Profilbild von kikiii04

kikiii04

Lesejury Star
offline

kikiii04 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kikiii04 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2022

Eine Geschichte, bei der man sich wünscht, sie würde niemals enden

Worlds Collide
8

„Denn Demian wäre wohl der Letzte gewesen, bei dem ich diese Emotion, die sich so sehr nach Ankommen anfühlte, vermutet hätte.“
Wie steht ihr zur Welt der Influencer? Egal wie eure Antwort nun ausfallen ...

„Denn Demian wäre wohl der Letzte gewesen, bei dem ich diese Emotion, die sich so sehr nach Ankommen anfühlte, vermutet hätte.“
Wie steht ihr zur Welt der Influencer? Egal wie eure Antwort nun ausfallen mag, lest bitte weiter. Die einen mögen hier sein, weil sie sich gerade für diese noch recht einzigartige Thematik in Büchern, Social-Media und YouTuberInnen, interessieren. Die anderen sind womöglich hier, weil sie herausfinden möchten, ob eine Thematik überhandnimmt, die sie eigentlich gar nicht interessiert. Ich würde vorneweg direkt einmal sagen, dass beide Partien auf ihre Kosten kommen werden, denn ja, die Protagonisten sind YouTuber, aber nein, man muss kein Fan dieser Community sein, um ein neues, echtes Lieblingsbuch zu finden. Aber überzeugt euch selbst:

Fiona ist Influencerin und liebt es, sich zu Schminken und für ihre Fans da zu sein. Bisher hat sie das auch gut gemeistert, denn jahrelange Arbeit hat sich ausgezahlt und Fiona ist nicht nur eine erfolgreiche Beauty-Bloggerin, sondern besitzt von nun an sogar eine eigene Make-up-Linie. Doch was der Beginn zu dem Leben, das Fiona sich so sehr wünscht, ein Leben, indem ihre Mutter stolz auf sie ist, sein sollte, wird zum reinen Albtraum.
Demian, der es sich auf seinem Hauptkanal zur Aufgabe gemacht hat, Skandale in der Welt der Influencer aufzudecken, entlarvt in seinem neuen Video einen Skandal, der Fiona nicht nur betrifft, sondern sie mit voller Wucht trifft. Vom einen Moment auf den anderen ist die Make-up-Linie ihr kleinstes Problem, denn ihre gesamte Karriere steht auf dem Spiel. Und plötzlich nicht nur die, denn Fionas Leben gerät immer mehr aus den Fugen, als niemand, am wenigsten ihre eigene Mutter, ihr glauben möchte, dass sie keine Schuld trifft.
Wie soll Fiona wiedergutmachen, was sie genau genommen nicht verbrochen hat? Bleibt ihr keine andere Möglichkeit, als am Ende Demian selbst um Hilfe zu bitten? Dabei ist er wohl der letzte Mensch, dem sie vertrauen dürfte…

Der erste Band der Worlds-Reihe ist über 550 Seiten lang, was in diesem Genre ein wenig ungewöhnlich sein mag. Ich weiß nicht, wie ihr zu eher dicken Büchern steht, aber eine gewisse Skepsis ist sicherlich nicht verwunderlich. Denn kann ein so langes Buch das Niveau vom ersten bis zum letzten Satz durchweg halten? Wird es nicht irgendwann zu langatmig? Sind so viele Seiten notwendig, weil man einige Seiten braucht, um in die Geschichte hinein zu finden?

