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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2021

spannend

Erbarmen
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Sehr, sehr spannend, interessante Charaktere, flüssige Sprache, überraschende Wendungen. Also alles, was ein guter Thriller braucht. Anfangs habe ich mich nicht so recht rangetraut, weil ich nicht lesen ...

Sehr, sehr spannend, interessante Charaktere, flüssige Sprache, überraschende Wendungen. Also alles, was ein guter Thriller braucht. Anfangs habe ich mich nicht so recht rangetraut, weil ich nicht lesen will, wie die Opfer leiden und der Titel war schon abstoßend, aber ich bereue es nicht. Die Story, jemanden in einem Betongefängnis über Monate gefangen zu halten, war doch zu unrealistisch um bei mir Abscheu auszulösen. Ich arbeite ja mit traumatisierten Opfern und bin daher etwas empfindlich. Aber das Groteske der Situation tat dem Buch keinen Abbruch. Es war im Kontext stimmig und ich habe das Buch regelrecht verschlungen.

Carl Mørck, bei einem Einsatz selbst traumatisiert und auch vorher schon etwas verschroben, wird in den Keller der Polizei verbannt um dort eine eigens für ihn gegründetes Sonderdezernat zu leiten. Als ein MAnn Betrieb sozusagen. Da er aber dort auch selbst putzen und Kaffee kochen soll, verlangt er einen Assistenten und bekommt Hafez el-Assad, der sich äußertst engagiert zeigt und dem Carls schroffes Verhalten und dessen Eigentümlichkeiten nicht aufzufallen scheinen. Carl soll sich alten unaufgeklärten Fällen widmen, hat aber keinen Bock dazu. Notgedrungen greift er sich dann doch eines Tages eine der Akten und legt los, wobei eigentlich sein Assistent die treibende Kraft ist. Eine Parallelgeschichte, die 5 Jahre zuvor spielt, macht das Ganze richtig spannend und das Buch entwickelt sich zu einem wahren Pageturner, der die Abgründe der Menschlichen Seele offenbart.

Auch wenn die Titel plakativ grausam sind, werde ich die Reihe weiterlesen, denn die Bücher sind echt gut. Und ich möchte wissen, wie es mit dem ungleichen Duo im Keller der Kopenhagener Polizei weiter geht.

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Veröffentlicht am 21.12.2020

superspannend

Schweige still
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Ein Mädchen wird tot aufgefunden. Die Geschichte ist spannend mit vielen Wendungen, aber den eigentlichen Reiz macht die Geschichte von dem Psychologen Cyrus Haven und der jungen Evie aus, die als Kind ...

Ein Mädchen wird tot aufgefunden. Die Geschichte ist spannend mit vielen Wendungen, aber den eigentlichen Reiz macht die Geschichte von dem Psychologen Cyrus Haven und der jungen Evie aus, die als Kind gefangen gehalten und mißbraucht wurde. Cyrus, selbst schwer traumatisiert, da seine ganze Familie abgeschlachtet wurde, als er ein kleiner Junge war, wird gebeten mit Evie zu sprechen, da sie, seit sie gefunden wurde ständig von einer Pflegefamilie zur anderen gereicht wurde und sich nirgendwo einfügt. Klingt nach Klischee, ist aber total spannend geschrieben, mal aus seiner, mal aus ihrer Sicht.

Dieser Autor hat einen neuen Fan. Das Buch ist klasse. Richtig schön spannend, mit vielen überraschenden Wendungen, interessanten, sympathischen Charakteren, flüssig geschrieben. Ich will auf jeden Fall mehr davon lesen. Gut, dass es schon eine Fortsetzung der Reihe gibt. Für alle Krimi- Fans eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.12.2020

superspannend

Der Mann, der kein Mörder war
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Ein Junge wird mit rausgeschnittenem Herzen wird tot aufgefunden. Wieso wurde erst so spät nach ihm gesucht ? Er ist Schüler an einer Eliteschule. Sebastian Bergmann, Polizeipsychologe, der aufgrund eines ...

Ein Junge wird mit rausgeschnittenem Herzen wird tot aufgefunden. Wieso wurde erst so spät nach ihm gesucht ? Er ist Schüler an einer Eliteschule. Sebastian Bergmann, Polizeipsychologe, der aufgrund eines eigenen Traumas schon länger nicht mehr gearbeitet hat, mischt sich in die Untersuchung durch die Reichsmordkommission ein und hält die Schule schonmal per se für verdächtig. Aber ist seine Einstellung nicht von privaten Vorurteilen geprägt ? Warum ist der Junge aus einfachen Verhältnissen überhaupt an dieser Schule ? Akribisch versuchen die Ermittler seine letzten Stunden zurückzuverfolgen. Auch der ortsansäßige Polizist, der sich von seiner Chefin übergangen fühlt mischt mit. Allerdings heimlich, denn seine Ermittlungen sind nicht erwünscht.

Der Autor hat einen neuen Fan. Das Buch ist klasse. Richtig schön spannend, mit vielen überraschenden Wendungen, interessanten, teils sehr sympathische Charakteren, flüssig geschrieben. Ich will auf jeden Fall mehr davon lesen. Für alle Krimi- Fans eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.12.2020

wichtig, anklagend und es geht uns alle an

Es ist genug!
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Welch ein Alptraum in unseren Altersheimen und Pflegeheimen tagtäglich stattfindet wird hier offen gelegt.

Dokumente werden gefälscht, wenn es Kontrollen gibt, werden diese vorher angekündigt, sodass ...

Welch ein Alptraum in unseren Altersheimen und Pflegeheimen tagtäglich stattfindet wird hier offen gelegt.

Dokumente werden gefälscht, wenn es Kontrollen gibt, werden diese vorher angekündigt, sodass alles auf Hochglanz geputzt und beschönigt wird, Personal schweigt aus Angst vor Jobverlust, obwohl klar ist, dass das wenige Personal die anfallende Arbeit gar nicht schaffen kann. Allen ist es klar. Und es ist müßig, weitere Untersuchungen über den Ist-Zustand anzustellen, denn das Problem liegt in der Umsetzung der bereits vorliegenden Erkenntnisse.

Wie können wir ignorieren dass unsere Eltern, Großeltern und irgendwann auch wir hilflos Hunger, Durst, Schmerzen, Fremdbestimmung, Fesseln, in Exkrementen liegen usw. ausgeliefert sind ! Es geht auch nicht darum mehr Geld in die Heime zu stecken, sondern um Transparenz, was mit dem Geld geschieht. Es geht um bessere Pflegeschlüssel und Konsequenzen, wenn Menschenunwürdig gepflegt wird. Es kann nicht sein, dass ein Heim, dass zu wenig Pflegekräfte beschäftigt, diese schlechte Note mit einem schönen Ausblick wieder wettmachen kann. Es ist erschütternd und erschreckend darüber zu lesen und ich weiß, von Freundinnen, die im Altersheim arbeiten, dass es nicht übertrieben ist.

Meine eine Freundin ist alleine Nachts für 80 Patienten zuständig. Wenn da einer auf Toilette muß oder sauber gemacht werden muß, müssen alle anderen warten, egal, ob sie Durst haben, aus dem Bett gefallen sind (sie weiß ja davon nichts in dem Moment) oder auch zur Toilette müssen. In dem Heim einer anderen Freundin sprechen nur noch 3 Pflegekräfte deutsch, 2 gebrochen und schwer verständliches deutsch und die anderen können die Patienten oder deren Wünsche gar nicht verstehen, zuhören oder den Patienten was erklären. Das verstärkt die Isolation grade von Demenzpatienten. Dieses Buch rüttelt auf und prangert die Mißstände an, stellt aber auch EInrichtungen vor, in denen es anders geht ohne dass diese Einrichtungen mehr Geld bekommen. Es prangert die untätigen Politiker an, Heimleitungen, aber auch die Pflege, die diese Zustände nicht offen legen und für ihre Patienten auf die Straße gehen. Es zeigt aber wie gesagt auch Lösungen auf.

Da es uns alle früher oder später betrifft, sollte man sich jetzt darum kümmern, dass wieder menschenwürdig in den Heimen gepflegt wird mit ausreichend Personal. Ein erster Schritt wäre, dieses gut recherchierte Buch zu lesen.

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Veröffentlicht am 03.12.2020

toller Schreibstil

Neujahr
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Habe das Buch wegen des Steins mit dem bemalten Käfer gelesen, da ich auch gerne Steine anmale und war gleich hin und weg.

Die Autorin schreibt so gut, dass es eine Freude ist, das Buch zu lesen, auch ...

Habe das Buch wegen des Steins mit dem bemalten Käfer gelesen, da ich auch gerne Steine anmale und war gleich hin und weg.

Die Autorin schreibt so gut, dass es eine Freude ist, das Buch zu lesen, auch wenn eigentlich nicht viel passiert. Im ersten Teil erleben wir Urlaub und Familienleben, Ängste und Sorgen aus der Sicht des Familienvaters, der an Neujahr beschließt, sich einen Berg mit dem Fahrrad hoch zu kämpfen. Oben völlig erschöpft angekommen, stürmen plötzlich Erinnerungen auf ihn ein, die ihn zunächst befremden, da er seines Wissens noch nie zuvor auf Lanzarote gewesen ist. Trotzdem wirkt einiges wie ein De- ja -vue und dann überrollt ihn die Erinnerung, Das Schreckliche, was damals geschah macht den zweiten Teil des Buches aus.

Sehr beeindruckend, wie die Geschichte, die nicht mal 200 Seiten erfasst, einen fesselt und noch lange nachhallt. Vor allem die Personenbeschreibungen gefallen mir, was für ein Mensch Theresa ist, wie sie nie aufgibt, wenn sie etwas will, z.B. einen Weihnachtsbaum für die Kinder und wie er an seine Kindheit zurück denkt, in der es nur einen kümmerlichen "Damit -ihr-aufhört-zu-quengeln-Baum" gab, mit dem die Mutter sie abspeiste.

Würde das Buch gerne behalten und stelle es schweren Herzens wegen Platzmangel ins Tauschregal. Ich werde auf alle Fälle noch mehr von der Autorin lesen.

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