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Veröffentlicht am 15.05.2020

Gelungener Roman um einen Journalisten, der zum politischen Akteur wird und damit eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzt

Die Wahrheit der anderen
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Mit diesem Roman gelingt dem Autoren Daniel Zipfel ein vielschichtiger Roman, der sich vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssitiuation mit dem Thema Wahrheit und der Rolle der Medien auseinandersetzt. ...

Mit diesem Roman gelingt dem Autoren Daniel Zipfel ein vielschichtiger Roman, der sich vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssitiuation mit dem Thema Wahrheit und der Rolle der Medien auseinandersetzt.

Nach dem Tod eines pakistanischen Flüchtlings in Polizeigewahrsam kommt es in Wien zu Protesten und einer Kirchenbesetzung. Ein eher zufällig entstandenes Foto des Journalisten Uwe Tinnermans rückt die junge Veena Shahidi ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Der Journalist ergreift die Gelegenheit und baut die junge Frau immer stärker zur Symbolfigur des Protests auf. Doch ihre Anwältin Birgit Toth hat schnell die Befürchtung, das dies ihrer Mandantin eher schaden als nutzen könnte und versucht gegenzusteuern.

Der Autor erzählt die gut aufgebaute Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und lässt dabei den Journalisten Tinnermans in seinen Passagen als Ich-Erzähler auftreten. Das die Geschichte in Wien spielt, ist eigentlich eher nebensächlich, passieren könnte sie eigentlich überall. Die Figuren sind durchgehend gut charakterisiert und vielschichtig angelegt. Im Verlauf der Geschichte entwickeln die Protagonisten dann auch ihr ganz eigenes Bild von der Wahrheit, die nicht unbedingt mit der Wahrheit der anderen übereinstimmen muss. Die Aufgabe, aus diesen unterschiedlichen Wahrheiten, bei denen es sich eigentlich auch eher um Wahrnehmungen handelt, ein Gesamtbild zu erschaffen, bleibt am Ende aber dem Leser selbst überlassen.

Ein gelungener Roman mit einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Und garantiert keine Lektüre für nebenbei, hier muss man sich ganz auf das Geschehen und die Figuren einlassen, um alle Facetten der Geschichte zu erfassen.

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Spannender Psycho-Thriller um zwei Frauen in einem Netz voller Zweifel und Lügen

Dunkelspiel
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In diesem Psycho-Thriller verstrickt die Autorin Leonie Haubrich ihre beiden Hauptfiguren in ein Netz voller Zweifel und Lügen, das beide Frauen schnell an ihre Grenzen bringt.

Die Psychotherapeutin Nina ...

In diesem Psycho-Thriller verstrickt die Autorin Leonie Haubrich ihre beiden Hauptfiguren in ein Netz voller Zweifel und Lügen, das beide Frauen schnell an ihre Grenzen bringt.

Die Psychotherapeutin Nina Kolodziej ist nach der eher unschönen Trennung von ihrem Mann eine Zeitlang mit ihrer Tochter Emma und einem Wohnmobil durch die Lande gezogen. Doch nun möchte sie privat und beruflich endlich wieder Fuß fassen. Ihre erste Patientin wird die Buchhalterin Friederike, die sich in den Strafgefangenen Pierre verliebt hat und nach dessen Entlassung jäh in der Realität landet, bis einige besorgniserregende Vorfälle immer mehr Zweifel an Pierre in ihr wachsen lassen. Und auch in Ninas Umfeld ziehen einige dunkle Wolken auf, die schnell zur Bedrohung werden.

Nach einem dramatischen Prolog baut die Autorin die eigentliche Geschichte eher bedächtig auf und lässt sich dabei ausreichend Raum und Zeit, die gut gezeichneten Figuren und ihr Umfeld sorgfältig einzuführen. Die Bedrohung lauert dabei lange Zeit eher im Hintergrund, steigert sich dann aber kontinuirlich, bis sie sich schließlich in einem packendem Showdown entlädt. Das sich der Haupttäter schon relativ früh erahnen lässt, kann den Gesamteindruck in Sachen Spannung nur unwesentlich trüben, das Gesamtbild hinter den Taten zeigt sich dennoch erst ganz zum Schluß.

Wer auf spannende Psycho-Thriller steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 30.04.2020

Abwechselungsreiche und unterhaltsame Storysammlung, bei der der Buchtitel wirklich Programm ist

Eine Sammlung ungewöhnlicher Geschichten
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In dieser abwechselungsreichen und sehr unterhaltsamen Storysammlung hat die Autorin Marie-Christin Spitznagel vier etwas längere Kurzgeschichten zusammengestellt und mit ein paar Gedichten und Drabbles ...

In dieser abwechselungsreichen und sehr unterhaltsamen Storysammlung hat die Autorin Marie-Christin Spitznagel vier etwas längere Kurzgeschichten zusammengestellt und mit ein paar Gedichten und Drabbles (Kurzgeschichten mit exakt 100 Wörtern) angereichert.

