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Veröffentlicht am 20.04.2021

Interessanter Kriminalroman um eine Murnauer Künstlerin und ihre verhängnisvolle Vergangenheit

Die Blaue Reiterin
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Unvermutet schlittert Metzgerin Theres Hack in ihre nächste Ermittlung, als eine gute alte Freundin ihres Vaters Josef Hack vermisst wird. Unentschuldigte Unpünktlichkeit ist für die aus Murnau stammende ...

Unvermutet schlittert Metzgerin Theres Hack in ihre nächste Ermittlung, als eine gute alte Freundin ihres Vaters Josef Hack vermisst wird. Unentschuldigte Unpünktlichkeit ist für die aus Murnau stammende Künstlerin Hanna völlig ungewöhnlich und alle sind sehr besorgt! Kurz darauf ist klar, die Dame wurde im Murnauer Moos tot aufgefunden. Die Umstände sind etwas merkwürdig und Theres und Josef haben so ihre Zweifel an der Unglückstheorie....

„Die blaue Reiterin“ ist der zweite Kriminalroman in dem die Oberammergauer Metzger und Jägerin Theres Hack ihr Faible für Gerechtigkeit zum Einsatz bringen kann!
Autorin Monika Pfundmeier entwickelt eine interessante und aufregende Geschichte um die Künstlerin Hanna, die als Mädchen in enger Verbindung mit der berühmten Murnauer Künstlerin Gabriele Münter und ihrer Kunst stand. Nach und nach erfahren wir mehr von Hanna und den schwierigen Familienverhältnissen in denen sie aufwachsen musste! Geprägt von den liberalen Ansichten von Gabriele und ihrer Großmutter musste sich die junge Weise in die Obhut ihres Nazi-Onkels begeben, der mit seiner Menschenverachtung und seinen rassistischen Ansichten, die Familie tyrannisiert und prägt. Immer wieder werden einschneidende Rückblicke in Hannas traumatische Vergangenheit eingeblendet.
Es folgt ein gelungenes Rätselraten um Hannas Geschichte und Stück für Stück enthüllt sich das Geheimnis. Die Autorin versteht es geschickt den Leser zu faszinieren, dieses Mal ganz ohne blutrünstige Mordserie, nur durch intensive Auseinandersetzung mit einer tragischen Familiengeschichte. Absolut fesselnd!

Mein Fazit:
Ein großartiger Kriminalroman und eine bemerkenswerte Fortsetzung dieser Serie, diesmal mit einem ersteren Thema und etwas weniger Humor als bei Band eins. Mehr eine Geschichte die zum Nachdenken einlädt, über die Nachkriegszeit, Vorurteile und die Rolle der Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Besonders gelungen finde ich im Buch den eingebauten Bezug zu der Künstlerkolonie „Die blauen Reiter“, eine grandiose Idee!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Unglaublich amüsante Pfälzer Lokalkrimi-Serie:)

Rieslingmord
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Ex-Polizist Carlos Herb ist auf der Flucht, vor der Mafia und vor seinen ehemaligen Kollegen. Es zieht ihn nach Elwenfels in der Pfalz einen kleinen verwunschenen Ort mitten im Wald. Doch dort ist auch ...

Ex-Polizist Carlos Herb ist auf der Flucht, vor der Mafia und vor seinen ehemaligen Kollegen. Es zieht ihn nach Elwenfels in der Pfalz einen kleinen verwunschenen Ort mitten im Wald. Doch dort ist auch eine Gruppe spiritueller Auswanderer gestrandet, auf der Suche nach Erleuchtung. Carlos erkennt seine Elwenfelser kaum wieder, diese erscheinen ihm wie umprogrammiert, Yogi-Tee statt Riesling-Schorle, Yoga und Mediation für alle, geht das mit rechten Dingen zu? Doch dann fliegt einer der bunten Vögel von der Steilwand vor Herbs Füße! Unfall, Selbstmord oder hat da jemand nachgeholfen, Carlos ermittelt...!

„Riesling-Mord“ ist schon der dritte Elwenfels-Krimi in Serie, aus der Feder des Pfälzer-Ehepaares Britta und Christian Habekost. Wie gut, dass ich diese amüsante Regional-Krimiserie im Rahmen einer Leserunde entdeckt habe:) ich liebe ja schräge Krimis und dieser ist genau mein Ding!
Dabei komme ich einmal in eine mir ganz unbekannte Gegend, mit einem köstlichen Dialekt, der es in sich hat;). Dazu kommt natürlich reichlich Lokalkolorit, abstruse Szenen und eine ordentliche Portion Humor, einfach herrlich. Es ist zwar gar kein Problem die Vorgängerbände nicht zu kennen, jedoch bin ich jetzt nach der Lektüre mega gespannt auf die Vorgeschichte, also ab auf meine “Wanna have” Liste!
Durch seinen kreativen Schreibstil, verbunden mit einer gelungenen Geschichte, ist dieser Krimi ganz cosy und witzig, natürlich gepaart mit eindringlich spannenden Momenten. Das liebevoll konstruierte kleine Pfälzer Dorf Elwenfels mit seinen charakteristischen Einwohnern erinnerte mich entfernt auch ein wenig an sein gallisches Pendant;)
Mein Fazit: Sehr unterhaltsamer Lokalkrimi, der Neugierde weckt auf die Pfalz und ihre Leut, auf Riesling-Schorle in Dubbegläser, Heiterkeit und andere lokale Spezialitäten! Zuallererst aber auch mehr Geschichten aus Elwenfels:). Duweeschwieschmaän;)

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Fesselnder erster Teil einer Trilogie zum Thema "Trauma"

Trauma – Kein Entkommen
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An einem Baggersee im Münchner Osten wird eine männliche Leiche geborgen. Der unbekannte Tote ist ertrunken! War es ein Selbstmord? Alles weist darauf hin, denn auf dem See dümpelte ein angestochenes Schlauchboot. ...

An einem Baggersee im Münchner Osten wird eine männliche Leiche geborgen. Der unbekannte Tote ist ertrunken! War es ein Selbstmord? Alles weist darauf hin, denn auf dem See dümpelte ein angestochenes Schlauchboot. Kommissarin Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmüller kommen ins Zweifeln, denn der Tote entpuppt sich alsbald als ehemaliger Matrose der Korvette "Braunschweig" und die müssten doch normalerweise schwimmen können....?

Der Thriller „Trauma - Kein Entkommen“ ist der erste Teil einer Trilogie um die Münchner Mordermittlerin Katja Sand und ihren Assistenten Rudi Dorfmüller. Geschrieben wird die Serie vom Kölner Autor, Schauspieler und Drehbuchautor Christoph Wortberg. Der Titel Trauma ist gut gewählt, denn das Thema zieht sich quer durch das Buch und betrifft einige der Protagonisten! Auch Ermittlerin Katja kämpft mit ihren Dämonen, gut das der feinfühlige Rudi ihr zur Seite steht und sie immer wieder auf den Boden der Tatsachen bringt.
Der Thriller beginnt mit einem schockierenden Intro aus der Vergangenheit, entwickelt sich dann erst mal gemächlich, wobei dann im Verlauf immer wieder vergangene traumatische Details offengelegt werden. Diese Taktik verleiht der Geschichte Dynamik und spannungsvolle Momente! Der Schreibstil ist sehr detailreich und anschaulich, auch die Charaktere sind gut herausgearbeitet.
Ein Hingucker ist das Buch besonders von der Optik! Die Kombination von Schwarz und Gelb beherrschen das Cover, ein leuchtend gelber Buchschnitt ist der Knaller und verleiht dem Buch eine individuelle Note. Tolles Design, finde ich sehr gelungen:)

Mein Fazit:
Ein wirklich unterhaltsamer Krimi mit so einigen Thrill-Momenten, die man nicht so schnell vergisst! Selbst das etwas komplizierte Privatleben der Kommissarin fand ich interessant erzählt, auch wenn es öfters mal vom Fall ablenkt, aber auch Ermittler sind nur Menschen! Spannend fand ich natürlich die Schauplätze, als Münchnerin kenne ich einige davon;). Gelungener erster Fall freue mich schon auf Fortsetzung, die Leseprobe dazu ist sehr vielversprechend!

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Interessante Erzählung vom Erwachsenwerden in einem Land voller Gegensätze

Die nicht sterben
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Es ist ein Glück, jeden Sommer auf dem Land zu verbringen und eine Kindheit voller schöner Erinnerungen zu genießen. Schlechtes wird verklärt, Gutes verstärkt, die Welt ist perfekt. In der enteigneten ...

Es ist ein Glück, jeden Sommer auf dem Land zu verbringen und eine Kindheit voller schöner Erinnerungen zu genießen. Schlechtes wird verklärt, Gutes verstärkt, die Welt ist perfekt. In der enteigneten Villa ihrer Tante Margot im rumänischen Ort B., feiert eine ausgewählte elitäre Gruppe das Leben, schwelgt in Zeiten präkommunistischer Vergangenheit, sperrt die Wirklichkeit aus oder macht sich über sie lustig! Nach dem Studium der schönen Künste in Paris, sind die Erwartungen an die Heimat deshalb hoch, denn die politische Lage hat sich verändert, der eiserne Vorhang ist gefallen. Doch es folgt nichts als Enttäuschung, durch den Tod einer Verwandten und die Entdeckung ihres starken Vorfahren Dracula dem Pfähler wird eine Flut von Ereignissen ausgelöst...!



Zugegeben, das Buch “Die nicht sterben”, von Autorin Dana Grigorca ist erst einmal schwer einzuordnen. Die Erzählung in der ich-Perspektive mit metafiktionalen Elementen ist angesiedelt in einem beliebigen Ort B. in Transsilvanien. Man fragt sich bei dieser Geschichte vor allem was ist Traum, was Wirklichkeit, was Fantasie, alles etwas verwirrend! Der Schreibstil ist dabei sehr intensiv, facettenreich und symbolträchtig.

Die Autorin benutzt die Geschichte Draculas als Sinnbild des ewigen Kampfes gegen die Gier, indem sie das Grauen seiner Taten benutzt für die Abrechnung mit festgefahrenen Strukturen. Der Bezug auf einen ewigen Kreislauf der Korruption, auch vergleichbar mit der Sage vom Drachen, sobald man ihm einen Kopf abschlägt, wächst ein Neuer nach. Damit erklärt sich mir auch der Sinn des Titels.

Vom Studium aus Paris kommend, beginnt eine Transformation vom Mädchen zur Frau, sie wird erwachsen und sieht die Dinge um sich herum in einem anderen Licht. Ihr Land und ihre Umgebung wirken vernachlässigt. Sie sieht die Gier, Zerstörung und Verderbtheit. Es beginnt eine Transformation, ein Drang sich zu radikalisieren! Doch macht das alles Sinn?

Die Sehnsucht etwas ändern zu können, eine Welt ohne Neid, voller Gerechtigkeit zu erschaffen. Ungerechtigkeit wird wohl niemals sterben, manchmal muss man sie hinnehmen, denn es ist menschlich. Ebenso wird es aber immer Menschen geben, die gegen das Establishment aufbegehren.

Mein Fazit: Eine wirklich anspruchsvolle Lektüre, das Buch ist so Facettenreich, in jedem Abschnitt entdeckt man verborgene Anspielungen. Die sich daraus entwickelte Spannung, zielt auf ein infernales Ende hin! Fesselnde und ungewöhnliche Lektüre:)

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Veröffentlicht am 19.03.2021

Kriminell historische Geschichte aus dem mondänen Seebad Norderney

Der tote Rittmeister
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Norderney Sommer 1913-, die gutsituierte und ambitionierte Lehrerin Viktoria Berg verbringt ihre Sommerfrische wieder auf der damals so angesagten Insel Norderney. Dort besucht sie auch ihre schwer erkrankte ...

Norderney Sommer 1913-, die gutsituierte und ambitionierte Lehrerin Viktoria Berg verbringt ihre Sommerfrische wieder auf der damals so angesagten Insel Norderney. Dort besucht sie auch ihre schwer erkrankte Schülerin Elli im Seehospitz, die ihr sogleich von ihrer verschwundenen Bettnachbarin Rike erzählt! Viktoria verspricht dem Mädchen nach Rike Ausschau zu halten. Beim Pferderennen Tags darauf wird der bekannte kaiserliche Rittmeister von Papitz tot in den Dünen aufgefunden. Zufällig kommt auch Viktoria am Fundort vorbei und trifft dort überraschenderweise auf den ihr gut bekannten Journalisten und Fotografen Christian Hinrichs.

Der historische Kriminalroman "Der tote Rittmeister", aus der Feder von Autorin Elsa Dix, ist der 2. Teil ihrer Viktoria-Berg-Serie, die im Seebad auf der Insel Norderney spielt.
Die wilhelminische Zeit, Anfang des 19. Jahrhunderts, mit ihrer steifen Etikette und den peniblen Klassenunterschieden ist hervorragend recherchiert und wird im Roman wieder lebendig. Dabei ist die sympathische Protagonistin Victoria, ihrer Zeit weit voraus und erregt mit ihrer Selbstsicherheit und ihrem Drang zur Selbstbestimmung nicht nur auf Anerkennung. Diese Eigenschaften machen aber aus ihr aber eine unerschrockene und neugierige Ermittlerin. Bei ihren gemeinsamen Recherchen mit Journalist Christian wird die Anziehungskraft und das Prickeln zwischen den beiden wieder deutlich spürbar. Der Fall an sich ist außergewöhnlich arrangiert und unterhaltsam geschildert, mit gehörig viel Spannung und einer überraschenden Wendung am Ende! Besonders lebt der Roman aber von seiner gelungenen Seebad-Atmosphäre, samt einer Thronjubiläumsfeier.

Mein Fazit:
Mit Worten aus dem Kriminalroman ganz kurz gesagt: „Eine ganz famose, spannungsvolle und bravourös gemeisterte Unterhaltung“;). Das Buch kann problemlos unabhängig vom ersten Band gelesen werden.

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