Profilbild von Buchgespenst

Buchgespenst

Lesejury Star
offline

Buchgespenst ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buchgespenst über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2020

Zu neuen Abenteuern verlockt

Menschenjäger
0

Kara Ben Nemsi ist eigentlich auf dem Weg nach Hause. Seine Ersparnisse reichen nur noch für die Überfahrt, doch eine Begegnung mit dem Türken Murad Nassyr verlockt ihn zu einer weiteren Reise in die nubische ...

Kara Ben Nemsi ist eigentlich auf dem Weg nach Hause. Seine Ersparnisse reichen nur noch für die Überfahrt, doch eine Begegnung mit dem Türken Murad Nassyr verlockt ihn zu einer weiteren Reise in die nubische Wüste. Es läuft aber nicht wie geplant. Schon in Kairo macht sich Kara Ben Nemsi eine muslimische Bruderschaft zum Feind. Deren Oberhaupt trachtet ihm fortan nach dem Leben und nur eine schleunige Flucht kann Kara Ben Nemsi retten. Verfolgt von der Kadderine, will er seinen neuen Freund später treffen, doch je weiter Kara Ben Nemsi reitet desto suspekter wird ihm der Türke.

Ein Orient-Abenteuer ohne Hadschi Halef Omar – ich war erstmal überrascht, aber Karl May lässt den Leser den kleinen Hadschi gar nicht vermissen. Mit dem Großmaul Selim, der schnell zu Kara Ben Nemsis Begleiter wird, sind Großsprecherei, Feigheit und grobe Fehler, die die Helden immer wieder in Gefahr bringen nicht fern. Ein Charakter, der einem schnell auf die Nerven gehen könnte, wenn Heiko Grauel ihn nicht geradezu plastisch inszeniert hätte. Er lebt und atmet diese Gestalt, sodass der ganze Witz sich entfaltet und der Hörer eher geneigt ist zu lachen als die Augen zu verdrehen.

Mit dieser Orient-Trilogie ist es May wieder gelungen Charaktere zu schaffen, die sich komplex entwickeln. Sei es der sympathische Murad Nassyr, der Stück für Stück demontiert wird oder der Reis Effendina, der mal wahnsinnig cool und dann wieder wahnsinnig albern ist. Heiko Grauel erweckt dieses spannende Abenteuer wieder brillant zum Leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Die Reise nach Mekka

Am Jenseits
0

Kara Ben Nemsi will erneut nach Mekka aufbrechen und Hadschi Halef Omar schließt sich ihm mit seinen Haddedihn spontan an. Sogar seine Frau Hanneh und sein Sohn Kara Ben Halef begleiten sie. Auf ihrem ...

Kara Ben Nemsi will erneut nach Mekka aufbrechen und Hadschi Halef Omar schließt sich ihm mit seinen Haddedihn spontan an. Sogar seine Frau Hanneh und sein Sohn Kara Ben Halef begleiten sie. Auf ihrem Weg durch die Wüste treffen sie auf einen geheimnisvollen blinden Seher, der von seiner Karawane für tot zurückgelassen wurde. Diese Rettung verstrickt die Freunde in ein neues Abenteuer.

Diese Geschichte markiert den Wendepunkt zu Mays Spätwerk. Man merkt es deutlich wie das Abenteuer gewohnt rasant beginnt und dann in mystisch-religiösen Betrachtungen mündet, die allerdings immer noch mit der Hauptgeschichte verbunden sind. Die Mystik-Abschnitte und Glaubensbetrachtungen sind bestimmt nicht jedermanns Sache, aber wer sich drauf einlässt findet atemberaubende Darstellungen von unglaublicher Eindringlichkeit. Besonders die Beschreibung des Jüngsten Gerichts hat eine Intensität, die sie unvergesslich macht. Von Heiko Grauel gesprochen jagt sie einem eine Gänsehaut über den Rücken!

Ich mag Mays Spätwerk genauso wie den Rest. Es hat einen ganz eigenen Reiz, macht nachdenklich und die bekannten Abenteuerelemente, die es immer noch enthält, fesseln mich zusätzlich.

Ein Autor bei dem sich die Geister scheiden, gerade was sein Spätwerk angeht, aber es lohnt sich, sich auf jede Facette einzulassen, denn er hat immer etwas zu bieten. „Am Jenseits“ ist ein gutes Werk, um einen Vorgeschmack zu bekommen. Heiko Grauels Können macht auch Szenen, die in Buchform vielleicht langatmig wären, zu einem fesselnden Erlebnis!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Herzergreifend, humorvoll und immer originell

Geschichten aus Avonlea
0

Eine Rückkehr nach Avonlea ist mit diesen bezaubernden Erzählungen möglich. Kurze Gastauftritte von Anne Shirley sind natürlich inbegriffen. Lucy Maud Montgomery schafft auch in diesen relativ kurzen Erzählungen ...

