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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2020

Der neue Fitzek

Der Heimweg
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Der Klappentext klingt schon mal irrsinnig spannend. Jules Tannberg übernimmt eines Nachts den Dienst seines Freundes und sitzt somit am Begleittelefon. Eine Einrichtung für Frauen, die auf ihrem Heimweg ...

Der Klappentext klingt schon mal irrsinnig spannend. Jules Tannberg übernimmt eines Nachts den Dienst seines Freundes und sitzt somit am Begleittelefon. Eine Einrichtung für Frauen, die auf ihrem Heimweg Angst haben und jemanden zum Reden brauchen, der sie beruhigt. In dieser Nacht hat er Klara am Telefon, die ihm erzählt ihr letztes Stündlein habe geschlagen. Denn sie hat nur noch bis Tagesanbruch Zeit. Dann ist sie tot....

Die Thematik fand ich sehr ansprechend: Häusliche Gewalt gegenüber Frauen. Das wird sogleich am Anfang des Buches erwähnt. Generell hatte ich hier somit schon mal eine Grundvorstellung um was es denn tatsächlich gehen könnte.
Allerdings war die Handlung etwas anders als gedacht. Zeitweise sogar sehr zäh. Besonders zu Beginn. Man erfährt erst spät wie alles miteinander zusammen hängt. Trotzdem bleiben mir einige Handlungen nicht ganz schlüssig.
Öfter liest man, dass das Buch ziemlich brutal sein soll. Das ist es meiner Meinung nach nicht. Die richtig brutalen Szenen halten sich in Grenzen. Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht auch einfach etwas abgehärteter. Fitzek Fans sollten dies ja doch auch schon von ihm gewohnt sein oder nicht?!
Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig zum Lesen. Auch die Kapitel sind nicht allzu lang und wechseln sich zwischen den beiden Protagonisten ab.
Alles in allem sicher ein solider Thriller, allerdings mit unlogischer Auflösung.

Fazit: Man verpasst sicherlich nichts, wenn man ihn nicht liest.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Sensation? Naja...

The Ravenhood - Flock
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Cecilia soll ein Jahr lang zu ihrem Vater ziehen und bei ihm in der Fabrik arbeiten. Dafür bekommt sie von ihm Geld, das sie für ihre kranke Mutter verwenden möchte.
Während dieser Zeit lernt sie Sean ...

Cecilia soll ein Jahr lang zu ihrem Vater ziehen und bei ihm in der Fabrik arbeiten. Dafür bekommt sie von ihm Geld, das sie für ihre kranke Mutter verwenden möchte.
Während dieser Zeit lernt sie Sean kennen und seinen besten Freund Dominic. Bald schon ist sie hin- und hergerissen von den Gefühlen, die die beiden Männer in ihr wecken.

So eine abstruse Story habe ich echt noch nie gelesen. Die gesamte Leseerfahrung war mehr als strange. Zudem haben mich alle Protagonisten total wütend gemacht.
Zum einen wäre da Cecilia. Wie Sean und Dom mit ihr umspringen geht einfach gar nicht. Ist sie sich dafür nicht zu schade? Ich hätte schon läääängst einen Schlussstrich gezogen. Vielleicht liegt es aber auch tatsächlich an ihren (noch) 18 Jahren, dass sie sich so kindisch verhält. Keine erwachsene Frau würde freiwillig in eine solch toxische Beziehung einwilligen.
Dann sind da ja noch Sean und Dominic. Vor allem Sean ist sehr besitzergreifend. Er stellt Forderungen, gibt Cecilia oft die Schuld an allem und steht NIE hinter ihr.
Dom ist das komplette Gegenteil. Ein Prolet durch und durch. Allerdings stellt er keine Forderungen, da er sie größtenteils ignoriert.
Was sie an diesen beiden Typen findet, kann ich nicht verstehen.
Aber auch Sean und Dom verstehe ich in dieser Dreiecksbeziehung nicht. Keiner ist eifersüchtig, alles Friede Freude Eierkuchen, als würden sie in einer Kommune leben.
Achja, so ganz daneben liege ich wohl nicht, denn es wird auch jede Menge Gras geraucht.
Und Alkohol getrunken. Für das, dass Cecilia ja "angeblich" nie was trinkt und seeeehr verantwortungsbewusst ist, greift sie dermaßen oft zur Flasche, dass mir allein vom Lesen schon ganz schwindelig wurde.
Auf keinen Fall möchte ich euch noch meine Lieblingsszene vorenthalten, die einen Abklatsch von The Fast and The Furious war, nur dass sich die Menge an Alkohol, die in dem Buch getrunken wird, mit der Raserei der beiden Männer, nicht vereinbaren lässt. Entweder Autorennen ODER Parties.
Auch nicht viel besser ist Cecilias Vater, der so gut wie nie anwesend ist und auch sonst keinerlei Gefühle zeigt. Er ist nicht einmal im Stande eine normale Unterhaltung mit seiner Tochter zu führen. Möglicherweise hat Cecilia deshalb einen Hang zu toxischen Beziehungen.
Gott sei Dank sind mir im wahren Leben noch nicht viele Leute über den Weg gelaufen, die dermaßen gefühlskalt sind bzw denen (zumindest nach außen hin) scheinbar das ganze Leben einfach egal ist.
Neben diesen paar super Charakteren hält das Buch noch jede Menge Geheimnisse bereit, die, naja, am Ende hin, zur Hälfte aufgeklärt werden, allerdings für mich auch nicht richtig Sinn ergeben.
Nun ja, für mich war das Buch leider eher ein Reinfall und obwohl ich normalerweise super neugierig bin, bin ich nicht versucht die Folgebände zu lesen.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Leider ein Flop

Zeiten des Sturms (Sheridan-Grant-Serie 3)
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"Du bist ein ... wunderschönes, grünäugiges Einhorn, das unverhofft in meinem Leben aufgetaucht ist und mich beglückt und fasziniert hat. Wie könnte ich ein Wesen wie dich einfangen und zwingen, seine ...

"Du bist ein ... wunderschönes, grünäugiges Einhorn, das unverhofft in meinem Leben aufgetaucht ist und mich beglückt und fasziniert hat. Wie könnte ich ein Wesen wie dich einfangen und zwingen, seine wahre Bestimmung zu verleugnen?"

Sheridan wird bald heiraten. Doch bei der letzten Kleidanprobe fühlt sich das alles für sie überhaupt nicht mehr richtig an. Sie reißt sich das Kleid vom Leib und stürzt nach draussen um sofort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert zu werden.

Leider war das Buch für mich ein Flopp.
Die ersten 200 Seiten waren nur damit gefüllt, über Sheridans Vergangenheit zu erzählen. Dabei hat sie so viel erlebt, dass die gesamten Ereignisse für mich einfach nur mehr verwirrend waren. Ewig habe ich auch darauf gewartet, dass diese näher ausgeführt werden. Bis ich dann gecheckt habe, dass "Zeiten des Sturms" der dritte und letzte Band einer Reihe ist. Hier ist es absolut empfehlenswert mit dem ersten Teil zu starten.
Generell hatte ich das Gefühl, dass die ersten beiden Teile spannender waren. Es dürfte einfach viel mehr passiert sein und noch dazu sind ja ganz schlimme Dinge passiert.
Deswegen habe ich hier auch mit etwas mehr Dramatik und Tragödie gerechnet, die jedoch ausblieb.
Die Story war nach einer Zeit nicht nur nervig, sondern auch langweilig. Immer wieder hat man dann von ihrer ehemaligen großen Liebe Horatio gelesen, ich konnte es schon nicht mehr lesen. Er taucht hier kein einziges Mal. Absolut unnötig ihn 1.000 Mal zu erwähnen.
Die Autorin schreibt auf der Innenseite des Buches, was Sheridan für eine unglaubliche Entwicklung durchmacht, ihre Persönlichkeit betreffend. Vielleicht hat sie das ja in den vorherigen Bänden bereits, denn hier war davon absolut nichts zu merken.
Was mich allerdings absolut störte war, dass auch während der Handlung jedes Mal darauf hingepocht wurde, wie stark Sharidan geworden war, wie krass sie sich verändert hatte. Als ob die Autorin das dem Leser/der Leserin geradezu einrichten möchte.
Ganz am Ende kam dann endlich Spannung auf, jedoch wurde das so schnell abgehandelt, dass ich richtig enttäuscht zurück blieb.
Und das war es jetzt? Was war denn hier los???

Fazit: Es wurde sich mit zu vielen Details aufgehalten, die bereits in den voran gegangenen Bänden abgehandelt wurden. Leider fast nur eine Zusammenfassung davon.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Bewegende Themen, schwache Charaktere

Der Glanz vergangener Tage
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Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs heiratet Grace den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Charles Bennett. Obwohl Grace den Standesunterschied der beiden deutlich zu spüren bekommt, ist dies für sie ...

Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs heiratet Grace den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Charles Bennett. Obwohl Grace den Standesunterschied der beiden deutlich zu spüren bekommt, ist dies für sie kein Hindernis. Sie hält zu ihrem Mann.
Doch schon bald merkt sie, dass dieser sich in ihrer Ehe als ein ganz anderer entwickelt, als sie kennen gelernt hat.
Dann muss er, wie all die anderen Männer, in den Krieg ziehen. Grace hat zum ersten Mal endlich die Freiheit über ihr Leben selbst zu entscheiden. Als der Krieg nach 5 endlosen Jahren endlich vorbei ist und Charles wieder zu ihr nach Hause kommt, wird ihr Leben damit auf den Kopf gestellt.

Dieses Buch schneidet so viele Themen an, die die Rädchen im Gehirn ankurbeln. Man liest dieses Buch nicht einfach nur, sondern spinnt die Gedanken viel weiter. Wie es den Frauen früher ergangen ist und wie es im Gegensatz heute dazu ist.
Schon zu Beginn musste ich einmal schmunzeln, als Grace komisch angesehen wurde, als sie sagte, sie wolle arbeiten gehen. Reiche Frauen gehen doch nicht arbeiten!
Heutzutage wird man komisch angeschaut, wenn man sagt, man bleibt bei seinen Kindern zu Hause.
Ein großes Thema in diesem Buch ist natürlich auch die Emanzipation. Die Männer waren nicht zu Hause, die Frauen MUSSTEN sich um alles kümmern. Und klar, sie sahen so auch, was es bedeutet, wenn man auf eigenen Beinen stand.
Da hat mich Grace ehrlich gesagt schon ziemlich oft verärgert. Im Krieg war sie so eine starke Persönlichkeit. Aber kaum ist ihr Mann wieder bei ihr, steckt sie den Kopf in den Sand und macht alles, was er will. Ich fand das wirklich schlimm, vor allem nach einer Szene, die der von Robert so ähnlich war. Sie hat sie einfach verdrängt.
Das passte einfach nicht zusammen für mich. Ja klar hatte man als Frau vielleicht nicht immer viel zu melden aber solch eine Unterdrückung? Meine Oma hätte das NICHT mit sich machen lassen.
Was mich auch total gestört hat, war ihre Naivität. Einerseits wird Grace als kluge Frau dargestellt, auf der anderen Seite ist sie unglaublich naiv. Widerspricht sich meiner Meinung nach.
Was mit Robert und Florence los ist, war mir gleich am Anfang klar. Da hat Grace aber partout die Augen davor geschlossen. Nicht einmal Cliffoord hat sie geglaubt. Es muss doch einem schon komisch vorkommen, wenn ein Mann eine Frau 2x auf den Mund küsst. Also bitte..... ist sie klug oder dumm? Konnte sich die Autorin nicht entscheiden, welche Charakterzüge sie Grace geben sollte?
Bei den Männern hatte ich das Gefühl die verstellen sich alle. Sowohl Charles als auch Ben waren ja plötzlich ganz anders in ihrer Beziehung zu Grace. Richtig besitzergreifend. Das kann man auch nicht durch Kriegstraumata entschuldigen und fand ich auch eher unpassend. Zudem ja Robert noch ein Extrem drauf setzte und Jack eine Zeit lang auch unausstehlich war. Wobei man seine Situation wohl noch am ehesten versteht.
Einzig Clifford war nett zu den Damen. Es kann ja nicht sein, dass es nur toxische Männer gibt?? Sehr fragwürdig.
Die Handlung war für mich leider eher zäh. Es wurden zwar Samen der Spannung gesät, doch kaum begannen diese zu keimen, wurden sie sogleich wieder erstickt.
Des öfteren hatte ich das Gefühl, endlich geht es jetzt richtig los. Dann gab es einen Cut, der erst einige Seiten später wieder kurz aufgenommen wurde, indem man ihn in zwei, drei Sätzen abhandelte. Man hätte da so viel Spannung reinbringen können. Aber nein. Im Gegenteil. Es wurde sich vielmehr mit unnötigen Szenen aufgehalten.
Und ein Fehler, der mir aufgefallen war:
"Der Muttermund hat sich erst dreizehn Zentimeter geöffnet." Die Geburt wird noch ewig dauern. Meinte die Autorin hier vielleicht 3cm? So viel ich weiß kann sich der Muttermund "nur" 10cm öffnen.
Leider wurden die Entscheidungen den Frauen auch einfach abgenommen. Sie konnten nie zeigen, dass sie doch charakterstarke Persönlichkeiten sind, weswegen mich das Buch mehr geärgert als unterhalten hat. Schade, ich habe mir wirklich viel hiervon versprochen.

Fazit: Naive, schwache Frauen, besitzergreifende Männer und eine nichtssagende Handlung.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Emotional

Long Bright River
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"Eine gute Polizistin ist vor allem eines: pünktlich."

"Long Bright River" hatte ich mir schon mal vor zwei Monaten vorgenommen, habe es dann allerdings abgebrochen, da der Anfang ziemlich zäh war. Jetzt ...

"Eine gute Polizistin ist vor allem eines: pünktlich."

"Long Bright River" hatte ich mir schon mal vor zwei Monaten vorgenommen, habe es dann allerdings abgebrochen, da der Anfang ziemlich zäh war. Jetzt habe ich dem Buch noch eine zweite Chance gegeben.

Die Protagonistin, Michaela, ist Polizistin und ist aufgrund einer Mordserie stark besorgt um ihre Schwester Kacey, mit der sie schon lange keinen Kontakt hat. Also begibt sie sich auf die Suche nach ihr.

Wie bereits erwähnt brauchte ich ein wenig Zeit, um in das Buch hineinzufinden. Zu Beginn erfährt man erst Mal sehr viel über deren Vergangenheit, was mich teilweise gar nicht interessierte und ich die Seiten stellenweise nur überflog. Allerdings merkte ich auch bald, dass das Buch einen sehr emotionalen Hintergrund hat. Die beiden Schwestern haben drogenabhängige Eltern. Leider beginnt auch Kacey schon in jungen Jahren damit zu experimentieren. So ein Thema ist immer sehr, sehr traurig. Bald schon habe ich für beide ein tiefes Mitgefühl empfunden. Ich fieberte mit Michaela mit, ihre Schwester zu finden und hoffte, dass sie auf einen guten Weg wäre. Auf ihrer Suche stößt sie jedoch auch immer wieder auf Intrigen. Gefallen hat mir auch, dass unsere Polizistin diesmal nicht wie eine Heldin dargestellt wird, sondern eben wie eine normale Streifenpolizistin, die sich nicht alles erlauben kann, so wie es in vielen Büchern der Fall ist. Auch hat sie eine ganz andere Einstellung zu ihrem Beruf. Diesmal wirklich sehr realistisch gehalten.

Fazit: Ein sehr trauriges Buch, bei dem man anfangs ein wenig Geduld aufbringen muss.

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