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Veröffentlicht am 27.07.2022

(K)ein Liebesroman

Trennungsroman
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Ich hab mir dieses Buch bereits vor einer Ewigkeit gekauft, als Spontankauf, weil das Thema Trennung mich damals auch beschäftigt hat. Über den Beginn einer Liebe gibt es unendlich viele Bücher, aber dieses ...

Ich hab mir dieses Buch bereits vor einer Ewigkeit gekauft, als Spontankauf, weil das Thema Trennung mich damals auch beschäftigt hat. Über den Beginn einer Liebe gibt es unendlich viele Bücher, aber dieses hier erzählt vom Ende einer Liebe und was danach eigentlich passiert.

Zum Inhalt: Als Eva nach zwei Jahren Auslandsaufenthalt in Paris, inklusive Fernbeziehung nach Berlin zurückkehrt, erhofft sich damit den nächsten Schritt in ihrer Beziehung. Alle im Umkreis bekommen Kinder und auch Eva und Thomas waren sich einig: nach Evas Rückkehr wollen auch sie schwanger werden. nur dass Thomas eigentlich auf einmal keine Kinder will. Also mit Eva. Und eigentlich auch keine Beziehung mehr mit Eva. Aber wie sagt man das jemandem? und hatten sie es nicht immer schön gehabt?

Ich finds super, dass es mal ein Buch gibt, was darüber erzählt, nachdem die Protagonisten ihr Happy End bekommen haben und der Alltag eingekehrt ist. Denn genau das ist passiert, Thomas und Eva waren wahnsinnig verliebt, bis sie es nicht mehr waren. Bzw. einer von ihnen. Und wohin mit der Liebe, wenn sie nicht mehr erwidert wird? Genau davon erzählt dieses Buch und zwar auf eine offene und schonungslose Art.

Die Kapitel zählen quasi den Countdown bis zur Trennung runter und dann die Tage und Monate danach. Finde ich ne gute Idee, auch wenn so direkt angeteasert wird, was passieren wird. Aber gut, das Buch heißt "Trennungsroman", wer da was anderes erwartet hat bei den Kapiteln definitiv Gewissheit, dass es hier kein Happy End geben wird.

Die Charaktere sind authentisch, auch wenn ich Thomas direkt von beginn an nicht leiden konnte. Wie er mit der gesamten Situation und Eva umgeht ist einfach schwach und ich war schnell angenervt von seiner Art. Passte natürlich zum Buch und war deswegen eigentlich richtig gut gemacht.
Die dicke Luft ist quasi mit Händen greifbar, was mir gut gefallen hat. Beide Protagonisten suchen nach Wegen die Beziehung zu retten, bzw. sich selbst aus der Beziehung zu retten, geraten aneinander und isolieren sich voneinander. Ein sehr schönes Wechselspiel.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin jetzt sehr froh über meinen damaligen Spontankauf und kann das Buch sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Die Dosis macht das Gift

Die versteckte Apotheke
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„Die versteckte Apotheke“ ist ein Traum von einem Buch. Nicht nur ist der Schutzumschlag wunderschön gestaltet mit der Phiole und den bunten Blumen, das Buch selbst ist auch ein echter Hingucker. Der nachtblaue ...

„Die versteckte Apotheke“ ist ein Traum von einem Buch. Nicht nur ist der Schutzumschlag wunderschön gestaltet mit der Phiole und den bunten Blumen, das Buch selbst ist auch ein echter Hingucker. Der nachtblaue Einband wird nämlich ebenfalls von Blüten geziert. Allein optisch also schonmal ein absoluter Volltreffer.

Zum Inhalt: Nella hat sich der Rettung von Frauen verschrieben. In der alten Apotheke, die sie von ihrer Mutter geerbt hat, stellt sie Pulver, Tinkturen und Lösungen her, die Frauen aus gewaltsamen Ehen und vor grausamen Vätern, Brüdern oder Dienstherren retten sollen. Denn Nella Rezepturen heilen nicht, sie töten. Darum muss ihr Geschäft auch ein Geheimnis bleiben, aber ist sie in ihrer dunklen Kammer wirklich sicher?

Als Apothekerin schlägt mein Herz bei diesem Thema natürlich sofort höher und ich liebe wie die Heil- und Pflanzenkunde hier aufgegriffen und thematisch verarbeitet wird. Am Ende des Buches findet sich sogar ein kleines Glossar zu verschiedenen Naturgiften, was ich eine schöne Idee finde. Außerdem gibt es als Bonus drei Rezepte (natürlich gänzlich ohne Gifte), eine wundervolle Idee, die ich ganz sicher ausprobieren werde.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, was so aus dem Klappentext erstmal nicht ersichtlich war. Nellas Geschichte wird nämlich in der Gegenwart von einer jungen Historikerin nachverfolgt. Ich war anfangs etwas ernüchtert, dass es nicht vollständig nur um Nella geht, aber der zweite Handlungsstrang hat mir auch richtig gut gefallen, hat Nellas Fußspuren etwas nachvollziehbarer gemacht und mit einer Protagonistin, die über sich hinauswächst, noch ein bisschen zusätzliche Emotion in das Buch gebracht.

Durch die zwei Handlungsebenen geht natürlich keine so richtig in die Tiefe, aber ich fand es trotzdem spannend Nellas Werdegang zu verfolgen. Die beiden Handlungsstränge vereint, dass die Protagonistinnen starke Frauen sind, die sich aber in eine bestimmte Rolle haben drängen lassen, die ihnen nun zum Verhängnis wird. Sie stehen aber für sich sein und nehmen ihr Schicksal selbst in Hand.

Ich fand das Buch wirklich toll und kann es guten Gewissens empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Feuerteufel

Im Feuer
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„Im Feuer“ ist für mich das erste Buch von Autorin Pernilla Ericson. Das Cover wirkt ruhig und harmonisch, fast schon idyllisch. Wäre da nicht der flammende Schriftzug des Titels. Das finde ich toll gemacht ...

„Im Feuer“ ist für mich das erste Buch von Autorin Pernilla Ericson. Das Cover wirkt ruhig und harmonisch, fast schon idyllisch. Wäre da nicht der flammende Schriftzug des Titels. Das finde ich toll gemacht und irgendwie finde ich das gesamte Cover sehr stimmig für einen Schwedenkrimi.

Zum Inhalt: Polizistin Lilly Hed, lässt sich von einer führenden Position in Stockholm auf eine kleine Wache in Nynäshamn versetzen. Und obwohl niemand diese Karriereentscheidung so recht nachvollziehen kann, sind alle froh, Verstärkung zu bekommen. Denn es ist Hochsommer und eine Brandserie hält Feuerwehr und Polizei in Atem. Was zuerst nach Unfällen aussieht entpuppt sich als potenzielle Mordserie. Lilly ermittelt gegen einen Feuerteufel.

Ich mochte Protagonistin Lilly Hed total gern. Sie ist eine erfahrene und kompetente Polizistin, die ihrem Gespür vertraut. Gleichzeitig ist sie total bodenständig und hat durch ihre Vorgeschichte eine verletzliche Seite, die sie total nahbar für mich als Leser macht.

Den Fall fand ich sehr spannend und gut konstruiert. Genial fand ich die Tagebucheinträge und die Perspektive des unbekannten Opfers aus der Vergangenheit. Als Leser merkt man schnell, dass hier der Schlüssel zur Lösung des Falls liegen muss, die große Enthüllung folgte aber erst ganz zum Schluss. Und ich wär nie im Leben drauf gekommen, das war super gemacht.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, aber gleichzeitig bildhaft genug um sich die Vorkommnisse in Nynäshamn gut vorstellen zu können. Die Steine, die Lily in den Weg gelegt werden und das Wiedersehen mit der Vergangenheit bringen zusätzlich Stimmung in die Geschichte.

Ich fand das Buch richtig stark geplottet und habe die ganze Zeit mitgefiebert und mit Lilly nach Hinweisen gesucht. Klasse Buch, dass ich bei der Hitze da draußen sehr empfehlen kann

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Veröffentlicht am 18.07.2022

So wunderbar nahbar

Kummer aller Art
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Ich mag die Erzählungen von Mariana Leky, weil sie Figuren schafft, die mich berühren und mit denen ich mir identifizieren kann. „Kummer aller Art“ ist nun kein Roman, es sind kurze Erzählungen, die als ...

Ich mag die Erzählungen von Mariana Leky, weil sie Figuren schafft, die mich berühren und mit denen ich mir identifizieren kann. „Kummer aller Art“ ist nun kein Roman, es sind kurze Erzählungen, die als literarische Kolumnen in Psychologie heute erschienen sind. Das Cover passt perfekt zum gewohnten Zeichenstil der vorherigen Bücher, ist schlicht aber trotzdem ansprechend. Direkt von Beginn an habe ich mich gefragt, was es mit dem Krokodil auf sich hat und war erfreut, tatsächlich eine Antwort zu bekommen.

Zum Inhalt: dieses Buch ist eine Zusammenfassung kurzer Episoden des menschlichen Zusammenlebens, das sich um die namenlose Erzählerin rankt. Es sind alltägliche Begegnungen, Gedanken und Probleme, die die Figuren in diesen kurzen Geschichten beschäftigen und ihnen „Kummer aller Art“ bescheren.

Die Geschichten sind kurz uns knapp, auf meinen Ebook 2-3 Seiten pro Geschichte, was Sinn macht, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Zeitschriftenkolumne handelt. Die Überschriften teasern schon grob an, worum es in der Geschichte geht, lassen aber ausreichend Spekulationsspielraum .

Wie schon in Lekys Romanen sind mir auch die vielseitigen, bunten Charaktere aufgefallen. Durch die kurzen Episoden und die Tatsache, dass es sich bei den meisten Figuren um Eintagsfliegen handelt, ist es schwerer eine Beziehung zu ihnen aufbauen, aber wiederkehrenden Figuren wie Herrn Pohl gelingt das trotzdem. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichten so authentisch und aus dem Leben gegriffen sind. Alle diese Szenarien könnten sich auch in meinem Wohnhaus abspielen und ich glaube jeder hat sich schon einmal in ähnlichen Situationen befunden, wie die Figuren mit ihren alltäglichen Problemen wie zB Schlaflosigkeit und Liebeskummer.

Ich mag den Schreibstil der Autorin, der irgendwie malerisch wirkt. Sie benutzt Worte um mir klare Bilder in den Kopf zu setzen. Philosophiert mit ihren Figuren, spielt mit Worten, Metaphern, Redewendungen und menschlichen Emotionen. Die Anekdoten die sie schafft sind gleichsam unterhaltsam, zB die über den ersten April, wie berührend. Regen zum schmunzeln und grübeln an. Ich kann mir die Platzierung der Kolumnen in der Psychologie heute sehr gut vorstellen und bin fast traurig, dass ich nicht vier Wochen bis zur nächsten Erzählung warten musste.

Das Buch hat mir richtig gut gefallen und ich denke ich werde es bestimmt bald wieder zur Hand nehmen um die eine oder andere Geschichte erneut zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Mitreißendes Familiendrama

Was ich nie gesagt habe
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„Was ich nie gesagt habe“ ist der zweite Band einer Familiensaga von Autorin Susanne Abel. Ich muss ja gestehen, dass ich Band 1 nicht gelesen habe, irgendwie hatte mich da der Klappentext nicht überzeugt. ...

„Was ich nie gesagt habe“ ist der zweite Band einer Familiensaga von Autorin Susanne Abel. Ich muss ja gestehen, dass ich Band 1 nicht gelesen habe, irgendwie hatte mich da der Klappentext nicht überzeugt. Band 2 klang jetzt aber so toll, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ist bei Romanen normalerweise schwierig, weil die Handlung doch recht eng verknüpft ist, aber ich kann berichten, dass das hier überhaupt kein Problem ist. Es wird genug Kontext geliefert, um auch ohne Band 1 gut in die Geschichte einzusteigen und alle mitverfolgen zu können.

Zum Inhalt: über ein Portal zur Ahnenforschung hat Tom seine lange verschollene Schwester Marie und ihren Vater Robert in den USA aufgespürt. Doch plötzlich taucht die Nachricht auf, dass es ein weiteres Halbgeschwisterkind gibt. Wie kann das sein? Seine Mutter hatte nie von weiteren Kindern gesprochen. Kann es sein, dass sie selbst nicht von der Untreue ihres Mannes wusste? Tom taucht ein in ein weiteres Familiengeheimnis.

Das Buch wird in zwei Handlungsebenen erzählt; der Gegenwart in der Tom seine Familiengeschichte erforscht und versucht sein Leben auf die Reihe zu bekommen und der Vergangenheit seiner Familie unmittelbar vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg.
Das finde ich toll gemacht,da der Leser so die Geschichte hautnah am Puls der Handlung erlebt und ein detaillierte Einsicht in die Ereignisse bekommt.

Ich fand das Thema so spannend und aktuell, da die Nutzung von Onlineportalen zur Ahnenforschung sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Den Bezug zur Forschung während der NS-Zeit fand ich absolut mitreißend. Eine wahnsinnig packende Geschichte, die Susanne Abel da erzählt. Ich habe richtig mit Tom mitgefiebert, konnte seine Sorgen bezüglich der Enthüllung völlig nachvollziehen, gleichzeitig hab ich Jennys Neugier gespürt und war gemeinsam mit beiden zwiegespalten.

Das Buch ist unfassbar gut geschrieben, für einen Roman geradezu hochemotional, zumindest meines Empfindens nach, und spannend wie ein Krimi. Irgendwie haben die Protagonisten da ja auch echte Detektivarbeit geleistet, um das Familiengeheimnis zu lüften. Das Buch hat mir unfassbar gut gefallen und ich werde dann jetzt wohl auch Band 1 noch lesen.

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