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Veröffentlicht am 26.10.2020

Temporeicher Thriller

Love & Bullets
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„Love & Bullets“ ist eine wunderbar skurrile Gangsterballade, die teils von einem Killer erzählt wird (dabei mag er den Titel nicht, auch lässt er sich nicht gern als „hitman“ bezeichnen.) Die ...

„Love & Bullets“ ist eine wunderbar skurrile Gangsterballade, die teils von einem Killer erzählt wird (dabei mag er den Titel nicht, auch lässt er sich nicht gern als „hitman“ bezeichnen.) Die Kapitel sind kurz, es geht Schlag auf Schlag, die Erzählung zeichnet sich durch einigermaßen cineastische Elemente aus, was sicher gewollt ist, man kann gar nicht anders, als an das Medium Film zu denken, auch wenn der Killer kräftige Seitenhiebe gegen die Ästhetik der Tarantino – Filme verteilt.
Kurz zum Inhalt:
Der Lebemann Bill und seine Freundin Fiona sind auf der Flucht, das Gangsterpärchen hat sich mit den falschen Leuten angelegt. Ein Gangstersyndikat will sein Geld zurück, und so führt die Reise das Paar nicht nur in die amerikanische Provinz, sondern auch in die Karibik. Fiona hat definitiv die Hosen an, die klassische Rollenverteilung spielt keine große Rolle. Ist das in dem Genre nun unkonventionell oder konventionell?
Bonnie und Clyde auf der Flucht, der Dandy, der eigentlich ein Verbrecher ist, das hat man schon gelesen, vornehm geht die Welt zugrunde, das kennt man alles schon.
Der Roman „Love &Bullets“ ist ein literarisches Roadmovie, daher enthält die Geschichte Elemente einer road novel, dies muss man als Leser/in mögen. Man wird natürlich beim Lesen ein gewisses Déjà-Vu haben, wenn man schon viele Romane aus dem Genre gelesen hat. Mich stört so etwas jedoch nicht.
Ich fühlte mich gut unterhalten, auch wenn „Love & Bullets“ stellenweise recht brutal ist, der Roman ist sicher nicht für Zartbesaitete geeignet. Ich denke, dass der spannende
Thriller im englischen Original noch besser wirkt, auch wenn ich an der deutschen Übersetzung nicht wirklich etwas auszusetzen habe.
Über den eigentlichen Handlungsverlauf will ich an dieser Stelle nicht viel verraten, um nicht zu spoilern, aber ich kann sagen, dass der Humor nicht zu kurz kommt, manche Passagen sind so überzeichnet, dass man sie nur für selbstironische Kommentare halten kann, ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das Ganze letztendlich eine Persiflage sein soll oder nicht.
Nick Kolakowski erfindet mit „Love & Bullets“ das Rad nicht neu, aber er präsentiert ein rasantes Actionfeuerwerk, das Spass macht, wenn man sich darauf einlässt.

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Besser als "Factually married", schlechter als "Friends without benefits"

The Logic of Kissing (Knitting in the City 4)
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Der Strickkreis aus Chicago lässt nichts anbrennen! Die Protagonistin Dr. Sandra Fielding kenne ich schon aus dem Band „Friends without benefits“.
Sie arbeitet als erfolgreiche Kinder- und Jugendpsychiaterin ...

Der Strickkreis aus Chicago lässt nichts anbrennen! Die Protagonistin Dr. Sandra Fielding kenne ich schon aus dem Band „Friends without benefits“.
Sie arbeitet als erfolgreiche Kinder- und Jugendpsychiaterin in einem Krankenhaus der Windy City. Leider ist sie in ihrem Privatleben nicht so erfolgreich. Ihre Dates im indischen Restaurant der Patels enden regelmässig mit einer Heulorgie ihrer potentiellen Partner, da Sandra es sich nicht verkneifen kann, die Männer zu analysieren. Sie möchte endlich eine Familie gründen und sie steht total auf „Hedgefonds-Manager“. Eines Tages spricht der gutaussehende Kellner Alexander sie an. Obwohl er jünger als sie ist, beginnen die beiden eine Beziehung miteinander. Der geheimnisvolle Alex gibt der Menschenkennerin Sandra Rätsel auf…

Ich liebe die „Knitting in the City“-Reihe von Penny Reid & ich habe alle bereits auf Deutsch publizierten Bände der Serie gelesen. Der Wert der Freundschaft ist in den Geschichten ebenso wichtig wie die Macht der Liebe.
„The Logic of Kissing“ war zu Beginn meiner Lektüre ein absoluter Volltreffer. Es gab ein Wiedersehen mit dem Strickkreis aus Chicago, der Star Wars – Fan Sandra war mir auch sympathisch, es gibt lustige Passagen und Sandras Vorliebe für Motto -Shirts macht sie menschlich.
Penny Reid beschreibt jedoch gleich im ersten Drittel das gute Aussehen des männlichen Protagonisten en détail, was ich schade finde, da es schwierig ist, Tiefe in einer Figur zu erkennen, wenn sie gleich als überirdisch gutaussehend beschrieben wird. Alex ist ein Mensch mit Problemen, mir war aber Vieles in diesem Roman einfach zu konstruiert. Reid folgt in ihrer Reihe scheinbar dem immer gleichen „Strickmuster“: Frau trifft einen gutaussehenden Kerl, es gibt einen Konflikt, dieser wird schnell aufgelöst, dann gibt es noch einen viel größeren Konflikt und einen Kriminalfall. Dies funktioniert in den Stephanie-Plum-Romanen von Janet Evanovich sehr gut, da bei Evanovich schon die „Grundzutaten“ sehr skurril sind (eine Kopfgeldjägerin, ihre Kollegin ist eine Ex – Bordsteinschwalbe). Bei Penny Reid sind alle Protagonistinnen Karrierefrauen in absolut respektablen Berufen: sie sind Ärztinnen, Krankenschwestern, Psychiaterinnen und IT-Spezialistinnen (wie Janie). Daher wirken die Unterwelt/Geheimdienstelemente in den Erzählungen irgendwie unpassend auf mich. Man muss die Romane daher wie Erotik-Märchen lesen, und man muss explizite Szenen mögen, sonst wird man beim Lesen keine Freude haben. „The Logic of Kissing“ gefiel mir zu Beginn richtig gut; manche Kapitel wurden mit Horoskopen eingeleitet, da Sandra auf die Macht der Sterne schwört. Die locker – leichte Erzählung weist keinerlei Längen auf. Ich war stets gespannt auf das nächste Kapitel. Leider änderte sich mein Leseeindruck nach der Hälfte des Romans, da die Autorin einfach viel zu dick auftrug und regelrecht melodramatische Szenen präsentierte, in denen vor Liebe geweint wurde. Außerdem fand ich Sandras pseudofranzösische Weisheiten nicht geistreich, sondern blöde. Sie passen für mich nicht zum Bild einer superschlauen Medizinerin. Ich will auch nichts über Männer lesen, die ihre Einrichtung zertrümmern. Auch Sandras Ausführungen über ihren texanischen Vater fand ich nervtötend, da bediente sie jedes Klischee über Texaner: „Nicht alle Texaner sind so, aber er hat ganz bestimmte Vorstellungen darüber, wie die Welt zu sein hat“.
Auch über den Tippfehler - „Ich Blick war wach und aufmerksam“ (43 % im E-book)- ärgerte ich mich, da das E-book nicht von einem Selfpublisher veröffentlicht wurde. Nennt mich „Rechtschreibnazi“ (bzw. „Druckfehlernazi“), aber ich erwarte auch in einem Buch, das kein Printexemplar ist, ein tadelloses Korrektorat. Toll fand ich aber die Nebenfiguren, etwa den Arzt Thomas. Und am Schluß, wie könnte es in dem Genre anders sein, gibt es ein glückliches Ende.

Fazit:

Spannung meets Romantik:
„ The Logic of Kissing“ gefiel mir sehr viel besser als der Auftaktband der Reihe („Love factually“), aber er gefiel mir nicht so gut wie der Band „Friends without benefits“. Dennoch habe ich mich über das Wiedersehen mit den strickbegeisterten Freundinnen aus Chicago gefreut. „The Logic of Kissing“ ist genau das Richtige, wenn man Lust auf einen Liebesroman hat (Auch wenn die Liebesszenen nicht immer mein Fall waren). Ich hatte den Roman nach wenigen Tagen ausgelesen, der locker-leichte Stil der Autorin passt perfekt zum Genre. Daher vergebe ich für „The Logic of Kissing“ 3,5 von insgesamt fünf möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Die eiserne See

Die Eiserne See - Wilde Sehnsucht
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Zum Inhalt:

In diesem Fantasyroman mit Steampunk-Elementen gibt es zwei Antagonisten, die Inspektorin Wilhelmina und den Herzog Rhys. Letzterer gilt als Kriegsheld und Haudegen, da er England von der ...

Zum Inhalt:

In diesem Fantasyroman mit Steampunk-Elementen gibt es zwei Antagonisten, die Inspektorin Wilhelmina und den Herzog Rhys. Letzterer gilt als Kriegsheld und Haudegen, da er England von der "Horde" befreite. Wilhelmina muss ihm einen Besuch abstatten, da ein Mord in seinem Haus geschah, und so nehmen die Ereignisse ihren Lauf...
Der Roman ist durchaus unterhaltsam, Luftschiffe, Dampfmaschinen und sonstige Automaten dienen dazu, den Roman im Genre des Steampunk zu verorten. Der Romantikanteil wiegt jedoch schwerer, und so kann Meljean Brooks Werk vor allem Romance - Leserinnen erfreuen.

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Veröffentlicht am 02.01.2020

Whodunit

Hamish Macbeth und der tote Witzbold
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Über die Autorin:

„M.C. Beaton ist eines der zahlreichen Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange Zeit als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen ...

Über die Autorin:

„M.C. Beaton ist eines der zahlreichen Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange Zeit als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, beschloss sie, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit ihren Krimi-Reihen um den schottischen Dorfpolizisten Hamish Macbeth und die englische Detektivin Agatha Raisin feiert sie bis heute große Erfolge in über 15 Ländern…“ (Verlagsinfo)

„Hamish Macbeth und der tote Witzbold“ ist der 7. Band der Reihe rund um einen Polizisten aus Schottland.
Obwohl ich die Reihe vor der Lektüre nicht kannte, hatte ich keine Verständnisprobleme. Ein Quereinstieg ist also möglich.
Die Autorin erzählt routiniert, außerdem scheint mir das Ganze auch eine Hommage an die große Agatha Christie zu sein, da es ein klassisches „Whodunit“ vor ländlicher Kulisse ist.
Als Constable Hamish Macbeth an einen Tatort gerufen wird, glaubt er zunächst, dass es sich um einen schlechten Scherz handelt- denn der exzentrische Andrew Trent soll das Zeitliche gesegnet haben. Und er ist tatsächlich tot, mausetot.
Er hatte seine Angehörigen auf seinen eingeschneiten Landsitz in Schottland eingeladen, unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen. Ewig schleichen die Erben! Trent, der bekannt war für seine schlechten Witze, gab vor, im Sterben zu liegen.
Ironie des Schicksals – wurde er ermordet?
Als Macbeth die Ermittlungen aufnimmt, ist es für ihn zunächst nicht leicht, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch seine Kombinationsgabe und sein Gespür für Nuancen lassen ihn nicht im Stich. Als ein zweiter Mord geschieht, gibt es definitiv nichts mehr zu Lachen für alle Beteiligten…

„Hamish Macbeth und der tote Witzbold“ ist ein netter Krimi für Zwischendurch. Man wird gut unterhalten, auch wenn die Autorin keinen Spannungskracher präsentiert. Ich mochte die Topoi, Hamish ist ein menschlicher Ermittler mit privaten Problemen, das setting ist toll, natürlich gibt es einen Zustand der Isolation, verursacht durch äußere Einflüsse. Eine schöne Lektüre für den Winter, auch wenn ich ein wenig mehr erwartet habe, etwa eine präzisere Charakterisierung der Figuren.

Fazit:

Very British. Skurrile Figuren, schwarzer Humor und Mord!

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Hexer wider Willen?

Das Schwert der Vorsehung
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Ein Kurzgeschichtenband. Der Hexer Geralt von Rivia ist ein tragischer Held, denn er zweifelt an seiner Bestimmung. Der Monsterjäger fragt sich, wer die wahren Ungeheuer sind, womöglich die Menschen?
Als ...

Ein Kurzgeschichtenband. Der Hexer Geralt von Rivia ist ein tragischer Held, denn er zweifelt an seiner Bestimmung. Der Monsterjäger fragt sich, wer die wahren Ungeheuer sind, womöglich die Menschen?
Als Mutant erfährt er häufig, dass die Menschen ihn als widernatürliche Kreatur ablehnen.
Mit seiner großen Liebe Yen führt er das, was man heute wohl „on-off-Beziehung“ nennen würde. Zum Glück gibt es aber noch seinen besten Freund, den Barden Rittersporn, der sich einen Wettbewerb mit der Sängerin „Äuglein“ liefern muss. Äuglein hat ein Auge auf Geralt geworfen, aber er liebt sie einfach nicht und geht zunächst nicht auf ihre Annäherungsversuche ein, später dann doch (aus Mitleid?). Manchmal denke ich, dass der „Hexer“ – Zyklus eine wandelnde Männerphantasie ist. Geralt macht alle Frauen durch seine bloße Anwesenheit verrückt. Immer wieder heisst es, dass er als Mutant nicht fähig sei, etwas zu fühlen. Er möchte seine geliebte Yen aber nicht teilen, reagiert auf den Nebenbuhler ziemlich allergisch.
Dieser Band war ziemlich zäh, teilweise zog sich das Ganze ziemlich in die Länge. Gut gefielen mir aber die Sagen – und Märchenelemente der Geschichte. Drachenjagd! Menschen, Tiere, Sensationen. Der Stil des Autors ist in diesem Band jedoch nichts Besonderes, die Erzählweise ist linear.
Daher vergebe ich für „Das Schwert der Vorsehung“ 3,5 - 4 Sterne.
„Der letzte Wunsch“ hat mir besser gefallen.

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