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Veröffentlicht am 01.11.2020

Sandmann, böser Sandmann…

Der Sandmann
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》INHALT:
„Aber die gräßlichste Gestalt hätte mir nicht tieferes Entsetzen erregen können, als eben dieser Coppelius. – Denke Dir einen großen breitschultrigen Mann mit einem unförmlich dicken Kopf, erdgelbem ...

》INHALT:
„Aber die gräßlichste Gestalt hätte mir nicht tieferes Entsetzen erregen können, als eben dieser Coppelius. – Denke Dir einen großen breitschultrigen Mann mit einem unförmlich dicken Kopf, erdgelbem Gesicht, buschigten grauen Augenbrauen, unter denen ein paar grünliche Katzenaugen stechend hervorfunkeln, großer, starker über die Oberlippe gezogener Nase. Das schiefe Maul verzieht sich oft zum hämischen Lachen; dann werden auf den Backen ein paar dunkelrote Flecken sichtbar und ein seltsam zischender Ton fährt durch die zusammengekniffenen Zähne.“

》EIGENE MEINUNG:
Vor vielen Jahren schon hat dieses kleine Reclam-Büchlein seinen Weg zu mir gefunden und wurde nun endlich zu meinem Halloween-Lesenacht-Buch 2020. Verbunden habe ich damit zuvor Horror, Grusel und den Namen E. T. A. Hoffmann. Mehr wusste ich tatsächlich nicht und habe entsprechend auch nur den Text auf dem Buchrücken als Inhaltsangabe hier übernommen, um auch anderen Lesern nicht vorzugreifen. Einzig noch der Hinweis, dass es sich dabei um eine „Erzählung in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik (häufig auch als Schauerroman bezeichnet)“ handelt.
Das erste was sofort auffällt ist der Schreibstil dieser Geschichte – erstmals 1816 veröffentlicht (ohne bestimmte Autorenangabe in Berlin als erste Erzählung in dem Zyklus Nachtstücke). Die Sätze sind teils recht lang, die Wörter oft anders geschrieben als wir es heute gewohnt sind und einige waren mir sogar gänzlich unbekannt. Trotz dieser etwas erschwerenden Umstände konnte mich die Geschichte schnell gefangen nehmen. Sie ist auf ihre Art spannend und faszinierend.
Einen großen Anteil daran hat der Beginn der Geschichte, der aus 3 Briefen besteht, in denen Nathaniel – der Hauptcharakter – engen Freunden seine (Grund-)Lage schildert. Schnell wird man so mit den Charakteren bekannt gemacht und ebenso wie Nathaniel mit dem Mythos des Sandmannes in Berührung kam, welcher sein Leben für immer verändern sollte. Im Anschluss wird der Fortgang der Geschichte von einem fiktiven Erzähler weiter dargelegt.
Hier kann ich guten Gewissens und mit etwas Erleichterung sagen: Es ist ein schönes Buch für die Halloween-Nacht, ruhig einschlafen konnte ich im Nachgang trotzdem! Der Grusel und Horror dieses Buches liegt nicht in persönlichen Ängsten, sondern in der Frage nach Wahrheit, Täuschung und Wahnsinn. Nathaniel ist definitiv nicht als sympathische Hauptfigur angelegt, dennoch ist man gespannt, man rätselt mit und ist nah an seinen Erlebnissen.
Nach den 43 Seiten Haupthandlung schließt sich ein größerer Anhang an. Dieser enthält eine Editorische Notiz, ausführliche Anmerkungen, Literaturhinweise, sowie ein Nachwort. Spannend war für mich durchaus Letzteres, das viele Interpretationen, Hinweise und Motive des Autors darlegt, z. B. Kritik an Rollenbildern dieser Zeit. Die Erzählung ist derart vieldeutig, wie es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht. Sie ist durchaus abstrus, aber trotzdem wohldurchdacht in ihrem Aufbau oder beispielsweise mit dem wiederkehrenden Augenmotiv, der Projektion einer Schauergestalt auf die Realität oder Schlüsselmomente einem traumatischen Erlebnis der Kindheit.

》FAZIT:
Diese faszinierende Erzählung hat einen tollen Aufbau und bietet vielfache Interpretationsmöglichkeiten, die es verdienen sich genauer mit ihnen auseinander zu setzen. Trotzdem ist es auch eine kurze Lektüre, wenn man sich mal wieder an einen Klassiker wagen möchte. Vor schlaflosen Nächten muss man, meiner Meinung nach, hier keine Sorge haben!

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Impressionen zu Land und Küche!

Kochen wie in Portugal
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》INHALT:
Bem-vindo à Portugal – willkommen in Portugal, dem Land der Seefahrer, der saudade und einer großartigen Kulinarik, die es unbedingt zu entdecken lohnt! Machen Sie sich wie einst die descobridores ...

》INHALT:
Bem-vindo à Portugal – willkommen in Portugal, dem Land der Seefahrer, der saudade und einer großartigen Kulinarik, die es unbedingt zu entdecken lohnt! Machen Sie sich wie einst die descobridores auf und erkunden Sie die bunte Vielfalt der portugiesischen Küche von açorda alentejana über bacalhau à Bras bis hin zu baba de camelo – präsentiert vom Lisboeta Antonio Bras, der sich nicht nur in der Küche seines Landes bestens auskennt, sondern auch spannende Geschichten auf Lager hat: Warum sich etwa die Menschen aus Porto Kuttelesser nennen oder was die Waren der pastelarias mit Nonnentrachten zu tun haben Die besten Originalrezepte und die schönsten Storys: espectacular – wie die Portugiesen alles nennen, was großartig ist!

》EIGENE MEINUNG:
Ich liebe es zu Kochen und zu Reisen – die GU-Reihe „Kochen international“ bietet ein bisschen von Beiden, in diesem Fall landestypisch für Portugal! Die Cover zeigen die Zugehörigkeit zu GU, aber auch zum jeweils vorgestellten Land. In diesem Fall sehen wir eine Auswahl portugiesischer Speisen vor den typischen Azulejos ( [ɐzu'ɫɐjʒʊ] ).
Auch in diesem Band ist der Inhalt wieder gut strukturiert, enthält Informationen zum Land, Rezepte und ein abschließendes Register. Portugal wird einem durch das das persönliche Vorwort des portugiesischen Autors, einem Länderquickie, einer Portugal-Bucket-List und vielen, kurzen, erklärenden Abschnitte zur Kultur dieses spannenden Landes näher gebracht. Der Rezeptteil gliedert sich wie folgt:
- Petiscos e Entradas – Snacks und Vorspeisen
- Pratos Principais – Hauptgerichte
-Doces – Süßes
- Molhos e acompanhamentos –Saucen und Beilagen

Die Rezepte sind gewohnt ansprechend bebildert und zeigen nicht nur den deutschen, sondern auch den portugiesischen Namen des Gerichtes. Sie enthalten einen kurzen Einführungstext – oft mit sehr netten Informationen, Portions- und Kalorienangaben, Zubereitungszeit, eine Zutatenliste sowie ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Immer wieder sind am Ende passende Tipps eingearbeitet. Auch hier sind wieder einige sehr landestypische Zutaten vielleicht etwas schwerer erhältlich, aber ein Großteil ist im regulären Einzelhandel zu finden. Fisch- und Meersfrüchte-Liebhaber kommen hier sicher auf ihre Kosten. Die Vielzahl an Süßspeisen mit Kondensmilch konnten mich weniger begeistern. Viele Rezepte sind leider auch eher zeitintensiv und wirken eher bodenständig – lecker sind die sicher trotzdem!

》FAZIT:
„Kochen wie in Portugal“ bietet viele Anreize – sowohl kulturell als auch kulinarisch – zu diesem tollen Land! Stimmungsvolle Bilder sorgen für Urlaubsstimmung! Die gute Struktur im Buch lässt ein freies Kombinieren und Variieren zu. Die Rezepte sind teils durchaus zeitintensiv.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 05.10.2020

Kulinarik und Kultur Indiens

Kochen wie in Indien
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》INHALT:
Heißes Naan-Brot und krosse Pakora, Butter Chicken, das auf der Zunge zergeht oder Garam Masala, das duftet wie an den Streetfood-Ständen in Mumbai: So authentisch wie auf dem Subkontinent können ...

》INHALT:
Heißes Naan-Brot und krosse Pakora, Butter Chicken, das auf der Zunge zergeht oder Garam Masala, das duftet wie an den Streetfood-Ständen in Mumbai: So authentisch wie auf dem Subkontinent können jetzt auch Ungeübte indische Originalrezepte aus Topf und Pfanne zaubern – mit Zutaten, die es auch bei uns gibt. Kochen wie in Indien stammt von jungen Locals, die sich im Reichtum der indischen Küche bestens auskennen und viele Geschichten darüber auf Lager haben. Von Basics wie Ghee, Mango Chutney oder Raita über Streetfood und Gerichte mit Fisch und Fleisch, einer Vielfalt von Currys bis zu Broten, Dals und Süßem reicht die Auswahl ihrer Rezepte – so locker, frisch und farbenfroh präsentiert, dass man sich verbeugen muss: Namasté!

》EIGENE MEINUNG:
„Kochen wie in Indien“ ist mein neustes Kochbuch aus der GU-Reihe „Kochen international“. Die Cover dieser Reihe haben einen klaren GU-Wiedererkennungswert, spiegeln aber auch das jeweilige Land wieder – in diesem Fall mit einer leckeren Auswahl an Gerichten auf Magenta-farbener Seide. Da ist man doch sofort in Koch- und Reiselaune!
Und genau diese beiden Themen werden in „Kochen international“ zusammen gebracht. Neben den erwarteten Kochrezepten finden sich nämlich auch ein persönliches und sympathisches Vorwort der beiden indisch-deutschen Autoren (Youtube-Kanal: „Lucky Recipes“), eine Bucket-List für Indien, ein Länder-Quickie und eine Top-5-Zutatenliste der indischen Küche zur Einstimmung auf dieses tolle Land im Buch. Die Struktur bleibt dabei übersichtlich – am Ende findet sich ein Register.
Der Rezept-Teil gliedert sich in die Kapitel:
- Basics & Streetfood
- Fleisch & Fisch
- Vegetarisch & Dals
- Brot & Reis
- Süßes

Alle Rezepte sind mit einem deutschen, sowie schönerweise auch dem indischen Titel, versehen. Ich habe mich auch immer über kleine Infos oder Anekdoten zu Beginn des Rezeptes gefreut. Diese sind ansprechend bebildert und enthalten eine Zutatenliste, Portions- und Kalorienangaben, Zubereitungszeiten, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie an und ab einen passenden Tipp. Für mich waren sowohl einfachere als auch anspruchsvollere Rezepte im Buch enthalten. Allerdings hatte ich, trotz einigermaßen gut sortierter Küche, doch viele Zutaten (noch) nicht in meinem Vorrat. Zwei kleinere Fehlerchen habe ich auch entdeckt, die durch spätere Ausgaben sicher beseitigt werden.

》FAZIT:
Ein tolles Themenkochbuch, welches gerade auch mit einer Bucket-List für Indien, Länder-Quickie und Top-5-Zutatenliste begeistern kann. Die Zutaten sind, entsprechend der landestypischen Küche, speziell. Die Struktur ist top!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 20.09.2020

„Nimm mit, was Dir gefällt…“

The Easy Green Way
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》INHALT:
THE EASY GREEN WAY zeigt auf entspannte Art, wie genussvoll und aufregend nachhaltiges Leben aussehen kann. Mit Veggie-Rezepten, die simpel und saisonal sind. Mit verblüffend unkompliziert hergestellten ...

》INHALT:
THE EASY GREEN WAY zeigt auf entspannte Art, wie genussvoll und aufregend nachhaltiges Leben aussehen kann. Mit Veggie-Rezepten, die simpel und saisonal sind. Mit verblüffend unkompliziert hergestellten Haushaltsreinigern, Waschmitteln, Kosmetik. Und mit vielseitigen Anregungen für alle Aspekte des Alltags. Die Autorin Magdalena Muttenthaler lebt ihre Überzeugung konsequent und vermittelt Vorfreude und Ansporn für eine angesagte und zeitgemäße Lebensweise. Einen Namen gemacht hat sie sich als gut vernetzter Profi: als Keynote-Speakerin, Hochschul-Dozentin für Nachhaltigkeits-Seminare, Start-up-Coach und als engagierte Unternehmerin unter dem Label freemindedfolks, das sich ausschließlich mit nachhaltigen Konzepten beschäftigt.

》EIGENE MEINUNG:
Ich wollte mich schon länger mit dem Thema Naturkosmetik und der eigenen Herstellung davon beschäftigen, wodurch mir hier sowohl Cover, als auch Titel und Beschreibung ins Auge gestochen sind. Die Gestaltung wirkt sehr aufgeräumt, die Fotografien extrem minimalistisch. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, für viele englische Begriffe hätte ich mir aber eher deutsche Ausdrücke gewünscht – so auch bei den großen inhaltlichen Themenbereichen:
Seasonal Cooking, Clean Beauty, Natural Cleaning und Conscious Living.

Das Buch startet mit einleitenden Worten der Autorin von ihrem Weg hin zu einem nachhaltigeren Leben. Dabei hat mir sehr imponiert, dass sie jeden dazu auffordert seinen Plan dabei so anzupassen, wie es einem selbst entspricht. Frei nach dem Motto: „Nimm (hier) mit, was Dir gefällt…“
Zu Beginn werden die vier Hauptbereiche des Buches (Seasonal Cooking, Clean Beauty, Natural Cleaning und Conscious Living) kurz beleuchtet. Wer sich eine genaue Auseinandersetzung mit dem Thema wünscht, findet hier eher nur einleitende Worte. Im Anschluss ist das Buch in die vier Jahreszeiten eingeteilt, zu denen sich jeweils Rezepte für Küche, Kosmetik und Reinigungsmitteln befinden. Im Anschluss werden weitere verschiedene Unterthemen kurz erläutert, z. B. Morgenrituale, Minimalismus, Ätherische Öle, Capsule Wandrope, nachhaltiges Reisen und Wohnen, Zero Waste, Meal-Prep, Reflexion,…
Die einzelnen Koch-Rezepte sind jeweils bebildert, enthalten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, kurze einleitende Worte, Portions-, Zeit- und Kalorienangaben sowie eine ausführliche Zutatenliste, ohne zu Ausgefallenes. Am Ende findet sich immer mal wieder eine Nachhaltigkeitsinfo, z. B. zum Zutaten-Ersatz zur vegane oder unverpackte Alternativen. Diese haben sich für mich jedoch meist nur wiederholt. Die Bilder sind zwar ansprechend, aber sehr minimalistisch gehalten und haben bei mir oft eher den Eindruck einer Vorspeise als eines ganzen Gerichtes hinterlassen. Die Rezepte für Kosmetik und Reinigung sind ebenfalls mit Bild, Titel, Zutaten- und Materialliste, sowie einer Schritt-für-Schritt-Anleitung ausgestattet. Am Ende finden sich einige erklärende Worte zum Produkt.
Ich freue mich darauf einige der abwechslungsreichen Kochrezepte auszuprobieren, war aber mehr angetan von der Mischung mit Anleitungen für Kosmetik und Reinigungsartikel.


》FAZIT:
Schöner Überblick für Einsteiger, ohne zu restriktiv zu argumentieren. Regt mit Anregungen und Rezepten für die saisonale Küche sowie schadstoff- und plastikfreie Kosmetik- und Reinigungsprodukte und bewusstem Leben zum Nachdenken und Nachmachen an. Interessante Mischung, mit teils sehr minimalistischen Kochrezepten und vielen englischen Ausdrücken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 13.09.2020

Hier weiß man alles und nichts zugleich

Caraval
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》INHALT:
Seit Kindertagen ist Scarlett fasziniert von der Legende um Caraval – einem zeitlich begrenzt existierendem Ort voller Illusionen, Fantasie, Abenteuern. Aber es ist auch noch viel mehr: Ein Spiel ...

》INHALT:
Seit Kindertagen ist Scarlett fasziniert von der Legende um Caraval – einem zeitlich begrenzt existierendem Ort voller Illusionen, Fantasie, Abenteuern. Aber es ist auch noch viel mehr: Ein Spiel mit 1000 Geheimnissen um ihren Herzenswunsch – sie und ihre Schwester aus den Fängen ihres grausamen Vaters zu befreien. Als sie schließlich die Chance erhalten vor diesem zu fliehen und am Spiel teilzunehmen, sehen sich die Beiden am Ziel ihrer Träume. Doch Caraval ist anders als gedacht. Etwas Dunkles umgibt den magischen Ort und Scarlett muss sich fragen, ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hat. Doch schon ist sie zu tief in der verzauberten Welt, im Spiel um Leben und Tod, gefangen…

