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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2017

Dieses Buch ist wie Musik – es macht richtig Laune!

Wie die Ukulele die Welt erobert
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Ich spiele kein Instrument, aber die Geschichten in diesem Buch gefallen mir dennoch super gut. Peter Kemper erzählt mit und über mehr oder weniger bekannte Musiker, Stars und Sternchen. Das kleine Instrument ...

Ich spiele kein Instrument, aber die Geschichten in diesem Buch gefallen mir dennoch super gut. Peter Kemper erzählt mit und über mehr oder weniger bekannte Musiker, Stars und Sternchen. Das kleine Instrument hat sich klammheimlich in die Musikszene geschlichen und ist kaum mehr daraus wegzudenken.

Die Kapitel sind angenehm kurz und es gibt immer wieder Fotos (teils in Farbe), die es noch leichter machen, das Buch zu lesen und zu lieben. Es liest sich sehr leicht und amüsant, dennoch erfährt man einiges an Wissen.

Im Anhang finden sich u.a. auch ein Literaturverzeichnis, eine Auswahldiskografie, die wichtigsten Ukulele-Websites, ein Song-Index und ein Personen- und Sachregister. Wer sich also noch weiter informieren möchte, ist damit bestens gerüstet.

Ein Buch, das mal völlig anders ist. Hier steht ein Instrument im Mittelpunkt, und dieses Instrument hat das auch redlich verdient. Von mir bekommt das Buch die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 29.06.2017

Statt „Schimmi“ ermittelt in Duisburg nun Polizeiseelsorger Bauer

Glaube Liebe Tod
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Martin Bauer, ehemaliger evangelischer Pfarrer, hat keine eigene Gemeinde mehr, ist nun aber Polizeiseelsorger. Auf sehr unkonventionelle Weise rettet er dem Polizisten Walter Keunert das Leben: er springt ...

Martin Bauer, ehemaliger evangelischer Pfarrer, hat keine eigene Gemeinde mehr, ist nun aber Polizeiseelsorger. Auf sehr unkonventionelle Weise rettet er dem Polizisten Walter Keunert das Leben: er springt selbst von einer Duisburger Rheinbrücke, damit dieser ihn rettet, statt sich selbst das Leben zu nehmen. Der Plan funktioniert, denn ist nur wenige Stunden später eben dieser Polizist tot. Diesmal ist er von einem Parkhaus in der Duisburger Altstadt gesprungen. Bauer lässt das nicht los und er macht sich im Revier eine ganze Reihe neuer Feinde, weil er auf eigene Faust herauszufinden versucht, was wirklich geschehen ist.

Mir gefällt Bauer sehr. Er ist ein Pfarrer mit Vergangenheit – über diese erfährt man nur Andeutungen, doch da es weitere Fälle mit ihm geben wird, bleibt da noch viel Raum für Entwicklungen und Enthüllungen. Sehr beliebt ist er im Revier nicht, nur wenige halten zu ihm. Dazu eine pubertierende Tochter, eine überforderte (und auf die Liebe der Tochter zum Vater eifersüchtige) Ehefrau – Bauer hat es nicht leicht. Doch wie er damit umgeht, macht ihn sehr sympathisch. Solche Pfarrer sind modern und glaubwürdig und haben das Zeug, wieder mehr Menschen in die Kirche zu bekommen. Das aber nur am Rande. Bauers innerer Kampf kommt für mich sehr gut rüber. Im Gegensatz zu seiner Frau weiß ich, dass er die Familie nicht vernachlässigt, sondern einfach weiß, wo er dringender gebraucht wird. Dass am Ende dann berufliches und privates zusammenlaufen, ist ein genialer Einfall des Autorenduos.

Mir gefällt es selten, wenn ein Buch aus vielen einzelnen Erzählsträngen besteht. Bis diese sinnvoll zusammenlaufen, vergeht für meinen Geschmack meist einfach zu viel Zeit und der Wechsel zwischen den Strängen nervt und stresst mich dann gern. Hier ahnt man, worauf Mariana hereinfällt. Auch wenn man nicht weiß, wie Bauer damit zusammenpasst, ist dieser Strang keineswegs störend. Bei den Recherchen zu Keunert ergibt sich ein weiterer Strang, der zunächst unwichtig erscheint, der aber sehr schnell hochdramatisch wird.

Da ich Duisburg sehr mag (nein, es ist keine graue, finstere Stadt – dieses Vorurteil muss man gleich mal ablegen), habe ich das Hörbuch besonders gern gehört. Ich hatte viele Orte geradezu überdeutlich vor Augen. Dennoch wird nichts ausufernd und langschweifig erzählt oder beschrieben. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und wie spannend das Hörbuch für mich war, beschreibt wohl am deutlichsten dies: ich habe für die 720 Minuten nur drei Tage benötigt!

