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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2017

Im Großen und Ganzen gut, aber...

Sturmherz
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"Sturmherz" hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Der Autorin ist es gelungen, die verschiedenen Handlungsstränge - um Alexa und ihre Mutter Cornelia - mit gewissen Parallelen zu erzählen und Alexas ...

"Sturmherz" hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Der Autorin ist es gelungen, die verschiedenen Handlungsstränge - um Alexa und ihre Mutter Cornelia - mit gewissen Parallelen zu erzählen und Alexas Entdeckung der Familiengeheimnisse mit ihren eigenen Lebensumständen zu verknüpfen. Der Schreibstil lässt sich gut lesen und die Charaktere sind nicht schwarz/weiß gezeichnet, sondern haben Ecken und Kanten. Ich mag die durchgängige Verbundenheit mit der Literatur und auch, wie Alexa nicht nur mehr über ihre Eltern, sondern auch sich selbst erfahren hat.

Leider hatte ich ein ganz großes Problem mit der Geschichte: Cornelia. Ihre Vergangenheit war zweifellos tragisch; ich hatte Mitgefühl mit ihr und wollte auch, dass sie ihrer schrecklichen Situation entkommen konnte. Das Schicksal ihrer ersten Liebe war ebenfalls furchtbar und ich konnte sogar verstehen, dass sie in einer moralisch schwierigen Lage war - ich kann nicht sagen, wie ich an ihrer Stelle gehandelt hätte. Allerdings kann ich nicht verstehen und ganz und gar nicht gut heißen, wie sie ihre negativen Gefühle an ihrer unschuldigen Tochter auslassen konnte. Laut Alexas Schilderungen war sie kalt und hat sie dauernd kritisiert, ganz zu schweigen von anderen Vorkommnissen. Meiner Meinung nach lässt sich dies durch nichts rechtfertigen und deshalb hatte ich große Schwierigkeiten, sie sympathisch zu finden. Das hat mir das Buch ein wenig verleidet.

Davon abgesehen konnte Bomann mich aber überzeugen. Die Geschichte, die sie erzählt, ist sowohl bewegend als auch schön und sie hat ihre Charaktere wirklich gut herausgearbeitet. Ich werde garantiert weitere Bücher von ihr lesen.

Veröffentlicht am 13.06.2017

Interessanter Fall mit unsympathischen Beteiligten

Vor der Wahrheit
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"Vor der Wahrheit" befasst sich mit einem komplexen Fall, bei dem man bis zuletzt nicht sicher sein kann, was genau passiert ist. Sashi Burgette, damals siebzehn Jahre alt, verschwand vor drei Jahren spurlos ...

"Vor der Wahrheit" befasst sich mit einem komplexen Fall, bei dem man bis zuletzt nicht sicher sein kann, was genau passiert ist. Sashi Burgette, damals siebzehn Jahre alt, verschwand vor drei Jahren spurlos und obwohl bereits ein Mann für den Mord an ihr verurteilt wurde, ist ihre Mutter sich vollkommen sicher, dass sie noch lebt. Sie will nun, dass Jack Swyteck vor Gericht beweist, dass der vermeintliche Mörder keiner ist. Die Zeit dafür ist sehr knapp und der Fall unglaublich verworren - jeder erzählt Lügen, die Geschehnisse sind undurchsichtig, es gibt kaum brauchbare Beweise und die Staatsanwaltschaft ist der Überzeugung, dass Debra Burgette sich falsche Hoffnungen macht und Sashi tot ist. Doch wer hat recht? Durch die vielen widersprüchlichen Aussagen und die Wendungen, die die Geschichte regelmäßig nimmt, ist das Buch trotz des etwas zähen Mittelteils durchgängig packend und man ist gespannt auf die Auflösung des ganzen. Das Ende hat dann auch nicht enttäuscht.

