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Annafrieda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2025

Wenn das Leben zusammenbricht

Alice und das Blau des Wassers
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Alice muss erleben, dass wegen des Seitensprungs ihres Mannes Michael ihre Welt von heute auf morgen in Trümmern liegt. Nur durch einen Zufall erfährt sie von der Schwangerschaft ihrer Nebenbuhlerin.

Für ...

Alice muss erleben, dass wegen des Seitensprungs ihres Mannes Michael ihre Welt von heute auf morgen in Trümmern liegt. Nur durch einen Zufall erfährt sie von der Schwangerschaft ihrer Nebenbuhlerin.

Für Alice bricht ad-hoc ihre Welt zusammen. Ihre Tochter kümmert sich um sie, hält den Zustand ihrer Mutter aus und gibt ihr letztendlich den Anstoß für einen Haustausch. Und so geht's nach Guernsey in ein fremdes Leben.

Im Laufe der Geschichte gelingt es Alice immer mehr zu sich selbst zu finden, so dass die Wunde der Verletzung langsam heilen kann. Das Leben hat ihr Fragen vor die Füße geschmissen, die sie sich jetzt getraut anzuschauen.

In diesem Buch wird Augenmerk auf die Rolle der Frau gelegt. Auf die körperlichen Veränderungen im Leben. Auf ihre Stärken und Möglichkeiten und die Kraft der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Ein Buch, das Mut macht.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wobei die männlichen Figuren hier oft nur angerissen sind. Ich denke, dass ist so gewollt und es passt in dieser Geschichte.

Das Sinnbild des Wassers als tragende Element passt wunderbar. Guernsey 's Landschaft, die Flora und Fauna, die Historie der Insel sind gut recherchiert und gekonnt in diesem Roman verpackt. Ein wahrhaft aufmunterndes Buch, das uns zeigt, dass es immer möglich ist, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen, Dinge zu hinterfragen und neue Wege zu finden. Trotz der inhaltlichen Dramatik ist es für mich ein angenehm "ruhiges" Buch, was der sprachlichen Umsetzung der Autorin zu verdanken ist. Es hat mich sehr beeindruckt.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Lass Blumen in dein Leben

Blooming Hope
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Wir lernen Thea kennen, die in Toronto in einem Blumenladen einen Neuanfang wagt. Von Anfang an merkt man als Leser, dass es etwas in Ihrer Vergangenheit gibt, dass sie auf die eine oder andere Weise handeln ...

Wir lernen Thea kennen, die in Toronto in einem Blumenladen einen Neuanfang wagt. Von Anfang an merkt man als Leser, dass es etwas in Ihrer Vergangenheit gibt, dass sie auf die eine oder andere Weise handeln lässt. Sie wirkt zurückhaltend, z. T. unnahbar und sehr ernst. Die Arbeit und das Leben dort hat sie sich ausgesucht, um ihrer geliebten Schwester nah zu sein, die es seit einem Jahr nicht mehr gibt. Erst im Fortlauf der Geschichte eröffnen sich einem mehr und mehr die Hintergründe darüber. Durch die Freundschaft zu zwei wundervollen Frauen und zu Max und seiner Schwester beginnt sich Theas Leben zu verändern. Sie erkennt verdrängte Wahrheiten und beginnt, wieder Freude am Leben zu empfinden und ihre eigene Rolle in den Geschehnissen der Vergangenheit zu erkennen und zuzulassen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Ein wahrhaft aufmunterndes Buch, das uns zeigt, dass es sich lohnen kann, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen und Dinge zu hinterfragen. Es hat mich sehr beeindruckt.
Die Autorin versteht es mit Worten zu malen und den Inhalt der Geschichte wunderbar zu transportieren. Die Entwicklung der Charaktere ist gelungen. Die liebevolle Gestaltung der Kapitel und die Playlist runden es gekonnt ab.

Das Buch ist ein wundervolles Gesamtpaket. Die äußere Erscheinung und der tolle Inhalt ergänzen sich auf gelungene Weise. Es ist ganz toll gestaltet in seiner Farbgebung und auch der farbige Buchschnitt haben mich magisch angezogen. In meinen Augen außen und "innen" äußerst gelungen! Unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Familiensaga auf zwei Zeitebenen erzählt

Der Unendlichkeit so nah
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Hier werden zwei Geschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, deren Gemeinsamkeit sich allmählich erschließt. In der heutigen Zeit berichtet sie von Emma, die kurz davor ist, Astronautin zu werden. Zufällig ...

Hier werden zwei Geschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, deren Gemeinsamkeit sich allmählich erschließt. In der heutigen Zeit berichtet sie von Emma, die kurz davor ist, Astronautin zu werden. Zufällig lernt sie Becky kennen, die sie nach Hawaii einlädt und ihr auch hilft, ihre persönlichen Probleme klarer zu erkennen.

Die 2. Zeitebene beschreibt das Leben von zwei Freundinnen und deren Familien kurz vor dem 1. Weltkrieg. Sehr eindrucksvoll erleben wir das auseinanderfallen ihrer Freundschaft. Es fließt auch historische Geschichte mit ein, die sehr gut recherchiert ist.

Die Charaktere sind alle wunderbar gezeichnet, stellen sich rund dar und alle machen eine Entwicklung durch, mal mehr, mal weniger - wie im richtigen Leben. Dadurch gelingt es einem leicht, sich mit ihnen zu identifizieren und mitzuleiden und mitzulieben. Die Handlungen auf beiden Zeitebenen sind schlüssig dargestellt. Die ganze Geschichte hat mich wirklich mitgenommen und ausgezeichnet unterhalten, hier sind ungewöhnliche Ideen einfallsreich und mit sehr guter Recherche verarbeitet worden. Unterschiedlich skizzierte Figuren und gute Dialoge machen Spaß. Außergewöhnliche Ideen sind hier eingebettet. Mir haben diese unterschiedlichen Zeitebenen sehr gut gefallen, zum Ende hin passte alles wie ein Puzzle zusammen. Auch die Beschreibungen verschiedener Orte waren eindrucksvoll.

"Der Unendlichkeit so nah" ist ein tolles Buch, die Autorin hat hier einen wunderbaren Plot geschaffen und das ist ihr ausgezeichnet gelungen! Wer sich von einer weitreichenden Geschichte verführen lassen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Ein unglaublich angenehmer Schreibstil, der mich in die Geschichte eintauchen ließ. Unbedingt lesenswert!
Das Buch endet mit einem Cliffhanger und ist noch nicht zu Ende erzählt. Der 2 Band kommt im August auf den Markt, ich bin gespannt

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Veröffentlicht am 28.04.2021

Ein Leben

Vom Aufstehen
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Helga Schubert ist ein Flüchtlingskind und in der DDR aufgewachsen. Es gibt eine Mutter, die sie zeitlebens nicht geliebt hat, der Vater ist im Krieg geblieben, als sie zwei Jahre alt war. Nur die Ferien ...

Helga Schubert ist ein Flüchtlingskind und in der DDR aufgewachsen. Es gibt eine Mutter, die sie zeitlebens nicht geliebt hat, der Vater ist im Krieg geblieben, als sie zwei Jahre alt war. Nur die Ferien bei ihren Großeltern in Mecklenburg waren geliebte Highlights, denn dort begegnete man ihr mit Liebe und Fürsorge.

Frau Schubert nimmt uns mit auf die Reise hinter die Kulissen ihres Lebens. Und bei dem, was man da erblickt, stockt mir teilweise der Atem. Wie kann ein kleiner Mensch aufwachsen mit einer Mutter, die einem den Tod wünscht? Unbegreiflich. Bei allem Verständnis auch für das schwere Leben der Mutter im Hinblick auf den Krieg, auf Vertreibung und Flucht, gibt es nichts, was so etwas verzeihen könnte. Und ganz schlimm finde ich, dass sie dieser Linie bis zu ihrem Tod treu blieb - ich konnte kein Bedauern, keine Entschuldigung finden. Da Frau Schubert sehr neutral schreibt, kann ich nicht genau einschätzen, ob sie ihrer Mutter jemals verziehen hat oder ob sie sich "nur"in eine neutrale Position begeben hat.

Besonders angesprochen hat mich die Geschichte "Wahlverwandtschaft", sie ist toll geschrieben. Durch die gewählte Perspektive erzählt die Autorin sehr distanziert. Ich musste sehr bewusst lesen, um immer mitzukriegen, wer da eigentlich gemeint ist. In meinen Augen passt das absolut zu ihrem Verhältnis ihrer Mutter gegenüber. Die Geschichte hat eine außerordentliche Aussagekraft. Vielleicht schafft man eine so kühle Mutter nur zu überstehen, wenn man innerlichen Abstand schafft. Das hat mich berührt!
Als studierte Psychologin und Schriftstellerin genoß Frau Schubert gewisse Privilegien in der DDR, sie konnte reisen, stand aber immer unter Beobachtung. Wir erfahren in den Geschichten ihr Erleben vor und nach dem Mauerfall.

Am Ende dieses Buches glaube ich verstanden zu haben, was die Autorin mit ihren Geschichten zum Ausdruck bringen will: Es geht ums Verzeihen. Egal, was das Leben für einen bereithält, egal, wie tief die Narben sind, die uns zugefügt wurden - am Ende werden wir verzeihen müssen, um unser Leben selbstbestimmt und frei von selbstzerstörenden Mechanismen leben zu können.
Ich finde es sehr berührend, dass die Autorin viele Stationen ihres Lebens vor uns Lesern ausbreitet. Immer ohne Effekthascherei oder Gefühlsduselei. Die Realität findet man zwischen den Zeilen. Frau Schubert findet wunderbare Worte, die berühren. Es gibt die eine oder andere Geschichte, die mich sehr berührt haben, aber ich habe hier in jeder Geschichte betrachtenswerte Aussagen gefunden. Das ganze Buch eine runde Sache, es wird noch lange in mir nachhallen. Daher von mir die verdiente volle Punktzahl.



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Veröffentlicht am 17.01.2021

Tolle Bearbeitung eines aktuellen Themas

Seelen unter dem Eis
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Wir treffen Tom, der im Todestrakt des Gefängnisses Huntsville sitzt und wie alle anderen Gefangenen dort auf seine Hinrichtung wartet. Er wird beschuldigt, seine Geliebte Amal getötet zu haben. Wir lernen ...

Wir treffen Tom, der im Todestrakt des Gefängnisses Huntsville sitzt und wie alle anderen Gefangenen dort auf seine Hinrichtung wartet. Er wird beschuldigt, seine Geliebte Amal getötet zu haben. Wir lernen einige Mitgefangene kennen und den Alltag im Gefängnis. Die Insassen haben alle Spitznamen und wir sehen, diese sind Gesetz. Es herrschen raue Sitten. Und dann gibt es noch den Wärter Goodman, der für Tom zuständig ist. Dieser beschafft ihm eine Schreibmaschine und Tom beginnt, seine Vergangenheit zu erzählen. Wie es zu dem Mord kam.

Tom besitzt eine erfolgreiche Werbeagentur und lebt ein gutes, luxuriöses Leben. Er ist verheiratet, lernt jedoch in einem seiner Seminare Amal kennen und sie beginnen eine Affäre. Mit jedem Treffen entwickelt sich die Beziehung fataler und am Ende wird Amal ermordet.

Die Autorin hat persönlich vor Ort viele Hintergrundinformationen gesammelt und das merkt man diesem Roman an. Die Gefängnisatmosphäre ist detailliert beschrieben und hat mir eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Beklemmende Szenarien, Brutalität und Gewalt haben einen Platz dort. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich wirklich mit der Todesstrafe auseinander zu setzen, wenn man das Buch liest. Die Charkatere sind sehr detailliert und lebendig beschrieben.Sie sind rund. Das Buch lebt von der Hintergründigkeit der Tat des Protagonisten, die sich nur langsam entwickelt und Kopfkino entfacht. Ist wirklich alles so wie es scheint? Wer blutiges Gemetzel erwartet, wird hier enttäuscht. Hier wird die Spannungsschraube im Laufe der Geschichte immer mehr angezogen und das macht diesen Psychotriller auf. Das Ende kommt mit einem überraschenden Twist daher und macht alles perfekt.

Wieder ein toller Thriller der Autorin Astrid Korten. Perfekt umgesetzt und absolut lesenswert. Daher volle Punktzahl!

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