Meine Antworten zu diesen Fragen stehen ganz klar fest: Ja, „Worlds Collide“ ist auf der ersten Seite ebenso gefühlvoll, fesselnd und unterhaltsam, wie auf Seite 300 und 563. Also nein, es wird nicht langatmig und auch nicht irgendwann weniger interessant. Und tatsächlich ist dieser Roman auch einer dieser Sorte Bücher, die einen schon nach wenigen Worten gefangen nehmen und nicht mehr loslassen. Jedes Mal, wenn ich zu dem Buch gegriffen habe, waren nur wenige Worte notwendig, um völlig abschalten und mich voll und ganz auf Fiona und Demian fokussieren zu können. Der Roman löste beim Lesen ein Gefühl in mir aus, welches ich nicht wirklich beschreiben kann. Man fühlt sich einfach wohl und es wird einem ganz warm ums Herz, obwohl man zwischendurch immer wieder schlucken und gegen die Tränen anblinzeln muss, weil manche Szenen recht heftig und erschüttern wirken.

Handlung und Schreibstil spielen großartig zusammen und schaffen es, den Leser zu berühren. Die Geschichte handelt von Positivem wie Freundschaft, schönen Erlebnissen und natürlich der Liebe, aber auch von Negativem wie Konflikten, Verrat und Traurigkeit. Der Schreibstil verpackt all diese und noch viel mehr Themen auf eine Art und Weise, die alles greifbar, nachvollziehbar und verständlich wirken lässt. Und deshalb bekommt man beim Lesen auch die volle Wucht an Gefühlen ab, und wird einfach mitgerissen. Außerdem fällt es einem unglaublich leicht, sich auf die Figuren einzulassen.
Man könnte meinen, Demian wäre einem zunächst unsympathisch. Der Klappentext lässt unschwer erkennen, dass er es ist, der Fionas Welt an den Punkt treibt, wo sie einzustürzen droht. Doch schon ab dem ersten Kapitel aus seiner Sicht war mir klar, dass ich ihn nicht dafür verurteilen konnte. Mehr noch: Ich verstand Demian. Und deshalb fiel es mir nicht schwer, ihn direkt in mein Herz zu schließen. Hach, Demian… ich hatte ihn beim Lesen richtig gern und liebte die Leidenschaft, die er an den Tag legte, wenn er einfach er selbst war.
Auch Fiona hatte ich richtig gern, denn sie ist bewundernswert stark. Fiona ist sehr feinfühlig und würde alles tun, für die Menschen, die sie liebt. Doch diese theoretisch wundervolle Eigenschaft macht Fiona verletzlich und schwach und als Leser darf man Fiona dabei begleiten, wie sie die Stärke in sich wiederentdeckt.

Beide Protagonisten tragen Charakterzüge in sich, die negativ auffallen könnten. Die Betonung liegt hier auf „könnten“, denn das tun sie nicht. Fiona mag ein wenig zu leichtgläubig sein, Demian zu blauäugig, aber all die Gedanken und Entscheidungen der beiden werden so detailliert beschrieben, dass man wirklich verstehen kann, wieso sie sind, wie sie sind. Daher stören einen beim Lesen die Ecken und Kanten der zweien nicht, sondern man verfolgt gespannt und zugleich geduldig, wie sie sich weiterentwickeln.

Nicht nur die vielfältigen Nebencharaktere runden die Geschichte ab. Auch die Handlung selbst ist in sich völlig rund und nichts kommt zu kurz. „Worlds Collide“ ist ein Roman, der voller Liebe steckt, aber in dem die Liebe nicht alles ist. Außerdem geht es weniger um die körperliche Verbundenheit und mehr um diese auf der Gefühlsebene. Alles passte einfach und fügt sich auch rückblickend genau richtig zusammen. Einmal kam ich an einen Punkt, als ich etwas enttäuscht von der Entwicklung war, aber das hat sich tatsächlich sehr schnell wieder gelegt und am Ende war diese Entwicklung auch notwendig und hat der gesamten Geschichte gutgetan.

