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Veröffentlicht am 11.11.2020

Grund zur Freude, Grund zur Hoffnung

Hoffnungsfreude
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„Hoffnungsfreude“ von Gerrid Setzer enthält 75 Andachten für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Es richtet sich an alle Christen, die Ermutigung brauchen – sei es im Alltag oder in einer schwierigen ...

„Hoffnungsfreude“ von Gerrid Setzer enthält 75 Andachten für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Es richtet sich an alle Christen, die Ermutigung brauchen – sei es im Alltag oder in einer schwierigen Lebensphase.

Was bei dem Andachtsbuch sofort ins Auge sticht, ist die hochwertige Aufmachung: gebunden, mit Lesebändchen und in einem handlichen Format, sodass es sich problemlos überall mit hinnehmen lässt, ohne Schaden zu nehmen. Zahlreiche Illustrationen von Sonja Faschinger, die sorgfältig auf den Text abgestimmt wurden, lockern den Text ebenso auf wie grafische Elemente und bieten Ruhepole für die Augen. Dabei zieht sich die Farbe Grün (wie die Hoffnung) durch das ganze Buch.

Inhaltlich beschäftigt sich jede Andacht mit einem Bibelvers oder längeren Bibeltext. Dabei bleibt der Autor nah an der Bibel und nutzt angemessene Vergleiche, Geschichten und Bilder, um gültige Wahrheiten zu illustrieren. Setzer ist dabei gewohnt klar und präzise. Stellenweise bedient er sich schöner Wortspiele, z. B. „Sorgen ‚entsorgen’“, was mir gut gefallen hat. Besonders angesprochen hat mich die Auswahl der Bibeltexte: ein echtes „Best of“ von Versen, die Mut machen und trösten, wenn man niedergeschlagen ist oder mit etwas zu kämpfen hat. Es lohnt sich, diese Verse und auch die markanten Zitate, die sich ergänzend in dem Buch finden, zur Vertiefung herauszuschreiben und auswendig zu lernen.

Dieses schöne Andachtsbuch hilft dabei, den Blick auf den Einen zu richten, der wirklich in jeder Lebenslage helfen und Freude und neue Hoffnung schenken kann.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Vielschichtig, spannend und zeitlos gut

Die Perelandra-Trilogie
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Wie beschreibt man ein Epos? Einen Klassiker der Science-Fiction-Literatur, der geschrieben wurde, bevor dieses Genre seinen Namen bekam? Ein Buch, in dem Raumfahrt beschrieben wird, noch bevor die erste ...

Wie beschreibt man ein Epos? Einen Klassiker der Science-Fiction-Literatur, der geschrieben wurde, bevor dieses Genre seinen Namen bekam? Ein Buch, in dem Raumfahrt beschrieben wird, noch bevor die erste Rakete in den Weltraum abhob?

C. S. Lewis, der heute vor allem für seine Narnia-Bücher bekannt ist, hat die Perelandra-Trilogie in den Jahren des 2. Weltkriegs geschrieben (erschienen 1938-1945). Zu jener Zeit war die Reise in den Weltraum noch ein ferner Traum, der aber nicht zuletzt durch die Werke von H. G. Wells und anderen immer populärer wurde.

Ein kurzer Handlungsüberblick:
In Teil 1, „Jenseits des schweigenden Sterns“, wird die Hauptfigur, ein Mann namens Ransom, auf einen anderen Planeten entführt (Malakandra bzw. der Mars). In Teil 2, „Perelandra“, reist Ransom erneut zu einem anderen Planeten (der Venus), diesmal freiwillig. Er erlebt dort die Erschaffung einer neuen Welt mit, aber auch, wie etwas von außen sie zu verderben droht. Der finale Band „Die böse Macht“ wurde in den letzten Jahren des 2. Weltkriegs geschrieben und ist davon geprägt. Die Handlung spielt diesmal auf der Erde. Die Hauptfigur ist Mark Studdock, Dozent an einem kleinen englischen College. Nichtsahnend wird er in eine Verschwörung mit hineingezogen, die das Ende der Welt bedeuten könnte. Es kommt zum finalen Kampf zwischen Gut und Böse.

Ich hatte vorher schon viel von Lewis gelesen, aber keines seiner Bücher ist für mich mit dieser Trilogie vergleichbar. Es gelingt ihm, in jedem der drei Bände eine ganz eigene Stimmung zu vermitteln. Die Geschichten sind voller Humor und gleichzeitig voller Tiefe, sie beschäftigen sich mit existenziellen Fragen, ohne dabei langweilig zu werden, und sind – trotz so mancher brutaler Szene und Anspielungen, die ich nicht verstanden habe – ein echtes Lesevergnügen. Ich kann die Trilogie nur empfehlen, vor allem auch in dieser Ausgabe, da hier ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis vorliegt. Die Bindung, obwohl Taschenbuch, ist fest und qualitativ so gut, dass sie auch wochenlanges Lesen spurlos übersteht. Wer diesen Klassiker noch nie gelesen hat, sollte hier zugreifen.

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Veröffentlicht am 17.05.2020

Viel mehr als nur ein Feelgood-Buch!

Schön ohne Aber
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„Schön ohne Aber“ – der Titel und das Cover mit den vier hübschen, lachenden Frauen kommen leicht daher, aber zwischen den Seiten steckt so viel mehr. Ich hatte den Untertitel „Wie wir von Körperhass zu ...

„Schön ohne Aber“ – der Titel und das Cover mit den vier hübschen, lachenden Frauen kommen leicht daher, aber zwischen den Seiten steckt so viel mehr. Ich hatte den Untertitel „Wie wir von Körperhass zu Körperliebe finden“ ehrlich gesagt etwas überlesen und ein „Feelgood-Buch“ mit ermutigenden persönlichen Geschichten erwartet. Das war jedoch zu kurz gedacht, denn es geht wirklich in die Tiefe und ans Eingemachte.

Die Herausgeberinnen, Eva-Maria Admiral und Annette Friese, erzählen ihre eigene (Körper-)Geschichten — mit Brüchen, Narben, tiefen Verletzungen und teils noch bestehenden Erkrankungen. Doch sie zeigen auch einen Weg auf, wie tiefgreifende Heilung geschehen und man seinen Körper trotz allem Erlebten und Durchlebten wirklich lieben lernen kann. So wechseln sich persönliche Berichte von 24 Frauen und Männern immer wieder ab mit kurzen „theoretischen“ Impulsen von Eva-Maria Admiral.

Großartig sind die tollen Schwarzweiß-Fotos, die die besondere Schönheit der AutorInnen hervorheben und zum Leuchten bringen. Darunter sind viele Bekannte aus der christlichen Szene wie Christina Brudereck, David Kadel, Judy Bailey, Ille Ochs, Maria Prean-Bruni, Sefora Nelson, Raphael Müller und Tamara Boppart, aber auch Menschen, von denen man zum ersten Mal liest.

Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch. Wer die Impulse von Admiral umsetzen möchte, braucht sicher länger dazu und wird „Schön ohne Aber“ immer wieder zur Hand nehmen. Doch auch wer „nur“ die persönlichen Erfahrungsberichte liest, wird immer wieder innehalten und das Gelesene sacken lassen wollen. Alle Geschichten sind Mut machend, aber manche auch wirklich tragisch. Ich würde das Buch noch keiner/keinem jungen Teenager in die Hand geben, da in manchen Beiträgen auch sexuelle Gewalt thematisiert wird. Meine Altersempfehlung: frühestens ab 16, eher ab 20.

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne geben soll. Ich finde es gut, aber mich hat nicht alles angesprochen; besonders die Impulse von Eva-Maria Admiral, wie man sich mit seinem Körper und seinem Bild von sich selbst auseinandersetzen und Heilung finden kann, waren für mich nur selten persönlich passend. Aber in den gut 2 Wochen, in denen ich dieses Buch häppchenweise las, stellte ich etwas Bemerkenswertes fest: Obwohl ich bereits ein recht gutes und heiles Bild von mir selbst habe, hat mir das Lesen dieser Texte richtig gutgetan. Ich wurde noch entspannter und gnädiger mit mir selbst. Das fand ich sehr bemerkenswert und so habe ich mich für die 5 Sterne entschieden.

„Schön ohne Aber“ ist ein Buch für JEDEN Mann und JEDE FRAU, der/die sich mit ihrem Körperbild auseinandersetzen möchte. Besonders empfehlenswert ist es für alle, die mit ihrem Körper oder Teilen davon hadern oder sich selbst nur schwer annehmen können, wie sie sind. Heilung ist möglich – das ist die Botschaft von „Schön ohne Aber“.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Für alle Fans englischer Geschichte ein Muss!

Stärke des Herzens
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„Stärke des Herzens“ ist der 4. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ist und immer andere Personen ...

„Stärke des Herzens“ ist der 4. Teil der Saga um die Familie Wakefield. Man kann mit jedem Band neu in die Reihe einsteigen und benötigt kein Vorwissen, da die Saga fortlaufend ist und immer andere Personen im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Besonders spannend ist die Serie für alle Freunde historischer Romane und Kenner der englischen Geschichte, da der Autor auch viel über das Königshaus und die politischen Verhältnisse mit einfließen lässt.

Das Besondere an diesem Band ist: Es stehen weniger die Wakefield-Erben im Vordergrund, sondern vielmehr „Nebenfiguren“, und einer historischen Person wird außerdem ganz besondere Aufmerksamkeit zuteil: John Bunyan. Gilbert Morris hat hier dem Verfasser der berühmten „Pilgerreise“ ein würdiges Denkmal gesetzt.

Der deutsche Titel passt sehr gut, auch wenn er dem englischen Original nicht ähnelt. Es gibt gleich mehrere Personen in dem Buch, die besondere „Stärke der Herzens“ zeigen, allen voran natürlich John Bunyan, aber später auch Evan Morgan, Jenny Clairmont und Lady Wakefield. Die Geschichte zieht einen unheimlich in seinen Bann. Ich finde es sehr schwer, einen kurzen Abriss über den Inhalt zu geben, da einfach so viel passiert und die Geschichte so vielschichtig ist. Es ist großartig, wie historische Ereignisse wie die Pestwellen in London und der Große Brand von 1666 sowie Zeitgenossen wie Shakespeare und seine Stücke hier eingeflochten werden.

Keine Frage, „Stärke des Herzens“ berührt, fesselt und unterhält exzellent. Klare Kaufempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Ein unglaubliches Debüt!

Wir hofften auf bessere Zeiten
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7 Jahre hat Erin Bartels an ihrem Debütroman geschrieben, wie sie im Nachwort verrät. Als sie ihre Recherchen zu den Rassismusproblemen in den USA begann, war die Welt noch eine andere als heute. Umso ...

7 Jahre hat Erin Bartels an ihrem Debütroman geschrieben, wie sie im Nachwort verrät. Als sie ihre Recherchen zu den Rassismusproblemen in den USA begann, war die Welt noch eine andere als heute. Umso erstaunlicher, wie aktuell ihre mitreißende Familiengeschichte über 4 Generationen geworden ist!

Zur Handlung: Die Journalistin Elizabeth Balsam zieht nach einer kurzfristigen Entlassung Hals über Kopf zu ihrer bis dato unbekannten Großtante Nora Balsam, die in den 1960er Jahren als Weiße einen Schwarzen geheiratet hatte. Plötzlich findet sie sich als Großstadtpflanze in einem 150 Jahre alten Haus auf dem Land voller Geheimnisse wieder. Nur langsam gelingt es ihr, sie gegen Noras Widerstand zu lüften und merkt, dass dies alles viel mehr mit ihr zu hat, als sie jemals zu ahnen gewagt hätte …

Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt – man begegnet der jungen Nora in den 1960er Jahren, ihrer Ahnin Mary Balsam zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs und Elizabeth in der Gegenwart. Gerade das macht den Reiz dieses Romans aus. Je mehr ans Licht kommt, umso mehr möchte man erfahren. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Selten hat es ein Debüt geschafft, mich so in seinen Bann zu ziehen!

Auch wenn das Thema Rassismus sich als roter Faden durch das Buch zieht, vermittelt es doch Hoffnung. Jede der Frauen setzt sich auf ihre Art gegen die Ungerechtigkeiten ihrer Zeit zur Wehr. Jede von ihnen erlebt die Liebe. Jede von ihnen hat auch einen eigenen Bezug zum Glauben, der hier jedoch eher in leisen Tönen vorkommt.

Mich hat „Wir hofften auf bessere Zeiten“ absolut begeistert – ich werde es sicher noch einmal mit etwas Abstand lesen. Wer historische Romane mit Gegenwartsbezug mag, wird dieses Buch lieben!

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