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Veröffentlicht am 11.02.2021

Schwedenkrimi, der ruhig erzählt ist und weniger durch einen spektakulären Fall, als durch die realistische Darstellung der Polizeiarbeit überzeugt

Cold Case – Das gezeichnete Opfer
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Kurz vor Ostern und der Eröffnung einer Ausstellung wird die umstrittene schwedische Künstlerin Micha Lindberg tot in einem Boot an einem Leuchtturm in der Ostsee aufgefunden. Zuvor war eines ihrer letzten ...

Kurz vor Ostern und der Eröffnung einer Ausstellung wird die umstrittene schwedische Künstlerin Micha Lindberg tot in einem Boot an einem Leuchtturm in der Ostsee aufgefunden. Zuvor war eines ihrer letzten Gemälde, das mit Menstruationsblut gezeichnet wurde, mutwillig zerstört worden. In dem Boot wird weißer Lehm gefunden, der bei einem Mord im Oktober 2004 an einer Leiche festgestellt und nicht zugeordnet werden konnte. Damals war der 22-jährige Musikstudent Max Lund mit 24 Messerstichen ermordet worden. Der Fall konnte bisher nicht aufgeklärt werden. Durch die neue Spur nimmt Tess Hjalmarsson, deren Einheit aufgrund von Einsparungsmaßnahmen still gelegt werden sollte, die Ermittlungen auf.

"Das gezeichnete Opfer" ist der zweite Band der "Cold Case"-Reihe um die empathische Kommissarin Tess Hjalmarsson und ihr Team bestehend aus der unkonventionellen Marie Erling und dem besonnenen "alten Hasen" Lundberg, deren Spezialgebiet unaufgeklärte Kriminalfälle sind.
Auch wenn aus dem ersten Band das Vorwissen zu den Ermittlern und ihren Eigenarten fehlt, können die Bücher grundsätzlich unabhängig von einander gelesen werden, denn die Fälle bauen nicht aufeinander auf.

Der Kriminalroman wird aus verschiedenen Erzählperspektiven geschildert. In Rückblenden erhält man einen Einblick in die Stunden vor der Ermordung von Max, der Schwerpunkt liegt jedoch deutlich auf dem Jahr 2019 und den Ermittlungen in dem Cold Case.
Kommissarin Tess steht unter Druck, da ihre Einheit aufgelöst werden soll und sie nur wenige Tage für die Lösung des Falls hat, die ihr wieder Aufwind geben könnte. Durch den technischen Fortschritt kann der Fall mittels DNA-Analysen und der Erstellung eines neuen Täterprofils wieder aufgerollt werden. Zugleich werden die Verdächtigen von damals erneut befragt. Neben den Ermittlungen aus Sicht von Tess ist es insbesondere die zunächst frei schwebende Perspektive der "Ehefrau" die für Rätselraten und Abwechslung sorgt.

Aus dem Mordfall um Max Lund gibt es zahlreiche Verdächtige und Spannung erzeugt vornehmlich die Frage, welche Verbindung es zu der getöteten Künstlerin geben kann.
Die Autorin Tina Frennstedt ist Kriminalreporterin und schildert die Polizeiarbeit nicht nur akribisch, sondern auch sehr authentisch. Stück für Stück werden in einem Zusammenspiel der Einheiten die Puzzleteile zusammengesetzt und der Leser zum Mitraten angeregt.

"Cold Case - Das gezeichnete Opfer" ist ein solider Schwedenkrimi, der eher ruhig erzählt ist und weniger durch Nervenkitzel oder einem spektakulären Fall, sondern vielmehr durch die realistische Schilderung der Polizeiarbeit überzeugt.

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Kurzweiliger Kriminalroman mit zwei interessanten Figuren, die grenzüberschreitend in der Region Karwendel ermitteln

Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
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Kriminaloberkommissarin Alexa Jahn tritt ihren ersten Arbeitstag bei ihrer neuen Dienststelle in Weilheim an und wird direkt mit einem spektakulären Leichenfund konfrontiert. Als ihr Vorgesetzter sich ...

Kriminaloberkommissarin Alexa Jahn tritt ihren ersten Arbeitstag bei ihrer neuen Dienststelle in Weilheim an und wird direkt mit einem spektakulären Leichenfund konfrontiert. Als ihr Vorgesetzter sich bei einem Unfall in den Bergen verletzt, überträgt er ihr die Leitung der Ermittlerin. Als Neue in einem eingespielten Team hat es Alexa zunächst schwer und muss sich erst beweisen. Zu allem Überfluss werden weitere Teile der Leiche im Achensee in Österreich gefunden, weshalb die Ermittlungen grenzüberschreitend erfolgen. Der Kollege in Tirol, Chefinspektor Bernhard Krammer ist zwar sehr erfahren, aber gleichzeitig desillusioniert und ausgebrannt. Die beiden leitenden Ermittler tun sich zunächst schwer miteinander, auch weil sie eine andere Vorgehensweise haben und unterschiedliche Motivlage des Täters sehen.

"Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" ist der Auftaktband einer Krimireihe um die beiden Ermittler Alexa Jahn und Bernhard Krammer, die in der Region Karwendel, im Grenzgebiet Bayern/ Österreich, handelt. Beide sind interessante Figuren, aber während Alexa ambitioniert ist und ihre Karriere noch vor sich hat, hat Krammer innerlich gekündigt und nicht mehr den Eindruck, mit seiner Tätigkeit etwas zu erreichen.

Durch kurze Kapitel ist die Handlung dynamisch und durch immer mehr Puzzleteile, die im Verlauf der Ermittlungen zusammen kommen, kurzweilig geschrieben. In kurzen Abschnitten erhält man zudem Einblicke in die Psyche des Täters und kann über sein Motiv spekulieren. Auf dem Weg bis zur Lösung des Falles werden viele falsche Fährten gelegt, was die Suche etwas in die Länge zieht, insbesondere da es kaum möglich ist, den tatsächlichen Hintergrund für die Tat zu ergründen. Die Erklärung dafür ist jedoch letztlich schlüssig.

Auch wenn ich das sehr persönliche Ende für einen Krimi nicht ganz passend fand, bin ich gespannt auf weitere Teile der Reihe, um mehr über die Vita von Alexa Jahn und Bernhard Krammer zu erfahren. So unterschiedlich die beiden auch sein mögen, eint sie - anders als gedacht - mehr als die Einsamkeit, denn sowohl Alexa als auch Krammer scheinen in ihrem Leben nicht viel mehr Inhalt zu haben, als ihre Arbeit.

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Veröffentlicht am 06.02.2021

Warmherzige, romantische Geschichte, die zeigt, dass die Liebe manchmal da ist, wo man sie am wenigsten erwartet

Jedes Jahr im Juni
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Vor vierzehn Jahren hat Emmie Blue einen Luftballon fliegen lasse und hundert Meilen entfernt, hat Lucas Moreau ihn in Frankreich gefunden und ihr eine E-Mail geschrieben. Nach einem Treffen sind die beiden, ...

Vor vierzehn Jahren hat Emmie Blue einen Luftballon fliegen lasse und hundert Meilen entfernt, hat Lucas Moreau ihn in Frankreich gefunden und ihr eine E-Mail geschrieben. Nach einem Treffen sind die beiden, die zufällig auch noch am selben Tag Geburtstag haben, beste Freunde. Mit den Jahren verändern sich Emmies Gefühle für Lucas und sie verliebt sich in ihn, traut sich aber nicht, es ihm zu offenbaren. Als Lucas zu ihrem 30. Geburtstag verkündet, ihr etwas Wichtiges sagen zu müssen, setzt Emmie alles auf ein Liebesgeständnis, wird jedoch bitter enttäuscht. Er bittet sie, seine Trauzeugin für seine Hochzeit mit Marie zu sein und Emmie stimmt überrumpelt zu. Dennoch gibt sie die Hoffnung auf ein Happy End mit Lucas nicht auf, denn mit Marie führt er seit Jahren eine On-/Off-Beziehung und sie selbst ist schließlich seine Seelenverwandte.

Emmie Blue ist eine liebenswerte junge Frau, die in ihrem Leben schon einige Enttäuschungen erlebt hat und deshalb ein unsicherer Mensch ist, der sich oft allein fühlt, aber zumindest bei Lucas und seiner Familie Geborgenheit findet. In Emmie und ihre Gefühlswelt kann man sich sehr gut hineinversetzen, auch wenn sie für eine 30-jährige Frau in vielen Situationen ein wenig unbeholfen wirkte. Sie erweckt den Eindruck, als führe sie ein Leben mit angezogener Handbremse und als würde sie sich selbst kein Glück erlauben.

"Jedes Jahr im Juni" ist mehr als nur eine Liebesgeschichte, denn Emmie hat weitaus mehr Probleme als ihre unerfüllte Liebe zu Lucas. Sie ist traumatisiert von einem Erlebnis in der Vergangenheit, das sie nicht überwunden hat, das Freundschaften zerstört hat und das verhindert, dass sie schnell Vertrauen zu anderen Menschen fassen kann. Zudem leidet sie unter der Abwesenheit ihres Vaters, dessen Identität ihre Mutter all die Jahre verschwiegen hatte und der es selbst aufgegeben hat, Kontakt zu Emmie zu suchen.

Die Geschichte ist emotional geschrieben, handelt von Ängsten und Enttäuschungen, aber auch von Freundschaft, Halt und Liebe. Wie sich die Geschichte entwickelt, ist nicht überraschend, aber dennoch nicht langweilig geschrieben. Wie so häufig in Liebesromanen kommt es eben nicht darauf an, ob die Protagonisten letztlich ihr Liebesglück finden, sondern auf welche Weise und dieses Wie ist alles andere als vorhersehbar.
Daneben ist es schön zu sehen, wie Emmie allmählich offener auf Menschen zugeht, wie sie die Beziehung zu Lucas Bruder Eliot intensiviert oder sich um ihre kranke Vermieterin kümmert. Mit dem Fokus auf der Gegenwart, schafft sie es, die Vergangenheit hinter sich und sich nicht mehr von einem negativen Ereignis definieren zu lassen.

"Jedes Jahr im Juni" ist eine warmherzige, romantische Geschichte, die zeigt, dass die Liebe manchmal da ist, wo man sie am wenigsten erwartet.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Spannender, lange nebulöser Thriller mit düsterer Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Zusammenspiel von Staatsanwaltschaft und Polizei

Engelsschuld
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In der schwedischen Stadt Norrköping ereignen sich in kurzen Abständen drei Morde, bei denen die Opfer bestialisch zugerichtet werden. Philip Engström ist ein Rettungssanitäter, der unter Medikamenteneinfluss ...

In der schwedischen Stadt Norrköping ereignen sich in kurzen Abständen drei Morde, bei denen die Opfer bestialisch zugerichtet werden. Philip Engström ist ein Rettungssanitäter, der unter Medikamenteneinfluss 24-Stunden-Schichten ableistet, müde und unkonzentriert ist. Er ist jeweils als erstes am Tatort, kann jedoch nichts mehr für die schwer Verletzten tun. Ihm wird bewusst, dass er die Opfer kennt und fürchtet, dass er das nächste sein könnte, doch seine Vergangenheit hindert ihn daran, offen mit der Polizei zu sprechen. Diese vermutet einen Serienmörder hinter den Taten und stellt im Rahmen der Ermittlungen fest, dass sie früher in ein und demselben Krankenhaus gearbeitet haben.

Staatsanwältin Jana Berzelius ist mit dem Fall betraut, hat jedoch noch mit Problemen aus einem früheren Fall zu kämpfen. Aufgrund von Tagebuchaufzeichnungen aus ihrer Vergangenheit, die in die falschen Hände geraten sind, hat sie sich erpressbar gemacht und ist deshalb gezwungen, Dinge zu tun, die einer Staatsanwältin nicht gut zu Gesicht stehen. Darüber hinaus ist ihre Mutter überraschend an einem Herzinfarkt gestorben und auch in diesem Fall ist Engström der Rettungssanitäter gewesen, der ihr Leben nicht hatte retten können.

"Engelsschuld" ist Band 3 einer Reihe um die Staatsanwältin Jana Berzelius. Es ist ein Thriller, der sehr dynamisch aus wechselnden Perspektiven geschrieben ist. Die Szenenwechsel finden selbst innerhalb der Kapitel in kurzen Abständen statt, so dass es gerade zu Beginn des Romans schwierig ist, den Überblick über die einzelnen Figuren zu behalten. Zudem hat fast jeder Protagonist eine bewegte Vergangenheit oder private Probleme, die sein Handeln beeinflussen und mehrere Nebenhandlungen eröffnen.

Hintergründe und Motiv für die Taten sind lange nebulös. Klar erscheint nur, dass der Täter seine Opfer bewusst quälen wollte. Durch den Aufbau des Thrillers mit diversen, lose verbundenen Handlungssträngen bleibt es spannend zu erfahren, wie diese letztlich zusammenhängen. Die gefühlskalt wirkende Staatsanwältin passt dabei gut zu der düsteren Stimmung des Schwedenkrimis, weckt allerdings keine Sympathien, sondern ist eine klassische Antiheldin.

Auch wenn die Bände der Reihe unabhängig voneinander gelesen werden können, ist es grundsätzlich sinnvoll, die Reihenfolge einzuhalten, um eine Nähe zu den Protagonisten herzustellen und ihre Beweggründe für ihr Tun besser zu verstehen. Das ungewöhnliche Zusammenspiel von Ermittlern, Staatsanwaltschaft und scheinbar unbeteiligten Randfiguren fesselt jedoch bis zum Schluss, da die schnellen Perspektivwechsel immer wieder für Mini-Cliffhanger sorgen.

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Veröffentlicht am 16.01.2021

Wendungsreicher Psychothriller, der die Gefahren eines digitalen Zuhauses und Künstlicher Intelligenz auf beängstigende Art und Weise beschreibt

Die Stimme
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Jo Ferguson lebt nach der Trennung von ihrem Ehemann Simon und beruflichen Problemen in der Wohnung ihrer Freundin Tabitha. Dort hat deren Freund ein Smarthome-System installieren lassen, das sämtliche ...

Jo Ferguson lebt nach der Trennung von ihrem Ehemann Simon und beruflichen Problemen in der Wohnung ihrer Freundin Tabitha. Dort hat deren Freund ein Smarthome-System installieren lassen, das sämtliche Funktionen kontrolliert. Als die elektronische Stimme Elektra zum ersten Mal eigeninitiativ mit Jo spricht, wird sie an ein Erlebnis aus ihrer Vergangenheit erinnert, das Angst und Schuldgefühle bei ihr auslöst. Nur ihr Exmann und Tabitha wissen, was Jo getan hat. Aber warum sollten die beiden ihr drohen? Nachdem Jos Vater vor Jahren Selbstmord begangen hat, als bei ihm Schizophrenie diagnostiziert wurde, ist sich Jo auch nicht sicher, ob sie sich die Stimme von Elektra nur einbildet oder ob es tatsächlich jemanden gibt, der ihr Smarthome-System steuert und ihr digitales Leben - E-Mail, Facebook, Twitter - gehackt hat. Bald schon steht sie ganz allein da, denn Freunde und Familie bekommen von ihr abscheuliche E-Mails und wenden sich von ihr ab.

"Die Stimme" ist ein moderner Psychothriller, der die Gefahren eines digitalen Zuhauses und Künstlicher Intelligenz auf beängstigende Art und Weise beschreibt. Jo lebt in einer Wohnung, in der in jedem Raum ein Smarthome-Assistent ist, der permanent auf Empfang ist. Sie weiß nicht, ob ihre Freundin oder deren Verlobter Zugriff auf das System haben oder ob sich jemand illegal eingeloggt hat. Sie wagt es aber auch nicht, sie abzuschalten, da Elektra Jo mit ihrer Vergangenheit erpresst. Jo agiert völlig kopflos und hilflos, denn Freunde hat sie wegen ihrer Nachrichten bald keine mehr und aufgrund einer erblichen Vorbelastung zweifelt sie auch an ihrem eigenen Verstand.

Es ist ein wendungsreicher Thriller, in dem es viele verdächtige Personen aus Jos Umfeld gibt, die in Betracht gezogen werden müssen, Jo schaden oder sogar in den Selbstmord treiben wollen, die jedoch genauso schnell wieder ausgeschlossen werden müssen. Das Ausmaß der "Stimme" auf Jos Leben wird dabei stetig größer. Sie ist der Manipulation hilflos ausgeliefert.
Durch die Perspektive von Jo, aus der der Roman weitgehend geschrieben ist, und die eindringlichen Beschreibungen dieses beängstigenden Szenarios kann man sich sehr gut in Jo und ihre schier ausweglose Situation hineinversetzen. Gespannt verfolgt man, ob und wie es Jo gelingt herauszufinden, wer oder was hinter der Bedrohung durch die "Stimme" steckt.
Auch wenn die Geschichte extrem an die Spitze getrieben wird, ist es erschreckend zu lesen, wie groß der Einfluss von Künstlicher Intelligenz in kürzester Zeit werden kann und wie umfassend sie das ganze Leben kontrollieren und bedrohen kann.

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