Fazit:
Ich weiß, dass diese Rezension sehr lang geworden ist, aber um ehrlich zu sein, hätte ich noch so viel mehr, was ich zu dem Roman sagen kann. Weil er mir nicht einfach nur gut gefallen hat, sondern weil ich ihn geliebt habe. Ich habe es geliebt, die Entwicklungen zu verfolgen. Ich habe es geliebt, jede Gefühlsregung der Charaktere mitfühlen zu dürfen. „Worlds Collide“ umfasst über 550 Seiten und trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich noch vielmehr Seiten lesen können und auch diese voll und ganz geliebt. Doch leider hat alles ein Ende, auch diese Geschichte. Fast bin ich ein wenig neidisch auf euch, die „Worlds Collide“ noch zum ersten Mal lesen dürfen. Und eins sollte klar sein: Tut es, lest dieses Buch. Ihr werdet es lieben. So erging es auch mir, weshalb es nicht überraschend sein dürfte, dass ich volle 5 Sterne vergebe und die Tage zähle, bis der nächste Band der Reihe erscheint.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 07.03.2022

Ein extrem wichtiges Thema, eine äußerst wahre Geschichte

The Sky in your Eyes
0

Wenn Elín in den Spiegel blickt, dann sieht sie eine dicke Frau. Diese mag jung sein, intelligent, aber für die meisten Leute zählen am Ende Äußerlichkeiten. Das weiß Elín – sie musste es auf schmerzhafteste ...

Wenn Elín in den Spiegel blickt, dann sieht sie eine dicke Frau. Diese mag jung sein, intelligent, aber für die meisten Leute zählen am Ende Äußerlichkeiten. Das weiß Elín – sie musste es auf schmerzhafteste Weise erkennen. Deshalb fürchtet sie sich vor jedem abschätzenden Blick, vor jedem abwertenden Wort. Aber überall trifft sie auf solche schmerzenden Bemerkungen, und auch die Menschen, denen sie bisher vertrauen konnte bringen Elín zum Zweifeln. Wieso sollte sie also ausgerechnet ihrem attraktiven, aufgeschlossenen, beliebten Kochpartner Jón glauben, dass er sie gerne ansieht?
Dennoch lässt Jón nicht locker, ist für Elín da, während sie mit sich selbst und dem Leben kämpft. Doch letzten Endes kann man niemanden lieben, solange man sich selbst nicht liebt, oder zumindest akzeptiert. Und dies ist nicht einfach eine Kalenderweisheit…

„The Sky in your Eyes“ ist ein Roman, den ich unbedingt lesen wollte. Ich habe mich riesig auf die Geschichte gefreut und kaum hielt ich sie endlich in den Händen, habe ich auch schon zu lesen begonnen.

Rein formell gesehen ist das Buch einfach sehr gut geschrieben. Es war mein erstes Buch der Autorin, doch ich hatte keine Sekunde lang ein Problem mit dem Schreibstil, es war, als könnte ich immer weiter und weiter lesen. Alles ist wundervoll beschrieben, für jede Szene findet Kira Mohn die richtigen Worte. Auch der Handlungsverlauf konnte mich überzeugen. Vielleicht gerade weil der Roman eine Slow-Burn-Romance ist. Und vielleicht auch gerade weil sich hier nicht alles um die Liebesgeschichte, das Knistern, das Küssen, den Sex dreht. Stattdessen geht es auch um das Leben, den Alltag und das, was zu einer Beziehung außer der Liebe hinzugehört. Elín und Jóns Liebesgeschichte wird sehr vielseitig dargestellt. Das Körperliche spielt eine bedeutende Rolle, aber daneben geht es auch um das richtige Gefühl in einer Beziehung, und dass alles nur mit Vertrauen funktionieren kann.

Deshalb ist „The Sky in Your Eyes” auch ein besonderes Buch. Hier geht es nicht um Tempo. Es geht nicht um Action. Es geht nicht um krasse Dramen und Konflikte von außen. Stattdessen geht es um eine Sache, die für viele Frauen Tag für Tag zum Leben dazugehört und doch so selten auf den Punkt gebracht wird: Selbstzweifel. Selbstliebe. Der innere Konflikt, wenn man seinen Körper nicht so akzeptieren kann, wie er ist. Dies kann verschiedenste Gründe haben: Die einen sind unzufrieden mit ihrer Haut, andere mit ihren Brüsten. Aber das Schönheitsideal, das viele über alles andere stellen: die Figur. Exakt diese Problematik wird hier aufgegriffen und dies ist auch der Grund, weshalb ich das Buch so unbedingt lesen wollte – und weshalb ich es am Ende geliebt habe.

Wer selbst unter den Problemen wie Elín leidet, wird sich hier verstanden fühlen. Ich weiß wovon ich spreche, wenn ich sage, dass Kira Mohn Elín unglaublich treffend darstellt. Ihre Gedanken, ihre Zweifel, ihre Ängste und alles andere, was noch in dem Kopf der Protagonistin vorgehen mag – es könnte nicht realer, nicht wirklichkeitsnaher geschrieben sein. Elíns Geschichte ist für viele Frauen das, was sie ihren Alltag nennen und gerade deshalb finde ich es unglaublich wichtig, dass es Geschichten wie „The Sky in your Eyes“ gibt. Und es ist wichtig, dass es Autorinnen wie Kira Mohn gibt, die so einfühlsam und dennoch so schonungslos, so unverblümt ehrlich über Selbstzweifel und erdrückende Gesellschaftserwartungen sprechen.

Der Roman ist romantisch, natürlich. Sein Setting ist beeindrucken, Island wird toll beschrieben. Auch eine Prise Humor darf nicht fehlen. Aber das, was diesen Roman in meinen Augen besonders ausmacht, ist die starke Thematik. Ist man selbst betroffen, dann fühlt man sich verstanden. Ist man nicht selbst betroffen, kann ich „The Sky in your Eyes“ jedem dennoch voll und ganz ans Herz legen. Denn das Buch sensibilisiert und hilft zu verstehen, wie es anderen Frauen geht, die unter ihrer Figur leiden. Und am Ende geht es ja nicht nur um die Figur. Auch andere Zweifel, insgesamt die Schwierigkeit, sich selbst zu akzeptieren wird man besser verstehen, wenn man Elíns Geschichte kennenlernen durfte.

Fazit:
„The Sky in Your Eyes“ als erster und in sich abgeschlossener Band der Island-Reihe ist ein wundervolles Buch, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Der Roman erfüllt alle Kriterien, die man an einen gelungenen Liebesroman stellt. Angefangen bei den Figuren, die man in sein Herz schließt, über das unglaubliche Setting, den wunderschönen Schreibstil bis hin zur authentischen Handlung an sich. Das, was den Roman jedoch zu einem macht, der mir in Erinnerung bleiben wird, ist die Thematik. Ich hatte diesbezüglich hohe Erwartungen an das Buch und Elíns Geschichte wurde diesen auf alle Fälle gerecht. „The Sky in Your Eyes“ ist ein tiefgründiger Liebesroman, den ich aus voller Überzeugung mit 5 Sternen bewerten und jedem Leser und jeder Leserin, die offen für das Thema Bodyshaming sind, wärmstens empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2022

Eine Liebesgeschichte, welche Kraft, Ruhe und Wärme schenkt

Golden Hill Touches
0

Vor 11 Jahren hat Parker Boulder Creek fluchtartig verlassen. Vor 11 Jahren ging damit ein emotionaler Sommer für ihn und Clay zu Ende. Vor 11 Jahren brach Parker ihr das Herz.
Doch jetzt ist er zurück ...

