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Veröffentlicht am 26.04.2021

Eine Künstlerin kämpft für ihren Traum

Die Bildhauerin
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Camille Claudel wuchs in einer gut bürgerlichen Familie in ländlicher Umgebung auf, ihre Mutter wollte sie am liebsten früh und gut verheiratet wissen, ihr Vater erkannte und förderte das Talent seiner ...

Camille Claudel wuchs in einer gut bürgerlichen Familie in ländlicher Umgebung auf, ihre Mutter wollte sie am liebsten früh und gut verheiratet wissen, ihr Vater erkannte und förderte das Talent seiner Tochter aber und unterstützte sie dabei, in Paris mehr über das Bildhauen zu lernen. Obwohl das für Frauen der damaligen Zeit ein sehr ungewöhnlicher Berufswunsch war, findet Camille schnell zwei Mitstreiterinnen, denen die École des Beaux-Arts ebenfalls auf Grund ihres Geschlechts verschlossen bleibt und sie mieten sich gemeinsam ein Atelier und finden auch männliche Förderer. So lernt Camille irgendwann auch den wesentlich älteren Bildhauer Auguste Rodin kennen, der sie unterrichtet, sie als seine Muse benutzt und sie schließlich auch zu (einer) seiner Geliebten macht, obwohl er verheiratet ist.

Ich fand es sehr interessant, mehr über diese spannende Frau zu erfahren, die in einer Zeit, in der dies noch absolut unüblich war, darum gekämpft hat, sich beruflich zu verwirklichen und von ihrer Kunst zu leben. Im Roman wird sehr deutlich, wie sie und Rodin sich gegenseitig inspirieren und brauchen, er ihr aber auch gleichzeitig Verletzungen zufügt, weil sie doch mehr sein möchte als nur die Geliebte des großen Künstlers.
Etwas verwirrend fand ich stellenweise die Rückblicke in Camilles Jugend, hier wäre mir eine ausschließlich chronologische Erzählweise lieber gewesen. Außerdem endet der Roman für mein Empfinden sehr plötzlich und mitten im Leben von Camille, ohne dass man zumindest in einem Nachwort erfährt, wie ihr Leben weiter verlaufen ist.

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Veröffentlicht am 23.04.2021

Kann man auf Norderney die große Liebe finden?

Möwensommer
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Lina ist Mitte 20 und auf Norderney geboren, ihre Eltern betreiben ein kleines Hotel und sie kann sich nicht vorstellen, wo anders als auf der Insel zu leben. Leider ist es aber nicht so leicht, sich ...


Lina ist Mitte 20 und auf Norderney geboren, ihre Eltern betreiben ein kleines Hotel und sie kann sich nicht vorstellen, wo anders als auf der Insel zu leben. Leider ist es aber nicht so leicht, sich dort beruflich richtig zu verwirklichen und noch schwieriger ist es, den Mann für's Leben zu finden.

Seit ihrer Ausbildung arbeitet Lina als Floristin, eigentlich liebt sie diesen Beruf, würde im Laden aber gerne einiges anders machen, als ihre Chefin Claudia. Was die Männer angeht, wurde ihr an ihrem 18. Geburtstag von ihrem Jugendfreund Mattis das Herz gebrochen, seitdem sind sie weiter "nur" befreundet. Linas letzter Freund hat sie irgendwann wieder verlassen, um zurück auf's Festland zu gehen. Nun taucht aber der neue Standesbeamte Bent auf der Insel auf und beginnt Lina zu umwerben.

Ich fand es schön, beim Lesen in Gedanken mit nach Norderney reisen zu können, da ich die Ostfriesischen Inseln sehr mag. Lina war mir auch sehr sympathisch, ebenso wie ihre Familie und Freunde. Nicht alles an der Handlung hat mich aber komplett überzeugt, mit manchen Verhaltensweisen konnte ich nicht komplett identifizieren und für mich hätte, trotz des Genres, noch etwas mehr Tiefgang vorhanden sein dürfen. Der Schreibstil der Autorin ist auf jeden Fall gut lesbar, passend zu einer Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 17.04.2021

Kein leichtes Erbe

Enriettas Vermächtnis
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Enrietta da Silva war eine weltbekannte Schriftstellerin mit argentinischen Wurzeln, die schon lange in der Schweiz lebte. Nach ihrem Tod lädt ihr Testamentsvollstrecker Emilio, einen Schönheitschirurgen ...

Enrietta da Silva war eine weltbekannte Schriftstellerin mit argentinischen Wurzeln, die schon lange in der Schweiz lebte. Nach ihrem Tod lädt ihr Testamentsvollstrecker Emilio, einen Schönheitschirurgen Mitte 50 aus Buenos Aires und Jana, eine Schauspiellehrerin aus Salzburg nach Zürich in die Kanzlei ein, die das große Vermögen von Enrietta da Silva erben sollen. Zunächst muss aber geklärt werden, in welcher Verbindung sie zu der Verstorbenen standen. So nähern sich auch Jana und Emilio bei ihrem Aufenthalt in Zürich einander an. Bald taucht aber Armando auf, der Anspruch auf den größten Teil des Erbes anmeldet und viel Staub aus der Vergangenheit aufwirbelt.

Der Roman beschäftigt sich mit den drei potentiellen Erben und vor allem ihrem Verhältnis untereinander und ihrer Lebensgeschichte. Ihr Verhältnis oder ihre Erfahrungen mit der Verstorbenen spielen nur am Rande eine Rolle, was ich etwas schade finde. Gerne hätte ich noch etwas mehr über den Weg der Schriftstellerin von Argentinien in die Schweiz und ihr weiteres Leben erfahren, um mir auch von ihr ein differenzierteres Bild zu machen. Was ihr Erbe anging, hatte sie jedenfalls ihren festen Willen, wer dieses bekommen sollte, und der schloss bewusst einen der drei Beteiligten aus, was dieser sich ebenso bewusst nicht gefallen lassen möchte. Nebenbei spielt auch noch eine Liebesgeschichte eine Rolle und grundsätzlich die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und den Vorstellungen für die Zukunft. Die Charaktere sind überzeugend ausgestaltet und auch der Hauptschauplatz Zürich findet sich im Roman erkennbar wieder. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Musik verbindet und heilt alte Wunden

Hey June
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Hey June ist die Geschichte der 34-jährigen Architektin Leah, die in Frankfurt mit ihrem Freund zusammenlebt, der in der Musikbranche arbeitet, aber dann für ein Jahr beruflich nach Leipzig muss, um ein ...

Hey June ist die Geschichte der 34-jährigen Architektin Leah, die in Frankfurt mit ihrem Freund zusammenlebt, der in der Musikbranche arbeitet, aber dann für ein Jahr beruflich nach Leipzig muss, um ein Projekt zu betreuen. In einer Bar lernt sie den etwas "Johnny" kennen, sie selbst stellt sich als "June" vor, da sie spontan beschließen, komplett unvoreingenommen miteinander umgehen zu wollen, indem sie möglichst wenig voneinander wissen. Johnny zieht sie an dem Abend in der Bar (nicht nur) mit einem selbstkomponierten Musikstück in ihren Bann und obwohl sie keine Nummern austauschen und keiner von beiden eine Beziehung oder Affäre anstrebt, sehen sie sich bald wieder und Musik spielt auch weiterhin eine wichtige Rolle bei ihren Zusammenkünften. Natürlich kommt es aber auch schnell zu Komplikationen, aber ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen.

Mir hat auf jeden Fall sehr gut gefallen, wie sich die Musik wie ein roter Faden durch das Buch zieht und den einzelnen Teilen des Romans auch immer Szenen einer fiktiven Oper, die in der Geschichte eine Rolle spielt, vorangestellt wurden. Man merkt der Autorin die Leidenschaft für Musik einfach an. Die Protagonistin Leah ist mir sehr sympathisch, manchmal denkt sie aber auch etwas zu kompliziert für meinen Geschmack. Für mich hätte die Interaktion mit "Johnny" noch etwas mehr Platz in der Handlung einnehmen dürfen. Gegen Ende war mir manches Detail der Handlung etwas zu extrem und dadurch konnte ich mich nicht mehr so gut hineinversetzen. Insgesamt finde ich die Idee hinter dem Roman aber toll und habe ihn sehr gerne gelesen. Dazu trägt auch der angenehm lesbare und anschauliche Schreibstil der Autorin bei.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Mehr als nur die Frau an seiner Seite

Lady Churchill
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Marie Benedict hat sich bereits für ihren vorherigen Roman „Frau Einstein“ eine Protagonistin ausgesucht, deren Ehemann wesentlich mehr im Licht der Öffentlichkeit stand als sie selbst. Das gilt definitiv ...

Marie Benedict hat sich bereits für ihren vorherigen Roman „Frau Einstein“ eine Protagonistin ausgesucht, deren Ehemann wesentlich mehr im Licht der Öffentlichkeit stand als sie selbst. Das gilt definitiv auch für Clementine Churchill, der Ehefrau von Winston Churchill, der von 1940 bis 1945 sowie von 1951 bis 1955 Premierminister von Großbritannien war.

Clementine und Winston lernten sich bei einer Einladung einer entfernteren Verwandten von Clementine kennen. Beide stammten aus guten, aber nicht wohlhabenden Elternhäusern, Winston Churchill arbeitete aber schon fleißig an seiner politischen Karriere und (zumindest damals) sollte man dafür auch die passende Ehefrau an seiner Seite vorweisen können, die einen bei öffentlichen Anlässen begleitet und privat den Rücken frei hält und ihm eine Familie schenkt. Mit Clementine hat er eine gebildete Partnerin gefunden, die ihn unterstützt, ihm aber auch Ratschläge gibt, die er durchaus beherzigt. Für die Frauen in ihrem Land erreicht sie einen großen Fortschritt, indem ihr Engagement für das Frauenwahlrecht auch Winston Churchill zum Nachdenken bringt und auch in vielen weiteren Bereichen zeigt sie viel Einsatz.

So erfährt man im Roman viel darüber, was es bedeutete, in der damaligen, politisch zudem sehr ereignisreichen Zeit, die Partnerin eines bedeutenden Politikers zu sein, ohne sich diesem privat vollkommen unterzuordnen und auch politisch immer wieder Einfluss auf ihn zu nehmen und welche Konsequenzen das für ihr Privatleben hatte. Außerdem bietet der Roman natürlich auch einmal einen anderen Blickwinkel auf die historischen Ereignisse rund um den Zweiten Weltkrieg. Historische Fakten vermischen sich dabei mit einer Dosis Fiktion, aber man kann sich gut vorstellen, dass es so oder zumindest ähnlich ablief. Zwischenzeitlich kommt es aber auch mal zu einigen „Längen“, wo manches sich wiederholt oder etwas weniger ausführlich abgehandelt hätte werden können. Komplett „warm“ werde ich mit der doch sehr selbstbewussten und kämpferischen Clementine Churchill nicht, wahrscheinlich hätte sie mir aber auch ganz schön Respekt eingeflößt, wäre ich ihr damals in echt begegnet. Die Romanhandlung endet dann leider etwa mit Ende des Zweiten Weltkrieges, obwohl es auch spannend gewesen wäre, mitzuerleben, inwiefern sich Winston und Clementine Churchill in seiner zweiten Amtszeit verändert haben.

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