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Veröffentlicht am 15.09.2021

Wie viel verschweigen sich Seelenverwandte wirklich?

So wie du mich kennst
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„Ich hatte die Nostalgie der Dinge unterschätzt. Der Mensch klammerte sich an alles. Erst an die Person, dann an die mit der Person verbundenen Dinge, dann an die Erinnerungen, und dann fiel man oder entstieg ...

„Ich hatte die Nostalgie der Dinge unterschätzt. Der Mensch klammerte sich an alles. Erst an die Person, dann an die mit der Person verbundenen Dinge, dann an die Erinnerungen, und dann fiel man oder entstieg wie ein Phoenix aus der Asche." (S. 153)

Diese Geschichte ist nicht leise. Sie ist ein anschwellendes Crescendo, welches sich langsam, aber sicher, in den Gedankengängen einnistet. Dem Thema Trauerbewältigung wird hier sehr viel Raum gegeben, sodass die Atmosphäre des Buches definitiv trister ist, jedoch nie, ohne die Hoffnung aufzugeben. Es ist bedrückend, gleichzeitig fängt es die lesende Person auf!

Das Cover: Mich hat die bunte Farbpalette direkt angesprochen. Es hat mich ein wenig an ein Bild aus den 80ern erinnert und auch das Motiv wurde interessant in Szene gesetzt. Es ist ein Hingucker und definitiv eines, welches die Aufmerksamkeit aufsaugen wird.

Die Handlung: Karla hat ihre Schwester Marie durch einen schrecklichen Unfall verloren. Die beiden waren unzertrennlich - trotz der Distanz - haben täglich telefoniert und sich alles erzählt. Als Karla nach dem Tod ihrer Schwester nach New York reist, um dort die Wohnung von Marie aufzulösen, stößt sie beim Einräumen auf besorgniserregende Bilder, die sie aufgenommen hat und fragt sich, ob sie ihre Schwester jemals richtig kannte...

Meine Meinung: Mich hat das Buch definitiv zum Nachdenken angeregt. Die Trauerbewältigung in der Geschichte fand ich sehr authentisch dargestellt und wurde zum Glück nicht nur über ein paar Kapitel abgehandelt. Stattdessen ist Karlas Schmerz ein ständiger Begleiter in der Geschichte. Auch das langsame Aufdecken von Maries Geheimnis war ein zusätzlicher Spannungsfaktor, der definitiv für Dynamik in der Geschichte sorgte. Auch die feministischen Untertöne haben mir sehr zugesagt und die Geschichte bereichert. An vielen Stellen hätte ich mir jedoch gewünscht, dass ich während des Lesens noch etwas mehr mitgefühlt hätte. Hinterher habe ich noch lange über das Buch nachgedacht, doch mehr über das behandelte Thema an sich als über die Emotionen, die ich beim Lesen empfand.

Die Charaktere: Karlas Innenleben ist sehr präsent. Ich hatte das Gefühl, dass sie im Laufe der Geschichte gewachsen ist und an Mut gewonnen hat. Ihre Entwicklung hat man sehr gerne mitverfolgt und ich habe sie und ihre neugewonnene Stärke sehr bewundert. Ebenso werden Kapitel aus Maries Sicht geschildert und auch sie war eine interessante Protagonistin. Am meisten konnte mich jedoch Lynn überzeugen. Sie hat mit ihrer fröhlichen und offenen Art ein wenig Leichtigkeit in die Geschichte gebracht, die durchaus wichtig war!

Fazit: Diese Geschichte ist definitiv keine der leichten Sorte. Sie wird intensiv, und echt erzählt. Auch wenn an einigen Stellen die Emotionen nicht ganz bei mir ankamen und es gerade zum Ende hin kleinere Längen gab, so ist es ein gelungenes Buch, welches zum Nachdenken anregt. Von mir gibt es 4/5 Sternen und eine Leseempfehlung!

„Leben verpacken, das macht nur Spaß, wenn man den Neuanfang, der damit verbunden war, wirklich wollte." (S.157)

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Veröffentlicht am 10.09.2021

Angenehmer Schreibstil, Charaktere zum Niederknien und ein atmosphärisches Paris

Die goldenen Wölfe
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Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

"It was the fragrance of Séverin's decision-making, and it could be delightful or dangerous. Or both." (S. 34)

Überzeugende Charaktere sind für mich ...

Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

"It was the fragrance of Séverin's decision-making, and it could be delightful or dangerous. Or both." (S. 34)

Überzeugende Charaktere sind für mich schon immer das Wichtigste in einer Geschichte gewesen. Die Personen aus diesem Buch spielen jedoch in einer ganz anderen Liga. Anfangs hätte ich nicht gedacht, wie schnell jede:r Einzelne mir ans Herz wachsen würde, doch es hat nur wenige Seiten gebraucht und ich hätte sie mit allem was ich besitze beschützt.

Das Cover: Es ist wohl kein Geheimnis, aber dieses Gewand ist absolut traumhaft. Edel, auffällig, mit einem interessanten Motiv. Meine Aufmerksamkeit hatte es damals sofort. Als dann auch noch der Klappentext überzeugte, wanderte es direkt auf meine Wunschliste.

Die Handlung: Das Buch entführt uns nach Paris, ins Jahr 1889. Das gerissene Team rund um Séverin, Laila, Zofia, Enrique und Tristan ist auf der Suche nach einem Artefakt von unschätzbarem Wert. Séverin - dem Anführer der Gruppe von Schatzjägern - wurde damals das Geburtsrecht entzogen und seitdem versucht er sich wieder in die Elite von Frankreich zu etablieren, doch diese verlangen eben dieses Artefakt von ihm. Bei ihrem wohl größten Raub steht Séverin jedoch zwischen den Fronten und muss sich mehrmals entscheiden: seine Freund:innen oder Rache...

Meine Meinung: "The Gilded Wolves fängt sehr stark an. Es wird jeweils aus vier Perspektiven erzählt, welches mich am Anfang jedoch überraschenderweise nicht verwirrte, da wirklich jeder Charakter so einzigartig war, dass man sie einfach nicht verwechseln konnte. Die Konversationen untereinander sind Gold wert und mehrmals habe ich mich erwischt, wie ich im Laufe der Geschichte lächeln musste. Auch wenn in manchen Kapiteln kleinere Längen entstanden sind, so waren es welche, die zu tolerieren waren.

Die Charaktere: Erwähnte ich schon, wie sehr mich diese begeistern konnten? Nein? Dann auf ein Neues! Da hätten wir den verschlossenen Séverin, der jedoch in vielen Momenten sein Innerstes nach außen trägt. Laila, die selbstbewusste Tänzerin, die für einige Überraschungen in der Geschichte sorgt. Zofia, die intelligente Wissenschaftlerin, die jedoch besser mit Zahlen als Menschen umgehen kann, dabei jedoch absolut sympathisch und liebenswert bleibt (meine heimliche Favoritin). Enrique, der mich jedes Mal mit seinem Humor überzeugen konnte. Tristan, der mit seiner Tierliebe und seiner Tarantel auch für viele Lacher sorgen konnte. Und zum Schluss noch Hypnos, der mit seiner offenen und exzentrischen Art Pluspunkte ohne Ende sammeln konnte. Nur Liebe für diese Konstellation von facettenreichen und charmanten Menschen!

Fazit: Ich wurde unterhalten, berührt und habe mitgefiebert. Ebenso kratzt das Buch nicht nur an der Oberfläche, sondern behandelt auch Themen wie Rassismus, Trauer und Verlust. Das Einzige was ich hier bemängeln kann sind die Längen an manchen Stellen und dass manche Szenen zu konstruiert wirkten, doch ich bin mir sicher, dass der zweite Band noch mehr herausholen wird - alleine für Roshanis Schreibstil lohnt sich das Leseerlebnis. Von mir gibt es 4/5 Sternen. Bitte gebt dem Auftakt eine Chance!

"If you get in the way of a woman's battle, you'll get in the way of her sword." (S. 147)

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Veröffentlicht am 09.09.2021

Trotz des Genrewechsels spürt man Julia Adrians unverkennbaren Stil!

Das Tagebuch der Jenna Blue
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„Willkommen, willkommen in der Villa der Toten. Im Heim der Geister und Verfluchten. Willkommen am Anfang - vom Ende." (S. 68)

Bisher habe ich jedes Buch von Julia Adrian gelesen und wurde noch nie enttäuscht. ...

„Willkommen, willkommen in der Villa der Toten. Im Heim der Geister und Verfluchten. Willkommen am Anfang - vom Ende." (S. 68)

Bisher habe ich jedes Buch von Julia Adrian gelesen und wurde noch nie enttäuscht. Die Geschichten verfügen über eine eigene Düsternis, die ich so in anderen Büchern noch nicht vorgefunden habe und die mich jedes Mal an die Seiten fesselt. Umso gespannter war ich demnach auf den Genrewechsel - und der ist wirklich gelungen!

Das Cover: W U N D E R S C H Ö N ! Die Farben, die Komposition und das Mysteriöse. Hier stimmt einfach alles. Zudem kann auch das Layout im Buch überzeugen. Jede Seite wird von floralen Illustrationen verziert und zudem werden die Tagebucheinträge wie auf einer echten Tagebuchseite abgebildet. Gekrönt wird das Ganze noch mit Illustrationen der Autorin. Hat man sich hier selbst übertroffen? Ich sage: Definitiv!

Die Handlung: Jenna und Scarlet sind Schwestern - doch Geschwisterliebe wird bei den beiden vergeblich gesucht. Eifersucht und Hass entbrennt zwischen ihnen und alles dreht sich um die alles entscheidende Frage: Was geschah damals, als ihre Mutter aus heiterem Himmel verschwand? Jenna macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und merkt jedes Mal aufs Neue, dass sie niemandem trauen kann, nicht einmal ihren eigenen Erinnerungen...

Meine Meinung: wie bereits oben erwähnt hat mich der Genrewechsel sehr überzeugen können. Obwohl es sich hierbei um einen Jugendthriller handelt und ich bisher nur phantastische Geschichten aus der Feder der Autorin kenne, so schien selbst hier der Stil der Autorin zwischen den Zeilen durch. Die unheimliche und düstere Atmosphäre, gepaart mit den versteckten Märchenelementen - klingt anfangs vielleicht wie eine ungewöhnliche Mischung für einen Jugendthriller, doch diese kann sich sehen lassen. Hier wurde sich etwas getraut und genau das macht es so besonders. Zu keiner Zeit stand mein Kopfkino still und sobald ich die Seiten des Buches aufschlug, wurde ich von der geheimnisumwitterten Atmosphäre empfangen.

Die Charaktere: wie von Julia Adrian gewohnt: undurchschaubar und niemals nur "gut" oder "böse". Anfangs konnte ich mit keinem der Charaktere sympathisieren, doch die Sympathie schlich sich im Laufe der Geschichte an. Jenna ist eine sehr interessante Protagonistin, die bereits viel Schlimmes durchmachen musste und zudem mit ihrer Schwester verfeindet ist. Ihre Gefühle und ihren Schmerz hätte ich an manchen Stellen gerne noch etwas mehr spüren wollen, aber dafür verfolgte man ihre Geschichte gespannt. Scarlet ist womöglich der undurchschaubarste Charakter. Grausam, selbstbewusst und trotzdem innerlich zerbrochen. Meine Favoriten waren jedoch Lee und Yakub. Die beiden haben mit ihrer positiven Art und Freude ein wenig Licht in die ansonsten finstere Geschichte gebracht!

Die Geschichte konnte besonders durch ihre schaurigen Schauorte und die malerische Atmosphäre überzeugen, die mir von Anfang an die Szenen bildlich vor Augen geführt hat. Trotzdem hätte ich gerne noch etwas mehr mitgefühlt. Jenna machte Vieles in der Geschichte durch und trotzdem kamen bei mir die Emotionen nicht ganz an. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass der Showdown noch ein paar Seiten mehr bekommen hätte. Ich war doch etwas verwirrt als mir alle Informationen der Auflösung gleichzeitig präsentiert wurden, doch das ist Meckern auf höchstem Niveau.

Fazit: Auf Julia Adrian ist immer Verlass und auch dieses Buch konnte mich erneut in seinen Bann ziehen. Ich bin schon sehr gespannt, welche Geschichten uns in der Zukunft erwarten! Von mir gibt es 4/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

„Die Zeit lässt alles verkommen. Blumen welken, Schönheit vergeht, selbst Zuneigung schwindet. Wie viel tröstlicher ist da der Anblick eines auf ewig gebannten Glückmoments?" (S. 37)

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Diese Geschichte steht nie still - hier überschlagen sich die Ereignisse!

Der dunkle Schwarm
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„[...] Und manchmal träume ich, ich wäre diejenige, die die Sterne richtet." (S. 81)

Marie Graßhoff ist mit ihren Büchern nicht mehr aus meinen Bücherregalen wegzudenken. Ihre Science-Fiction-Geschichten ...

„[...] Und manchmal träume ich, ich wäre diejenige, die die Sterne richtet." (S. 81)

Marie Graßhoff ist mit ihren Büchern nicht mehr aus meinen Bücherregalen wegzudenken. Ihre Science-Fiction-Geschichten können jedes Mal aufs Neue fesseln und werden mit vielfältigen Charakteren ergänzt. „Der dunkle Schwarm" stellt dabei keine Ausnahme dar und beeindruckt durch seine temporeiche und spannende Erzählweise. Es lohnt sich!

Das Cover: Anfangs hat es mich nicht ganz beeindrucken können - mittlerweile mag ich es gerne. Das Genre wird gleich deutlich und die Simplizität der abgebildeten Elemente macht es umso interessanter.

Die Handlung: Es ist das Jahr 2100. Die Menschen sind über „Hive-Minds" mit ihrem Bewusstsein verbunden. Atlas nutzt diese Erfindung für sich und betreibt unter dem Namen - Oracle - Handel mit Erinnerungen, die sie sich nicht ganz legal aus den Hives aneignet. Bei Tageslicht hingegen arbeitet sie für den größten Hive-Entwickler. Als sie eines Tages ein Kunde über einen Mord an einer gesamten Hive-Einheit informiert und ihr eine hohe Summe für das Lösen dieses Falls verspricht, lässt sie sich auf den Handel ein und wird zur Zielscheibe von mehreren Organisationen und der Polizei...

Meine Meinung: Dieses Buch wird sehr rasant erzählt. Man kommt kaum zum Durchatmen, so sehr überschlagen sich die Ereignisse. Die Spannung wird unaufhörlich vorangetrieben und man fiebert mit Atlas, Julien und Noah mit. Das Buch ist insgesamt in zehn Abschnitte/ Folgen geteilt, die jedes Mal in einem Cliffhanger enden. So sehr die Dynamik sich steigert, so „einfach" wurden manche Probleme an bestimmten Ecken gelöst. Die Geschichte ist gelungen durchdacht und komplex, doch dafür hätte ich mir für manche Erschwernisse einen komplizierteren Ausgang gewünscht. Auch fehlte mir das Worldbuilding etwas. Man wird praktisch in die Geschichte hineingeworfen und muss sich anfangs etwas in die Gesellschaft und Welt hineinfinden. Doch das sind nur Kleinigkeiten, die etwas bei mir aneckten.

Die Charaktere: Atlas ist ausgesprochen tough. Sie versteht ihr Handwerk und sorgt für viele eindrucksvolle Szenen. Anfangs war sie mir nicht ganz greifbar - im Laufe der Geschichte gefiel sie mir jedoch zunehmend besser. Eine gelungene und interessante Protagonistin, die nicht immer ganz zu durchschauen war! Doch auch Julien und Noah konnten glänzen und waren nicht mehr aus der Geschichte wegzudenken!

Fazit: Mit dieser Geschichte konnte Marie Graßhoff mich erneut gut unterhalten. Bis auf meine zwei kleineren Kritikpunkte konnte mich „Der Dunkle Schwarm" überzeugen und lässt mich mit gutem Gewissen eine Leseempfehlung aussprechen. Von mir gibt es 4/5 Sternen. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Kurzweilige Liebesgeschichte, die zum Wohlfühlen einlädt

Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie, Band 1)
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„Zeige Gefühle, denn du lebst. Mein offenes Herz und meine Nettigkeit waren keine Zeichen von Schwäche, sondern Stärke. Ich war so sehr mit mir im Reinen, dass es mir nichts ausmachte, vor Fremden emotional ...

„Zeige Gefühle, denn du lebst. Mein offenes Herz und meine Nettigkeit waren keine Zeichen von Schwäche, sondern Stärke. Ich war so sehr mit mir im Reinen, dass es mir nichts ausmachte, vor Fremden emotional zu sein. Nur manchmal verfluchte ich es auch [...]." (S. 207)

Ich habe nur Liebe für dieses Buch gesehen. Sogar Lesende, die normalerweise sehr wenig New Adult Geschichten lesen, haben diese Geschichte weiterempfohlen, was für mich letztendlich der ausschlaggebende Punkt war, es zu versuchen. Auch wenn mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen sind, so kann „Vielleicht jetzt" durch greifbare Charaktere und eine Menge echtes Gefühl überzeugen!

Das Cover: es ist niedlich, auch der Farbverlauf ist ansprechend, aber man hätte in meinen Augen noch etwas mehr herausholen können. Dafür gefällt mir das Layout im Buch. Neben der Playlist zur Geschichte lassen sich zwei genannte Rezepte aus der Geschichte wiederfinden, von welchen ich die „Pão de queijo" unbedingt demnächst nachkochen möchte!

Die Handlung: Gabriella verlässt Hals über Kopf ihre Heimat, Brasilien, um nach München zu fliegen und ihren leiblichen Vater kennenzulernen. Auf dem Flug dorthin lernt sie Anton kennen, mit welchem der Start zwar etwas holprig war, doch der sich aufrichtig für sein Verhalten entschuldigte und bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen hatte. Um sich heimlich einen eigenen Eindruck von ihrem Vater machen zu können, fängt sie ein Praktikum in seiner Catering-Firma in München an und muss überrascht feststellen, dass Anton nun ihr Auszubildender ist - und dieser duldet keine Beziehungen am Arbeitsplatz...

Meine Meinung: der Anfang des Klappentextes hatte mich nicht wirklich überzeugt. Jedoch hatte mich der Aspekt mit Gabriellas Familiensituation interessiert und ich war gespannt auf die Auflösung. Die Geschichte beginnt sogleich sehr lustig. Kaum hatte ich die ersten sechsundzwanzig Seiten gelesen wurde ich gleich positiv überrascht. Diese Geschichte hatte erreicht, dass ich auf dieser geringen Seitenanzahl mehr mitgefühlt und gelächelt hatte, als bei einem ganzen Vierhundertseitenbuch. Überrascht las ich also weiter und wurde mit einer Wohlfühlgeschichte belohnt. Sehr flüssig und humorvoll geschrieben, begleiten wir die quirlige Gabriella durch München und lernen zusammen mit ihr neue Freund:innen kennen, überwinden Hürden und stehen für unsere Werte ein. Auch werden Probleme (bis auf das Zentrale) nicht immer totgeschwiegen, sondern gleich angesprochen. Somit wurde künstliches Drama vermieden, was mir sehr zugesagt hat. Dieses Buch war an vielen Stellen so herzerwärmend und...niedlich geschrieben, dass ich mein Dauergrinsen irgendwann nicht mehr bemerkte.

Die Charaktere: Gabriella hat mir von Seite eins gefallen. Sie ist ein absoluter Herzensmensch, stets freundlich und ehrlich und kann sich dennoch beweisen und Leute zurechtweisen. Eine wundervolle Protagonistin! Doch auch Karla und Joana waren eine tolle Ergänzung und zusammen haben sie ein starkes Trio gebildet, welches für einige schöne Momente in der Geschichte gesorgt hat. Anton hat mich durch seine erwachsene Art bereits am Anfang überrascht und auch, wenn ich nicht immer mit ihm in der Geschichte sympathisieren konnte, so war er im Großen und Ganzen ein guter Charakter.

Diese Geschichte hat mir schöne Lesestunden beschert. Mich hat jedoch ab einer gewissen Zeit das ständige Anschmachten von Anton gestört. Ein wenig Schwärmen finde ich völlig in Ordnung, aber das andauernde Beschreiben seiner Muskeln und seines Körpers war mir irgendwann einfach zu viel. Ebenso das Drama der Liebesgeschichte am Ende. Ich bin froh, dass Gabriella am Ende für sich einstand und ihre Meinung vertrat, doch wo ich am Anfang noch das Weglassen von künstlichem Drama bewunderte, so gab es dann doch eine kleine Prise am Ende. Auch war in meinen Augen die erste Hälfte etwas stärker als die Zweite.

Fazit: Doch trotz der Kritikpunkte lässt sich sagen, dass „Vielleicht jetzt" einer der guten Liebesromane ist. In seinem Genre sticht es definitiv positiv hervor und ich werde definitiv mal in den zweiten Band hineinlesen. Von mir gibt es 4/5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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