Profilbild von Furbaby_Mom

Furbaby_Mom

Lesejury Star
offline

Furbaby_Mom ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Furbaby_Mom über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2020

Zum Verlieben schön!

Der Garten des Hauses Ramblings
0

Kate Fields Roman ist eines jener Werke, in die man sich Seite um Seite mehr verliebt und schon zu Beginn des Buches hofft, das Ende der Geschichte möge noch lange auf sich warten lassen. Ich bin total ...

Kate Fields Roman ist eines jener Werke, in die man sich Seite um Seite mehr verliebt und schon zu Beginn des Buches hofft, das Ende der Geschichte möge noch lange auf sich warten lassen. Ich bin total begeistert – und zugleich verwundert darüber, dass ich diese begabte Autorin erst jetzt für mich entdeckt habe! Ihr zuvor erschienener Roman, "Der Zauber des Hauses Ramblings", ist nun direkt auf meine Wunschliste gewandert.

Zur Handlung:

Auf den ersten Blick ist Tess Bailey ein wandelnder Sonnenschein, immer fröhlich, souverän und so auffällig gestylt, dass sie im kleinen Ort Ribblemill, wo sie einst aufgewachsen war, auffällt wie eine rote Rose unter Gänseblümchen. Alle lieben Tess und die junge Frau ist sich dessen sehr wohl bewusst, hat sie doch ihr Leben lang alles dafür getan, um überall beliebt zu sein. Nicht etwa aus Eitelkeit oder Geltungssucht, nein. Tess kämpft um die Anerkennung ihrer Mutter. Um Grace stolz zu machen, bemüht Tess sich in allen Aspekten ihres Lebens um Perfektion, hat einen Job als Anwältin angenommen, obwohl ihr Herz für die Musik schlägt, hat eine pompöse Hochzeitsfeier ausgerichtet, von der die kleine Gemeinde noch Jahre später schwärmt und dennoch…es scheint nicht genug zu sein. Um schnell wieder Anschluss in Ribblemill zu finden, gründet Tess einen Chor, meldet sich für sämtliche Aktivitäten an, tritt nahezu jedem Club bei und wirkt als freiwillige Helferin bei Projekten mit – je mehr Ablenkung von dem dunklen Geheimnis, das schwer auf ihrer Seele lastet, desto besser. Ärgerlicherweise muss sie sich ihre neue Unterkunft, das zauberhafte kleine Cobweb Cottage, mit dem mürrischen Noah Thornton teilen, dem ihre "ständige Heiterkeit" schwer auf die Nerven geht. Für ihn ist diese "gedopte Disney-Prinzessin" vor allem deswegen kaum zu ertragen, weil er sich gerade nach Ruhe und Frieden sehnt, um ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Doch nach und nach finden sowohl Tess als auch Noah Gefallen an ihrer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft…

Diese zauberhafte Geschichte ist so viel tiefgründiger und mitreißender, als der bereits vielversprechende Klappentext vermuten lässt! Ich habe mein Herz an Noah Thornton verloren – und an diese entzückende Gemeinde Ribblemill mit ihren liebenswerten Einwohnern. Selten habe ich eine Love Story erlebt, die sich so zart und vorsichtig zwischen den Figuren aufbaut, während bei mir längst das aufgeregte Herzklopfen eingesetzt hatte und ich den nächsten Szenen entgegenfieberte. Total glaubwürdig und einfach nur wunderschön!

">>Du kannst niemanden glücklich machen, wenn du selbst nicht mit dir im Reinen bist.<<"

Tess hätte ich am liebsten des Öfteren in den Arm genommen und getröstet. Über ihre Entwicklung habe ich mich unglaublich gefreut! Sie ist so eine starke, warmherzige, hilfsbereite Person. Und Noah…er zählt ab sofort zu meinen liebsten Bookboyfriends. Auch die Nebenfiguren sind überzeugend gestaltet worden, wobei Kyles Szenen mich besonders gerührt haben.

Die Handlung wird in der dritten Person, aus der Perspektive von Tess erzählt. Einmal angefangen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der angenehme Schreibstil ist die perfekte Mischung aus authentisch, gefühlsbetont, harmonisch und fesselnd, hier hat einfach alles gepasst!

Fazit: Das hübsche Cover hält, was es verspricht: "Der Garten des Hauses Ramblings" ist ein Wohlfühlroman par excellence!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Absolut bezaubernd - eines meiner Jahreshighlights!

Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne (Ikonen ihrer Zeit 2)
0

Juliana Weinbergs biographischer Roman über das Leben Audrey Hepburns hat mich restlos begeistert! Selbstverständlich war mir der Name der berühmten Schauspielerin und Stilikone schon zuvor ein Begriff ...

Juliana Weinbergs biographischer Roman über das Leben Audrey Hepburns hat mich restlos begeistert! Selbstverständlich war mir der Name der berühmten Schauspielerin und Stilikone schon zuvor ein Begriff gewesen, verkörpert sie doch zeitlose Eleganz wie keine andere. Doch dieses Werk, das für mich den besten Frauenroman seit Langem darstellt und welches ich nur als absoluten Glücksgriff bezeichnen kann, hat mir nicht nur unzählige Facetten von Audreys Persönlichkeit und ihrem vermeintlich schillernden Leben nähergebracht, sondern mein ohnehin schon reges Interesse an ihr dermaßen befeuert, dass ich gleich im Anschluss an die Lektüre sämtliche im Roman erwähnten Namen gegoogelt habe und nun, da ich die Hintergründe kenne, unbedingt alle Hepburn-Filme anschauen möchte!

Man spürt in jeder Zeile die Bewunderung der Autorin sowie den Respekt für die viel zu früh verstorbene Schauspielschönheit, deren Stern am Filmhimmel zwar heller als kaum ein anderer gestrahlt hatte, die sich im Grunde ihres Herzens jedoch stets nur eine stabile, liebevolle Familie wünschte, die sie "mit Liebe überschütten" könnte. Die Rolle der Holly Golightly in "Breakfast at Tiffany’s" machte sie unsterblich, aber die größte Rolle ihres Lebens war die als Mutter. Ihre Söhne Sean und Luca, beide von unterschiedlichen Vätern, waren ihr Ein und Alles. Zu gerne hätte ich sowohl Mel Ferrer (Ehemann Nr. 1) und Andrea Dotti (Gatte Nr. 2), die ihre eigenen Interessen stets über das Wohl Audreys stellten, gehörig die Meinung gegeigt!

Wir begleiten Audrey von ihrer Kindheit im nazibesetzten Holland über ihre Jugend in London (- wo ihr Traum einer Karriere als Primaballerina zerbricht -) bis hin zu ihrem kometenhaften Aufstieg, den sie selbst nie ganz begreifen konnte. Der Vater hatte die Familie verlassen, als Audrey gerade mal sechs Jahre alt gewesen war – ein traumatisches Erlebnis, das sie dauerhaft prägte. Durch die puritanische Erziehung ihrer Mutter (einer einstigen Baronin, die den Adelstitel abgelegt hatte) reift Audrey zu einer Frau heran, die nie viel Aufhebens um sich selbst macht und sich nicht als etwas Besonderes sieht, nicht einmal, als sie sämtliche Preise der Filmbranche (Oscar, Tony Award, Emmy, Grammy) verliehen bekommt. Sie ist bekannt für ihre charmante, bodenständige Art, ihre überaus disziplinierte Arbeitsweise und ihr Pflichtgefühl sowie für ihr herzensgutes Wesen. Viele dieser Eigenschaften sind ausschlaggebend dafür, dass sie es sich nach ihrer Filmkarriere zur Mission macht, als UNICEF-Botschafterin die Ärmsten der Welt zu unterstützen.

Die Autorin nimmt die Leser mit hinter die Kulissen, wir erleben Audreys Erlebnisse an diversen Filmsets, erhalten Einblick in ihre privaten Beziehungen und Arbeitsbekanntschaften. Connie, Ehefrau des Filmproduzenten Jerry Wald, wird ihre beste Freundin. Es ist eine aufrichtige, loyale Freundschaft, die weit über die lockeren Gartenparties in Beverly Hills hinausgeht. Mit dem französischen Modedesigner Hubert de Givenchy verbindet Audrey Zeit ihres Lebens eine innige Freundschaft; er betrachtet sie als seine Muse und widmet ihr sein allererstes Parfüm (L’Interdit). Gregory Peck, an dessen Seite sie 1953 in der Romanze "Ein Herz und eine Krone" spielt (- ein Film, der ihren Durchbruch in Hollywood bedeutet und für den sie den Oscar für als 'Beste Hauptdarstellerin' gewinnt -), ist fortan einer ihrer engsten Vertrauten. Es scheint, als könne sich niemand Audreys Liebenswürdigkeit, ihrer oftmals von Schüchternheit und Unsicherheit geprägten Art entziehen.

Ich hatte beim Lesen mehrmals Tränen in den Augen, so einfühlsam beschreibt die Autorin die dunkelsten Stunden in Audreys Leben – ihre langanhaltende Depression nach drei Fehlgeburten, ihre Sehnsucht nach jener tiefgründigen Liebe, die keiner ihrer Ehemänner ihr zu geben vermochte. Oftmals galten Filmdiven dieser Epoche ja als flatterhaft und unbeständig, viele stürzten sich von einer Beziehung in das nächste amouröse Abenteuer. Nicht so Audrey. Ihr größter Wunsch war es, Ehefrau und Mutter sein - alles was sie im Gegenzug erwartete, war aufrichtige Liebe und Treue. Ich möchte betonen, dass trotz gelegentlich trauriger Momente die Grundstimmung des Werkes niemals in Negativität versinkt, im Gegenteil. Audreys sympathischer, humorvoller Charakter, ihre Stärke, Professionalität und Güte gegenüber anderen Menschen stehen im Vordergrund.

Der angenehme, emotional fesselnde Schreibstil der Autorin ist wahrhaft ein Genuss! Ich habe das über 600 Seiten umfassende Werk, für das Juliana Weinberg sich größtenteils an wahren Begebenheiten orientiert hat, innerhalb eines Tages verschlungen und fühlte mich danach auf solch besondere Weise mit Audrey Hepburn verbunden, als wäre sie eine Freundin von mir. Die atmosphärischen Beschreibungen der Lokalitäten, die Dialoge – alles wirkt so authentisch und greifbar, als wäre man selbst mittendrin im Geschehen.

Fazit: Dieses Buch ist ein Geschenk! Welch wundervolle Hommage an eine bezaubernde und in vielerlei Hinsicht beeindruckende Persönlichkeit! Perfekt für alle Liebhaber von biographischen Romanen und ein absolutes Muss für alle Fans der legendären, unvergessenen Audrey Hepburn!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

Süße Weihnachtsromanze in meiner Lieblingsbuchhandlung

Winter in Bloomsbury
0

"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Band von Annie Darlings Bloomsbury-Reihe. Jeder der romantisch-herzlichen Romane hat eine in sich geschlossene Handlung und kann einzeln gelesen werden. Ich habe die ...

"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Band von Annie Darlings Bloomsbury-Reihe. Jeder der romantisch-herzlichen Romane hat eine in sich geschlossene Handlung und kann einzeln gelesen werden. Ich habe die Reihe von Anfang an begeistert verfolgt und hoffe inständig, dass diesem Werk noch viele weitere folgen werden, da sich die Protagonisten rund um den zauberhaften Buchladen allesamt in mein Herz geschlichen haben!

Weihnachten hält Einzug im "Happy Ends", der wundervollen (leider fiktiven) Buchhandlung im Londoner Stadtteil Bloomsbury, die sich ganz und gar dem Verkauf von Liebesromanen aller Art verschrieben hat. Jeder um sie herum scheint sich wie verrückt auf das Fest der Liebe zu freuen - sehr zum Leidwesen von Mattie (der Betreiberin der angrenzenden Teestube) und Tom, dem mysteriösen, stets etwas introvertierten Angestellten des Bookstores, der aus seinem Privatleben schon immer ein großes Geheimnis gemacht hat. Als überraschend die gemütliche Wohnung über dem Laden frei wird, wollen sowohl Mattie als auch Tom, die einander noch nie wirklich leiden konnten und deren einzige Gemeinsamkeit die Verabscheuung des allgemeinen Weihnachtstrubels ist, unbedingt beide dort einziehen. Doch Posy, ihre Vermieterin und Chefin, weigert sich vehement, eine Wahl zwischen ihnen zu treffen – diesen Stress kann sie zusätzlich zu ihrem schwangerschaftsbedingten Hormonchaos nämlich rein gar nicht gebrauchen. So entsteht eine unfreiwillige Wohngemeinschaft, deren Konditionen Mattie und Tom des Öfteren an ihre Toleranzgrenze treiben und einander näherbringen, als sie sich zunächst eingestehen wollen...

Mattie ist eine sympathische junge Frau, die den eleganten Kleidungsstil von Audrey Hepburn übernommen hat und deren Herz ganz und gar für die Kreation kulinarischer Köstlichkeiten schlägt. Auch Weihnachten hat sie einst geliebt - bis zu dem tragischen Fest vor zwei Jahren, als sie (ausgerechnet in Paris, ihrem Sehnsuchtsort) furchtbar enttäuscht und hintergangen worden ist. Seitdem stellt jedes Weihnachtsfest für die hübsche Konditorin nur eine Erinnerung an ihre Einsamkeit dar, aller Bemühungen ihrer Familie und ihrer besten Freundin Pippa zum Trotz. Auch Tom ist ein absoluter Weihnachtsmuffel, der obendrein auf den ersten Blick ziemlich überheblich und unnahbar wirken kann.

Ich habe mich riesig über das Wiedersehen mit Posy, Nina und Verity gefreut, die mir mittlerweile alle so vertraut wie alte Freunde erscheinen. Während Posy mich in den letzten Bänden mit ihrem Hang zur Quengelei, ihrer Ungeduld und maßloser Übertreibung ein klein wenig genervt hatte, war ich diesbezüglich nun vollends versöhnt. Sie ist zwar immer noch eine Drama Queen, was übrigens rein auf ihre Schwangerschaft geschoben wird – doch in diesem Werk ist ihre Figur bewusst dermaßen überzeichnet worden, dass sie einen rein komödiantischen Effekt auf mich hatte, weil man sie schlichtweg nicht ernst nehmen kann. Äußerst angetan war ich auch von den reizenden Nebenfiguren, vor allem vom herzensguten Senior Cuthbert, der eine ganz wunderbare Ergänzung zum Team darstellt. Veritys übergewichtiger, vernaschter Kater Strumpet war natürlich auch wieder mit von der Partie.

Die Geschichte, die mit jedem Kapitel einen Countdown bis Weihnachten bildet, ist aus Matties Sicht in der dritten Person geschrieben worden. Wie auch in den Vorgängerbänden brilliert die Autorin mit schlagfertigen, frechen Dialogen, viel Humor und einem angemessenen Hauch von Romantik. Die Annäherung zwischen Mattie und Tom entwickelt sich langsam und ungemein glaubwürdig; ihre kleinen Zankereien, zaghaften Flirts und Missverständnisse im Laufe der Handlung wirkten stets nachvollziehbar und befeuerten die Funken, die zwischen den beiden Hauptfiguren sprühten. Die Hintergrundgeschichte zu Matties Verhalten (die erklärt, warum Mattie meint, dass sie es nicht wert sei, geliebt zu werden), ist sehr zeitgemäß (Stichwort: Gaslighting).

Viel zu schnell hatte ich die letzte Seite des Romans erreicht; eine Tatsache, die mir lediglich aufgrund des tollen Cupcake-Rezepts im Anhang etwas versüßt wurde. Dank des traumhaft schönen, mit Glitzerpartikeln veredelten Wintermotiv-Covers macht das Werk auch optisch im Bücherregal richtig was her.

Fazit: Angenehm lockere Unterhaltung, liebenswerte Figuren und viel Humor - die ideale Einstimmung auf Weihnachten! Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von Feel-Good-Stories und ein Muss für Fans der Bloomsbury-Reihe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

Perfekte Einstimmung auf Weihnachten

Ich dachte, wir schenken uns nichts?!
0

Schon lange hatte ich auf das neue Werk dieses überaus sympathischen Autorinnen-Duos hingefiebert – erst recht, als bekannt wurde, dass es sich um ein "Überlebenstraining für Weihnachtselfen und Festtagsmuffel" ...

Schon lange hatte ich auf das neue Werk dieses überaus sympathischen Autorinnen-Duos hingefiebert – erst recht, als bekannt wurde, dass es sich um ein "Überlebenstraining für Weihnachtselfen und Festtagsmuffel" handeln würde! Das Cover ist – wie immer bei Werken von Lucinde Hutzenlaub und Heike Abidi – ein absoluter Eyecatcher: gehalten in knalligem Lila und verziert mit zwei niedlichen kleinen Eulen; ich liebe es! Für mich ist Weihnachten, speziell die Vorweihnachtszeit, die schönste Zeit des Jahres und somit war mir diese wahrlich festliche Lektüre natürlich auch schon im frühen Herbst mehr als willkommen. Erneut habe ich mich königlich amüsiert und bin absolut begeistert! (Nicht, dass ich von L. Hutzenlaub und H. Abidi etwas anderes erwartet hätte!)

Das in vier größere Abschnitte unterteilte Werk wird eingerahmt von einem sehr persönlichen Vor- und Nachwort und ist abwechselnd aus der Sicht von Lucinde und Heike geschrieben worden, die mit einem Augenzwinkern von ihren schönsten, witzigsten, rührendsten und skurrilsten (Stichwort: Babysitting 1980) Erlebnissen rund um Weihnachten berichten. Auch Silvester und die 'Zeit zwischen den Jahren' kommen dabei nicht zu kurz, stets in herrlich humorvoller Manier.

Ob weihnachtliches Bullshit-Bingo, Weihnachtsquiz oder die überraschende Vielfalt an Weihnachtswichteln-Versionen – man kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus, wozu auch die kreativen Kapitelüberschriften und häufig eingestreuten Tipps der Autorinnen beigetragen haben. Überhaupt fühlte sich das Lesen an wie ein Gespräch unter guten Freundinnen, mit denen man gemeinsam die ersten Lebkuchen verputzt und über das Leben sinniert. Der Schreibstil ist pointiert, durch und durch angenehm und einladend – stets blättert man erwartungsfroh die nächste Seite um und viel zu schnell ist das Nachwort erreicht.

Hinsichtlich Weihnachtsfeeling bin ich (ob Lieblingsweihnachtsfilm, -gedicht oder -lied) ganz klar im 'Team Lucinde' - auch mir kann es gar nicht glitzernd und besinnlich genug zugehen; wobei ich entdeckt habe, dass Heike gar nicht solch ein Grinch ist, wie sie behauptet und ich mich häufig auch in ihren Beiträgen ein wenig wiedergefunden habe. Ich habe nicht nur leckere Rezepte, klassische (internationale) Traditionen, interessante Bräuche (wie das Christbaumloben) und mir bisher unbekannte Weihnachtssongs aus dem Werk mitnehmen können, sondern auch jenes wohlig warme Gefühl, das sich stets einstellt, wenn man mit lieben Menschen Zeit verbringt. Ich hoffe, die Autorinnen werden uns noch mit ganz vielen weiteren gemeinsamen Büchern beglücken!

Fazit: Das perfekte Weihnachtsgeschenk – auch für jene Familien, in denen es alle Jahre wieder heißt: "Ich dachte, wir schenken und nichts?!"

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2020

Episches Sci-Fi-Abenteuer!

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
0

"Was auch immer die Zukunft brachte, sie war bereit, ihr zu begegnen."

Für mich war dieses Buch totales Neuland. – Ein fast 1000seitiger Sci-Fi-Roman stellt wirklich eine komplette Abweichung von meinen ...

"Was auch immer die Zukunft brachte, sie war bereit, ihr zu begegnen."

Für mich war dieses Buch totales Neuland. – Ein fast 1000seitiger Sci-Fi-Roman stellt wirklich eine komplette Abweichung von meinen sonstigen Lesevorlieben dar. In der Vergangenheit hätte ich mich an solch einen Wälzer wahrscheinlich nicht herangewagt – nicht aufgrund der hohen Seitenanzahl, sondern aus Furcht vor zu vielen technisch komplizierten, für mich als Physik-Laie unverständlichen Fachbegriffen, die mir das Lesevergnügen verhageln würden. Aber der Klappentext klang faszinierend, die Leseprobe überzeugte mich ob des fesselnden Schreibstils und das wunderschöne Cover zog mich geradezu magisch an!

Die junge, sympathische, äußerst intelligente Xenobiologin Kira steht kurz vor dem Abschluss ihrer Mission – der Besiedlungsfreigabe des Mondes Adrasteia. Ihre Crew feiert im Grunde bereits die bevorstehende, langersehnte Heimkehr, als Kira (die sich nach einem spontanen Heiratsantrag ihres Freundes Alan im absoluten Glückstaumel befindet) nochmal zu einem weiteren Auftrag verdonnert wird. Alles in mir sträubte sich beim Lesen, als Kira die vermeintlich sichere Umgebung verlässt, denn ich ahnte bereits, dass ihr dies zum Verhängnis werden würde. Und tatsächlich: Nur wenige Augenblicke später verändert sich ihr Leben auf tragische, unwiderrufliche Weise, denn sie wird kontaminiert mit einer außerirdischen Lebensform. Als wäre dies nicht schlimm genug, steht plötzlich das Überleben aller auf dem Spiel…

Zwar schreitet die Handlung bereits direkt zu Beginn zügig voran, doch gefühlt hatte ich nur einmal geblinzelt und befand mich schon inmitten von Alienkämpfen, Tod und Leid. So viel Action hatte ich nun doch nicht erwartet. Dennoch verpackt der Autor das Ganze in eine solch kreative, außergewöhnlich gut durchdachte Storywelt, dass ich mir häufig ganz klein vorkam im Vergleich zu diesen unendlichen Weiten des Weltalls. Wahnsinn! Paolini hat storytechnisch einen eigenen komplexen Kosmos erschaffen, vor dem ich nur respektvoll den Hut ziehen kann. (Die beinahe kindliche Bezeichnung der Aliens allerdings, die ich hier aus Gründen der Spoilervermeidung nicht nennen möchte, fand ich fast schon niedlich und etwas zu stereotypisch gewählt.) Natürlich häufen sich einige Fachbegriffe und Prozesse, die entweder direkt im Text, spätestens aber im umfangreichen Addendum erklärt werden, in welchem man einen Überblick über die für den Roman relevanten physikalischen Prinzipien (Raumzeit, Überlichtgeschwindigkeit) sowie ein umfangreiches Glossar und eine Zeitchronik findet. Ich kann nur erahnen, wie zeitintensiv die Ausarbeitung dieses Mammutwerks ausgefallen sein muss.

Tatsächlich hatte ich das vorherige, international gefeierte Werk ("Eragon") des Bestseller-Autors nicht gelesen, kann also nicht beurteilen, inwiefern sein Schreibstil sich über die Jahre hinweg gewandelt hat. Fest steht aber, dass man sich für diese Lektüre viel Zeit nehmen muss, um nicht nur den Überblick über die intensive, fordernde Story und die Vielzahl an (Neben-)Figuren zu bewahren, sondern auch um in den vollen Genuss der detaillierten, bildgewaltigen Beschreibungen zu kommen. Ich könnte mir diesen Roman richtig gut als Blockbuster auf der Kinoleinwand vorstellen! (– …vielleicht mit Sigourney Weaver als Kira?) Die Crew-Mitglieder der Wallfish fand ich klasse und wunderbar individuell herausgearbeitet.

Dieses futuristische Meisterwerk kommt in einer edlen Ausstattung daher, samt Lesebändchen und aufwendiger Innengestaltung, die beeindruckende Schwarz-Weiß-Abbildungen (Sternenkarten, Sonnensysteme, etc.) und technische Grafiken beinhaltet.

Den amerikanischen Originaltitel ("To Sleep in a Sea of Stars") finde ich sogar noch treffender als die deutsche Version, vor allem im Hinblick auf das Romanende. Beim letzten Satz standen mir übrigens Tränen in den Augen. (Soviel dazu, dass ich vorab befürchtet hatte, womöglich mit einer allzu nüchternen Schreibweise konfrontiert zu werden, die keine Annäherung an die Figuren zulassen würde. Pustekuchen!)

Mein einziger, klitzekleiner Kritikpunkt ist die Tatsache, dass mir manche Abschnitte etwas lang erschienen – vielleicht kam mir dies aber auch nur als Genre-Neuling so vor, da ich manche Fakten auch ohne (längere) Erklärung einfach als gegeben akzeptiert hätte.

Fazit: Ein Muss für alle Sci-Fi-Fans und Freunde von spannungsgeladener, manchmal harter, aber stets beeindruckender, futuristischer Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere