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Veröffentlicht am 14.01.2018

Kein Buch für die Fee

Das kalte Licht der fernen Sterne
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Fees Schnellcheck

Anna Galkina Das kalte Licht der fernen Sterne
Frankfurter Verlagsanstalt, 2016
und ich seh immer noch nicht das sinnlose Abtippseln als gut an, daher seht die Bilder an...

Fee erzählt ...

Fees Schnellcheck

Anna Galkina Das kalte Licht der fernen Sterne
Frankfurter Verlagsanstalt, 2016
und ich seh immer noch nicht das sinnlose Abtippseln als gut an, daher seht die Bilder an...

Fee erzählt vom Inhalt
Nastija wächst, mit ihrer Mutter und Großmutter, nicht weit von Moskau auf. Sie sind arm und auch die meisten Menschen in ihrem Ort sind arm.


Fees Meinung
Das Buch besteht aus vielen kleinen Geschichten, die zuerst völlig unzusammenhängend und langweilig sind. Erst als Nastija ungefähr 16 ist, kommt das Buch in Fahrt. Zunächst erzählt sie unnahbar und dann ist sie inmitten des Geschehens und der Leser mit ihr. Ab der Hälfte des Buches kam ich mit dem Schreibstil klar und dann ging es fortlaufende weiter, als Geschichte. Der Inhalt gefiel mir auch nicht. Man kann es zusammenfassen mit Sex und Alkohol. Was alles einklammert, was da so dazugehört: Erste Liebe, aber vor allem negatives wie Kater, Übergeben, Vergewaltigung, Abtreibung usw.

Ich finde das Buch gruselig-schrecklich-eklig und ich mag mir gar nicht alles vorstellen, was da erzählt wird. Für jemand, der fast keinen Alkohol trinkt und der nicht gerne betrunken ist, für den ist das alles schrecklich und man hat nicht wirklich Verständnis oder Mitgefühl.
Die Sprache ist derb und ich mag keinen der geschilderten Charaktere und das will was heißen. Sonst muss ich mir immer überlegen, wer ist mein Lieblingscharakter? Hier weiß ich, dass ich niemanden mag und einfach nur froh war, als ich das Buch ausgelesen habe. 217 Seiten die erst langweilig sind, dann in Fahrt kommen, aber widerlich und eklig sind.

Fees Fazit
Am Ende bleibt man zurück und denkt, am besten man hält sich fern von Russland, von diesem Buch und der Autorin.

Veröffentlicht am 01.05.2017

Unplausibel, streckenweise Längen, ohne Lokalkolorit

FREMDER
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Fee erzählt vom Inhalt

Ein Ehepaar findet einen Sack mit Leichenteilen und ruft die Polizei. Die beiden Ermittler, Lisa und Jan, welche sich entschlossen haben, in Freundschaft zusammen zu ziehen, bekommen ...

Fee erzählt vom Inhalt

Ein Ehepaar findet einen Sack mit Leichenteilen und ruft die Polizei. Die beiden Ermittler, Lisa und Jan, welche sich entschlossen haben, in Freundschaft zusammen zu ziehen, bekommen einen Praktikanten. Dieser Praktikant wird der Presse als Asylant vorgestellt, was er allerdings nicht ist.


Fee meint zum Buch

! Achtung, wer das Buch trotz meiner Besprechung lesen möchte, sie enthält viele Spoiler !

Hätte ich das Buch nicht von Vorablesen gewonnen, ich hätte mich da niemals durchgequält. Das möchte ich vorab sagen, denn es war eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.

Bei den anderen Rezensionen habe ich mich gefragt, ob ich dasselbe Buch gelesen habe und konnte nur mit dem Kopf schütteln.


Erst mal zum Lokalkolorit

Es wurden zunächst nur ein paar Orte genannt, wobei der Ort der Eltern für mich wie eine Straße klingt. Was ich jetzt nicht viel Lokalkolorit nenne. Dazu wurde dann teilweise ein düsteres Bild von Ehepaaren, die lange zusammen sind und teilweise einen Bauernhaushalt führten vorgestellt. Aber das könnte überall sein. Von daher war es wieder ein Mal ein Buch, in dem ich den Lokalkolorit vermisst habe.


Die Ermittler

Mit den beiden "Kommissaren" wurde ich nicht warm. Für mich sind das Kommissare, aber wie so oft, wird in diesem Buch um den heißen Brei geredet. Ich konnte mich nicht in das Ermittlerteam hinein versetzen und fand beide seltsam. Beim männlichen Ermittler drängt sich der Verdacht auf, er sei homosexuell. Das ist nicht schlimm ist, aber es war alles sehr merkwürdig und undurchsichtig.


Zur Plausibilität

Es gab in dem Buch sehr vieles, was nicht plausibel war. Zum Beispiel kam der Mörder – auf der Suche nach seinem verlorenen Sack – an die Absperrung, wo seine Daten aufgenommen wurden. Das wurde nie wieder erwähnt.

Im Alter von ca. 20 Jahren, hat der Mörder damit angefangen andere Menschen umzubringen. Sein erstes Opfer hat er aber schon früher umgebracht. Es ein Mädchen, das ihn verführt hat. Wenn er sehr viele Leute in den ca. 20 Jahren umgebracht hat, müsste es doch sehr, sehr viele Vermisstenmeldungen geben. Ich habe irgendwie nicht begriffen, wo die waren. Im Prinzip wurden nur die beiden letzten Opfer vermisst gemeldet.

Die Aufklärung ging dann plötzlich und unplausiblerweise sehr schnell und unerwartet. Alles geschah aus dem Bauch heraus. Es war unspektakulär und plötzlich hatte der Täter Gewissensbisse?

Und Lisa – die Profilerin – scheint Hellseherin, was das Profil des Täters anbelangt, was ich allerdings auch nicht für plausibel halte.

Es gibt auch zu viele Themen und Kritik (an der Politik) in dem Buch: Bauernsterben, Psychopath, Serienmörder, Asylanten (Fremdenfeindlichkeit und Angriffe (dabei wird so was wie Köln/Sylvesternacht völlig ausgeklammert)), Ehebruch, häusliche Gewalt, dominante Mütter, usw. Alles wird kurz umrissen, aber nicht ausgeweitet.

Beim Thema Ehebruch wäre es doch plausibel gewesen, wenn er seinen Vater oder dessen neue Frau auch umgebracht hätte. Aber hier war so vieles unlogisch und seltsam.


Hm

Das „Wort“: „Hm…“ kam meiner Meinung nach sehr, sehr oft vor.


Eklig und widerlich

Ich habe schon viele eklige und widerliche Bücher gelesen, aber das finde ich mit Abstand am schlimmsten. Für mich gehört das Buch in die Kategorie Horrorkrimi. Ich werde nie wieder in der Nordsee baden oder am Strand entlang laufen können, mit den Füssen im Wasser. Die Leichenteile zu häckseln und dann den „Brei“ in der Nordsee zu entsorgen klingt noch widerlicher, als alles andere, was ich schon gehört habe, was in der Nordsee entsorgt wurde. Ich glaube, ich werde das nie vergessen. Alpträume bekam ich allerdings keine von dem „Horrorkrimi“.


Langweilig

Trotz der seltsamen Geschehnisse der Geschichte, war es für mich sehr, sehr langweilig und ich hasste es, das Buch zu Ende zu lesen müssen. Streckenweise hatte es viele – unendlich viele – Längen. Das kam meist zu tragen, wenn Lisa und Jan sich beim Wein auf dessen Bauernhof unterhielten.


Sonstiges

Manches fand ich interessant und bei manchen Sachen hatte ich ein Deja vu. Als zum Beispiel die Mutter „künstlich“ „am Leben“ gehalten wurde, das hab ich schon mal in irgend einem Krimi gelesen.

Die Autorin entschied dann auch gleich mal spontan, dass es ok war, wenn man nach x Jahren Ehe fremd geht. Das war scheinbar plausibel und sie schien es nicht zu verurteilen, wohingegen ihr „Mörder“ das sehr wohl nicht ok fand. Und dann wurde er nicht mal so weit verhört, dass er von seinen vielen Morden erzählen konnte. Jedenfalls wurde das dem Leser nicht mehr mitgeteilt. Nur, dass er „böse“ Menschen bestrafte.

Es gab 2 Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun hatten: Serienmörder und der Überfall auf den vermeintlichen Asylanten. Letzteres wurde nicht aufgeklärt, weil es nicht Sache der ermittelnden Kommissare war, die sonst alles – aus dem Bauch raus – lösten, aber nicht mit wirklichen Spuren. Beispiel: Man guckt sich das Photoalbum an und lässt sich die „Bauernbekannten“ die noch leben aufschreiben, DAS ist sehr wichtig. Aber die Spur, dass der Polizist, der alle aufschrieb (WARUM?), die an der Absperrung vorbeikamen, die wurde „vergessen“.

Da es der 7. Fall der Jan-Krömer-Reihe ist, denkt man die Charaktere wären ausgereift, aber nein, sie sind Gutmenschen, sonst undurchschaubar, unlogisch und irgendwie bleiben sie mir – der Leserin – fremd. Lisa und Jans Dialoge waren zu lang und streckenweise zu langweilig. Es gibt eigentlich nur die Fälle, sie haben kein „wirkliches“ Privatleben, außer vielleicht wenn sie privat für sich einkaufen (Gartenbank, Stühle, Sofa, Lebensmittel). Ich kam ihnen nicht näher. Meist hat Lisa telefoniert und sich bei den Leuten, denen sie Fragen stellten, vorgestellt. Lisa scheint die dominantere zu sein und daher frage ich mich, warum ist das die Jan-Krömer-Reihe, wenn doch Jan eher im Hintergrund war. Lisa nimmt ihm - quasi als Assistentin vieles ab - hat aber auch vieles selbst entschieden.


Der Buchtitel

Heißt Fremder. Das bezieht sich aber doch eher auf die Nebenhandlung mit dem vermeintlichen Asylanten, denn der Serienmörder ist nicht wirklich fremd. Für mich ist er – von seinen Morden abgesehen – ein typischer Ostfriese, so wie man ihn sich vorstellt. Es ist auch das einzige, dass an einen Ostrieslandkrimi erinnert. Das Bild ist echt super, denn es passt wie bei vielen Büchern nicht zum Buch. Man könnte es aber interpretieren: Der Regen und ein gesichtsloser dunkler Fremder könnten eine Horrorstimmung verbreiten. Allerdings ist der Fremde genauso wie der auf dem Bild eher dem „Fremden“, auf dessen Handlungsstrang man in dem Buch hätte verzichten können, zuzuordnen. Ich denke, die Autorin wäre besser beraten gewesen, wenn sie manches andere ein wenig ausführlicher beschrieben hätte, so dass man sich in die Charaktere hätte rein versetzen können. So blieben sie mir alle Fremd. Vielleicht ist mit FREMDER auch der Leser bzw. die Leserin gemeint?


Fee meint noch

Für mich war die Leseprobe vielversprechend und ich dachte mir, dass der Krimi etwas „unterirdisch“ wird, aber nicht, mit so Nordseesachen. Ich dachte, ich könnte mit dem Ermittlerteam „warm“ werden, aber das war keinesfalls so. Leider. Ich wünschte, ich hätte ein anderes Buch gelesen.

Das Buch ist auch sehr verwirrend und ein Desaster oder heilloses Durcheinander. Ein Mal wird von 5 dann von 7 Leichen gesprochen (bezogen auf den Inhalt des Leichensacks) oder werden da die 2 vermissten dazugezählt?


Fees Fazit

Zu viele oberflächlich behandelte Themen, unplausible Ermittlung, offen gebliebene Fragen, streckenweise Längen bei den Dialogen von Jan und Lisa, zwei Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun hatten und ein Ermittlungsteam mit dem ich nicht warm wurde, ließen mich als Leserin verzweifeln. Als ich das Buch dann gestern Abend ausgelesen hatte, waren so viele offene Fragen, dass ich verwirrt zurückblieb. Ein Buch, das so vielversprechend war, als Leseprobe und das ich unter anderen Umständen nie ausgelesen hätte. Jedenfalls werden mir einige Sachen des Buches immer in Erinnerung bleiben, dafür gebührt der Autorin zumindest einen Stern.

Veröffentlicht am 02.06.2026

Enttäuschung statt Inselgefühl – ein Krimi, der mich mega enttäuscht hat

Küstengeheimnis
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Küstengeheimnis von Heike Meckelmann, erschienen im Gmeiner Verlag, sollte für mich ein atmosphärischer Fehmarn‑Krimi werden, doch schon nach wenigen Kapiteln war klar, dass dieses Buch mich eher frustrieren ...


Küstengeheimnis von Heike Meckelmann, erschienen im Gmeiner Verlag, sollte für mich ein atmosphärischer Fehmarn‑Krimi werden, doch schon nach wenigen Kapiteln war klar, dass dieses Buch mich eher frustrieren als fesseln würde. Das einzig wirklich Schöne ist das Cover – und selbst da erkennt man den Fehmarn‑Bezug nur am orangenen Elefantenumriss, der die Form der Insel nachzeichnet. Am Bild selbst sieht man nicht, dass es ein Fehmarn‑Krimi sein soll.

Inhaltlich konnte mich der Roman überhaupt nicht überzeugen. Die Handlung wirkt an vielen Stellen an den Haaren herbeigezogen, die Figuren handeln unlogisch und unsympathisch, und echte Spannung kommt kaum auf. Besonders irritierend war für mich, dass ich schon sehr früh wusste, wer der Mörder ist – ein Krimi ohne Rätselgefühl ist für mich kein Krimi. Die Nichte Nadja bittet zu Beginn verzweifelt die Polizei um Hilfe, weil Lore und Tim Ahlers verschwunden sind, doch später scheint ihr das völlig egal zu sein. Und die Darstellung von Tim Ahlers ist schlicht widersprüchlich: Erst wird er über viele Seiten hinweg extrem negativ gezeichnet, und dann wird auf Seite 491 plötzlich gefragt, warum „ehrliche, fleißige Menschen“ sterben mussten. Ihn als ehrlich zu bezeichnen, ist ein negativer Witz. Das ist unmöglich und passt überhaupt nicht zu dem Bild, das vorher aufgebaut wurde.

Auch sprachlich hatte ich große Schwierigkeiten. Ich bin immer wieder über Formulierungen gestolpert, weil der Schreibstil für mich nicht flüssig war. Die Bezeichnungen wie „die 31‑Jährige“ oder „die 26‑Jährige“ wirkten hölzern und unnatürlich. Dazu kam der Versuch, Fehmarn‑Dialekt einzubauen – aber das ständige Hin‑ und Her zwischen „Deern“ und „Mädel“ passte weder zu den Figuren noch zur Situation und wirkte einfach merkwürdig. Hinten im Buch gab es zwar drei großzügige Seiten Dialektübersetzung (mit vielen leeren Absätzen), aber das half nicht, weil der Dialekt im Text selbst unpassend und zu gehäuft eingesetzt wurde.

Dazu kamen sprachliche Auffälligkeiten, die mich komplett aus dem Lesefluss rissen: Auf Seite 420 beginnen zwei Sätze direkt hintereinander mit „Westermann“. Auf Seite 425 enden sogar zwei Sätze hintereinander mit „rund um Bornholm“. Solche Stellen ziehen sich nicht durch das ganze Buch, aber sie tauchen oft genug auf, dass ich immer wieder hängen blieb und mich fragte, warum das niemand geglättet hat.

Auch die Länge des Romans ist ein Problem. 506 Seiten wären absolut nicht nötig gewesen; 300 hätten völlig gereicht. Die restlichen 206 Seiten wirkten wie Füllmaterial. Statt Spannung gab es dafür eine übertriebene Menge an Sexszenen, die keinerlei Mehrwert für den Fall bieten und eher wie „sex sells“ wirken. Die Szene mit Charlotte im eiskalten Wasser (ab Seite 300) war zwar spannend, aber völlig unplausibel – ich bezweifle stark, dass ein Mensch sich so lange in dieser Temperatur halten kann. Ebenso unlogisch ist, dass Charlotte ständig ihr Handy vergisst, obwohl ihre Verwandte und ihr Kind Probleme haben. Sie betritt mehrfach widerrechtlich die Jacht, vergisst dort sogar ihre Mütze, und alles läuft genau auf das hinaus, was der Leser längst erwartet.

Als Fehmarn‑Fan war ich besonders enttäuscht. Nur Ortsnamen wie Burgstaaken zu erwähnen, erzeugt noch lange kein Inselfeeling. Das stürmische Meer könnte genauso gut auf Sylt oder Rügen stattfinden. Nichts an Atmosphäre, Menschen, Dialekt oder Stimmung hat mich an Fehmarn erinnert.

Am Ende bleibt für mich nur eines: tiefe, echte Enttäuschung. Ich habe viele Stunden meiner Lebenszeit mit diesem Buch verbracht und anschließend noch mehr Zeit in diese Rezension gesteckt – und beides fühlt sich wie verschwendet an. Ich liebe den Gmeiner Verlag eigentlich sehr, aber hier frage ich mich ernsthaft, wie dieses Buch so durchgewunken wurde. Für mich war es ein Fehlkauf, den ich 2026 für ein Buch von 2025 bitter bereue.

Mein Fazit: 1 Stern – und das nur wegen des Covers.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Für Anfänger mit viel Platz – aber nichts für mich.

Nie wieder Chaos!
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Nie wieder Chaos von Cynthia Townley Ewer

Das Buch verspricht Ordnung, liefert aber vor allem Konzepte für Menschen mit Einfamilienhaus, Keller, Waschküche und mehreren Kindern. Wer wie ich in einer Zwei-Zimmer-Wohnung ...

Nie wieder Chaos von Cynthia Townley Ewer

Das Buch verspricht Ordnung, liefert aber vor allem Konzepte für Menschen mit Einfamilienhaus, Keller, Waschküche und mehreren Kindern. Wer wie ich in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, stößt schnell an räumliche und praktische Grenzen.

Die Aufräumbilder zeigen Schränke, die rechts perfekt sortiert sind – während links das Chaos liegt. Aber vieles, was „rechts“ sein soll, passt bei mir gar nicht in den Schrank. Die Tipps zur Wäscheorganisation (mehrere Körbe für jede Wäscheart, farblich sortiert pro Familienmitglied) sind schlicht nicht umsetzbar – wo soll ich all diese Körbe hinstellen?

Auch die Tests zur Wohnungsordnung wirken wie aus einem amerikanischen Neubauhaushalt. Die Waschmaschinentipps sind auf US-Standards ausgelegt (max. 49 Grad), was hierzulande kaum relevant ist. Die „Katastrophenpläne“ für Familien sind gut gemeint, aber im Ernstfall wohl kaum abrufbar.

Viele Vorschläge – wie das Falten von Badetüchern oder das Beziehen eines Bettes mit einfachem Laken – wirken aus der Zeit gefallen. Wer nutzt das heute noch? Und die Bekleidungstipps ignorieren Lebensrealitäten: Krankheit, wechselnde Kleidergrößen, begrenztes Budget. Kleidung aufhängen wie im Showroom? Dafür fehlt mir schlicht der Platz.

Besonders ärgerlich: Die Haltung zu Büchern. Ungelesene Bücher sollen weg, nur „zeitgemäße“ dürfen bleiben. Die Empfehlung, Bücher nur noch auszuleihen, grenzt für mich an Hobbyabschaffung. Ich lese, was mich interessiert – nicht, was die Bücherei gerade vorrätig hat.

Karen Kingston hat – meiner Meinung nach – das deutlich bessere Buch geschrieben. Ihre Tipps sind umsetzbar, auch in kleinen Wohnungen. Nach ihrer Lektüre habe ich wirklich ausgemistet – und dabei sogar anderen eine Freude gemacht, etwa mit Krimi-Paketen für meine Brieffreundin.

Fazit: Nie wieder Chaos ist ein Buch für Haushaltsanfänger mit viel Platz und wenig Erfahrung. Für alle anderen: lieber Finger weg – oder gleich zu Karen Kingston greifen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

„Zu lang, zu laut, zu wirr: Mein persönlicher Lesefrust“

Das Revier der schrägen Vögel
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Rezension zu Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff
Nach zwei Wochen Lesen habe ich dieses Buch entnervt abgebrochen. Das Revier der schrägen Vögel wurde mir als humorvolle, leichte Krimiserie ...

Rezension zu Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff
Nach zwei Wochen Lesen habe ich dieses Buch entnervt abgebrochen. Das Revier der schrägen Vögel wurde mir als humorvolle, leichte Krimiserie empfohlen, doch für mich war es weder „cosy“ noch unterhaltsam. Stattdessen zog sich die Handlung endlos hin, voller Längen, Abschweifungen und Figuren, die mir von Anfang an unsympathisch waren und trotzdem viel zu viel Raum bekamen.

Der Roman wirkte auf mich wie ein einziges Durcheinander: ständig neue Ereignisse, neue Nebenstränge, neue Konflikte zwischen verschiedenen Abteilungen und Ermittlungsstellen — aber nichts davon fügte sich zu einem klaren, spannenden Krimifaden zusammen. Statt Ermittlungsspannung gab es halbgare Informationshäppchen, Streitigkeiten und Chaos.

Auch die Hauptfigur, die Leiterin des „Kommandos Abstellgleis“, konnte mich nicht überzeugen. Ihre Verbindung zum Ermordeten — ihr geschiedener Schwiegervater — wirkte konstruiert und merkwürdig. Die Rückblenden zur Hochzeit und zur Beziehung zum Ex-Mann empfand ich eher als störend denn als charaktervertiefend.

Spätestens als die Handlung dann noch in Richtung Lyon (oder irgendwo in den Süden) abdriftete, während der Rest der Geschichte in Paris spielt, war ich endgültig raus. Ich konnte mir das Wirrwarr nicht mehr merken und wollte es irgendwann auch gar nicht mehr. Nach Seite 221, Kapitel 28, habe ich aufgegeben und mir die restlichen knapp hundert Seiten gespart. Meine Lesezeit ist mir dafür zu schade.

Humorvoll fand ich das Buch nicht, witzig schon gar nicht. Für mich war es schlicht schrägnervig. Die Figuren blieben mir fremd, die Handlung zerfasert, und die angebliche Leichtigkeit des Romans kam bei mir überhaupt nicht an.

Fazit: Für mich ein Fehlgriff. Zu langatmig, zu chaotisch, zu wenig Sympathieträger. Ich habe mich durch zwei Wochen Leseversuche gequält und schließlich entnervt abgebrochen.

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