Vor 11 Jahren hat Parker Boulder Creek fluchtartig verlassen. Vor 11 Jahren ging damit ein emotionaler Sommer für ihn und Clay zu Ende. Vor 11 Jahren brach Parker ihr das Herz.
Doch jetzt ist er zurück und möchte alte Fehler wiedergutmachen. Während Parker sich in den vergangenen elf Jahren verändert hat, erwachsen und kontrollierter geworden ist, ist die Zeit auch an Clay nicht spurlos vorbeigegangen und sie musste lernen, ihr Herz zu schützen. Deshalb scheint es ihr nun unmöglich, Parker nochmals eine Chance zu geben.
Boulder Creek hingegen hat sich kein Stückchen verändert und der alte Groll gegen Parker nimmt erneut seinen Lauf. Die ganze Stadt, selbst seine eigene Ranch, die er wieder herrichte möchte, scheint sich gegen ihn verschworen zu haben. Muss er sich geschlagen geben, oder kann er allen, besonders aber Clay, beweisen, dass es ihm ernst ist? Parker möchte doch einfach auf Golden Hill glücklich werden und ebenfalls für andere einen Ort schaffen, an dem man wieder zu Kräften kommen kann...

Zu Kräften kommen, das nehme ich direkt als Überleitung zu meiner Bewertung und damit auch zu meinem Gefühl beim Lesen. Denn Band 1 der „Golden Hill“ -Trilogie ist für mich der Inbegriff von „Kraft tanken“. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man sich einfach mal aus der Welt zurückziehen möchte und deshalb ein Buch zur Hand nimmt, um völlig abschalten zu können? Genau dieses Gefühl stellte sich bei mir nämlich direkt ein, als ich die ersten Sätze von „Touches“ gelesen hatte. Und das Gefühl blieb. Bis zum Schluss. Ich bin voll und ganz in der Geschichte versunken und habe das Buch so schnell durchgelesen, wie schon lange keines mehr.
Jedes einzelne Wort trifft beim Lesen direkt ins Herz, mit jedem weiteren Wort entspannt man sich ein Bisschen mehr. Wort für Wort verlässt man seinen Alltag und lässt ihn ganz, ganz weit hinter sich. Golden Hill wird nicht nur wundervoll dargestellt, sodass man es sich bildhaft vorstellen kann. Man fühlt Golden Hill geradezu. Und es ist ein wundervolles Gefühl. Daher war ich schon ein wenig traurig, als die Geschichte dann zu Ende ging. Aber zum Glück gibt es noch weitere Bände, und einige Figuren darin dürfen wir bereits im Auftaktband kennenlernen. Deshalb kann ich es erst recht kaum erwarten, nach Golden Hill zurückzukehren.

Nicole Böhm hat um ein weiteres Mal bewiesen, was für wundervolle Figuren sie zum Leben erwecken kann. „Touches“ war nun nach „One Last Song“ und „One Last Dance“ das dritte Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe und bei jedem weiteren, das ich von ihr beende, denke ich mir: Das geht nicht mehr zu toppen - sie kann nicht mit noch großartigeren Figuren um die Ecke kommen. Und dann lernt man so jemanden wie Parker und Clay, oder all die liebenswerten Nebenfiguren kennen, und ist absolut hin und weg.

Auch die Handlung konnte ich voll und ganz genießen. Es gab tatsächlich keinen Kniff, keine Wendung, nichts, was mich nicht absolut überzeugen konnte. Und das soll was heißen, denn selbst wirklich tolle Bücher haben immer die ein oder andere Szene, wo ich mir denke, muss das jetzt wirklich sein? Aber bei „Touches“ wirkte einfach alles rund und „harmonisch“. Es gab Herzschmerz, es gab Konflikte, ein wenig Drama. Aber alles war vollkommen authentisch und wurde genau in der richtigen Länge abgehandelt. So langweilig das auch klingen mag, ich habe nichts auszusetzen.

