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Veröffentlicht am 13.10.2020

Pageturner

Knochengrab (Ein Sayer-Altair-Thriller 2)
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Im Shenandoah Nationalpark werden in einer Höhle menschliche Knochen gefunden und schließlich auch frische Leichen. Sayer Altair, Agentin beim FBI, wird hinzugezogen. Nach ihrem letzten Fall wird das FBI ...

Im Shenandoah Nationalpark werden in einer Höhle menschliche Knochen gefunden und schließlich auch frische Leichen. Sayer Altair, Agentin beim FBI, wird hinzugezogen. Nach ihrem letzten Fall wird das FBI gründlich untersucht, und so muss Sayer mit einem sehr kleinen Team auskommen.

Band 1 war ein Überraschungshit für mich und ich war sehr gespannt auf Sayers neuen Fall. Die Protagonistin ist nicht nur FBI-Agentin sondern auch Neurowissenschaftlerin und untersucht in dieser Funktion Psychopathen, derzeit solche, die nicht straffällig wurden. Sie hat einen interessanten Hintergrund und natürlich ist auch wieder Sayers privater Kreis mit von der Partie, Hund Vesper, Nachbar Tino, die Großmutter und Adi aus Band 1, die nun bei Sayers wohnt. Sie alle zeigen, dass Sayer mehr ist als nur eine FBI-Agentin, nämlich eine Frau mit Herz

Neben Sayer sind auch die weiteren Charaktere interessant. Ezra Coen kennt man bereits aus dem ersten Band, dort wurde er, wie auch Sayer selbst, schwer verletzt, hier nun ist beider erster Einsatz nach ihrer Genesung. Maxwell Cho ist nicht nur derjenige, der beim Wandern die Knochen fand, sondern auch vom FBI, sein Hund Kona, der nicht unwesentlich am Fund beteiligt war, ist ein ausgebildeter Spürhund. Die Rechtsmedizinerin und Anthropologin Dana Wilbanks kam gerade aus dem Kongo zurück, wo sie Leichen aus Massengräbern identifizierte. Auch die beiden örtlichen Teammitglieder, Piper MacLaughlin, die Parkrangerin, und Kyle Nelson, der örtliche Polizeichief, haben ihre Besonderheiten und machen die Mannschaft komplett.

Die Autorin hat nicht nur einen spannenden Thriller geschrieben, der Leser erhält auch allerlei interessanten wissenschaftlichen Input. Der Fall ist wieder sehr spannend und hat einige überraschende Wendungen zu bieten. Eines der Opfer ist ebenfalls ein sehr gelungener Charakter, und zeigt, was Menschen unter Extremsituationen schaffen können.

Größeren Raum nimmt auch die o. g. Untersuchung ein, die nicht nur Sayers Chefin ihren Job kosten könnte. Und auch der Tod von Jake, Sayers Verlobtem, und der neueste Proband ihres Psychopathen-Projektes erhalten einen höheren Stellenwert als gedacht und werden womöglich in Band 3 noch wichtiger werden.

Stellenweise konnte ich den Roman kaum aus der Hand legen, er ist ein Pageturner par excellence. Trotz aller Spannung habe ich mich aber irgendwann gewundert, warum die Ermittler so begriffsstutzig sind. Ich finde es zwar nicht schlimm, wenn ich als Leser den Täter erahnen kann, aber ich finde es weniger gut, wenn die Ermittler allzu lange auf dem Schlauch stehen – hier vor allem, wenn man die Geschehnisse des Vorgängerbandes bedenkt. Das kostet dem Roman dann doch einen halben Stern.

Band 2 ist ähnlich spannend wie Band 1, der mich seinerzeit schon sehr positiv überrascht hat. Daneben mag ich auch das Charakterensemble gern und hoffe bald mehr von ihnen zu hören. Wer gerne spannende Thriller liest, die durchaus auch blutig sein dürfen, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Veröffentlicht am 11.10.2020

Lorettas zwölfter Fall ist wieder sehr gelungen

Ringelpietz mit Abmurksen
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Loretta Luchs ist nun schon eine Zeit lang ohne festen Partner, zu lange, wie ihre Freunde, fast alle glückliche Paare, meinen. Und so bekommt Loretta Gutscheine fürs Speeddating geschenkt und wird „genötigt“ ...

Loretta Luchs ist nun schon eine Zeit lang ohne festen Partner, zu lange, wie ihre Freunde, fast alle glückliche Paare, meinen. Und so bekommt Loretta Gutscheine fürs Speeddating geschenkt und wird „genötigt“ sich ein Profil auf einer Datingside zu erstellen. Und tatsächlich gibt es bald einen viel versprechenden Kandidaten für Lorettas Liebesglück, aber leider auch eine Leiche beim Speeddating.

Dies ist tatsächlich bereits Band 12 der Reihe! Man kann übrigens alle Bände unabhängig voneinander lesen, auch ich bin erst mit Band 5 eingestiegen, aber natürlich ist es schöner, alles der Reihe nach zu lesen, um die ganzen Entwicklungen nicht zu verpassen (ich habe mir die fehlenden ersten Bände auch besorgt).

Neben Loretta haben vor allem Frank, der mit Bärbel den Tante-Emma-Laden aus dem Vorgängerband übernommen hat, Dennis, Lorettas Chef, und Diana, Loretta frühere Mitbewohnerin, die mittlerweile an der Nordsee lebt, ihre Auftritte. Frank darf übrigens auch wieder „Andakawwa“! Dazu kommen die Teilnehmer der Speeddatings und zwei entzückende ältere Damen, die einen wesentlichen Anteil an Lorettas Ermittlungen haben, und die vielleicht in späteren Bände wiedertrifft.

Ich fand Lorettas früheren Partner Pascal immer ziemlich fade, und hoffte daher, dass sie einen besser passenden Mann an ihrer Seite findet. Ob das gelungen ist? Lasst euch überraschen! Ich bin übrigens zufrieden mit dem Ende des Romans, das der Reihe einige neue Impulse geben könnte.

Der Kriminalfall wird erst relativ spät wesentlich für die Erzählung, das ist aber nicht weiter schlimm, denn Fans der Reihe mögen es auch über die privaten Details der Clique rund um Loretta zu lesen. Langweilig wird einem da nicht. Aufgelöst wird der Fall etwas überraschend aber logisch – perfekt.

Ich habe mich wirklich gut unterhalten mit Lorettas zwölftem Fall und freue mich schon auf den nächsten Band. Wer Krimis mag, die mit Humor nicht geizen, eine sympathische Protagonistin, mit einem ein bisschen außergewöhlichen Freundeskreis haben, und gut durchdachte Kriminalfälle bieten, solte hier zugreifen. Von mir gibt es 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Ich mag diese humorvolle Krimireihe sehr

Mordsmäßig versaut
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Dieses Mal ist es nicht Louisa, die über eine Leiche stolpert, sondern Trudi, noch dazu in einer sehr verfänglichen Situation. Und auch wenn Louisa ihrem Liebsten versprochen hat, sich dieses Mal aus den ...

Dieses Mal ist es nicht Louisa, die über eine Leiche stolpert, sondern Trudi, noch dazu in einer sehr verfänglichen Situation. Und auch wenn Louisa ihrem Liebsten versprochen hat, sich dieses Mal aus den Ermittlungen herauszuhalten, ist das nicht so einfach, denn sie muss Emily und Trudi davor beschützen, sich in die Bredouille zu bringen.

Dies ist bereits der 6. Band der äußerst vergnüglichen Krimireihe, die weiterhin mit skurrilen Kriminalfällen, ebensolchen Charakteren und viel Humor aufwartet. Besonders die Charaktere sind es, dir mir sehr gefallen, und immer wieder für vergnügliche Lesestunden sorgen. Saskia Louis hat sie alle sehr liebevoll gezeichnet. Alle sind sie auf ihre Art durchgeknallt, was sie besonders liebenswert macht zumindest als Charaktere in einem Roman. Ob ich es im wahren Leben lange in ihrer Gesellschaft aushalten würde, steht auf einem anderen Blatt.

Louisas über 70jährige ehemalige Angestellte Trudi entwickelt sich dabei immer mehr zu meinem Lieblingscharakter. Alleine ihre Sprüche und ihre Ideen sind herrlich. Die Protagonistin und ihre Schwester Emily sind auch so eine Sache für sich, irgendwie sehr anstrengend, und dennoch muss man sie mögen. Und dann Kommissar Joshua Rispo und seine Brüder. Joshua hat es nicht leicht mit seiner Familie, und hat sich auch noch für eine schwierige Freundin entschieden. Er selbst ist von der eher strengen Sorte, immerhin ist er Polizist, doch immer wieder muss er das eine oder andere Auge zudrücken, und so langsam glaube ich, bei ihm setzt eine leichte Entwicklung in Richtung weniger streng ein …

Und der Fall ist natürlich auch dieses Mal wieder alles andere als normal. Wer hätte gedacht, dass es in Seniorenheimen so abgeht, kein Wunder, dass sich Trudi dort wohl fühlt, obwohl sie sich zunächst nur undercover eingeschleust hat.

Die Auflösung habe ich so nicht kommen sehen, ist aber nachvollziehbar. Nur die übergroße Dramatik des Showdown ist mir ein bisschen zu viel. Und was sich als weitere Entwicklung der privaten Geschichte der Protagonisten abzeichnet, lässt auf einen gelungenen siebten Band hoffen.

Ich mag diese Reihe sehr und hoffe auf noch viele Fortsetzungen. Wer neben einem außergewöhnlichen Kriminalfall auch skurrile Charaktere und viel Humor verkraftet, sollte nicht auf sie verzichten und am besten mit Band 1 starten. 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.08.2020

Gelungener Abschlussband mit relativ offenem Ende

Spät dran am Jüngsten Tag
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Bobby Dollar ist aus der Hölle zurück, aber die Frau, die er liebt, die Dämonin Caz, konnte er nicht befreien. Nach wie vor, will er sie aber wiederhaben, und so muss er weiter der Verschwörung des „Driitten ...

Bobby Dollar ist aus der Hölle zurück, aber die Frau, die er liebt, die Dämonin Caz, konnte er nicht befreien. Nach wie vor, will er sie aber wiederhaben, und so muss er weiter der Verschwörung des „Driitten Weges“ nachspüren und ein Mittel gegen den Dämonen Eligor, der Caz gefangen hält, in die Hände bekommen. Und das alles neben seinem Job als Anwaltengel.

Band 2 der Trilogie hatte mich eher enttäuscht, der Abschlussband dagegen ist wieder deutlich besser. Hier geht es erneut voll zur Sache und es kommt keine Langeweile auf. Bobby hat es weiterhin nicht leicht, der Himmel, die Hölle und nun auch noch eine obskure Vereinigung namens „Die schwarze Sonne“ ist hinter ihm her, und sein Leben, und das seiner Mitstreiter ständig in Gefahr. Dann wird ihm im Himmel auch noch der Prozess gemacht …

Viele alte Bekannte bevölkern diesen Roman, wie etwa Bobbys Chef Temuel und seine Kollegen Sam und Clarence, Wereber George, Auto- und Waffenhändler Orban und das sensitive Schulmädchen Edie. Aber auch ein paar neue und nicht weniger interessante Charaktere kommen dazu, wie die beiden ukrainischen Amazonen Oxana und Halyna und Baldur von Reinmann, der Chef der Schwarzen Sonne. Allen Charakteren ist eine gewisse Skurrilität eigen.

Das Setting ist das heutige Kalifornien, der Ort, in dem Bobby lebt und arbeitet heißt passenderweise San Judas. Als weitere Örtlichkeiten kommen der Himmel und Kainos, der Ort, an dem sich der Dritte Weg etabliert hat, hinzu.

Garniert wird das Ganze mit einer Menge unheimlicher (Höllen)Kreaturen, die, zumindest größtenteils, Jagd auf Bobby und seine Gang machen. Hier hat der Autor seine Phantasie los gelassen, und es ist nicht immer leicht, sich die kuriosen Wesen vorzustellen, aber als Leser mit ebenfalls viel Phantasie hat es dann doch funktioniert.

Dass der Autor Bobby selbst in Ich-Form erzählen lässt, gibt dem Roman einen besonderen Pfiff. Der Leser weiß immer nur so viel wie Bobby und erlebt alles hautnah mit. Der Erzählstil erinnert stark an Hardboiled-Romane der Crime noir-Ära und ist voller Action, Spannung und Humor.

Das Ende hat Tad Williams relativ offen gestaltet, was mir gut gefällt. Im Grunde ist aber alles aufgelöst, nur manches hat sich eben anders entwickelt, als erhofft. Ich finde nicht, dass es weitere Romane geben müsste, würde aber auch nicht nein sagen, wenn es sie gäbe. Ich mag Bobby und seine Mitstreiter, und hätte nichts gegen ein Wiedersehen. Immerhin hat der Autor auch eine andere Reihe wiederbelebt.

„Spät dran am jüngsten Tag“ ist ein gelungener Abschlussband der Trilogie, der wegen seines relativ offenen Ende aber nicht jedem gefallen wird. Ich wurde jedenfalls gut unterhalten, empfehle die Trilogie, die man unbedingt der der Reihe nach lesen sollte gerne weiter, und vergebe 4,5 Sterne (aufgerundet wo nötig).

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Sehr phantasievoll

Der Händler der Töne
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Noé hat jung seine Eltern verloren und wurde dann im Dorf hin und her gereicht. Als er die Möglichkeit hat, dieses zu verlassen, ist er sehr froh, auch wenn er seine Freundin Minu zurücklassen muss – doch ...

Noé hat jung seine Eltern verloren und wurde dann im Dorf hin und her gereicht. Als er die Möglichkeit hat, dieses zu verlassen, ist er sehr froh, auch wenn er seine Freundin Minu zurücklassen muss – doch das ist hoffentlich nicht für lange. Mit dem Händer der Töne reist er nun durch die Welt.

Verena Petrasch hat ganz schnell mit ihrer Phantasie bei mir gepunktet, die Welt, die sie erschaffen hat, die Wesen darin, die Töne – das ist unglaublich beeindruckend, und hat mich stellenweise sogar an Michael Ende erinnert. Eine Welt, in der sich alles um Töne dreht, und alles einen eigenen Klang hat – die Autorin findet dabei einen Erzählstil der das alles fassbar macht, die verschiedenen Töne, man kann sie regelrecht hören, dazu sind sie noch sehr individuell benannt, herrlich. Manchmal jedoch muss etwas viel erklärt werden, was die Story aufhält. Und auch zwischendurch gibt es hin und wieder langatmigere Szenen, aber ein Kinderbuch braucht auch keine durchgehende nervenzerfetzende Spannung.

Die Story ist nicht nur phantasievoll, sondern auch teilweise recht düster, da geht es um Schmerzen und Verlust; die Klangpiraten sind sehr böse und relativ brutal – aber hier kommt es auch zu spannenden Szenen. Aber auch Freundschaft, Mut und Trost sind Themen – und Humor spielt ebenso seine Rolle.

Die Charaktere haben mir gut gefallen, allen voran Noé, der gute Identifikationsmöglichkeiten bietet. Der ein oder andere Charakter bringt auch Humor ins Spiel, wie Nagaina und ihre besonderen Tiere oder der Tonillusionist Igor Nowitzki, dem nicht alles so gelingt wie geplant. Besonders gut gefallen hat mir Farouk, der Perltonäugling, der mehr ist als nur ein Reittier (man kann ihn auch auf dem Cover bewundern).

Verena Petrasch hat sehr phantasievoll eine interessante Welt, die sich um Klänge und Töne dreht, erschaffen und zieht den Leser mittenhinein. Der Roman ist gut geeignet für Kinder ab 10 Jahre, die schon ein bisschen Erfahrung mit Fantasy haben und nicht allzu sensibel sind, kann aber auch Ältere verzaubern – ich vergebe 4,5 Sterne.

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