Jack, seine Kollegen und auch seine Frau waren mir sympathisch, aber mit den anderen Charakteren hatte ich ein paar Probleme. Sie sind gut ausgearbeitet, allerdings alle (gerade das Opfer) auf ihre Weise anstrengend und obwohl die Hintergründe interessant und die Entwicklungen tragisch sind, fiel es mir schwer, Mitgefühl mit den Figuren zu empfinden. Nicht einmal Sashis Schicksal konnte mich wirklich berühren, ich war eigentlich nur neugierig darauf, was passiert ist, ohne emotional involviert zu sein. Das fand ich schade und deshalb habe ich von meiner Bewertung auch einen halben Stern abgezogen. Davon abgesehen hat mir die Geschichte jedoch gut gefallen und ich werde bestimmt noch weitere Bände der Reihe lesen.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Unterhaltsame Geschichte

Wild und wunderbar (1). Zwei Freundinnen gegen den Rest der Welt
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"Zwei Freundinnen gegen den Rest der Welt" ist eine unterhaltsame Geschichte, die gut für jüngere Leser geeignet ist. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben ihre Stärken und Schwächen, was mir ...

"Zwei Freundinnen gegen den Rest der Welt" ist eine unterhaltsame Geschichte, die gut für jüngere Leser geeignet ist. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben ihre Stärken und Schwächen, was mir gut gefallen hat, auch wenn die Meinung der Ich-Erzählerin die Eindrücke des Lesers definitiv beeinflusst. Der Autorin ist es gut gelungen, die jüngere Sichtweise von Linn darzustellen - ihr Denken und Fühlen kam mir authentisch für ein Mädchen ihres Alters vor, ebenso wie ihre Bewertung gewisser Ereignisse, vor allem, was Sharks Verhalten betrifft. Als Erwachsene fand ich es teilweise schwer, mich in Shark hineinzuversetzen, da es zwar leicht ist mit ihr zu fühlen, sie sich aber recht ... rebellisch benimmt und sie Regeln ignoriert, die ihr nicht zusagen. Linn findet das natürlich cool und sie will wie ihre Freundin sein, während ich mich eher gefragt habe, wieso ihre Erziehungsberechtigten sie völlig auf sich allein gestellt leben zu lassen scheinen. Deshalb wollte ich aber unbedingt mehr über ihre Vergangenheit und ihre Hintergründe erfahren.

Die Handlung selbst ist kurzweilig und es gab ein paar unterhaltsame Momente, doch ich muss sagen, dass ich gerade einen gewissen Streich nicht besonders lustig fand. Ich kann mit dieser Art von Humor meist nicht viel anfangen, weshalb ich das Verhalten der Charaktere trotz einer verständlichen Motivation nicht wirklich gutheißen konnte. Viel besser gefallen hat mir der Umgang mit dem Thema Mobbing. Es war nicht immer leicht zu lesen, wie die drei Mädchen Linn behandelt haben, aber leider kam es mir unter den gegebenen Umständen realistisch vor. Einwohlt zeigt auf jeden Fall, wie sehr die Protagonistin unter den Geschehnissen leidet und dass es falsch ist, wie mit ihr umgegangen wird. Auch die Konflikte der Hauptperson mit ihrer Mutter kamen mir authentisch vor und durch die Ereignisse am Ende des Buches bin ich gespannt, wie ihr Verhältnis sich im nächsten Band gestalten wird. Positiv hervorzuheben ist zudem der altersgerechte Schreibstil - die genannten Themen werden auf jeden Fall kindgerecht behandelt.

Die Freundschaft der so ungleich wirkenden Figuren wurde ebenfalls gut dargestellt und auch wenn ich es schwer fand, mich in Shark hineinzuversetzen, ist sie doch ein interessanter Charakter und ich mochte ihre Interaktionen mit Linn. In anderen Rezensionen habe ich auch gelesen, dass sie eine starke Figur ist und als Vorbild für Mädchen dienen könnte, was ich auf jeden Fall sehen kann; sie äußert klar ihre Meinung und setzt sich für jene ein, denen es schlechter geht als ihr, was bewundernswert ist. Ich konnte einfach nicht viel mit ihren Methoden anfangen. Aus diesem Grund habe ich letztlich 3 Sterne vergeben, aber ich habe das Buch gerne gelesen und bin schon auf den zweiten Band gespannt.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Hat mich nicht ganz überzeugt

All die verdammt perfekten Tage
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Ich war sehr auf "All die verdammt perfekten Tage" gespannt. Von Niven kannte ich bereits "Stell dir vor, dass ich dich liebe", was mir ziemlich gut gefallen hatte, und die Inhaltsangabe dieses Buches ...