Die Entwicklungen, die die einzelnen Stränge nehmen und die Wendungen am Ende sind meiner Meinung nach sehr gelungen, dabei aber logisch aufgebaut und nachvollziehbar, keineswegs erzwungen konstruiert. Da haben mir die beiden Autoren den Atem geraubt und mich neugierig auf weitere Fälle mit Martin Bauer gemacht, obwohl ich kein großer Fan von Buch-Serien bin. Ich hoffe jedenfalls, dass Oliver Siebeck weiterhin der Sprecher bleiben wird, denn er hat seinen Job einfach großartig erledigt. Mir bleibt nur, die vollen fünf Sterne zu vergeben, denn dieser Start ist mehr als gelungen.

Veröffentlicht am 21.06.2017

Tätersuche in Christchurch

Die Toten schweigen nicht
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Theo Tate, ehemaliger Polizist und nun Privatdetektiv, findet bei einer Exhumierung nicht die erwartete Leiche im Sarg vor, sondern den Körper einer jungen Frau. Als dann noch drei Tote an der Oberfläche ...

Theo Tate, ehemaliger Polizist und nun Privatdetektiv, findet bei einer Exhumierung nicht die erwartete Leiche im Sarg vor, sondern den Körper einer jungen Frau. Als dann noch drei Tote an der Oberfläche des Friedhofssees auftauchen ist allen klar, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Eine Sensationsreporterin jagt Tate, der bei der Recherche nicht immer nüchtern ist und auch nicht immer ganz legal handelt. Wie sehr er selbst tatsächlich von der Sache betroffen ist, weiß sie nicht, doch sie will ihn eindeutig vernichten. Und Tate hat nichts mehr zu verlieren …

Stefan Kaminski hat mich von ersten Satz an tief in die Story gezogen. Paul Cleave gibt seinen Charakteren sehr viel Raum und Leben, doch dieser Sprecher schaltet ein Kopfkino sondergleichen ein. Einzig seine Art, wie er Frauen verkörpert, gefällt mir nicht sonderlich, denn sie scheinen bei ihm alle arme Hascherl zu sein und wirken zu verschreckt, stereotyp und hilflos. Keine seiner Frauenfiguren ist tough oder selbstbewusst, wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sie es bei Paul Cleave sehr wohl sind. Dennoch – er gibt Tate die perfekte Stimme und was er erzählt, bewegt mich tief. Nein, das stimmt so nicht – es ist wohl eher das, was er nicht erzählt und was der Leser sich zusammenreimen muss und kann.

Ermittler mit einem mehr oder minder großen Knacks sind seit einigen Jahren in. Theo Tate hat ein wenig was von Stefan Bergmann von Hjorth und Rosenfeldt, ist aber – vielleicht weil nicht skandinavisch, sondern dem völlig anders geprägten neuseeländischen Lifestyle entsprechend – energischer und kämpferischer. Als Hörer ist man auch dann geneigt, ihn zu mögen, wenn er etwas macht, das man nicht gutheißen mag. Kurz: er ist trotz allem ein Sympathieträger. Seine nach und nach ans Licht kommende Vergangenheit erklärt vieles.

Die Story selbst ist spannend von Anfang bis Ende. Immer mehr zieht Cleave die Schraube enger an, sodass der Hörer atemlos den Worten lauscht. Immer verworrener und dramatischer wird es, als selbst diejenigen bei der Polizei, die Theo Tate wohlgesonnen waren, diesen ins Fadenkreuz nehmen. Es gibt keine überraschenden Wendungen, aber doch überraschende Erkenntnisse. Besonders gefällt mir die gekonnt dosierte Zugabe eine Prise bissigem, schwarzem Humor.

Es wundert nicht, dass „Die Toten schweigen nicht“ der Auftakt einer Reihe ist. Theo Tate bietet viel Potenzial für einen besonderen Ermittler. Sein Background ist interessant und als Hörer möchte man tatsächlich gerne wissen, wie es mit ihm weitergeht und ob er in ein normales Leben zurückfinden kann. Bisher hatte ich noch kein anderes Hör-/Buch dieses Autoren genossen, werde mir den Namen aber ganz sicher gut merken!

Veröffentlicht am 16.06.2017

Heinz Erhardt bleibt immer der liebenswerteste Komiker

Ach, wie schön ist doch die Welt
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Die Liebe zu Wortwitzen verdanke ich sicher nicht zuletzt Heinz Erhardt. Meine Mutter mochte diesen legendären Humoristen sehr gern und durch sie lernte ich ihn kennen. Die Filme mit ihm liebt auch mein ...

Die Liebe zu Wortwitzen verdanke ich sicher nicht zuletzt Heinz Erhardt. Meine Mutter mochte diesen legendären Humoristen sehr gern und durch sie lernte ich ihn kennen. Die Filme mit ihm liebt auch mein Mann, obwohl er noch gar nicht geboren war, als diese gedreht wurden.

Dieses Hörbuch zeigt eine etwas andere Seite dieses großartigen Mannes. Die Gedichtchen und Lieder kennen nicht alle so gut, wie seine Wortspielereien. Auch die Vorträge und Sketche haben eine ganz eigene Note. Diese 55 Minuten sind rundum gelungen. Die Zeit vergeht in Nu – und bei aller Fröhlichkeit findet sich auch immer wieder ein Kern Wahrheit. Doch das Leben ist zwar ernst, aber dennoch kann man alles mit Humor nehmen.

Gerade in unserer Zeit, in der alle hektisch und sehr auf sich selbst bedacht sind, gibt die Art von Heinz Erhardt zu denken. Ein bisschen mehr Miteinander und Rücksichtnahme täte uns allen gut. Entschleunigung und ein etwas anderer Blick auf die Dinge, das kann uns Heinz Erhardt fast 40 Jahre nach seinem Tod noch immer lehren.

Ein wunderbares Hörbuch – von mir fünf Sterne!

Veröffentlicht am 09.06.2017

Die Krönung jedes BBQs: Pulled Meat!

Pull it!
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Wir grillen super gern und recht häufig. Und Pulled Meat lieben wir ganz einfach! Da ich kein Schweinefleisch esse, ändern wir gern mal Rezepte ab (tauschen also das Fleisch gegen Rind, Geflügel, Lamm ...

Wir grillen super gern und recht häufig. Und Pulled Meat lieben wir ganz einfach! Da ich kein Schweinefleisch esse, ändern wir gern mal Rezepte ab (tauschen also das Fleisch gegen Rind, Geflügel, Lamm oder Fisch aus). Umso mehr freue ich mich, dass Carsten Bothe hier ein Buch präsentiert, in dem auf alle Fleischarten eingegangen wird. Doch auch Gemüse kann man pullen! Die Rezepte dafür sind überraschend und überzeugend.

Wie es sich für ein gutes Grillbuch gehört, finden sich hier auch Rezepte für Buns & Brötchen und Saucen, Rubs und Beilagen. So hat man alles kompakt in einem Buch.

Die Niedergarmethode hat uns auf Anhieb überzeugt. Da war es klar, dass wir über kurz oder lang auch beim sous-viden landen würden und – nicht nur im Sommer – auch beim pullen. In diesem Buch finden sich Tipps, wie Pulled Meat nicht nur im Smoker, sondern auch mit dem Kugelgrill (oder auch Keramikgrill), im Dutch Oven, im Backofen und mit dem Sous-Vide-Gerät gelingt. Somit ist man rundum flexibel und jeder findet seine perfekte Methode und sein perfektes Rezept.

Die Ideen für die einzelnen Fleischsorten sind kunterbunt und so vielseitig, dass kein Wunsch offen bleibt. Auch ist Carsten Bothe ein Befürworter des Variierens und Probierens. Er lässt dem Leser freie Hand beim Umstellen der Rezepte.

Der Aufbau der Rezepte ist sehr übersichtlich. Zunächst findet sich für jede Fleischart erst einmal ein Grundrezept. Danach folgen dann die Ideen, was mit dem fertigen Pulled Meat alles für Köstlichkeiten gezaubert werden können. Auf der linken Seite findet sich jeweils die Beschreibung des Gerichtes, darunter die Zutatenliste, einige Hinweise, oftmals auch Tipps und natürlich die eigentliche Anleitung. Die rechte Seite ist für die Fotos der fertigen Gerichte reserviert. Da macht eins mehr Appetit als das andere! Ein wunderbares Buch!

Carsten Bothe hat unsere Kochbuchsammlung mit seinem „Pull it!“ sehr bereichert. Nicht alle Rezepte sind nach unserem Geschmack, aber das ist bei jedem Kochbuch so. Dennoch finden wir immer wieder neue Anregungen, neue Kombinationen und neue Impulse. Deshalb soll es auch das verdiente Lob erhalten: die vollen fünf Sterne!