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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2022

Ein tolles Buch

Die Geschichte einer afrikanischen Farm
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"Könnte ich doch nur in der Zukunft noch einmal auf die Welt kommen! Dann ist man als Frau vielleicht nicht mehr von Geburt an gebrandmarkt." Kapitel 3 "" Gregory Rose findet seine Seelenverwandte" S. ...

"Könnte ich doch nur in der Zukunft noch einmal auf die Welt kommen! Dann ist man als Frau vielleicht nicht mehr von Geburt an gebrandmarkt." Kapitel 3 "" Gregory Rose findet seine Seelenverwandte" S. 310

Diese Zitat von Lyndall einer der Protagonisten des 1883 erstmals erschienenen Romans finde ich sehr bezeichnend für den ganzen Roman. Lyndall, eine junge Frau die als Waise bei ihrer Tante lebt will sich nicht zufriedengeben mit der Rolle die ihr als Junge Frau von der Gesellschaft Aufgebürdet wird. Sie will einen a Beruf erlernen und so viel Wissen erlangen wie möglich ist da sie dieses mit Freiheit gleichsetzt.

Durch sie entlarft Olive Schreiner nach und nach sehr gelungen immer mehr Gesellschaftliche Probleme ihrer Zeit, voreheliche Schwangerschaft, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die Rolle des Christentums die die Überwindung von Geschlechterschranken verhindert und vieles mehr. Auf der anderen Seite steht Waldo, der Mann ihrer Schwester der aus seiner Patriachal bevorzugten Stellung heraus nicht gelernt hat das Unrecht zu sehen, wozu auch, es ist doch alles gut und bequem so wie die Dinge sind. Die beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten kommen sich näher, Waldo verliebt sich in Lyndall, diese Leidenschaftliche Frau die flammende Reden über Freiheit, Gleichstellung und Selbstbestimmung hält, umfassende Bildung für Frauen fordert

Der Roman wurde 1883 veröffentlicht. Als Verfasser desselben wurde Mr. Ralph Iron genannt von dem man bis dahin noch nie etwas gehört hatte. Der Roman wurde von mehreren Verlagen abgelehnt, nach dem Erscheinen und nachdem bekannt wurde das es sich bei der Verfasserin um eine noch nicht einmal dreißig Jahre alte Frau handelte war es nahezu ein Skandal.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen auch wenn ich anfangs ein bisschen brauchte um in die Geschichte hineinzufinden.

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Veröffentlicht am 24.04.2022

Ein wichtiges Buch

Sag immer Deine Wahrheit
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Benjamin Ferencz ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit.
In diesem Buch blickt er mit viel Scharfsinn, Witz und Selbstironie auf ein bewegtes Leben zurück.

Als Sohn armer Emigranten machte er seinen ...

Benjamin Ferencz ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit.
In diesem Buch blickt er mit viel Scharfsinn, Witz und Selbstironie auf ein bewegtes Leben zurück.

Als Sohn armer Emigranten machte er seinen Weg, auch wenn dieser steinig war. Dieser führte ihn als Ermittler für Kriegsverbrechen ins besiegte Nazideutschland und schließlich vor Gericht. Als Chefankläger der Nürnberger Prozesse trug er dazu bei den Nazigrößen ihrer Strafen zuzuführen.

Ben Ferencz wurde 1920 in Transsilvanien geboren, studierte Jura in Harvard und ermittelte in befreiten Konzentrationslagern wegen Kriegsverbrechen. 1946 war er Chefankläger der Nürnberger Prozesse, bemühte sich um die Rückgabe von gestohlenem Eigentum und war maßgeblich an der Etablierung des Internationalen strafgerichtshofes beteiligt.

Was Benjamin Ferencz zu erzählen hat ist unglaublich. Mit "Sag immer deine Wahrheit" hat er ein Buch geschrieben das unglaublich faszinierend und spannend sowie überaus wichtig ist. Ich bin niemand der sagt das ein Buch von allen Menschen gelesen werden sollte da Geschmäcker unterschiedlich sind. Aber... Ben Ferencz muss man zuhören.

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Veröffentlicht am 23.04.2022

Ein toller Roman

Die wundersame Reise der Bienen
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Katja Keweritsch hat mit "Die wundersame Reise der Bienen" einen Roman geschrieben der mich durchgehend berühren und überzeugen konnte.

Die Protagonisten Anna und Harm die sich begegnen nachdem Anna im ...

Katja Keweritsch hat mit "Die wundersame Reise der Bienen" einen Roman geschrieben der mich durchgehend berühren und überzeugen konnte.

Die Protagonisten Anna und Harm die sich begegnen nachdem Anna im Flugzeug eine Panikattacke hatte und jetzt ihrem Freund hinterherreisen will kennen. Harm bietet an sie nach Kiel mitzunehmen. Anna ist allerdings nicht der einzige Fahrgast, Harm hat nämlich auch eine ganze Ladung Bienen Königinnen dabei.

Anfangs sind sich die beiden Protagonisten nicht besonders sympathisch und scheitern an den ersten Eindrücken die sie voneinander haben. Allerdings kommen sie sich auf der gemeinsam Reise immer näher und lernen sich besser kennen. So ändert sich zwischen den beiden so einiges. Aber wie soll es weitergehen nachdem Anna wieder zuhause ist. Wie sollen die beiden sich wiedersehen wenn sie sich nur mit Vornamen kennen und hat das alles einen Sinn wenn sie beide in ihren Gefühlen, sie in der Angst und Panik und er in der Trauer gefangen zu sein scheinen?