So begegnen wir hier einigen Zombies in Wolfenbüttel, einem kleinen Jungen mit einem Dämon unter seinem Bett und einem tödlichen Versicherungsvertreter. Darüber hinaus gibt es noch eine ziemlich moderne und äußerst vergnügliche Version des Märchens "Hänsel und Gretel".

Wer auf kurze Geschichten der etwas ungewöhnlichen Art steht, sollte hier auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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Veröffentlicht am 23.04.2020

Packender Auftakt einer neuen Serie mit reichlich Potential

Die Totenbändiger. Staffel 1: Äquinoktium. Unheilige Zeiten. Band 1-2
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In diesem Taschenbuch sind die ersten beiden E-Books der neuen Dark Urban Mystery Serie "Die Totenbändiger" versammelt, in der uns die Autorin Nadine Erdmann in ein düsteres London entführt, in dem Geister ...

In diesem Taschenbuch sind die ersten beiden E-Books der neuen Dark Urban Mystery Serie "Die Totenbändiger" versammelt, in der uns die Autorin Nadine Erdmann in ein düsteres London entführt, in dem Geister und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, quasi zum täglichen Leben dazugehören. Schutz vor diesen Geistern bieten die sogenannten Totenbändiger, die in der Lage sind, diese Geister zu bändigen und sogar auszulöschen. Da sie diese Fähigkeiten aber auch gegen Menschen einsetzen können, treten ihnen diese mit deutlicher Skepsis oder sogar Ablehnung entgegen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Famile Hunt, in der nicht nur die Mutter Sue, sondern auch die zwei leiblichen und drei adoptierten Kinder die Fähigkeit zum Totenbändiger in sich tragen. Während Sky und Gabriel ihre Fähigkeiten in den Dienst der sogenannten Spuk Squad, einer Einheit der Londoner Polizei, stellen, dürfen die jüngeren Geschwister Ella, Jules und Camren nach langem Kampf nun endlich am regulären Schulbetrieb teilnehmen. Camren umgibt dabei ein besonderes Geheimnis, da er vor 13 Jahren inmitten von 78 Toten mit durchschnittenen Kehlen gefunden wurde und seine Herkunft unbekannt ist.

Der typische Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine spannende Geschichte zu erzählen, die Lust auf die weiteren Fortsetzungen macht, und zum anderen das Setting und das zugehörige Personenaufgebot einzuführen, das die Reihe auch noch über die nachfolgenden Bände trägt, wird hier ziemlich überzeugend absolviert, lässt aber zugleich auch noch ein wenig Luft nach oben. Zwar können einige Dinge hier nur kurz angerissen werden, das Potential dahinter lässt sich dabei aber schon gut erkennen.

Insgesamt ein packender Auftakt, der nicht nur gut unterhält, sondern auch sofort Lust auf mehr macht. Daher hier die deutliche Warnung: Vorsicht Suchtgefahr !

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Veröffentlicht am 22.04.2020

20 Kurz-Krimis mit Rezepten, die Lust und Hunger auf einen Besuch in Hessen machen

Hessen mörderisch genießen
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In dieser Anthologie haben 18 Autorinnen und Autoren insgesamt 20 spannende Kurzkrimis (die beiden Herausgeberinnen sind jeweils doppelt vertreten) zusammengestellt, die allesamt in Hessen angesiedelt ...

In dieser Anthologie haben 18 Autorinnen und Autoren insgesamt 20 spannende Kurzkrimis (die beiden Herausgeberinnen sind jeweils doppelt vertreten) zusammengestellt, die allesamt in Hessen angesiedelt sind, dabei die doch recht große große Bandbreute dieses Bundeslandes aufzeigen und zudem dazu einladen, es mal wieder zu besuchen. Als Bonus und zum Nachkochen gibt es zu jeder Story noch das Rezept eines landestypischen Gerichtes, das in der jeweiligen Geschichte dann auch eine Rolle spielt, die mal größer und mal etwas kleiner ausfällt.

Wie bei Anthologien üblich, kann nicht jede Geschichte den persönlichen Lesegeschmack komplett treffen, hier war die Trefferquote insgesamt aber doch recht hoch. Als ausgesprochener Liebhaber von Geschichten mit böser Schlusspointe bin ich zudem gut und ausreichend bedient worden. Echte Ausreißer nach unten gab es für mich nicht, jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Reiz. Einige Geschichten werden eher aus der Perspektive der Ermittler, andere dann eher aus der Perspektive der Täter erzählt, für ausreichend Abwechselung ist dadurch auf jeden Fall gesorgt.

Gelungene Anthologie, in der jeder Liebhaber von Kurz-Krimis die eine oder andere Story nach seinem Geschmack finden sollte. Ich wurde beim Lesen jedenfalls durchgehend gut und spannend unterhalten.

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