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Veröffentlicht am 19.11.2021

Geheimnis? Nie gehört!

Dunkelblum
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Klappentext:

„Auf den ersten Blick ist Dunkelblum eine Kleinstadt wie jede andere. Doch hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ihr ...

Klappentext:

„Auf den ersten Blick ist Dunkelblum eine Kleinstadt wie jede andere. Doch hinter der Fassade der österreichischen Gemeinde verbirgt sich die Geschichte eines furchtbaren Verbrechens. Ihr Wissen um das Ereignis verbindet die älteren Dunkelblumer seit Jahrzehnten – genauso wie ihr Schweigen über Tat und Täter. In den Spätsommertagen des Jahres 1989, während hinter der nahegelegenen Grenze zu Ungarn bereits Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, trifft ein rätselhafter Besucher in der Stadt ein. Da geraten die Dinge plötzlich in Bewegung: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett ausgegraben und eine junge Frau verschwindet. Wie in einem Spuk tauchen Spuren des alten Verbrechens auf – und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie längst für erledigt hielten.“



Autorin Eva Menasse nimmt den Leser hier mit nach Dunkelblum - ein Ort, in dem ein dunkles Geheimnis von allen gehütet wird…Das dieses Geheimnis irgendwann bricht und an die Oberfläche will, ahnt man und man verfolgt diese Geschichte sehr genau. Menasse hat einen speziellen Sprachstil und Ausdruck. Ich persönlich mag dies sehr und find dies zu ihrer Geschichte mehr als passend, aber ich denke, es wird Leser geben, die sich damit schwer tun. Eva Menasse beleuchtet hier wieder ein Stück Weltpolitik und hält mit vielen Fakten auch einfach nicht hinter‘m Berg. Die Art und Weise wie sie die Bewohner zeichnet und wie sie dieses Geheimnis eingewoben hat, ist großartig. Hier geht es um Schuld und Sühne, um Schweigen und die Frage, ob dies so richtig war und gerechtfertigt. Dieses Geheimnis sitzt auf den Seelen der Dorfbewohner wie ein Fluch und die langsame Auflösung, nicht nur beim Leser, bringt ein gewisses Bild, ein gewisses Licht ins Dunkel. Der Spannungsbogen ist hier enorm und hat mich echt begeistert. Hier steht: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen - was ich nicht sage, kann niemand kennen und wissen, was ich nicht weiß, können andere auch nicht wissen. Dunkelblum nimmt einen ein und man muss gewaltig aufpassen, nicht in die Fänge der Dorfbewohner zu gelangen…Denn hier stellt sich die Frage, was passiert wohl wenn das Geheimnis gelüftet wird?? Ach ja! Welches Geheimnis? Haben Sie etwas von einem Geheimnis gelesen? Doch nicht in Dunkelblum!

Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 19.11.2021

Ein Genuss für die Ohren und den Verstand!

Weihnachten mit Rilke. Briefe und Gedichte
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!ein Hör-Highlight 2021!



Covertext:

„Für Rainer Maria Rilke war Weihnachten schon immer das wichtigste Fest des Jahres, das er oft in selbstgewählter Stille und mit dem Schreiben liebevoller Briefe ...

!ein Hör-Highlight 2021!



Covertext:

„Für Rainer Maria Rilke war Weihnachten schon immer das wichtigste Fest des Jahres, das er oft in selbstgewählter Stille und mit dem Schreiben liebevoller Briefe verbrachte. Am 24. Dezember stellte sie sich ein, die »unvergleichliche Erwartung«, die für ihn mit Heiligabend verbunden war. Eindringlich und nahbar beschreibt er in seinen Briefen an Familie und Freunde wie Anton Kippenberg, Lou Andreas-Salomé oder Franz Xaver Kappus, was ihm das »liebe alte Fest« bedeutet. Auch seine Adventsgedichte und die Erzählung »Das Christkind« zeugen von seiner literarischen Kraft, die bis heute den Weihnachtsabend in einem ganz eigenen Licht erstrahlen lässt – unvergleichlich atmosphärisch…“