Mir hat dieses Buch wirklich sehr gut gefallen. Ich hatte zeitweise das Gefühl mit den beiden zusammen im Auto zu sitzen. Ich fand es spannend zu sehen wie die beiden sich entwickeln, habe es genossen die Stimmung aufzusaugen und konnte einiges über Bienen und die Imkerei erfahren.

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Als wäre man dabei

Danke, Afrika! Was ich zwischen Dschibuti und Marokko fürs Leben lernte.
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Lena Wendt hat hier einen sehr besonderen Reisebericht geschrieben. Sie beschönigt nichts, berichtet ehrlich von Schwierigkeiten, Perspektivlosigkeit und Armut der Menschen die sie trifft, den ...

Lena Wendt hat hier einen sehr besonderen Reisebericht geschrieben. Sie beschönigt nichts, berichtet ehrlich von Schwierigkeiten, Perspektivlosigkeit und Armut der Menschen die sie trifft, den Schwierigkeiten durch Corona aber ebenso von all den Bereicherungen ihrer Reise. Sie besucht eine Zauberschule, lernt unglaublich viele interessante Menschen und deren Geschichten kennen, taucht mit Haien und vieles mehr. Neben ihren persönlichen Eindrücken erfährt man auch immer etwas über die Geschichte, Bevölkerung und Kultur der jeweiligen Gegend. Ausgeschmückt werden ihre Erzählungen mit wunderschönen Fotos was einem das Gefühl gibt mittendrin zu sein.

Ich habe schon anhand der ersten Sätze der Leseprobe gewusst das ich dieses Buch unbedingt lesen muss und hatte dementsprechend hohe Erwartungen.

Diese wurden noch bei weitem übertroffen. Es war ein unglaublich interessantes und bereicherndes Leseerlebnis das meine Sicht auf den Afrikanischen Kontinent sehr verändert hat. Interessant fand ich auch wie Lena über ihre eigenen Veränderungen, ihr verändertes Bewusstsein ihrer Privilegien und auch dem gesteigerten Bewusstsein für andere Kulturen berichtet. Von meiner Seite gibt es daher eine eindeutige Leseempfehlung und ich kann sagen das dieses Buch das Zeug zum Jahreshighlight hat.

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Veröffentlicht am 26.03.2022

Revolution Baby

New Moms for Rebel Girls
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"Gehe achtsam mit dir um wenn du dieses Buch liest. Es ist keine Gebrauchsanweisung dafür, wie Mütter ihre Töchter "modern" erziehen können. Es soll ein Buch sein, das uns alle ein wenig näher ...

"Gehe achtsam mit dir um wenn du dieses Buch liest. Es ist keine Gebrauchsanweisung dafür, wie Mütter ihre Töchter "modern" erziehen können. Es soll ein Buch sein, das uns alle ein wenig näher an Freiheit und Gleichheit heranführt. [...] Wenn du möchtest, nehme ich dich mit auf die gemeinsame Reise zur Rebellion." (Einleitung, S. 28)

Alleine diese Einleitung hat mich schon total begeistert. Wie erzieht man Töchter so das sie es schaffen das Patriarchat zu überwinden oder zumindest so unbeschadet wie möglich damit leben zu lernen.

" Unsere Kultur hegt eine Idee von Mutterschaft, die beide, Tochter und Mutter, nie aus ihrer Rolle entlässt. So verhindert sie eine bereichernde Beziehung von Frau zu Frau." Claudia Haarmann.s. 145

Welche Rolle hat meine eigene Kindheit und wie ich damit umgehe auf die Erziehung von Kindern.  Wie gehe ich mit Sexualisierung, Marginalisierung und Diskriminierung um die ich selbst aufgrund meiner Geschlechtezugehörigkeit erlebt habe und inwiefern beeinflusst sie die Art wie ich mit meinen Kindern (oder in meinem Fall den Kindern die ich betreue).

Susanne Mierau hat in meinen Augen hier ein wichtiges Buch geschrieben das mit sehr vielen Praxisbeispielen aus der Elternberstung wunderbar spannend zu lesen ist und einen in die Reflexion bringt ohne mit erhobenem Zeigefinger auf die "Fehler in der Erziehung" hinzuweisen.
Ich kannte Susanne Mierau vorher nicht aber werde mir ihren blogg sowie die im Buch vorgestellten Seiten mit Sicherheit einmal genauer anschauen. Ich bin zwar selbst (noch) keine Mutter, aber eine Tochter, und es geht auch um Mutter Tochter Beziehungen. Ich finde dieses Buch auch sehr wichtig für alljene die Beruflich mit Kindern zu tun haben, sei es in Kindergarten/Krippe, Schule, als Sozialarbeiter oder Jugendbetreuer. Dieses Buch bringt defenitiv neue Sichtweisen und viele interessante Einblicke in die Historische Entwicklung der Rolle der Frau in der Gesellschaft.
Für mich absolut lehrreich, wichtig und lesenswert. Auch die Begriffserklärungen qm Ende des Buches fand ich sehr hilfreich.

Denn:
" Wir können untenrum nicht frei sein, wenn wir
Obenrum nicht frei sind." Margarete Stokowski
(Es gäbe noch sooo viele Zitate die hier anzuführen wären weil sie so unglaublich toll und passend sind, aber wer interesse hat kann ja das Buch selbst lesen 😉)

Vielen Dank an Vorablesen und den Beltz Verlag für das tolle Rezensionsexemplar.

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