Fazit:
„Golden Hill -Touches“ ist nicht einfach nur ein überaus gelungener Reihenauftakt. Dieses Buch hat sich - von der ersten Seite an - einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen verdient und bis zum Schluss bewiesen, dass es wirklich zu einem neuen Lieblingsbuch und absoluten Highlight (mit großem Potenzial zu einem Jahreshighlight) von mir werden muss. Der Liebesroman überzeugt durch ein wunderschönes Setting, eine Atmosphäre die unter die Haut geht. Er überzeugt durch Charaktere, die einem ans Herz wachsen - und das im Handumdrehen. Vor allem aber ist der Liebesroman (ohne jeglichen Kitsch) vollkommen rührend und herzerwärmend. Eine ganz gewaltig große Leseempfehlung drückt noch lange nicht genug aus, wie sehr ich dieses Buch weiterempfehlen kann. Denn eins ist klar: Lest dieses Buch, ich wüsste nicht, für wen meine Leseempfehlung nicht gelten sollte. Und meine Bewertung? Darf ich wirklich nur 5 Sterne vergeben?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2022

Eine Geschichte zwischen Echtheit, Traurigkeit und Schönheit

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
0

„180 Seconds – Und meine Welt ist Deine“ ist eines der recht unbekannten LYX-Bücher. Deshalb habe ich es auch als eine Art Geheimtipp auf Bookstagram entdeckt und war irgendwie sofort angetan von der Idee:

Allison ...

„180 Seconds – Und meine Welt ist Deine“ ist eines der recht unbekannten LYX-Bücher. Deshalb habe ich es auch als eine Art Geheimtipp auf Bookstagram entdeckt und war irgendwie sofort angetan von der Idee:

Allison ist in ihrem dritten Collegejahr und so ziemlich das Gegenteil davon, was man von einer Studentin erwartet. Statt Freunden und Partys verschanzt sie sich stets allein in ihrem Zimmer. Zu viele Mauern hat sie in ihrer Kindheit um sich herum errichtet und noch immer hält sie an ihnen fest.
Esben ist in dieser Hinsicht völlig anders, denn er liebt es, Menschen um sich herum zu haben. Genauer gesagt liebt er es, den Menschen um sich herum zu helfen oder sie zumindest zu supporten. Auf Social-Media teilt er seine Erfahrungen und das ein oder andere Experiment mit seiner riesigen Fan-Gemeinde. Sein neuestes Experiment: Schaue deinem gegenüber 180 Sekunden lang in die Augen. Keine Unterhaltung. Keine Ablenkung.
Allison gerät zufällig in diesen Versuch hinein, und doch scheint es, als hätte alles genau so kommen müssen. Allison und Esben kommen sich in den 180 Sekunden und auch der Zeit danach sehr nahe. So nahe, wie Allison es sich nie erlauben wollte. Denn sie glaubt, dass man für alles Gute einen Preis zahlen muss…

Der Handlungsverlauf dieses Buches ist eher außergewöhnlich, nicht wirklich wie der in anderen Romanen. Das beschriebene Experiment befindet sich recht weit am Anfang der Geschichte, weshalb man sich beim Lesen fragt: Und was nun? Eigentlich war das erste Drittel schon recht emotional, auch wenn ich das hier nicht wirklich nachempfinden konnte. Das Buch ist komplett aus Allisons Sicht geschrieben und von Anfang an kam ich super mit ihr klar. Zusätzlich gibt es auch noch eine Menge Nebenfiguren. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, welche von ihnen ich am liebsten habe, sie alle sind einfach wundervoll und wachsen einem ans Herz. Zwar langsam und erst mit der Zeit, aber am Ende liebt man sie einfach allesamt.
Und das ist es, was im Mittelteil der Geschichte passiert. Man lernt die Figuren besser kennen und lieben, einige berührende Nebenhandlungen laufen ab, was der Story einen besonderen Charme verleiht. Und natürlich entfaltet sich die Lovestory weiter. Beim Lesen war ich mir nicht so ganz sicher, wie ich das alles finde, aber rückblickend ist das Buch einfach schön. Schön mag ein wenig nichtssagend klingen, aber tatsächlich beschreibt es die Geschichte wie kein anderes Wort. Auch die Liebesgeschichte ist einmalig. Sie ist nicht unfassbar leidenschaftlich, nicht so, dass man das Knistern und Prickeln beim Lesen miterlebt. Was die Lovestory dafür ist: leise. Und noch viel mehr: Sie ist einfach echt.
Dennoch hatte ich weiterhin das Gefühl, den roten Faden der Geschichte nicht zu erkennen und hatte keine Ahnung, worauf die Autorin hinauswollte. Irgendwas musste noch passieren. Tja, und das war dann das letzte Drittel. Dort ist dann soviel Bewegung drin, so viele Handlungen, dass sich das Buch am Ende doch noch zum Pageturner entwickelt. Mit ganzem Herzen ist man in der Geschichte vertieft und lässt sich das Herz von ihr brechen. Plötzlich wirkt der Roman nochmal ganz anders, zeigt sich von zig verschiedenen Seiten und ist unfassbar traurig. Wirklich. Einfach. Nur. Traurig.