Ein wunderschönes Hörbuch für die Weihnachtszeit! Sprecher August Diehl liest mit einer gewissen Stoischkeit wie man Rilke eben lesen muss und heraus gekommen ist dieses kleine Meisterwerk. Rilke-Fan‘s werden es lieben und sich völlig, so wie auch ich, darin vergessen. Ein Abend am Kamin und dabei nur dieses Hörbuch genießen und die prasselnde Wärme des Kamins. Diehl benutzt wenig Betonungen und legt den Ausdruck nur da an, wo so wenig wie möglich nötig ist. Brilliant! Rilke muss man in den Worten verstehen und nicht in der Betonung. Diehl hat ein sehr feines Gespür dafür bewiesen und ich bin ihm sehr gern durch diese Weihnachtswelt mit Rilke gefolgt. Das wunderschöne ruhige Cover ist ebenso vortrefflich gelungen.

Rilke macht das Weihnachtsfest immer noch etwas schöner, noch etwas festlicher und August Diehl war dafür der perfekte Sprecher! 5 von 5 Sterne und eine absolute Hörempfehlung!

Veröffentlicht am 14.11.2021

Was die Kälte so mit sich bringt…

Unter dem Schnee
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Klappentext:

„Schloss Schwanenholz, Ende Dezember 1978: Fünfzig Jahre führte Luise von Schwan die Baumschule auf dem Gut an der Ostsee mit strenger Hand. Nun wird die Gräfin beerdigt. Doch als die Trauerfeier ...

Klappentext:

„Schloss Schwanenholz, Ende Dezember 1978: Fünfzig Jahre führte Luise von Schwan die Baumschule auf dem Gut an der Ostsee mit strenger Hand. Nun wird die Gräfin beerdigt. Doch als die Trauerfeier beginnt, fegt ein heftiger Schneesturm über das Land. Bevor das Familienanwesen von der Außenwelt abgeschnitten wird, trifft ein ungebetener Gast aus Frankreich ein. Wer ist die geheimnisvolle Frau, die behauptet, Luises Tochter zu sein? Und hat Luise tatsächlich während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter auf dem Gut ausgebeutet? Fünf Tage, in denen die Familie mit verborgenen Wahrheiten konfrontiert wird. Fünf Tage, die das Schweigen beenden, das sich jahrzehntelang über alles senkte wie Schnee.“



Welch eisige Geschichte! Der Leser bekommt hier von Autorin Katrin Burseg einen sehr atmosphärischen und faszinierenden Roman vorgesetzt. Burseg erzählt uns hier, in einer Geschichte verpackt, die Schneekatastrophe aus dem Jahr 1978/79. Die alte Gräfin stirbt und mit ihr zieht die Kälte und der Schnee über‘s Land. Man könnte meinen, dies sei ihr Erbe. Dass das Schloss inklusive Bewohner dann von der Außenwelt abgeschnitten wird, scheint ebenso von der Gräfin geplant, denn nun werden Geheimnisse benannt und wollen gelüftet werden. Dieses gezwungene Zusammensein wird dem Leser sehr gut verdeutlicht und wir könnten meinen fast die berühmte Stecknadel fallen zu hören. Ein Spannungsbogen baut sich gekonnt auf und man rätselt als Leser mit. Burseg schafft es auch das Schloss vor dem inneren Augen lebendig werden zu lassen. Diese Zwangsmaßnahme durch Petrus wird ein wenig zum Spießrutenlauf aber dennoch wird sich so manches klären…

Nicht nur der Inhalt ist lobenswert, nein, auch die Aufmachung des Covers bzw. des gesamten Buches ist ein kleines Highlight. Der funkelnde Schimmer lässt dieses Buch aufstrahlen und macht neugierig auf den Inhalt.

Fazit: 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 14.11.2021

Ein Deutscher auf dem britischen Thron

King George II
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Klappentext:

„Mit seinen Bediensteten sprach er Deutsch, in der Familie vorzugsweise Französisch. Georg II. August, der zum ersten Mal mit 31 Jahren nach England kam, herrschte 33 Jahre als kritisch beäugter ...

Klappentext:

„Mit seinen Bediensteten sprach er Deutsch, in der Familie vorzugsweise Französisch. Georg II. August, der zum ersten Mal mit 31 Jahren nach England kam, herrschte 33 Jahre als kritisch beäugter „Ausländer“ über das britische Empire. Zugleich war Georg August Kurfürst seiner Heimat Braunschweig-Lüneburg. Mit leichter Hand portraitiert der britische Historiker Norman Davies dieses barocke Schwergewicht und zieht alle Register stilistischer Eleganz und britischer Ironie.“



Autor Norman Davies hat es doch tatsächlich geschafft eine Biografie zu verfassen, die nicht nur Wissen, sondern auch gewissen Witz und Charme enthält. Seine Worte und Gedanken zu Georg II. sind sehr bildhaft und flüssig geschrieben. Er lässt eine alte Zeit wieder aufleben und schnell wird klar, welche Rolle Georg August Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg damals inne hatte: er war ein gewisser schwarzer Fleck in der Optik, wenn auch ein dicker, denn der britische Thron hatte dies vorher noch nie inne, einen Ausländer zum König. Heute würde man von Integration sprechen, damals war es frevelhaft zumindest hinter vorgehaltener Hand, aber es war nunmal so vorgesehen und der arme Kerl konnte ja nichts dafür das er aus Deutschland kam…so etwas sucht sich ja bekanntlich niemand aus ob er den Thron besteigen will oder nicht. Wie gesagt, die bildhaften und ausschweifenden Beschreibungen über die Person und die damalige Zeit sind sehr gelungen und man erschrickt schon manches Mal wenn man an die heutige Zeit denkt und dies mal reflektiert.

Wer hätte gedacht das eine Biografie so erhellend sein kann?!

Die Aufmachung ist ebenfalls sehr gelungen: Bilder und Texte sind harmonisch zusammen gesetzt und untermalen diese gekonnt.

Ein ganz besonderes Buch über eine besondere Person: 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 14.11.2021

Ruhe suchen und finden!

Qingjing Jing. Das Buch der Klarheit und Ruhe
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Klappentext:

„Das »Qingjing Jing« ist ein Werk von großer sprachlicher Klarheit und spiritueller Tiefe. Der kurze, anonyme Text in Versform aus dem 7./8. Jahrhundert gilt als eine der wichtigsten Schriften ...

Klappentext:

„Das »Qingjing Jing« ist ein Werk von großer sprachlicher Klarheit und spiritueller Tiefe. Der kurze, anonyme Text in Versform aus dem 7./8. Jahrhundert gilt als eine der wichtigsten Schriften des Daoismus, dessen zentrale Elemente er mit buddhistischem Gedankengut verbindet. »Das Buch der Klarheit und Ruhe« widmet sich dem menschlichen Sein wie der Ordnung des Kosmos und ist deutlich zugänglicher als das im Westen weitaus bekanntere »Daodejing« des Laozi.

Die deutsche Übersetzung von Hsing-Chuen Schmuziger-Chen fußt erstmals auf dem chinesischen Urtext und nicht, wie üblich, auf englischen Fassungen. In einem knappen Kommentar erläutert sie Kernbegriffe und gibt Hinweise für ihre lebenspraktische Anwendung. Ihre Kalligraphien bannen Rhythmus und Bewegung des Textes in kunstvoll fließende Bewegung.“



Erstens: Ich muss hier klar die Haptik und Optik loben - welch schönes Buch! In Leinen gebunden, optimale Größe, sehr gut gebunden, fantastischer Weißton der Seiten und diese sind von perfekter Griffigkeit. Des weiteren ist die Gestaltung des Originaltextes und deren Übersetzung ein echter Augenschmauß! Und dann noch die Kalligraphien…ach…

Zweitens: Zum Inhalt bleibt mir nur eines zu sagen: wer unter chronischem Stress leidet sollte sich dieses Buch besorgen. Die Zeilen sind heilsam für den Kopf und die Seele. Sie regen zum nachdenken an, zum verstehen wollen, zum träumen und zum reinen genießen. Optimal nach einer Yoga-Stunde o.ä..

Dieses Buch ist ein echter Schatz und nur zu empfehlen - 5 von 5 Sterne!