muss und Alles total aus dem Ruder läuft. Umso schöner ist das erwartete Happy End natürlich...

Ich war hin und hergerissen zwischen einer Geschichte die angesiedelt ist bei "Ein Prinz aus Zamunda" und ein bisschen "Pretty Woman". Mit anderen Worten, es war Alles nicht ganz neu, es war sehr kitschig aber ein bisschen Kitsch ist ja manchmal auch nicht verkehrt! Anna Fischer schreibt auf jeden Fall sehr spritzig und humorvoll und auch dieser Roman der Herzreihe ist ein Wohlfühlroman, der mir Spaß gemacht hat und seine Leser märchenhaft verzaubert. Die kauzige Nebenfigur "Sharky" ist besonderes erwähnenswert und hat bei mir für manchen Lacher gesorgt, und ich bekomme seine Pornosonnenbrille kaum mehr aus dem Kopf.

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Veröffentlicht am 05.11.2019

Wein und Magie - Spin off zu Peter Grant

Der Oktobermann
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Für Tobi Winter war es bei der Berufswahl naheliegend gewesen zur Polizei zu gehen, war doch sein Vater schon bei der badenwürttembergischen Landespolizei. Um sich etwas vom alten Herrn abzuheben, landete ...

Für Tobi Winter war es bei der Berufswahl naheliegend gewesen zur Polizei zu gehen, war doch sein Vater schon bei der badenwürttembergischen Landespolizei. Um sich etwas vom alten Herrn abzuheben, landete er schließlich beim BKA in der Abteilung KDA, Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten. Wie das bei der Polizei schon mal vorkommt, muss Tobi seinen Urlaub für einen Todesfall abbrechen und nach Trier reisen, wo man bei dem Leichenfund, der mit einer Edelfäule bedeckt ist, die man sonst nur im Weinbau kennt, von einem übernatürlichen Tod ausgeht. Gemeinsam mit der Trierer Kollegin, die bezeichnenderweise Vanessa Sommer heißt, versucht Tobi nachzuweisen, dass Magie im Spiel ist und muss seine Kollegin erst mal in den magischen Fachjargon und seinen Tätigkeitsbereich einweisen.

Die Mischung von Regionalkrimi mit übersinnlichen Elementen wie Flussgeistern, Wiedergängern und Ähnlichem fand ich sehr interessant und amüsant, zumal das Ganze immer mit einer guten Prise Humor gewürzt wurde. Der mit 205 Seiten eher schmale Band ist ein Spin off zu der in London spielenden Peter Grant Reihe, die sehr erfolgreich ist und auf die im Roman auch Bezug genommen wird. Diese Reihe kenne ich allerdings nicht, so dass ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe.

Mir hat gefallen, dass Tobi trotz seiner Magieausbildung ein ganz normaler Typ ist und zuweilen von der magisch unbedarften Vanessa sogar an Scharfsinn ausgestochen wird. Diese begeistert sich immer mehr für Tobi's Abteilung und hofft schließlich selbst bei der Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten unterzukommen. Eine schöne Geschichte, bei der der regionale Anteil über die Stadt Trier hervorragend recherchiert wurde und die mit einem Augenzwinkern erzählt, ein Leseerlebnis war. Einzig den Titel habe ich nicht verstanden. Er steht für mich in keinem Zusammenhang zu dem Inhalt, außer das die Geschichte im Herbst spielt.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Das Schicksal dreier Frauen kunstvoll verknüpft

Der Zopf
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Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Als es dann als Taschenbuch erschien, musste es bei mir einziehen.

Laetitia Colombani verknüpft in ihrem Roman die Schicksale 3er Frauen miteinander ...

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Als es dann als Taschenbuch erschien, musste es bei mir einziehen.

Laetitia Colombani verknüpft in ihrem Roman die Schicksale 3er Frauen miteinander aber ganz anders als ich dies erwartet hätte.

Am ergreifensten fand ich die Geschichte von Smita, die in Indien lebt, dieses Land ,in dem die Menschen von Geburt an einer Kaste angehören, die ihren sozialen Status ausmachen, oder was noch schlimmer ist, gar keiner Kaste zugehörig sind wie die Protagonistin. Als Unberührbare gilt sie als unrein und kann nur hoffen durch Wiedergeburt irgendwann ein besseres Leben zu erlangen. Derweil muss sie sich mit niedrigsten, menschenverachtenden Arbeiten über Wasser halten. Für ihre Tochter will Smita etwas Besseres und deshalb widersetzt sie sich dem System.

Die 2. Frau ist Guilia, die in Palermo lebt. Sie muss von heute auf morgen Verantwortung übernehmen, als ihr Vater, dem die letzte Perückenfabrik im Familienbesitz gehört einen schweren Unfall hat und sie in Erfahrung bringt, dass das Unternehmen kurz vor der Pleite steht.

Die erfolgreiche und ergeizige Anwältin Sarah lebt in Montreal und soll Partnerin der Kanzlei werden, als sie schwer erkrankt. Sie muss schnell erleben, dass ihr Arbeitsplatz einem Haifischbecken gleichkommt. Doch Sarah ist eine Kämpferin.

Der Roman ist locker und flüssig geschrieben, die Geschichten der Frauen wechseln sich ab, und die Kapitel enden immer mit einem kleinen Cliffhanger, so dass man schnell weiterlesen möchte. Überhaupt ist das Buch mit seinen 282 Seiten ruckzuck durchgelesen. Fast würde ich sagen es hätte noch ein bisschen länger sein dürfen, denn ich hätte gerne noch etwas mehr über die Lebensgeschichten der drei Frauen erfahren. Trotzdem bin ich mit dem Ende einverstanden. Hier wird der Kreis meiner Meinung nach glaubwürdig geschlossen.

Ein interessantes Buch, dass sich zu lesen lohnt.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Habe Bilder im Kopf von North Carolina

Der Gesang der Flusskrebse
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"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens handelt von Kya, die zu Beginn des Romans gerade einmal 6 Jahre alt ist und mit ihrer Familie im Marschland von North Carolina lebt. Der gewalttätige Vater ...

"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens handelt von Kya, die zu Beginn des Romans gerade einmal 6 Jahre alt ist und mit ihrer Familie im Marschland von North Carolina lebt. Der gewalttätige Vater treibt nicht nur die Mutter in die Flucht, auch die Geschwister verlassen Kya und ihren Vater nach und nach, so dass sie schließlich alleine mit ihrem Erzeuger, den sie nur prügelnd oder trinkend erlebt hat, zurückbleibt. Von nun an ist Kya auf sich selbst angewiesen, denn der Vater kümmert sich weder um Nahrung noch um sonstige Bedürfnisse. Als er eines Tages nicht mehr auftaucht, muss sie ganz alleine zurechtkommen, denn von der Dorfgemeinschaft werden die Menschen, die in der Marsch wohnen nicht sonderlich geschätzt.

Kya ist eine starke Persönlichkeit, die sich an ihr karges Leben anpasst und Erstaunliches lernt, auch wenn sie nur einen Tag in ihrem Leben zur Schule gegangen ist. Sie überwindet die Einsamkeit mit Hilfe der Natur und den wenigen Menschen, die Zugang zu ihr finden. Als eines Tages der junge Chase Andrews aus dem nahegelegenen Ort Barkley Cove zu Tode kommt, ist das Dorf fast einhellig der Meinung " das Marschmädchen" muss schuld sein. Trotzdem ist der Mordprozess nur so etwas wie ein Nebenschauplatz. Sehr intensiv, gefühlvoll und poetisch beschreit Owens in ihrem Debüt immer wieder die Natur North Carolinas und das Mädchen, dass allmählich zur Frau heranwächst und mit einfachsten Mitteln überleben muss. Das hat mir sehr gut gefallen.

Den Schluß, bzw die Auflösung fand ich nicht so gut. Die Gedichte hätte die Autorin meiner Ansicht nach besser weggelassen. Das war für mich zuviel des Guten.

Alles in allem habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Ich hatte die schöne Landschaft vor Augen, und habe besonders die Naturbeschreibungen sehr genossen.