》EIGENE MEINUNG:
Das Cover von Caraval wirklich magisch, düster und hebt sich von vielen anderen Jugendbüchern gut ab. Caraval bildet dabei Teil 1 einer Trilogie:
1. Caraval
2. Legendary
3. Finale

Wir starten mit Hilfe einer Karte von Caraval und dem Kennenlernen der Schwestern Scarlett und Tella in die Geschichte. Die Beiden leben auf einer Insel wie zwei Gefangene ihres grausamen Vaters. Während Scarlett Gefahren meidet und versucht durch eine Hochzeit Freiheit für die Schwestern zu erreichen, ist Tella wild, impulsiv und eher fahrlässig. Bereits zu Beginn ranken sich Geheimnisse um die verschwundene Mutter, den grausamen Vater, die Geschichten erzählende Großmutter. Im Zuge ihrer Flucht tritt Julian, ein charmanter Seemann, in ihr Leben. Er scheint leicht als Frauenheld durchschaubar – doch wie in der ganzen Geschichte steckt auch hinter ihm viel mehr… Genauso wie hinter Caraval, das – anderen Rezis entgegenstehend –nicht als Zirkus zu bezeichnen ist.
Das Buch ist in mehrere Kapitel eingeteilt, die unter anderem auf die verrinnenden Tage in Caraval hinweisen. Innerhalb dieser muss Scarlett ein Rätsel lösen und der Hauptteil der Geschichte wird somit aus ihrer Sicht erzählt. Sie war mir dabei sympathisch und ihre Handlungen, aufgrund ihrer bisherigen Lebenserfahrungen, nachvollziehbar. Besonders war es, dass sei Gefühle zusammen mit Farben wahr nimmt. Tella bleibt dagegen sehr im Hintergrund und erschien mir die meiste Zeit eher weniger nahbar, da egoistischer. Hinter Julians Fassade konnte ich lange Zeit gar nicht wirklich blicken und so bleibt das Buch zwar bis zum Schluss spannend, wirkte auf mich aber auch etwas undurchschaubar. Man lernt zusammen mit Scarlett, dass in Caraval wirklich nichts so ist wie es scheint! Ständig gibt es Wendungen, neue Hinweise, Infos und Menschen die sich doch als falsch heraus stellen, usw. Ich wollte wirklich gerne hinter die Kulissen blicken und Caraval verstehen – das Ende hat mich dabei dann etwas enttäuscht zurück gelassen. Es war ein ähnliches Gefühl, wie bei einem Film, in dem alle sterben und dann stellt sich heraus, dass der Protagonist nur geträumt hat. Der Epilog wiederum hat dann nochmal ein anderes Licht auf das Ende, Caraval, Tella und den 2. Teil geworfen. Ich möchte auf jeden Fall wissen wie es weiter geht und was WIRKLICH hinter Legend – dem Gründer von Caraval – und seinem Spiel steckt!
Der Schreibstil im Buch ist flüssig zu lesen, richtig angenehm war er jedoch nicht. An der ein oder anderen Stelle hat sich das Lesen, bei fast 400 Seiten, etwas gezogen. An anderen hatte ich das Gefühl es ginge zu schnell und ich hätte die Situation gerne ausführlicher beschrieben, um sie gänzlich wahr zu nehmen und für mich im Kopf zu visualisieren. Viele Fragen bleiben bei mir ungeklärt und das fühlt sich ungut an, als ich hätte ich etwas nicht verstanden. Mir hat wohl ein roter Faden durch die Geschichte gefehlt, um die vielen Geschehnisse zu sortieren. Sehr schön fand ich es hingegen, dass Briefe und Hinweise in anderen Schriften in den Text integriert wurden und so etwas Abwechslung und Eindringlichkeit ins Spiel kam. Die Magie im Buch ist nicht mit normaler Fantasy (Hexen, Elfen,…) zu vergleichen. Für mich ist es eine sehr originelle Idee!

》FAZIT:
Ein außergewöhnlicher Jugendroman mit Fantasie, Abenteuern, Rätseln und immer wieder der Frage, was man selbst getan oder geglaubt hätte. Die Magie hebt sich schön von anderen Geschichten ab und bringt Düsternis, Bedrohung und Gefahr ins Spiel. Der Stil der Autorin bietet sich eher erfahreneren Fantasylesern an.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere