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Veröffentlicht am 11.11.2020

Liebe, Lügen und Pferde - tolle Mixtur!

Die Erben von Seydell - Das Gestüt
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Als die junge Witwe Elisabeth im Jahre 1947 plötzlich allein vor einem Schuldenberg steht, erscheint ihr der Verkauf eines geerbten Gestütes in der Lüneburger Heide als letzte Rettung. Während sie versucht, ...

Als die junge Witwe Elisabeth im Jahre 1947 plötzlich allein vor einem Schuldenberg steht, erscheint ihr der Verkauf eines geerbten Gestütes in der Lüneburger Heide als letzte Rettung. Während sie versucht, Kontakt mit dem Miterben herzustellen, der jedoch alles blockiert, kommt sie einem alten Geheimnis um ihre Herkunft auf die Spur..

Sophie Martaler, Pseudonym eines bekannten Autorenduos, legt mit "Das Gestüt" den Auftaktband der Trilogie "Die Erben von Seydell" vor. Dieser Beginn hat mich begeistert. Wer auch immer sich hinter dem Pseudonym verbirgt - das Duo verfügt über einen ganz tollen, fesselnden und lebendigen Schreibstil. Die Charaktere erwachen zu Leben, machen eine tolle Entwicklung mit und rebellieren zum Teil gegen die damals vorherrschenden Regeln. Die Handlung ist sehr vielseitig. Es geht um Geheimnisse, die nach und nach gelöst werden (zum Teil strecken sie sich auch bis in den nächsten Band hinein), ein Liebesgeschichte, Drama und natürlich Pferde. Über diese und ihre Zucht erfährt man hier sehr viel, was das Buch sogar noch lehrreich macht. Dies alles wird hier sehr ausgewogen behandelt, so daß jeder Aspekt der Geschichte einen gleich hohen Anteil aufweist und keine Langeweile aufkommt. Auch der historische Aspekt bekommt hier seinen Platz, steht jedoch mehr im Hintergrund, was für mich völlig in Ordnung geht, denn historische Hintergründe hatte ich hier auch nicht erwartet. Begeistert haben mich auch die gekonnten Zeitsprünge. Diese wecken die Neugier, fesseln und animieren dazu immer mehr lesen zu wollen. Auch gerät der rote Faden trotz dieser Sprünge nie aus den Augen. Dies ist schon eine Kunst für sich!

Mich hat dieser Auftakt sehr begeistert und ich bin gespannt, wie es mit "Die Erben von Seydell" weitergeht!

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Immer diese Stranddisteln...

Krabben-Connection
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Hohwacht an der Ostsee - eigentlich ein ruhiges Dorf. Bis plötzlich der Münchner Xaver Kohlgruber aus seinem Hotelzimmer verschwindet und später tot aufgefunden wird. Kommissar Oke Oltmanns, der sich eigentlich ...

Hohwacht an der Ostsee - eigentlich ein ruhiges Dorf. Bis plötzlich der Münchner Xaver Kohlgruber aus seinem Hotelzimmer verschwindet und später tot aufgefunden wird. Kommissar Oke Oltmanns, der sich eigentlich viel lieber als Präparator um den verstorbenen Dackel der Fischbudenbesitzerin und um den gefundenen Seeadler kümmern würde, stößt auf die Bürgerinitiative "Rettet die Stranddistel", bei der es darum geht, Kohlgrubers Hotelprojekt im Naturschutzgebiet zu verhindern. Bei seinen Ermittlungen gerät immer wieder die Hamburger Touristin Carmen Bachmann in sein Visier. Sollte die Ehefrau des Stranddistel-Finders und Mutter von zwei Kindern tatsächlich in den Mord verstrickt sein? Oke beginnt langsam zu verzweifeln...

Patricia Brandt startet mit "Krabben-Connection" eine brandneue Ostsee-Krimi-Serie. Und dieser Auftakt hat mich komplett begeistert. Mit Oke Oltmanns betritt hier ein Ermittler die Bühne, den man sofort ins Herz schließt. Er verfügt über eine gute Portion Humor und nimmt nicht alles tierisch ernst. Er ist der Typ gemütlicher Dorfpolizist, der zusehen muß, daß seine Dienststelle nicht geschlossen wird. Dafür lebt er. Man kann sich unendlich gut in ihn hinein versetzen. Neben ihm sind aber auch sämtliche Dorfbewohner gut und authentisch dargestellt. Da ist die Pensionswirtin, die die Gutschein-Touristen aus Hamburg nur als 2. Wahl behandelt und die Fischbudenbesitzer, die um ihr Geschäft bangen müssen. Highlight ist hier Familie Bachmann. Gerade die Tollpatschigkeit von Carmen sorgt hier für so manchen Lacher. Sie läßt wirklich nichts aus. Und je mehr ihr Mann sich um die Kinder kümmert, desto mehr tritt er in ihre Fußstapfen. Patricia Brandt hat eine ganz tolle Art, alles so zu beschreiben, daß man von Charakteren und Landschaft ein genaues Bild bekommt. Ich persönlich kenne die Region sehr gut und habe alles wiedererkannt. Vor mir lag der Hohwachter Strand, ich war mit auf dem Hessenstein (und ja, die Wendeltreppe hat es in sich), und kenne die erwähnten Orte wie Laboe, Panker und Lütjenburg. Von daher kann ich sagen, daß die Handlungsorte perfekt beschrieben sind! Der Fall um Kohlgruber ist zunächst spannend, allerdings auch schnell durchschaubar. Dies hat aber keinen Einfluß auf das Lesevergnügen, denn dieser Krimi lebt von seinen Charakteren, die in einer wunderschönen Landschaft ihren Weg gehen und mit Humor für gute Laune sorgen!

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Keine Schwäche zu erkennen

Legenden des Krieges: Der eiserne Schwur
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Thomas Blackstone steht im Dienst von König Edwards III. Unterwegs in Frankreich, wird er immer wieder in Schlachten verwickelt. Doch seine Sorge gilt diesmal auch seinem Sohn Henry, den es zu überzeugen ...

Thomas Blackstone steht im Dienst von König Edwards III. Unterwegs in Frankreich, wird er immer wieder in Schlachten verwickelt. Doch seine Sorge gilt diesmal auch seinem Sohn Henry, den es zu überzeugen gilt, in Avignon zu studieren, anstatt zu kämpfen. Nun muß Thomas nicht nur den englischen Prinzen beschützen, sondern auch seinen Sohn.

"Der eiserne Schwur" ist der sechste Teil der "Legenden des Krieges" von David Gilman. Genau wie bei den vorherigen Bänden, stehen hier die Schlachten im Vordergrund. Diese sind absolut blutig, brutal und schonungslos realistisch. Klar, der Hauptcharakter Thomas überlebt immer, aber sonst wäre die Serie ja auch schnell beendet gewesen. Dies darf man jetzt nicht so eng sehen. Dafür fesseln diese Szenen richtig gut und man hält vor Spannung die Luft an. Es fällt schwer, mitten in so einer Schlacht das Buch zur Seite zu legen. Hier ist man durch den klaren Schreibstil so nah im Geschehen, daß man das Schwert fast selbst in derHand spürt. Ich muß aber warnen: Sensible Leser werden hier bei manchen Beschreibungen wohl eher geschockt werden. Denn diese sind wirklich sehr bildhaft... Wer die Abenteuer von Thomas Blackstone verfolgt, wird seine Freude an diesem Band haben. Er ist vertraut, sein Weg ist interessant und spannend zu verfolgen. Die Sorge um seinen Sohn macht aus dem Krieger einen Mensch mit Gefühlen, hier kommt ein gutes Stück Menschlichkeit zum Vorschein.

David Gilman hat auch mit diesem Teil der Serie bewiesen, daß Bücher dieses Umfanges kurzweilig sein können - hier fliegt man durch die Seiten!

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Veröffentlicht am 05.11.2020

Eindeutig empfehlenswert

Mord in Holtland. Ostfrieslandkrimi
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Dr. Josefine Brenner, Rechtsmedizinerin im Ruhestand, ist endlich nach Ostfriesland gezogen. Doch sie wäre nicht Josefine, wenn sie es nicht wieder mit einer Leiche zu tun bekäme. In ihrer unmittelbaren ...

Dr. Josefine Brenner, Rechtsmedizinerin im Ruhestand, ist endlich nach Ostfriesland gezogen. Doch sie wäre nicht Josefine, wenn sie es nicht wieder mit einer Leiche zu tun bekäme. In ihrer unmittelbaren Nähe wird Clarissa Kaufmann tot auf einem Feldweg gefunden. Die Polizei findet im Haus des Mordopfers eine Spur. Sie hat sich mit den aktuellen Todesanzeigen der Region beschäftigt. Könnte es sein, daß Clarissa zu viel wußte? Und was hat es mit dem mysteriösen Mann in Clarissas Leben auf sich, den niemand kennt? Josefine kann einfach nicht anders - sie steckt ihre Nase wieder tief in den Fall. Viel zu tief....

Susanne Ptak schickt Josefine mit "Mord in Holtland" nun bereits zum 11. Mal auf Mördersuche. Da die Bücher alle unabhängig voneinander zu lesen sind, kann man auch sehr gut hiermit einsteigen. Susanne Ptak schafft es gekonnt die wichtigsten Informationen einzustreuen. Dabei bleibt sie auch hier ihrem leichten, schon fröhlichen, humorvollen Stil treu, so daß es einfach Spaß bereitet, mit der sympathischen Josefine durch Ostfriesland zu ermitteln. Bei diesen Ermittlungen ist man hautnah dabei, fiebert und rätselt mit und bekommt immer neue Fährten aufgezeigt, die es zu verfolgen geht. Dabei wird die Spannung sehr hoch gehalten. Die Charaktere sind typisch ostfriesisch: Mit Ecken und Kanten, aber extrem liebenswert. Ich mag Ostfrieslandkrimis wegen der herrlichen Landschaft - und dies kommt hier ebenfalls nicht zu kurz. Man meint hier, man wäre vor Ort und sieht diese Region vor Augen lebendig werden.

Wer ruhigere Krimis mit Lokalkolorit mag ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Ein würdiger Abschluß

Zeiten des Sturms (Sheridan-Grant-Serie 3)
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Sheridan Grant wollte ein neues Leben mit Paul Sutton beginnen und die Willow Creek Farm und die Geschehnisse der Vergangenheit hinter sich lassen. Doch kurz vor ihrer Hochzeit kommen bei ihr Zweifel auf ...

Sheridan Grant wollte ein neues Leben mit Paul Sutton beginnen und die Willow Creek Farm und die Geschehnisse der Vergangenheit hinter sich lassen. Doch kurz vor ihrer Hochzeit kommen bei ihr Zweifel auf - sie kehrt zurück nach Nebraska. Dort erhält sie plötzlich die Chance, ihren großen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Doch die Vergangenheit holt sie ein und kann ihr Leben zerstören...

Mit "Zeiten des Sturms" schließt Nele Neuhaus die Sheridan-Grant-Serie ab. Und dieser Abschluß ist rundum gelungen. Um dieses Buch genießen zu können muß man die beiden Vorgängerbände nicht zwingend kennen. Nele Neuhaus versteht es geschickt, dem Leser alle für das Verständnis wichtigen Dinge zu vermitteln. Dadurch entsteht nicht das Gefühl, etwas verpaßt zu haben. Man nimmt hier am Leben von Sheridan teil, wenn man die Vorgängerbücher kennt, hat man das Gefühl, das Leben einer Freundin zu verfolgen. Denn im Laufe der Zeit wächst Sheridan dem Leser ans Herz. Sie punktet durch Sympathie und Zielstrebigkeit. Ihre Entwicklung beeindruckt und nimmt den Leser für sie ein. Nele Neuhaus schreibt auch in dieser Saga absolut überzeugend. Ihr Stil fesselt, läßt sich leicht lesen und läßt teilhaben an Sheridans Problemen und der Schönheit der Landschaft. Mit dieser Saga hat Nele Neuhaus bewiesen, daß sie nicht nur Krimis kann!

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