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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2021

Hat mich gut unterhalten

Donaukiesel
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Beatrice und Wolfgang führen gemeinsam eine florierende Werbeagentur. Plötzlich und unvermittelt verlangt er die Scheidung. Seine Geliebte scheint ein Kind zu erwarten, darum auch die Eile.

Die betrogene ...

Beatrice und Wolfgang führen gemeinsam eine florierende Werbeagentur. Plötzlich und unvermittelt verlangt er die Scheidung. Seine Geliebte scheint ein Kind zu erwarten, darum auch die Eile.

Die betrogene und vor den Kopf gestoßene Beatrice nimmt ein paar Tage Auszeit in der Wachau, um ihr Leben neu zu ordnen. Doch anstatt in der malerischen Idylle auszuspannen, gerät sie in ein mörderisches Komplott...

Meine Meinung:

Die Autorin war mir bislang unbekannt. Der Titel und das Cover sowie die Neugier haben mich zu diese Krimi greifen lassen. Ich habe es nicht bereut!

Der Krimi ist leicht zu lesen und die Spannung baut sich kontinuierlich auf. Sei es, dass Bea nun endlich erfährt, wer ihr Vater ist oder sei es, dass sie den an einer Schreibblockade leidenden Krimi-Autor Michael kennen lernt oder, dass es mit Susanne, eine weitere betrogene Ehefrau gibt, die tot aus der Donau geborgen wird. Gemeinsam beginnen Michael und Bea auf eigene Faust zu recherchieren.

Und überhaupt, das „Personal“ des Krimis ist sehr gut gezeichnet. Der Täter selbst ist gut versteckt und kommt erst zum Showdown aus der Deckung. Gut gemacht!

Ich habe diesen Krimi in einer Nacht durchgelesen.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi aus Niederösterreich, der durch zahlreiche Umwege und Sackgassen besticht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.11.2021

OÖ abseits der Toristenpfade

Oberösterreich entdecken
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Mit Josef Leitner, Autor, Theologe, Germanist, Jurist und Kolumnist einer österreichischen Tageszeitung dürfen in 77 Ausflügen Oberösterreich entdecken.

Wir durchstreifen unter seiner fachkundigen Anleitung ...

Mit Josef Leitner, Autor, Theologe, Germanist, Jurist und Kolumnist einer österreichischen Tageszeitung dürfen in 77 Ausflügen Oberösterreich entdecken.

Wir durchstreifen unter seiner fachkundigen Anleitung das Mühlviertel, das Traunviertel machen Rast im schönen Salzkammergut um schließlich durch das Inn- und Hausruckviertel bis in den Zentralraum Oberösterreichs zu gelangen.

Zahlreiche Anekdoten, Tipps zu Sehenswürdigkeiten abseits der üblichen Touristenpfade sowie historisch Interessantes säumen unseren Weg.

Jede Tour ist auf einem Landkartenausschnitt dargestellt. Angaben wie Wegzeit, Wegstrecke, Ausgangspunkte und öffentliche Verkehrsanbindungen ergänzen die Informationen. Fotos und informative Texte machen neugierig auf so manche bislang unbekannte Route.

Fazit:

Gerne vergebe ich für diesen aufschlussreichen Reiseführer 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.11.2021

Regt zum Nachdenken an

Irgendjemand musste die Täter ja bestrafen
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Achim Doerfer, Jude und Nachkomme von Überlebenden der Shoa geht in diesem Buch einem verdrängten Kapitel der Erinnerungskultur nach: Dem jüdischen Widerstand und dem Wunsch nach Rache und Vergeltung.

Das ...

Achim Doerfer, Jude und Nachkomme von Überlebenden der Shoa geht in diesem Buch einem verdrängten Kapitel der Erinnerungskultur nach: Dem jüdischen Widerstand und dem Wunsch nach Rache und Vergeltung.

Das Buch gliedert sich nach einem Prolog in drei Teile:

Teil 1 Jüdischer Widerstand und Rache
Teil 2 Das Versagen der deutschen Politik und Justitz nach 1945
Teil 3 Das Märchen von der deutsch-jüdischen Versöhnung

Den meisten Menschen ist nur der Aufstand im Warschauer Ghetto als jüdischer Widerstand bekannt. Dennoch gibt es zahlreiche Aktionen von Jüdinnen und Juden dem NS-Terror Paroli zu bieten. Leider sind nur wenige schriftlichen Zeugnisse darüber erhalten. Achim Doerfer listet nun diese Widerstands- und Rachegeschichten auf, um dem Vorwurf „die Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen“, aufzuräumen. Denn mit diesem Vorwurf sind die Überlebenden der Shoa bei ihrer Ankunft in Palästina/Israel von den dort bereits ansässigen Juden konfrontiert. „Warum habt ihr euch nicht gewehrt?“

Zunächst berichtet Doerfer vom wohl bekanntesten jüdischen Widerstandskämpfer und Partisanen, dem Gründer der Organisation „Nakam“ (=Rache) Abba Kovner (1918-1987), der 6 Millionen Deutsche mittels vergifteten Trinkwasser töten wollte. (Das heizt den ewigen Vorwurf der „Juden als Brunnenvergifter“ wieder an.)

Einen weit größeren Teil des Buches nimmt die beschämende Haltung sowohl der Alliierten als auch dann der deutschen Nachkriegspolitiker den Opfern gegenüber ein. Sowohl Politiker als auch Justiz und Exekutive sind sehr lasch bei der Verfolgung der Täter. „Persilscheine“ werden am laufenden Band ausgestellt und plötzlich „will keiner dabei gewesen sein“, „Keiner etwas gewusst haben“ etc..
Penibel listet Achim Doerfer auf, wie den Opfern Gerechtigkeit vorenthalten wurde. Sie mussten ihre Ansprüche auf Restitution von geraubten Wertsachen mühevoll einklagen und oft haben sie nichts zurückerstattet bekommen. Denn die Täter von damals sind in ihren Posten wieder bestätigt worden oder oft sogar aufgestiegen. Der einhellige Tenor der Politik (auch in Österreich): Man war dafür, alles in die Länge zu ziehen, bis der letzte Überlebende nicht mehr ist.

Der Wunsch der Überlebenden der Shoa nach Bestrafung der Täter ist legitim.

Fazit:

Achm Doerfer leistet mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur, in dem er das Bild der „Juden, die sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen ließen“, zurecht rückt. Gerne gebe ich diesem wichtigen Buch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.11.2021

Fesselnd bis zur letzten Seite

Schwarze Sterne
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Als die Programmiererin Daniela nach einem lautstarken Streit mit ihrer Tochter Jasmin ermordet in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden wird, scheint vorerst für die Kriminalbeamten Robert Worschädl und ...

Als die Programmiererin Daniela nach einem lautstarken Streit mit ihrer Tochter Jasmin ermordet in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden wird, scheint vorerst für die Kriminalbeamten Robert Worschädl und Sabine Schinagl alles klar. Die Tochter, gewaltbereit und in schlechter Gesellschaft, ist flüchtig.

Wenig später müssen sich die beiden Ermittler mit Laura Kamenko, einer Cybercrime-Expertin herumschlagen, die ihrem Chef vor die Nase gesetzt worden ist. Warum? Es scheint, als hätten sich Cyberkriminelle in das Netz der Stadt Linz gehackt und lassen Ampeln verrückt spielen. Die Stadt wird erpresst und dann führt die Spur zu just jener Firma, in der die Ermordete gearbeitet hat. Zufall?

Worschädl ist ein gerissener Ermittler, doch mit Cybercrime, Darknet & Co hat er nicht wirklich viel am Hut. Das überlässt er gerne der Kamenko und geht gemeinsam mit Sabine Schinagl seiner Arbeit nach.

Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen setzen die beiden das Bild zusammen. Doch wird das Puzzle beendet werden können bevor die Cyberattacke das Krankenhaus von Linz lahmlegt?

Meine Meinung:

Autor Thomas Baum ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, welche dunklen Mächte hier am Werk sind. Ich hatte relativ bald einen Verdacht, der sich erhärtet hat, doch die vielen, geschickt angebrachten Wendungen in diesme komplexen Fall, haben mich dann doch hin und wieder an meiner Idee zweifeln lassen.

Robert Worschädl ist ein sympathischer Cop. Eigentlich sollte er „Sturschädl“ heißen, denn er kann vehement auf seinem Standpunkt verharren. Dabei ist er besonnen und hartnäckig. Mit Sabine Schinagl versteht er sich auch ohne Worte, was bei dem Einsatz am Linzer Hauptbahnhof bzw. Dann ein wenig später durchaus sehr, sehr nützlich ist. Was Worschädl auch auszeichnet ist, dass er Schinagl bei ihren privaten Problemen unterstützt. Schinagl ist Alleinerzieherin von zwei Kindern, die mit dem oft schwierigen Dienstplan der Mutter nicht ganz klar kommen. Besonders die pubertierende Kerstin macht es ihrer Mutter nicht ganz einfach. Trotzdem ist Schinagl stolz auf ihr Mädel, weil sie sich nicht alles gefallen lässt.

Der Spannungsbogen ist hoch und lässt bis zum Schluss nicht nach.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem lesenswerten Krimi 5 Sterne und eine Empfehlung für Fans von österreichischen Krimis.

Veröffentlicht am 01.11.2021

Eine gelungene Fortsetzung

Der letzte Tod
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Das Wien von 1922 ist die Hauptstadt des Elends. Alles, außer der Not und dem Tod, ist knapp und das wenige, was an Nahrungsmitteln vorhanden ist, wird täglich teurer. Eine einzelne Zigarette kostet 120 ...

Das Wien von 1922 ist die Hauptstadt des Elends. Alles, außer der Not und dem Tod, ist knapp und das wenige, was an Nahrungsmitteln vorhanden ist, wird täglich teurer. Eine einzelne Zigarette kostet 120 Kronen, was Inspektor August Emmerich ziemlich fassungslos macht, zumal er von Verdächtigen und Zeugen häufig um einen Glimmstängel angeschnorrt wird. Diese Summe von 120 Kronen geht Emmerich nicht aus dem Kopf und so wiederholt er sie ständig, was letztendlich zu einem geflügelten Wort in der Abteilung „Leib und Leben“ wird.

August Emmerich hat aber nicht nur mit der Inflation wie alle zu kämpfen, sondern auch an anderen Fronten. Da ist zum einem der Verlust von Luise, seiner großen Liebe, die an einer ihm zugedachten Kugel gestorben ist, und deren drei traumatisierten Kindern er Mutter und Vater ersetzen muss. Ihr leiblicher Vater, Xaver Koch hat die Mutter getötet. Des Weiteren muss er sich wieder mit seinem Kollegen Brühl herumschlagen, der auf seine, Emmerichs Aufklärungsrate eifersüchtig ist und deshalb immer wieder zu unlauteren Mitteln greift. Diesmal ist es Sándor Adler, ein Psychoanalytiker, der Emmerich begutachten und soll, um ihn mit einer schlechten Beurteilung aus dem Polizeidienst entfernen zu können.

Und zu guter Letzt findet man im Wiener Hafen eine männliche, mumifizierte Leiche, die nur durch einen Zufall nach Jahren in einem versperrten Tresor entdeckt worden ist. Es bleibt aber nicht bei dieser einer Leiche, es hat den Anschein, als hätten es die beiden mit einem Serienmörder zu tun.

Doch ganz auf sich alleine gestellt ist August Emmerich nicht. Er erhält Schützenhilfe von ungewohnter Seite: Zum einem von Ferdinand Winters Großmutter, die Emmerichs Kindern Unterschlupf gewährt, und zum anderen von Sándor Adler, der ihm eine Art Täterprofil liefert. Auch in Budapest, wohin sich Xaver Koch geflüchtet hat, erhält er Unterstützung durch die ungarische Polizei.

Meine Meinung:

Alex Beer ist eine fesselnde Fortsetzung gelungen. Die Charaktere dürfen sich weiterentwickeln. So wird Assistent Ferdinand Winter ein wenig selbstständiger. Brühl ist zwar derselbe Intrigant wie früher, doch seine Angriffe gegen Emmerich werden vor allem von der Sekretärin wahrgenommen, die als graue Eminenz die „Hühnerarmee“, nämlich die Archivarinnen befehligt.

August Emmerich ist nach wie vor ein aufrechter Charakter, der sich nicht verbiegen lässt. Er leidet nicht nur wegen Luises Tod, an dem er sich eine Mitschuld gibt, sondern auch an seiner Herkunft. Er ist im Waisenhaus aufgewachsen. Wir wissen ja inzwischen, dass er seine Mutter ausfindig machen konnte, die leider schon verstorben ist. Ein Hinweis bringt ihn auf die Spur des Vaters. In diesem Band fasst er endlich Mut und besucht den Baron, der doch anders ist, als gedacht. Nur leider wird es kein Happy End geben, sondern ein Warten auf den nächsten Band.

Geschickt sind wieder historische Persönlichkeiten in die Handlung eingebaut. So treffen wir gemeinsam mit Emmerich und Winter auf den Spekulanten Camillo Castiglioni, der mit gewagten Finanztransaktionen nicht nur den Staat sondern auch viele Leute in den Ruin getrieben hat. Auf der Seite der Guten, begegnen wir dem Polizeipräsidenten Johann Schober, der große Stücke auf August Emmerich und seine Ermittlungsarbeit hält. Schober wird maßgeblichen Anteil daran haben, dass es eine internationale Zusammenarbeit zwischen den Polizisten geben wird. Er erlaubt und fördert Emmerichs Bestreben, in den Nachbarstaaten nach ähnlichen Mordfällen zu suchen.

Gut gelungen ist Alex Beer die Darstellung des Elends in Wien. Schmunzeln musste ich über die Nachbarin von Emmerich im Metzleinstaler Hof. Eine solche Situation in einem Wiener Gemeindebau ist aus dem Alltag gegriffen und auch 100 Jahre später noch anzutreffen.

Fazit:

Alex Beer ist wieder ein authentischer historischer Krimi aus dem Wien der Zwischenkriegszeit gelungen. Wer einen Wohlfühlkrimi sucht, ist bei dieser Reihe falsch, denn hier geht es um Wut, Rache und dem Elend der Zeit. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.