Eine Rückkehr nach Avonlea ist mit diesen bezaubernden Erzählungen möglich. Kurze Gastauftritte von Anne Shirley sind natürlich inbegriffen. Lucy Maud Montgomery schafft auch in diesen relativ kurzen Erzählungen die einzigartige Atmosphäre, die ich in den Anne- und Emily-Büchern so geliebt habe!

Von humorvoll über romantisch bis tragisch entfaltet jede Geschichte ihren eigen Mikrokosmos, der einen fast glauben lässt, einen Roman gelesen zu haben. Dabei bleiben einige Motive für immer im Gedächtnis. So die „Sterntaler“-Geschichte um die alte Lady Llloyd, die so arm ist, dass sie sich keine zwei Mahlzeiten am Tag leisten kann, aber alles hergibt, um der Tochter ihres Jugendgeliebten ihre Träume zu erfüllen. Oder der alte Shaw, der sich so auf die Rückkehr seiner Tochter freut und von einer missgünstigen Nachbarin völlig niedergemacht wird, bis er die Begegnung mit seiner Tochter fast fürchtet. Nicht zu vergessen die unfreiwillige Quarantäne der Männerhasserin Angelina Bennett, die es mit dem Frauenhasser Alexander Abraham für eine Weile unter einem Dach aushalten muss.

Jede Erzählung zieht den Leser in ihren Bann und mit größtem Bedauern schlägt man das Buch schließlich zu, denn man könnte ewig so weiterlesen.
Ein bezaubernder Spaziergang durch Avonlea und Umgebung, für jeden den Lucy Maud Montgomerys Geschichten nicht loslassen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Allein im All

Astra Lost in Space 01
0

Es sollte ein spaßiges Weltraumcamp werden. Zehn zufällig ausgewählte Highschool-Schüler wollen sich dieser Herausforderung stellen, doch bei ihrer Ankunft werden sie von einer merkwürdigen Kugel verschluckt, ...

Es sollte ein spaßiges Weltraumcamp werden. Zehn zufällig ausgewählte Highschool-Schüler wollen sich dieser Herausforderung stellen, doch bei ihrer Ankunft werden sie von einer merkwürdigen Kugel verschluckt, die sie mehr als 5000 Lichtjahre von ihrem Ausgangspunkt entfernt ins All katapultiert. Ein verlassenes Raumschiff wird zu ihrer Rettung – vorerst. Wie sollen sie zurück zur Erde kommen?

Nach den ersten Seiten war ich erst etwas skeptisch. Ein bisschen albern, ein paar Klischees – konnte die Geschichte wirklich halten, was ich mir von ihr versprach? Sie konnte! Auch wenn die Gruppe immer noch etwas groß wirkt, manche Szene typischer Slapstick ist, den man mögen kann oder nicht, hat mich die Geschichte gepackt – denn hinter jedem Charakter steckt mehr als ein flacher Abklatsch eines bekannten Motivs. Gänsehautszenen, Action und Humor wechseln sich hier ab und weben eine tolle Space Opera, die weiterhin unterhaltsame Lesestunden verspricht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Von erwachenden Träumen und schlafenden Rächern

Seelentraum - Das schlafende Wolkenvolk
0

Aya Teufelsbraut hat ihren wohl kühnsten und verheerendsten Streich ausgeführt: sie tötete einen Festungsdrachen und erweckte damit den letzten Krieger des Wolkenvolks. Damit setzt sie eine unvorhersehbare ...

Aya Teufelsbraut hat ihren wohl kühnsten und verheerendsten Streich ausgeführt: sie tötete einen Festungsdrachen und erweckte damit den letzten Krieger des Wolkenvolks. Damit setzt sie eine unvorhersehbare Kette von Ereignissen in Gang, bei der die Menschen von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt werden. Tod und Rache für Tod und Rache. Kann ausgerechnet Aya diesen Teufelskreis durchbrechen?

Wie üblich hat mich das bildschöne Layout des Drachenmondverlags zu diesem Buch gelockt und der Inhalt hielt, was das Äußere versprach! Eine originelle Geschichte entrollt sich vor dem Leser und fesselt ihn augenblicklich. Die Wolkenschafe und Festungsbestien, die Festungen der Wolkenwelt und die magische Schafswolle – ich habe nie einen ähnlichen Weltentwurf gelesen und jeder einzelne Charakter ist mir ans Herz gewachsen. Mehrfach macht die Geschichte eine unerwartete Wendung, stellt alle Vermutungen auf den Kopf und manch liebenswertes Klischee erdet den Leser wieder.

Toll geschrieben, ein origineller Weltentwurf, sympathische Charaktere und knuddelige Goodies wie die Wolkenschafe machen dieses Fantasy-Buch zu einem einzigartigen Erlebnis. Ich hoffe sehr, dass es einen zweiten Band geben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere