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Veröffentlicht am 08.03.2022

Die Vergangenheit bestimmt das ganze Leben

Für diesen Sommer
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Ich kannte bisher nur Krimis dieser Autorin und war sehr gespannt,wie sich mit diesem Thema auseinandersetzte.
Nach vielen Jahren betritt Franziska ihr Elternhaus,welches sie kurz nach dem Abitur im Streit ...

Ich kannte bisher nur Krimis dieser Autorin und war sehr gespannt,wie sich mit diesem Thema auseinandersetzte.
Nach vielen Jahren betritt Franziska ihr Elternhaus,welches sie kurz nach dem Abitur im Streit verlassen hatte. Sie war nur einmal für die Beerdigung ihrer Mutter zurückgekehrt. Nun soll sie sich um ihren alten Vater kümmern, da ihre Schwester, welche die Versorgung bis jetzt übernommen hatte, eine Auszeit braucht.
Für beide eine schwierige Situation, die zu etlichen Problemen führt. Das Haus soll behindertengerecht umgebaut werden,was ihr Vater rigoros ablehnt.
Die Geschichte wechselt immer wieder in die Vergangenheit,die Jugend von Monika und Franziska,sowie die ihrer Eltern.
Nach einem Sturz des Vaters muss dieser für längere Zeit ins Krankenhaus und in eine anschließende Reha. Währenddessen beschäftigt sich Franziska damit,das Haus zu entrümpeln und für die Umbaumaßnahmen vorzubereiten. Dabei stößt sie auf mehr als ein dunkles Geheimnis, welches wie ein Schatten auf dem Familienglück lag.
Zu Anfang fand ich es etwas schwierig, den ständigen Orts und Perspektivwechseln zu folgen. Dann jedoch hat mich die Geschichte regelrecht eingesaugt, sodass ich sie nur für kurze Zeit zwischendurch aus der Hand legen konnte.
Sie gab jeder einzelnen Figur genügend Raum, sich zu entwickeln und machte sie insgesamt sehr authentisch. Stück für Stück werden die Geheimnisse der Vergangenheit aufgedeckt und es kommt zu einem Ende, mit für alle Beteiligten positiven Aussichten.
Neben der fiktiven Geschichte, blieb genügend Raum, um das Zeitgeschehen einzubinden, was mir besonders gefallen hat.

Fazit:

In meinen Augen ein gelungener Ausflug in ein anderes Genre. Ich würde mich freuen, mehr in dieser Richtung zu lesen.

Veröffentlicht am 07.03.2022

Die wichtigen Wurzeln der Familie

Flüchtiges Glück
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Der Roman umfasst drei Generationen und spielt in ebenso vielen Zeitabschnitten. Es geht um die siebziger Jahre in der DDR, die Wendezeit um 1989 und die Gegenwart.
In der Gegenwart erhält Milla einen ...

Der Roman umfasst drei Generationen und spielt in ebenso vielen Zeitabschnitten. Es geht um die siebziger Jahre in der DDR, die Wendezeit um 1989 und die Gegenwart.
In der Gegenwart erhält Milla einen Heiratsantrag von ihrem Freund Navid,der gleichzeitig von ihrer Schwangerschaft erfährt.Navid ist ein Kriegsflüchtling aus Afghanistan, wo seine gesamte Familie von den Taliban ermordet wurde.
Milla wuchs sehr behütet bei ihrer Mutter Jola und dem schwulen Männerpaar Toni und Dirk auf,ihren Vater kennt sie nicht. Navid drängt sie dazu, nach ihren Wurzeln zu forschen, zuerst gegen ihren Widerstand, der aber nach und nach durch Neugier ersetzt wird.
Ihre Großeltern sind zusammen mit ihrer Mutter kurz vor der Wende aus der DDR geflohen, wo ihre Großmutter eine gute Stellung gehabt hat und für die Stasi tätig war.Jola läßt ihre Jugendliebe Raik zurück.
Die Geschichte wechselt nun ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die verschiedenen Personen werden detailgenau gezeichnet. Hierbei gelingt es der Autorin hervorragend, sie so zu beschreiben, dass es nicht nur schwarz und weiß,sondern auch Grautöne gibt.
Die Themenbereiche erstrecken sich über die DDR Geschichte, zu schwerwiegenden Umweltproblemen ,dem starken familiären und nachbarschaftlichen Zusammenhalt , sowie mehreren Liebesgeschichten in Vergangenheit und Gegenwart.
Nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und es gelingt, die Brücke in die Vergangenheit begehbar zu machen.
Obwohl es sich um eine fiktive Geschichte handelt, fließen neben der guten Recherchearbeit auch eigene Erfahrungen der Autorin mit ein.

Fazit:
Ein sehr wichtiges Stück Zeitgeschichte, dass noch länger nachhallen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 05.03.2022

Mörderisches Norderney

Die kalte Mamsell
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Norderney 1913:
Die reiche und betuchte Gesellschaft trifft sich auf der kleinen Insel zur Sommerfrische. Auch die Lehrerin Victoria Berg ist mit ihrem Vater angereist,der gesundheitlich angeschlagen ist ...

Norderney 1913:
Die reiche und betuchte Gesellschaft trifft sich auf der kleinen Insel zur Sommerfrische. Auch die Lehrerin Victoria Berg ist mit ihrem Vater angereist,der gesundheitlich angeschlagen ist und eine kleine Auszeit braucht. Außerdem möchte sie Christian Hinrichs wieder treffen, der inzwischen zum Kriminalassistenten der Insel aufgestiegen ist. Es bleibt ihnen aber wenig Zeit für private Belange, da im Eiskeller eines renommierten Hotels, zwei Leichen gefunden werden. Es handelt sich um einen Sommergast und die gerade erst zur Kaltmamsell aufgestiegene Meentje Cordes.
Christian wird mit den Ermittlungen beauftragt und natürlich lässt sich die couragierte Victoria nicht davon abhalten, ebenfalls den Tatort zu inspizieren. Dabei wird sie auf äußerst schockierende Weise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Meine Meinung:
Ich kannte die liebenswerten Protagonisten schon aus den zwei vorhergehenden Büchern und war schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Erneut wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin baut von Anfang an Spannung auf und neben den beiden Mordfällen geht es auch noch um Betrug im größeren Maße, der bis in die Vergangenheit reicht.
Obwohl ich Viktoria sehr mag, sie lässt sich von nichts und niemand aufhalten, was für eine Frau in der damaligen Zeit äußerst ungewöhnlich ist. Jedoch hätte ich sie manchmal schütteln mögen, weil sie sich immer wieder ganz unbedarft in große Gefahr gebracht hat.
Am Ende gab es einen großen Showdown,der mich bezüglich der Lösung sehr überrascht hat.
Die Liebesgeschichte zwischen Christian und Viktoria hat sich auch weiter entwickelt, leider nicht zur vollen Zufriedenheit von Christian. So bleibt nur die Hoffnung auf die nächste Sommerfrische.
Ebenso wie die beiden vorhergehenden Bücher, hat mich dieses Buch erneut sehr gut unterhalten. Eine gelungene Mischung aus Kriminalfall, Liebesgeschichte, eingebettet in das genaue Bild der damaligen Zeit.
Ich vergebe fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.03.2022

Wenn Gefühle und Gedanken zu Farben werden

Ursula und die Farben der Hoffnung
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Ich habe Bd. 1 gelesen und mich schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Während im ersten Band Paula im Mittelpunkt steht, ist es diesmal die junge Ursula Stolte, die man vom jungen Mädchen bis zur erwachsenen ...

Ich habe Bd. 1 gelesen und mich schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Während im ersten Band Paula im Mittelpunkt steht, ist es diesmal die junge Ursula Stolte, die man vom jungen Mädchen bis zur erwachsenen Frau begleiten darf.

Ursula wächst als Scheidungskind auf ,in der damaligen Zeit eher eine Seltenheit und in der Gesellschaft nicht gut angesehen.

Durch ihre Großeltern,bei denen sie,zusammen mit ihrer Schwester Hilde,viel Zeit verbringt, lernt sie Vera kennen, so schließt sich der Kreis zu Bd. 1,denn sie ist die Tochter von Paula Dehmel. Neben der Gemeinsamkeit, dass sie beide Töchter von geschiedenen Eltern sind, eint sie die Liebe zur Kunst. Fortan verbringt Ursula viel Zeit im Hause Dehmel und Paula wird zu ihrer Ratgeberin und mütterlichen Freundin. Sie entdeckt schnell ihr künstlerisches Talent und versucht es nach Kräften zu fördern. Besonders Ursulas Empfindungen für Farben,mit denen sie ihre Gedanken beschreibt, beeindruckt sie.

Die Welt der Künstler ist für Ursula völliges Neuland, in dem sie sich aber nach und nach sehr heimisch fühlt.Außerdem entwickelt sie immer stärkere Gefühle für Heinrich, den Bruder von Vera, der jedoch mit einer anderen Frau verlobt ist.

Mit der Aufnahme an der renommierten Kunstakademie in Berlin, scheint Ursulas Glück vollkommen, doch da bricht der erste Weltkrieg aus.

Mit großer Begeisterung habe ich Ursulas Weg, sowie den ihrer Weggefährten verfolgt.Durch die detailgenaue Beschreibung sowohl von Personen, als auch Orten und Ereignissen, lief mein Kopfkino von Anfang an auf Hochtouren.Gerade im letzten Teil fand ich auch starke Parallelen zu den Ereignissen,die uns momentan beschäftigen.

Das Ende ist relativ offen und meine Vorfreude auf den nächsten Band schon sehr groß.

Fazit:

Von mir eine absolute Leseempfehlung, verbunden mit fünf Sternen.

Veröffentlicht am 25.02.2022

Bewährungsprobe für Ispettore Emmenegger

Merano mortale
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Inhalt übernommen:

Ispettore Emmenegger hat als neuer Chef der Meraner Mordkommission alle Hände voll zu tun. Seine Nachbarin Lisa Granelli wird bei einem frühmorgendlichen Spaziergang erschlagen.Vom ...

Inhalt übernommen:

Ispettore Emmenegger hat als neuer Chef der Meraner Mordkommission alle Hände voll zu tun. Seine Nachbarin Lisa Granelli wird bei einem frühmorgendlichen Spaziergang erschlagen.Vom Täter fehlt jede Spur, doch Feinde hatten Granelli viele. Als Leiterin der Kreditabteilung einer Meraner Bank stürzte sie so manchen in den finanziellen Ruin. Emmeneggers erster Fall wird zur echten Bewährungsprobe, denn die Indizien sprechen eine klare Sprache. Der Hauptverdächtige ist er selbst.

Meine Meinung:

Ich kannte Ispettore Emmenegger bereits aus den Büchern um Commissario Pavarotti und war gespannt,wie er mit den großen Erwartungen,die an ihn gestellt werden, zurecht kommt.

Wie auch in den anderen Büchern der Autorin, geht es neben dem Mordfall um viele andere Themen und einige menschliche Abgründe werden durchleuchtet. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen kommen nicht zu kurz, was man am Beispiel der beiden Protagonisten sieht. Mir gefällt die ruhige und sehr genaue Art der Ermittlungen sehr, die letztendlich nach einem spannenden Showdown zum Erfolg führen.

Neben Paul ,den Emmenegger quasi von seinem Vorgänger übernommen hat,spielt auch die ziemlich eigensinnige Hündin Hilde eine nicht unwesentliche Rolle.

Zum Schluss kann ich nur sagen, die Bewährungsprobe wurde bestanden, ich freue mich auf neue Fälle.