Ich war sehr auf "All die verdammt perfekten Tage" gespannt. Von Niven kannte ich bereits "Stell dir vor, dass ich dich liebe", was mir ziemlich gut gefallen hatte, und die Inhaltsangabe dieses Buches versprach eine emotionale, mitreißende Erzählung. Diese Erwartungen wurden aber leider nicht erfüllt.

Von Anfang an ist es mir sehr schwer gefallen, mich in die Charaktere hineinzuversetzen. Vermutlich lag dies unter anderem daran, dass der Leser direkt in die Geschichte geworfen wird und die Figuren sowie das, was sie beide belastet, erst kennen lernen muss, doch auch im Lauf der Handlung hatte ich nicht den Eindruck, einen besseren Zugang zu Violet und Finch zu haben. Ihre Gefühlslage wird zwar recht gut beschrieben, aber ich hatte trotzdem die ganze Zeit eine gewisse Distanz zu ihnen. Da die Erzählung sehr stark auf das Innenleben der Protagonisten fokussiert ist, fand ich sie folglich oftmals zäh und muss sagen, dass sie mich nicht richtig packen konnte.

Tatsächlich ist es mir schließlich leichter gefallen, mich in Violet hineinzuversetzen (wobei dies auch erst nach knapp der Hälfte des Buches der Fall war), doch mit Finch bin ich leider nie ganz warm geworden. Er ist zweifellos ein interessanter, komplexer Charakter, aber da lange unklar blieb, woran er leidet und wie ihn dies konkret beeinflusst, war es für mich fast unmöglich, ihn und sein oftmals widersprüchliches Verhalten zu verstehen. Das fand ich schade, da ich durchaus wissen wollte, was er hat, wie es ihm geht und wieso er so handelt. Zwar wird nach und nach mehr enthüllt, doch für mich war er lange zu undurchschaubar. Dennoch war ich der Ansicht, dass die Autorin seinen Gemütszustand realistisch und recht feinfühlig geschildert hat.

Obwohl das Buch ernste Themen wie den Tod, Trauer, Krankheit und Selbstmordgedanken behandelt, gibt es schöne, leichte Momente. Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten hat mir alles in allem gut gefallen und Niven hat glaubwürdig dargestellt, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen und einander gut tun, aber auch, dass diese neue Nähe zwischen ihnen nicht automatisch alle Probleme löst, was ich sehr wichtig fand. Die Botschaft hinter der Geschichte ist ebenfalls bedeutsam und die Autorin ist sensibel damit umgegangen.

Das Ende an sich betrachte ich zwiespältig. Ich hatte eine ähnliche Entwicklung erwartet und die Umsetzung war recht gelungen, doch selbst hier fiel es mir noch schwer, mich ganz auf die Figuren einzulassen, sodass die Ereignisse mich nicht richtig berühren konnten. Außerdem hat das allerletzte Kapitel für mich nicht ganz funktioniert, obwohl ich verstehe, was Niven damit ausdrücken wollte.

Bei der Bewertung schwankte ich lange zwischen 2,5 und 3 Sternen, aber schließlich habe ich mich knapp für letzteres entschieden, da "All die verdammt perfekten Tage" durchaus schöne Momente enthielt, die mir gefallen haben. Zudem wurden die Probleme der Protagonisten realistisch, aber dennoch einfühlsam dargestellt, selbst wenn die Schilderungen für mich zu distanziert waren.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Weitgehend unterhaltsam

Nächster Halt: Chile
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"Nächster Halt: Chile" ist der dritte Teil der Reihe um Georgia Green, die im ersten Band kurz vor der geplanten Hochzeit verlassen wurde. Mittlerweile leiten sie und ihr Partner ein erfolgreiches Start-up-Unternehmen ...

"Nächster Halt: Chile" ist der dritte Teil der Reihe um Georgia Green, die im ersten Band kurz vor der geplanten Hochzeit verlassen wurde. Mittlerweile leiten sie und ihr Partner ein erfolgreiches Start-up-Unternehmen namens "Lonely Hearts Travel Club" und auch privat läuft in ihrer Beziehung alles gut. Aus diesem Grund ergreifen die beiden nur zu gerne die Gelegenheit, in einer Abenteuer-Fernsehshow mitzuwirken, um in diesem Rahmen ihr Unternehmen zu bewerben - doch leider wird die Reise nicht so harmonisch, wie sie erhofft hatten.

Wie schon in den vorherigen Bänden erlebt die Protagonistin auf ihrer Reise viele Dinge, durch die der Urlaub vor einer traumhaften Kulisse in vielerlei Hinsicht einem Alptraum gleicht. Es gibt einige Pannen, sie selbst kommt in Situationen, in denen sie sich nicht wohl fühlt oder die ihr peinlich sind, sprich: was schief gehen kann, geht schief. Ich muss sagen, dass ich dies auch in diesem Buch zwiespältig betrachte. Einerseits gab es viele humorvolle, unterhaltsame Momente und natürlich ist eine Geschichte mit Hindernissen, die überwunden werden müssen, interessanter als die einer ereignislosen, entspannten Reise. Andererseits gab es ein paar Szenen, bei denen ich mir stellvertretend für Georgia gewünscht habe, dass sie im Boden versinken könnte, weil diese Situationen für sie einfach nur unangenehm waren. Von daher muss ich sagen, dass die Autorin gut dargestellt hat, was in ihrer Protagonistin vor sich ging, aber für mich war es ein bisschen zu viel.

Sehr gefallen haben mir die Beschreibungen der Reiseziele und die Dreharbeiten selbst wurden ebenfalls interessant und glaubwürdig geschildert. Die Aufgaben, die die Teilnehmer der Sendung erfüllen mussten, könnten so auch tatsächlich in realen, ähnlichen Formaten existieren und ich mochte, wie Ben und Georgia sie gemeistert (oder auch nicht gemeistert) haben. Es kam mir zudem glaubwürdig vor, dass die gegebenen Umstände ihre Beziehung belasten könnten, weshalb ich die Darstellung ihrer Konflikte realistisch fand; so wird zwar deutlich, dass die beiden sich lieben, aber das macht nicht alles gut und sie haben ihre Probleme. Weniger gefallen hat mir dagegen, wie Georgia mit diesen Situationen umgegangen ist. Sie ist sehr davon überzeugt, dass sie immer recht hat und auf gar keinen Fall dazu beiträgt, dass etwas in ihrer Beziehung nicht gut läuft, wodurch es für mich sehr anstrengend war, die Auseinandersetzungen aus ihrer Sichtweise zu lesen. Es war konsequent, dass sie so dachte und handelte und letztlich wurde dies auch durch Ben adressiert, doch ich hatte dadurch trotzdem Schwierigkeiten, mit ihr zu fühlen. Die Charakterentwicklung, die sich aus all dem ergab, ist aber dennoch positiv hervorzuheben, selbst wenn am Ende alles etwas ausführlicher hätte behandelt werden können.

Alles in allem würde ich "Nächster Halt: Chile" mit 3 Sternen bewerten. Das Buch war weitgehend unterhaltsam und ich hatte angenehme Lesestunden, doch ich fand die Protagonistin teilweise anstrengend und obwohl es durch die vielen Pannen bei den Dreharbeiten und der Reise unterhaltsame Szenen gab, war es für mich ein bisschen zu viel des Guten. Dennoch ist es eine ganz schöne, in vielerlei Hinsicht realistische Geschichte.