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Veröffentlicht am 01.05.2021

Wer ermordete die Braut?

Höllenkind
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„Höllenkind“ ist bereits der 8. Fall für Patho-Psychologin Clara Vidalis vom LKA Berlin. Clara ermittelt diesmal in Florenz und Rom. Unterstützt wird Clara wieder von ihrem Ehemann und Kollegen Dr. Martin ...


„Höllenkind“ ist bereits der 8. Fall für Patho-Psychologin Clara Vidalis vom LKA Berlin. Clara ermittelt diesmal in Florenz und Rom. Unterstützt wird Clara wieder von ihrem Ehemann und Kollegen Dr. Martin Friedrich, genannt MacDeath. Doch worum geht es?
Eine Braut bricht auf dem Weg zum Alter in der Sixtinischen Kapelle zusammen und stirbt. Der Vatikan bittet Clara um Hilfe, die nach ihrer Suspendierung mit einer Freundin in Florenz Urlaub macht…
Der Einstieg hat mir nicht so gut gefallen. Zu viel Kirchengedöns. Alles sehr mysteriös. Und dann die ganzen Namen. Doch irgendwann zog die Spannung an.
Veit Etzold hat seinen neuen Thriller packend inszeniert. Alter römischer Adel, dunkle Geheimnisse und ein unerbittlicher Rächer, das sind die Zutaten von „Höllenkind“. Ein Mix aus Dante und Dan Brown. Aber auch etwas vorhersehbar. Und zum Schluss gewohnt unappetitlich.
Dieses Buch ist Roman und Reiseführer in einem. Denn Florenz und seine Sehenswürdigkeiten sind gut beschrieben. Das hat mir gefallen.

Fazit: Fall Nr. 8 für Clara und MacDeath. Gut, aber nicht der beste Band der Reihe.

Veröffentlicht am 15.04.2021

Mord im Urlaubsparadies

Kretisches Schweigen
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„Kretisches Schweigen“ ist bereits der dritte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas. Er ermittelt auf der griechischen Insel Kreta, in seiner Heimatstadt Chania. Die Vorgänger hatten ...


„Kretisches Schweigen“ ist bereits der dritte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas. Er ermittelt auf der griechischen Insel Kreta, in seiner Heimatstadt Chania. Die Vorgänger hatten mich überzeugt und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Kretas Geschichte und Mythologie sind eng miteinander verbunden und so haben sich im Süden Kretas zahlreiche Urlauber am Strand von Frangokastello eingefunden, weil sie im Morgengrauen die Drosoulites sehen wollen. Doch statt Visionen menschenähnlicher Schatten stoßen sie auf menschliche Knochen. Schnell steht fest, es handelt sich um die Skelette zweier Männer. Beide wurden offenbar ermordet und vor etwa 10 Jahren am Strand begraben. Zur gleichen Zeit gab es auch eine Reihe von Kirchendiebstählen. Ebenso hatten Feindschaften und Blutrache nie aufgehört in dieser Region. Wo ist die Verbindung? Michalis und sein Kollege Koronaios ermitteln und stoßen auf eine Mauer des Schweigens…
Nikos Milonás alias Frank D. Müller hat seinen neuen Kreta-Krimi atmosphärisch in Szene gesetzt, voller Frappé und Folklore. Auch das Privatleben des Protagonisten nimmt wieder viel Raum ein. „Kretisches Schweigen“ ist aber auch ein Buch, das die Folgen der Finanzkrise thematisiert. Am Anfang mäßig spannend, am Ende rasant wie ein amerikanischer Actionfilm.

Fazit: Ein Tag am Meer. Solide Krimi-Kost nicht nur für Kreta-Kenner!

Veröffentlicht am 28.03.2021

Zwischen den Meeren

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
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Sonne, Wind und Meer. So kann man zumindest literarisch verreisen und ein bisschen von Urlaub träumen. Deshalb musste ich mich hier unbedingt bewerben - und wurde nicht enttäuscht.
„Nasses Grab (Zwischen ...


Sonne, Wind und Meer. So kann man zumindest literarisch verreisen und ein bisschen von Urlaub träumen. Deshalb musste ich mich hier unbedingt bewerben - und wurde nicht enttäuscht.
„Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee)“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die im hohen Norden verortet ist. Worum geht es? Am Ostseestrand der Halbinsel Holnis wird die schrecklich entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schnell steht fest, es handelt sich um Peter Nissen, der auf einem Kutter gearbeitet hat.
Carina Drews und Jörn Appel von der Flensburger Mordkommission ermitteln. Jörn kommt aus Bochum. Er ist der Ex-Mann von Inas Schwester und so scheinen die Konflikte vorprogrammiert…
Thomas Herzberg hat seinen Küstenkrimi atmosphärisch mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Spannend, keine Frage. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Dazu flüssig geschrieben und flott zu lesen. Eine echte (positive) Überraschung. Denn den Autor kannte ich bisher nicht.
Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Nichts ist wie es scheint. Doch am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Ina und Jörn, die sich noch zusammenraufen müssen, sind mir sofort ans Herz gewachsen.

Fazit: Kurzweilige Krimi-Kost zum Schmunzeln. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 14.03.2021

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Blütengrab
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„Blütengrab“ von Ada Fink ist ein düsterer Thriller, der in der Mecklenburger Provinz verortet ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: 1975/1976 in der ehemaligen DDR und im Mai 1993, also ...


„Blütengrab“ von Ada Fink ist ein düsterer Thriller, der in der Mecklenburger Provinz verortet ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: 1975/1976 in der ehemaligen DDR und im Mai 1993, also knapp vier Jahre nach der Wende.
Zwei Geschwisterpaare spielen hier eine Rolle. Zum einen die spätere Kommissarin Ulrike und ihr Bruder Marc, zum anderen Ingrid und Ragnar. Die Familie stammt ursprünglich aus dem Westen und hat eine fremdenfeindliche Gesinnung.
Eines Tages findet Ingrid - in einem Blütengrab - eine blutleere Hand. Sie gehört zu einer Mädchenleiche, die mit germanischen Runen übersät ist. Kriminaloberkommissarin Ulrike Bandow und ihr Kollege Ingo Larssen, ein Wessi, ermitteln.
Schon bald ist klar, es handelt sich um die 13-jährige Sylvia. Sie verschwand vor acht Tagen aus einem polnischen Kinderheim und wurde vom ihrem Peiniger gequält, geschunden und vergewaltigt. Es stellt sich heraus, dass ein weiteres Mädchen aus einem anderen Kinderheim verschwunden ist. Gibt es eine Verbindung?
Ab und zu sind in Kursivschrift Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut, als Ulrike und Christa, die in einem Kinderheim lebte, beste Freundinnen waren. Seitdem verbirgt Uli ein Geheimnis. Aber auch Larssen hat sein Päckchen zu tragen. Denn seine Tochter hat sich der RAF angeschlossen. Die dritte Generation.
Die Autorin hat ihren Thriller durchaus spannend und atmosphärisch in Szene gesetzt. Aber auch die Leser nicht verschont mit Geschwurbel über nordische Mythologie, Krafttiere und Monster auf zwei Beinen. Die Ossis, das sind die Guten, die Wessis die Bösen.
Und was ist die Botschaft? Alte Geheimnisse kommen immer irgendwann ans Tageslicht. Genau wie im wirklichen Leben wird gemauschelt und vertuscht, werden faule Kompromisse geschlossen und die Ermittler „von ganz oben“ zurückgepfiffen bzw. kaltgestellt.

Fazit: Düsterer Thriller aus der Nachwendezeit mit zwei ungleichen Protagonisten.

Veröffentlicht am 06.03.2021

Max Bischoff ist zurück

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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„Mörderfinder - Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist die Quasi-Fortsetzung der Thriller-Trilogie „Im Kopf des Mörders“ um den jungen Kommissar Max Bischoff. Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist ...

„Mörderfinder - Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist die Quasi-Fortsetzung der Thriller-Trilogie „Im Kopf des Mörders“ um den jungen Kommissar Max Bischoff. Seine Zeit beim KK 11 in Düsseldorf ist vorbei. Er ist nun Dozent an der Polizeihochschule in Köln.
Max Bischoff ist der Mörderfinder. Aber die Ermittlungsarbeit fehlt ihm. Als ihn der Vater der vor sechs Jahren verschwundenen, damals 10-jährigen Leni um Hilfe bittet, greift er zu. All die Jahre gab es kein Lebenszeichen von ihr, bis plötzlich ihre Sachen wieder auftauchen...
Es geht um Triebtäter und Pädophile der schlimmsten Sorte. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Unterstützt wird Max von seinem ehemaligen Partner Horst Böhmer. Über das Wiedersehen habe ich mich gefreut. Auch Max‘ Schwester Kirsten ist wieder mit von der Partie.
Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht. Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Dennoch habe ich das Buch zügig gelesen, was natürlich bedeutet, dass es durchaus spannend ist. Mit der voyeuristischen Darstellung bestimmter Sachverhalte wurde aber übertrieben.

Fazit: Gelungener Start einer neuen Thriller-Reihe um den Fallanalytiker Max Bischoff.