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Veröffentlicht am 13.09.2021

Eine ruhige Geschichte über menschliche Verwicklungen

Im letzten Licht des Herbstes
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Zum Inhalt:
In der Kleinstadt Solace im Norden von Ontario hält die 7-jährige Clara verzweifelt Tag für Tag am Fenster Ausschau nach ihrer Schwester Rose. Der Teenager ist nach einem Streit mit der Mutter ...

Zum Inhalt:
In der Kleinstadt Solace im Norden von Ontario hält die 7-jährige Clara verzweifelt Tag für Tag am Fenster Ausschau nach ihrer Schwester Rose. Der Teenager ist nach einem Streit mit der Mutter abgehauen, doch die Anzahl der Tage die sie bereits verschwunden ist, ohne ihr eine Nachricht zukommen zu lassen, ist schon zu lang. Eines Tages beobachtet sie wie ein Mann mit mehreren Kartons in das Haus ihrer Nachbarin Elizabeth Orchard einzieht. Was hat der Mann dort zu suchen? Denn Mrs. Orchard befindet sich im Krankenhaus, dass weiß Clara genau, denn sie hat ihr versprochen sich um ihre Katze Moses zu kümmern. Liam erhielt von der kinderlosen Mrs. Orchard, die ihn früher einmal als 4-jährigen betreut hat, das Haus geschenkt. Nach dem Scheitern seiner Ehe versucht er hier erst einmal wieder eine Perspektive für sich zu finden. Langsam und zaghaft begegnen sich Clara und Liam, ohne zu merken wie sie sich gegenseitig gut tun.

Meine Meinung:
Das Cover passt mit seinem Blick auf die Bäume in ihrem herbstlichen Gewand gut zu dem Titel und zu der Geschichte, die sich im Herbst der 70-iger Jahre abspielt.
Entschleunigung bringt die Autorin mit der Kleinstadt Solace in die Geschichte. Während Clara nicht nur ihre Schwester vermisst sondern auch ihre Nachbarin Mrs. Orchard, kann sich Liam kaum an diese ältere Frau erinnern, obwohl er sie als 4-jähriger einmal sehr geliebt hat. Doch was hat damals dazu geführt, dass sie sich entfremdet haben? Hier führt die Geschichte in der Erinnerung von Elizabeth zurück ins Jahr 1940 als sie sich um Liam gekümmert hat. Vielleicht etwas zu viel, was schließlich in einem Drama endete. Clara ist ein streng geregelter Tagesablauf den sie sich selbst auferlegt hat wichtig um die Geschehnisse um sie herum besser zu ertragen. Für eine siebenjährige wirkt sie schon sehr erwachsen. Liam agiert sehr phlegmatisch und kann sich zu keiner Entscheidung aufraffen. Nach und nach werden dem Leser die jeweiligen Geschichten aus der Sicht der Protagonisten in abwechselnde Kapitel erzählt, wobei sich Clara und Liam im hier und jetzt befinden, während Elizabeth Orchard die damaligen Begebenheiten im Stillen ihrem bereits verstorbenen Mann erzählt. Ruhig und ohne große Spannung liest man von Kapitel zu Kapitel, in denen die Autorin aber darauf achtet genügend Andeutungen einzustreuen damit man weiterhin neugierig dem Geschehen folgt. Der Schluss endete etwas abrupt und so blieben für mich noch etliche Fragen offen.

Fazit:
Ein ruhiger Roman passend zur Jahreszeit (Herbst), der aber meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2021

Erschreckende Geheimnisse

Nichts bleibt begraben
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Zum Inhalt:
Windsor Horne Lockwood III, genannt Win wird von der Polizei abgeholt und zu einem Appartement gebracht. Erst bei der Ankunft erfährt er den Grund. In diesem Appartement wurde die Leiche eines ...

Zum Inhalt:
Windsor Horne Lockwood III, genannt Win wird von der Polizei abgeholt und zu einem Appartement gebracht. Erst bei der Ankunft erfährt er den Grund. In diesem Appartement wurde die Leiche eines Mannes gefunden sowie ein wertvolles Bild, das Wins Familie vor 20 Jahren entwendet wurde. Da in ebenfalls ein Koffer mit Wins Initialen aufgefunden wurde, gerät er zunächst unter Verdacht. Win vermutet einen Zusammenhang mit der Ermordung seines Onkels, der Entführung seiner Cousine Patricia und dem Diebstahl der Bilder vor 20 Jahren und ermittelt mit Erlaubnis seines ehemaligen FBI Vorgesetzten PT auf eigene Faust. Noch ahnt er nicht, dass er dabei auf die dunkelsten Geheimnisse seiner Familie stößt.

Meine Meinung:
Das Cover passt mit seiner Düsternis und einem Portal das den Blick auf ein herrschaftliches Haus frei gibt gut zu der Geschichte und weist darauf hin, wohin Wins Suche am Ende führt. Harlan Cobens Schreibstil lässt sich flüssig lesen und ist aus der Perspektive von Win geschrieben. Ehrlich gesagt bin ich etwas zwiegespalten, denn einerseits fand ich den Plot interessant und fesselnd, anderseits waren die snobistischen Beschreibungen die Win von sich gab etwas langatmig und holten mich von dem spannungsgeladenen Lesefluss wieder runter. Da immer wieder auf Myron Bolitar hingewiesen wird, weiß ich nicht ob dieses Buch zu der Reihe gehören soll oder Win nun seine eigene Reihe erhält. Win beherrscht viele Kampfsportarten, genießt den Einfluss seines Geldes, wirkt arrogant und wahrheitsliebend, ist reich an Intelligenz und arm an Emotionen, kurz gesagt ein faszinierter Charakter. Gespannt war ich darauf wie er mit dem was er so nach und nach erfährt umgeht, da er nicht unbedingt von Selbstjustiz und Gewalt abgeneigt ist.

Fazit:
Ein durchweg interessanter Krimi, der leider ab und an in seiner Spannung etwas gebremst wurde aber trotzdem gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Cassies Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Tote schweigen nie
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Zum Inhalt:
Die junge Sektionsassistentin Cassie Raven hat plötzlich ihre ehemalige Lehrerin Mrs. E auf den Tisch. Cassie ist betroffen, den Mrs. Edwards hat sie damals von der Straße geholt und dafür ...

Zum Inhalt:
Die junge Sektionsassistentin Cassie Raven hat plötzlich ihre ehemalige Lehrerin Mrs. E auf den Tisch. Cassie ist betroffen, den Mrs. Edwards hat sie damals von der Straße geholt und dafür gesorgt das Cassie ihren Schulabschluss macht. Da ihre Mentorin noch relativ jung ist, glaubt Cassie nicht an die amtlich festgelegte Todesursache aber wenn es sich um ein Tödungsdelikt handelt, so muss Cassie Beweise finden und die Zeit drängt, denn Mrs. Edwards Sohn möchte die schnelle Einäscherung seiner Mutter.

Meine Meinung:
Pflanzen die zu leuchten scheinen, mit Blutstropfen auf ihnen, so brilliert das Cover das mir gut gefällt. Cassie kommt auf dem ersten Blick mit ihren Gothic-Style, Tattoos und Piercings nicht gerade bei jedem gut an. So behandelt sie der neue Pathologe Dr. Cuff von oben herab und auch die Polizei, unter anderem die steife DS Phyllida Flyte möchte Cassie eher etwas anhängen als ihr zu glauben. Liebevoll geht Cassie mit den ihr anvertrauten Klienten um und hat auch etwas Esoterisches an sich, schließlich „hört“ sie von den Toten manchmal einen letzten Satz, so auch von Mrs. Edwards, was sie dazu bewegt sich die Umstände ihres Todes näher anzusehen und dazu benötigt sie ausgerechnet die Hilfe von DS Flyte. Cassie konnte mich auf Anhieb für sich gewinnen. So nach und nach erfährt man die Umstände wie sie Mrs. E kennen gelernt hat und auch warum sie Beziehungsschwierigkeiten hat. Dazu kommt dann noch die Polizisten Phyllida Flyte, die mit ihrer steifen Art doch nicht so verkehrt ist. Die anfängliche, gegenseitige Abneigung zwischen Cassie und Phyllida wandelt sich im Laufe der Zeit zu Respekt. Der Schreibstil ist flüssig und sorgt somit für einen angenehmen Lesefluss. Themen wie Die Geschichte empfand ich nicht als Thriller, dafür fehlte mir etwas mehr Spannung, sondern eher als Krimi. Der Perspektivwechsel und mehrere Nebenhandlungen sorgen für Abwechslung. Das Sprechen der Toten hatte ich mir etwas anders vorgestellt, es kommt nicht oft vor, dafür wird es öfter erwähnt das Cassie mit den Toten „spricht“, dies hat mich etwas gestört. Band 1 des Pathologiekrimis hat mich gut unterhalten und ich bin gespannt wie sich Cassie und Phyllida weiter entwickeln.

Fazit:
Mal ein etwas anderer Pathologiekrimi der mich gut unterhalten hat und ich auf die Weiterentwicklung der Protagonisten gespannt bin.

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Veröffentlicht am 05.07.2021

Iist am Ende nur das Geld wichtig?

Erben wollen sie alle
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Zum Inhalt:
Die 75-jährige Bianca lebt auf Mallorca in Soller, hat eine neue Liebe und die Sehnsucht mehr von der Welt zu sehen. Gemeinsam mit ihrem Freund Wolfgang plant sie eine Weltreise. Um das zu ...

Zum Inhalt:
Die 75-jährige Bianca lebt auf Mallorca in Soller, hat eine neue Liebe und die Sehnsucht mehr von der Welt zu sehen. Gemeinsam mit ihrem Freund Wolfgang plant sie eine Weltreise. Um das zu finanzieren will sie ihre Finca verkaufen. Doch da hat Bianca die Rechnung ohne ihre Zugehfrau Teressa und ihre Kinder Steffen und Anja gemacht. Diese glauben das Wolfgang ein Heiratsschwindler ist und nur hinter Biancas Geld her, dass natürlich ihnen als Erben zusteht. Kurzentschlossen reisen sie zu Biancas 75. Geburtstag mit Steffens Frau Yvonne und Anjas Tochter Louisa an um ihre Mutter zur Vernunft zu bringen.
Da Anja und Steffen die letzten Jahre nur zu den Festtagen telefonischen Kontakt zu ihrer Mutter hatten, weiß Bianca natürlich sofort was los ist. Doch sind ihre Kinder wirklich nur auf das Erbe aus oder machen sie sich wirklich Sorgen um Bianca?

Meine Meinung:
Das Cover besticht wie alle Bücher von Tessa Henning durch seine Art und vermittelt das es sich um ein lustiges Buch handelt. Wer hier eine Lachsalve nach der anderen vermutet liegt hier allerdings falsch.
Bei herrlicher Kulisse lässt uns die Autorin daran teilhaben wie Bianca von ihren Kindern, aus welchen Gründen auch immer, vernachlässigt wird. Doch Bianca ist fit und kommt gut alleine zu Recht. Auch das Thema Alzheimer spielt in diesem Buch eine Rolle, denn die Enkelin Louisa freundet sich mit dem Pfleger Felix, der sich um Biancas Nachbarn Alejandro kümmert, an. So nach und nach erfährt man auch warum Anja und Steffen ihre Mutter nicht mehr besucht haben, sowohl Steffen als auch Anja müssen einen Blick zurück werfen um einiges besser zu verstehen. Bianca selbst trägt ein Geheimnis mit sich herum, mit dem sie ihre Kinder nicht belasten will. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und realistisch dargestellt. Das es zu Missverständnissen kommt, ist vorprogrammiert und gibt dem Buch eine gewisse Spannung. Es ist schön mitzuerleben wie Steffen und Anja langsam lockerer werden und sich wieder an Bianca annähern. Was mich allerdings etwas störte war diesmal der Schreibstil, manche Sätze waren zu knapp, eher stichwortartig, (hier meine ich aber nicht die Tagebucheinträge von Bianca) was meinen Lesefluss etwas dämpfte.

Fazit:
Tessa Hennig schaffte hier ein gelungenes Buch das ernsthafte Themen auf eine gewisse Leichtigkeit verbindet und mit der Schönheit Mallorcas gewürzt ist.

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Eine interessante Lebensgeschichte

Sturmvögel
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Zum Inhalt:
Emmy wird 1907 auf einer kleinen Nordseeinsel geboren. Liebevoll wird sie von ihren Eltern aufgezogen und ihr Vater ist damals schon der Meinung, dass ein Mädchen selbstbewusst durchs Leben ...

Zum Inhalt:
Emmy wird 1907 auf einer kleinen Nordseeinsel geboren. Liebevoll wird sie von ihren Eltern aufgezogen und ihr Vater ist damals schon der Meinung, dass ein Mädchen selbstbewusst durchs Leben gehen muss und Bildung braucht. Aber leider kommt es anders als alle denken, Emmy muss die Schule abbrechen um nach dem Tod ihrer Mutter sich um die Geschwister und den Vater zu kümmern. Als auch dieser kurz darauf stirbt wird Emmy nach Berlin in Stellung gegeben. Doch Emmy lässt sich nicht unterkriegen, liebt das Leben und hat ihren gesunden Menschenverstand. 1995 wird Emmy von ihrer ältesten Tochter Hilde immer mehr betüddelt, was Emmy, die immer noch rüstig und agil ist, nicht so ganz passt. Als Hilde eines Tages im Keller einen Ordner mit Unterlagen findet, forscht sie mit ihrem Bruder Otto heimlich nach und erfährt so, dass ihre Mutter doch so einiges zu vererben hat. Voller Vorfreude planen die beiden schon wie sie das Geld ausgeben können, doch sie haben ihre Rechnung ohne Emmys Pläne gemacht.

Meine Meinung:
Das Cover mit dem Schiff und dem Vogel steht in Zusammenhang mit dem Buchtitel. Emmys Vater war Walfänger und damals wurden sie auch Sturmvögel bezeichnet, die oft lange von zu Hause weg waren. Der Schreibstil ist flüssig und geprägt von einer gewissen Spannung mit der ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Zu sehr wollte ich wissen wie Emmy ihr Leben meistert, gewachsen an zwei Kriege, was es mit dem gefundenen Ordner auf sich hat und was Emmy für Pläne mit dem Inhalt des Ordners hat. Erleben dürfen wir also Emmy um 1995 in ihrem betagten Alter aber auch ihr gesamtes Leben ab ihrer Geburt, diese Zeiten wechseln sich in dem Buch mit der sogenannten Jetzt-Zeit und der Vergangenheit ab. Emmy und ihr Leben hat mich von Anfang an fasziniert, sie ist wissensdurstig und manchmal Vorlaut sie suhlt sich nicht in Mitleid sondern packt an und weiß sich in den richtigen Momenten zu behaupten. Sie ist eben ganz, wie schon der Satz am Anfang den die Autorin ihrer Großmutter widmete: „Eine kleine Frau ganz groß“. Die Charaktere sowie die Umstände in den jeweiligen Zeiten wurden realistisch beschrieben und ich konnte mich gut hinein versetzen. Gerade jetzt, wo wir das letzte Jahr alle etwas zurückstecken mussten, sollten wir uns ein Beispiel nehmen an Frauen wie Emmy, die es nicht leicht hatten und trotzdem nie gejammert haben.

Fazit:
Eine Lebensgeschichte die für interessante Lesestunden garantiert über eine starke Frau, die sich zu behaupten weiß und selbst in schwierigen Lebenslagen ihren Humor nicht verliert.

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