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Veröffentlicht am 21.02.2020

Täuschung und Verrat in Finsterthal

Finsterthal
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"Finsterthal" ist der zweite Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Der Ex-Polizist Alexander Born wird dabei von seinem Freund Dimitri gebeten in einem Entführungsfall von jungen Mädchen zu ermitteln. ...

"Finsterthal" ist der zweite Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Der Ex-Polizist Alexander Born wird dabei von seinem Freund Dimitri gebeten in einem Entführungsfall von jungen Mädchen zu ermitteln. Die Väter scheinen alle Verbindungen zu einem russischen Kartell zu haben, indem sie dessen Geld in Deutschland reinwaschen. Als Alexander Born die Verbindung zu Andrej Wolkow erkennt, ist sein Jagdtrieb nach den Hintermännern geweckt. Denn Born lassen die Ereignisse von "Tannenstein" nicht los und es gilt einen weiteren Akteur zu finden. Nichts scheint wie es ist auf der Jagd nach dem Mann, den man nur "der Dunkle" nennt. In diesem zweiten Band führt Linus Geschke die Geschichte, die in "Tannenstein" begann, konsequent weiter. Born, ein Einzelkämpfer der fixiert ist auf seine moralischen Werte und dabei kein Problem hat sich für die Erreichung seines Ziel in die Illegalität zu begeben. Sein Zwiespalt entzweit ihn von Menschen, obwohl ihm diese wichtig wären. Und doch findet er immer noch Unterstützung einer Ex-Kollegin, die eine Schwäche für ihn hat und ihm zur Seite steht. Der Autor lässt in diesem Band zwei Handlungsstränge parallel nebeneinander laufen. Zum einen die Jagd nach dem "Dunklen" und zum anderen die Geschehnisse in St. Petersburg rund um Andrej Wolkow. Obwohl diese nicht zwingend sich annähern ist für den Leser absolut klar in welche Richtung es in dem Folgeband gehen muss. Zu markant sind die Rollen von Born und Wolkow dargestellt, um nicht eine gewisse Erwartungshaltung für den dritten Band zu erhalten. Und hier lässt der Autor geschickt soviel Spielraum, dass man als Leser bis zum Erscheinungstermin im Frühjahr 2021 wilde Spekulationen tätigen kann. Linus Geschke schreibt in seinem Nachwort das "Finsterthal" unter dem Motto "Täuschung und Verrat" steht. Die Umsetzung dessen ist ihm nach meiner Meinung sehr gut gelungen. Diverse Wendungen innerhalb der Story unterstreichen dies deutlich und erzeugen damit wiederholt beim Leser neue "Hoppala-Effekte". Dadurch ergeben sich immer wieder neue Perspektiven für den Leser, die zur Spannung beitragen. "Finsterthal" ist ein rasanter und gelungener zweiter Teil der Trilogie und ich bin schon sehr gespannt auf das Finale im Frühjahr 2021.

Veröffentlicht am 10.02.2020

Zwei Täter Hand in Hand

Der Wundennäher
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"Der Wundennäher" ist ein Thriller von Marcus Hünnebeck. Dabei ermitteln Robert Drosten und Lukas Sommer zum zweiten Mal gemeinsam für die neue Polizeibehörde namens KEG (Kriminalermittlungstaktische Einsatzgruppe). ...

"Der Wundennäher" ist ein Thriller von Marcus Hünnebeck. Dabei ermitteln Robert Drosten und Lukas Sommer zum zweiten Mal gemeinsam für die neue Polizeibehörde namens KEG (Kriminalermittlungstaktische Einsatzgruppe). In Leipzig gilt es einen Serienmörder zu finden, der seine Opfer im Jahreszeitenzyklus vergewaltigt, bestialisch mit dem Messer traktiert um ihre Wunden danach wieder zu vernähen, letztendlich aber dann tötet. Als man den vermeintlichen Täter stellt, glaubt man am Ziel zu sein und die letzten Opfer noch lebend aufzufinden. Doch der Täter inszeniert seinen eigenen Tod und die Ermittler müssen feststellen, dass er kein Einzeltäter war. Sein Partner ist weiterhin auf der Jagd nach neuen Opfern. Es beginnt ein Wettlauf gegen de Zeit, um diese lebend aus seinen Fängen zu befreien. Dies war mein erster gelesener Thriller von Marcus Hünnebeck, der mich aber gänzlich mitgerissen hat. Zwar ist dieses Buch nichts für Zartbeseitete, denn die Täter agieren äußerst brutal. Hochgradig spannend vom Beginn bis zum Finale, ich konnte es fast nicht zur Seite legen. Kurz und prägnant sind die Kapitel gegliedert, flüssig zu lesen. Mit Sicherheit muss ich weitere Fälle dieses Ermittlerteams lesen.

Veröffentlicht am 07.02.2020

Grausame Morde im besetzten Dresden der Nachkriegszeit

Tausend Teufel
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"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Zwei Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen. Dresden liegt in Schutt und Asche, kommandiert von der sowjetischen Besatzungsmacht. ...

"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Zwei Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen. Dresden liegt in Schutt und Asche, kommandiert von der sowjetischen Besatzungsmacht. Oberkommissar Heller wird im eisig kalten Februar 1947 zu einem Tatort gerufen, die Leiche ein Offizier der Sowjets. Doch schon bald gibt es weitere Tote und die Spuren führen in einem fragwürdigen Gasthaus zusammen. Mit seinem Assistenten muss er gegen eine Mauer des Misstrauens und gegen altes Gedankengut ankämpfen. Auch in diesem zweiten Band schafft der Autor wieder in seinem Buch eine Atmosphäre der damaligen Zeit, in die der Leser direkt eintaucht. Die Kälte und Armut, das Leid der Bevölkerung, sowie das latente Misstrauen zwischen Besatzer und Besetzen ist dabei richtiggehend greifbar. Und so gelingt eine sehr gute Mischung zwischen Kriminalfall und Zeitgeschehen in Dresden. Dies ebenfalls kombiniert mit privaten Ereignissen des Oberkommissar in seiner Familie. In all den Geschehnissen geht Max Heller seinen geradlinigen Weg, vielleicht manchmal ein klein wenig zuviel. Doch andererseits ist sein unerschütterlicher Gerechtigkeitssinn wieder genau das was ihn ausmacht. Auch dieser zweite Band der Reihe konnte mich absolut überzeugen. Die Reihe rund um den Dresdner Oberkommissar ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte und Krimi.

Veröffentlicht am 02.02.2020

Der einsame Wolf auf der Jagd nach dem Wanderer

Tannenstein
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"Tannenstein" ist der erste Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Alles beginnt mit einem Massenmord in Tannenstein nahe der tschechischen Grenze. Ein Mann lebt völlig unauffällig fast ein Jahr dort, ...

"Tannenstein" ist der erste Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Alles beginnt mit einem Massenmord in Tannenstein nahe der tschechischen Grenze. Ein Mann lebt völlig unauffällig fast ein Jahr dort, tötet auf einen Schlag elf Menschen und verschwindet danach spurlos wieder. Alexander Born, ein Ex-Polizist wird aus der Haft entlassen und will sich am Tod seines Freundin rächen. Auch diese soll auf das Konto des "Wanderer" gehen. Alle Hinweise deuten in Richtung der Russenmafia. Und so begibt er sich auf die Suche nach der Wahrheit als gesetzloser Rächer. In "Tannenstein" erzählt Linus Geschke die einzelnen Handlungsstränge immer aus der Sicht der agierenden Personen an den unterschiedlichen Orten. Erst nach und nach ergibt sich für den Leser der Zusammenhang und die Fäden laufen dementsprechend zusammen. Der Thriller ist eindeutig in Sachen Gewalt der härteren Sorte zuzuordnen. Organisierte Kriminalität, Zwangsprostitution und Selbstjustiz bestimmen die Thematik. Dem Autor gelingt dies aber so geschickt zu verweben, dass ständig beim Lesen eine Art Bedrohung im Raum schwebt und man fast zwangsläufig das Buch nicht aus der Hand legen kann. Actionreich, spannend und mit keiner klaren Grenze von Gut und Böse. Obwohl völlig klar ist das im realen Leben diese Selbstjustiz keinen Platz haben darf, neigt man doch Sympathie für Alexander Born, ja sogar den Wanderer zu haben. "Tannenstein" ist für mich ein absolut spannender Thriller und ein klarer Pageturner. Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Bände dieser Trilogie.

Veröffentlicht am 19.01.2020

Vermisste Frauen in den Händen eines Wahnsinnigen

Die letzte Fahrt
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"Die letzte Fahrt" ist ein Krimi von Petra Mattfeldt. Scheinbar in aller Ruhe sitzt eine Frau auf einer Parkbank auf einem Autobahnrastplatz. Doch sie wurde nur aufwendig in Szene gesetzt, denn sie ist ...

"Die letzte Fahrt" ist ein Krimi von Petra Mattfeldt. Scheinbar in aller Ruhe sitzt eine Frau auf einer Parkbank auf einem Autobahnrastplatz. Doch sie wurde nur aufwendig in Szene gesetzt, denn sie ist tot. Vom Aussehen gleicht sie Carla Bornkamp, einer seit Monaten vermissten Frau. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich um eine andere Frau handelt, die bereits seit vielen Jahren als vermisst gilt und ihr Tod aber erst vor kurzem eintrat. Was geschah in all den Jahren dazwischen? Als Ermittler lässt die Autorin dabei zwei befreundete Männer agieren, den Kriminalhauptkommissar Labrenz und den Journalisten Cramer. Letzterer hat sich richtiggehend in den Fall verbissen und setzt alles daran Labrenz zu unterstützen und dem Verschwinden der Frauen auf den Grund zu gehen. Die Geschichte wird dabei in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen die laufenden Ermittlungen um dem Täter auf die Spur zu kommen, zum anderen die Erlebnisse der entführten Frauen mit ihrem Peiniger in ihrem Gefängnis. Während die Ermittlungsarbeit mit klassischen Befragungen und Recherchen voranschreitet, wird der Leser aber auch mit den Qualen der Frauen konfrontiert. Dabei wird der wahnsinnige Täter von der Autorin so überzeugend dargestellt, dass man fast selbst mit der Angst der Frauen beim Lesen konfrontiert ist. Man hält den Atem an, Gänsehautfeeling pur. Während des gesamten Krimi bleibt daher die Spannung immer auf hohem Level, so dass man einfach nur immer weiterlesen möchte. Man fiebert mit den Opfern in der Gewalt des Psychopathen richtig mit. Für mich ein hervorragender Krimi von Petra Mattfeldt, den ich jederzeit weiterempfehlen kann.

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