Wie ihr also sicher erkannt habt: Der Roman ist extrem vielseitig und daher bin ich ziemlich ratlos, wie ich ihn bewerten soll. Man kann die extremen Unterteilungen in ruhige Szenen und Schlag-auf-Schlag-Handlungen lieben oder nicht. Aber am Ende muss man ganz klar eingestehen, dass Jessica Park mit „180 Seconds“ ein ganz besonderes Werk erschaffen hat. Auch wenn ich nicht immer wusste, wohin das alles führen soll, ist mir die Geschichte zunehmend ans Herz gewachsen. Sie ist definitiv keine typische Liebesgeschichte. Das sollte man wissen, wenn man das Buch lesen möchte. Aber wenn man dazu bereit ist sich voll und ganz auf die einzigartige Handlung, die herzlichen Figuren und den wundervollen Schreibstil einzulassen, wenn man ohne jegliche Erwartungen oder Vorstellungen das Buch zur Hand nimmt, dann wird man etwas Wundervolles entdecken. Ein richtiges Herzensbuch eben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2022

Eine Geschichte vom Wegrennen und Ankommen

Dunbridge Academy - Anywhere
5

Lange Zeit hatte sie kein Interesse daran, Schülerin an der Dunbridge Academy zu werden. Ihre Eltern haben sich vor vielen Jahren dort kennen und lieben gelernt, heute jedoch lebt Emma mit ihrer Mutter ...

Lange Zeit hatte sie kein Interesse daran, Schülerin an der Dunbridge Academy zu werden. Ihre Eltern haben sich vor vielen Jahren dort kennen und lieben gelernt, heute jedoch lebt Emma mit ihrer Mutter in Deutschland und hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Bisher versuchte sie sich mit Sport abzulenken, doch nun hat Emma den Entschluss gefasst, ihren Vater in Schottland zu suchen. Und dazu wird sie ein Jahr vor ihrem Abitur ein Austauschjahr in dem alten Internat machen.
Dort läuft jedoch vieles anders, als Emma es sich gedacht hatte. Zwischen Morgenläufen und Mitternachtspartys darf sie zum ersten Mal erfahren, was echte Freundschaft ist und wie sich Liebe wirklich anfühlt. Doch ganz so einfach wäre sie Sache dann wieder nicht. Denn die Realität ist nie perfekt, leicht, rosafarben. Die Wirklichkeit gleicht eher einem freien Fall…

Das Buch:
Anywhere ist der Auftaktband zur Trilogie rund um die Dunbridge Academy. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Protagonisten Henry und Emma. Zuallererst möchte ich noch erwähnen, dass man sich nicht vom Alter der beiden beirren oder abschrecken lassen sollte. Die Figuren sind zwar „erst“ 17, dennoch wirken sie sehr reif und der Roman ist kein Jugendbuch, sondern New Adult.

Schreibstil:
„Anywhere“ war mein erstes Buch von Sarah Sprinz, doch ich habe mich auf Anhieb in ihren Schreibstil verliebt. Und mit jedem weiteren Wort noch ein Stückchen mehr. Für jede Situation, jede Gefühlslage findet die Autorin genau die richtigen Worte. Worte, die den Leser derart berühren, dass man voll und ganz mitlacht, mitleidet und mitfühlt.

Handlung:
Handlung und Thematik des Romans finde ich sehr besonders. Denn die Autorin wagt sich an Thematiken heran, die sehr emotional, sehr aufwühlend sind. Aber auch an Themen, die eher heikel sind und in Büchern oft nicht besonders überzeugend rübergebracht werden, wie ich finde. Zum einen ist da der Handlungsstrang, dass Emma ihren Vater sucht, zu dem sie schon lange keinen Kontakt mehr hat. An sich ist das nichts allzu Neues, ich habe auch schon Bücher mit ähnlichen Thematiken gelesen, war aber nie davon begeistert. Eigentlich hatte ich nicht mehr vorgehabt nochmals ein Buch dazu zu lesen, aber bei „Anywhere“ hat mein Gefühl einfach gesagt, dass es sich lohnen würde. Und das hat es sich – dank der sehr authentischen Darstellung - auch, definitiv.
Wenn einer der beiden Protagonisten bereits in einer Beziehung ist, betrachte ich dies in Büchern immer eher als Stimmungskiller. Man kann sich als Leser dann irgendwie nicht richtig auf die Gefühle einlassen, ist irgendwo auch genervt, wenn die Beziehung noch ewig andauert. Aber in „Anywhere“ wurde auch dieses Thema wirklich gut gehandhabt. Ich war positiv überrascht, wie wenig mich gestört hat, dass Henry eine Freundin hatte, und wie diese Tatsache die Stimmung nicht zunichte gemacht hat, sondern vielmehr zu noch mehr Gefühlen geführt hat.
Soll also heißen: Wenn euch eine dieser beiden Thematiken abschrecken sollten – lasst euch nicht abschrecken! Die Dunbridge Academy ist es definitiv wert ;)
Insgesamt ist die Handlung nicht allzu tempo- oder actionreich. Aber dies muss auch genau so sein, denn jeder Handlungsstrang kommt völlig ohne Hektik aus, und es wird dennoch nie langweilig, langwierig oder uninteressant, die Geschichte weiterzulesen. Normalerweise komme ich selbst bei meinen liebsten Büchern immer wieder zu Stellen, wo es ein wenig mühsam ist, die paar Seiten weiterzulesen, bis es wieder spannender wird. Aber hier war das zu keiner Zeit der Fall.

Figuren:
Im Roman kommt eine ganze Menge von Figuren vor. Und bei jeder einzelnen merkt man, dass sie ganz gezielt auf eine bestimmte Art gestaltet wurde. Daher gibt es zwar die Figuren, die man sofort ins Herz schließt – dazu zählen glücklicherweise auch Emma und Henry -, zugleich sind da aber auch Charaktere, die einfach schwierig sind. Diese Mischung macht das Lesen sehr spannend. Zudem bekommt der Roman dadurch einen sehr realistischen Touch.

Gesamteindruck:
Die gesamte Geschichte ist einfach unfassbar berührend. Von der ersten bis zur letzten Seite ist man voll im Geschehen drin und möchte das Buch gar nicht mehr weglegen. Oder noch besser: Selbst Teil der Dunbridge sein. Denn auch das Setting ist wirklich wundervoll, und das damit einhergehende Feeling noch viel mehr. Es fühlt sich heimelig, erdend an, von der Dunbridge Academy zu lesen. Auch alle anderen Gefühle sind geradezu überwältigend, weshalb ich es kaum erwarten kann, an das Internat im zweiten Band zurückzukehren.

Bewertung:
Von mir gibt es zusammen mit der 5-Sterne-Bewertung eine ganz fette Leseempfehlung! Sarah Sprinz hat einen wunderschönen Schreibstil, der den Leser mitten ins Herz trifft. Sie nimmt uns mit an einen Ort, den man am liebsten nie wieder verlassen würde. Und sie ermöglicht es uns, Figuren kennenzulernen, die man ganz doll ins Herz schließt. Das sollte niemand verpassen!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl