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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2023

Grausam und tragisch

Sturmhöhe
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Was hatte ich mich auf die Lektüre dieses Klassikers gefreut! Seit Jahren schon hatte ich den einzigen Roman der früh verstorbenen Emily Brontë lesen wollen, insbesondere Mary E. Garners wundervolle Fantasy-Trilogie ...

Was hatte ich mich auf die Lektüre dieses Klassikers gefreut! Seit Jahren schon hatte ich den einzigen Roman der früh verstorbenen Emily Brontë lesen wollen, insbesondere Mary E. Garners wundervolle Fantasy-Trilogie "Das Buch der gelöschten Wörter" hatte mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Und nun das … Enttäuschung pur. Ich kann nicht mal sagen, dass der Schreibstil schlecht gewesen wäre – denn gefühlt habe ich durchaus etwas … nur leider nichts Positives. Ich ballere jetzt einfach all die Gedanken raus, die mir spontan in den Sinn kommen:

Durchwegs unsympathische Figuren. Abgrundtief gemein, herzlos, brutal, manipulativ. Romantik? ZERO!! (I mean … mir war klar, dass mich hier kein "Stolz und Vorurteil" erwarten würde, aber dennoch … All diese Tragik war furchtbar! Hinzu kam: Die Figurenkonstellation empfand ich als komplett verwirrend. Es dauerte - trotz Stammbaumübersicht - ewig, bis ich ansatzweise wusste, wer mit wem in welchem Verhältnis steht.

Ein deprimierendes Ereignis jagt das nächste. Setting: Düster und ungemütlich. Und Tierquälerei kommt auch noch vor – normalerweise Grund genug für mich, ein Buch abzubrechen.

Geht es noch schlimmer?! Tatsächlich: Ja. Denn zum Ende hin erfolgt obendrein ein erzähltechnischer Bruch, der für mich schlichtweg nicht stimmig war.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 2 ✰✰

Uff, schwere Kost! … und inhaltlich absolut nicht mein Fall. Weiß der Fuchs, warum es einen Hype um dieses Werk gibt – der teilweise wirklich fesselnde, von wortstarken Beschreibungen geprägte Schreibstil konnte mich jedenfalls nicht für das eigentlich Gelesene entschädigen. (Ähnlich wie bei Liedern – da kann die Melodie noch so schön sein, wenn der Songtext nicht passt … ) Meine 2 Sterne beziehen sich auf das technische Können der Autorin und die hübsche Gestaltung der Schmuckausgabe.

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Veröffentlicht am 01.01.2023

Leider ein totaler Flop

Die Weihnachtsprinzessin
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Es bricht mir das Herz, denn ich wollte dieses Werk so sehr lieben, aber … (- unabhängig davon, dass ich Mariah für ein unvergleichliches Stimmtalent und eine beeindruckende Frau halte -) … das einzig ...

Es bricht mir das Herz, denn ich wollte dieses Werk so sehr lieben, aber … (- unabhängig davon, dass ich Mariah für ein unvergleichliches Stimmtalent und eine beeindruckende Frau halte -) … das einzig Schöne an diesem Kinderbuch sind die wirklich bezaubernden Illustrationen.

Die Story selbst nahm ich als eine zusammenhanglose Aneinanderreihung ausgewählter Märchenelemente wahr. Im Grunde geht es einzig darum, dass "die kleine Mariah" a) gerne singt und b) alle Welt gemein zu ihr ist. Da hätten wir ihre kaltherzige Mutter, die so gut wie nie mit ihrem Kind redet und Mariah lediglich per Gesang herumkommandiert, einen bösartigen Papageien, reiche/verwöhnte Nachbarskinder, die Mariah mobben und an Weihnachten in ihr kleines, windschiefes Häuschen einfallen (wo sie alles zerstören) … Von Zaubersteinen, fiesen verhexten Gnomen & Co. fange ich gar nicht erst an, aber auch das Ende ergab für mich keinen tieferen Sinn - plötzlich haben alle Mariah lieb und sind happy miteinander. Was das auf der letzten Seite erwähnte Lied "All I want for christmas is you" mit der Handlung zu tun haben soll? - In meinen Augen: nichts.

Auf mich wirkte es insgesamt leider so, als hätte man einfach besagten Songtitel, den Namen der Sängerin sowie das Stichwort 'Weihnachten' in einem Topf geworfen, um auf Krampf ein Kinderbuch daraus zu machen - die im Klappentext angekündigte "ganz persönliche Weihnachtsgeschichte des Weltstars Mariah Carey" suchte ich jedenfalls vergeblich.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 2 ✰ ✰
Unheimlich schade! Ich hatte erst vor wenigen Monaten Mariah's Autobiografie gelesen, die mir sehr gut gefallen hatte ("Mariah – Ganz ich selbst"). Doch dieses (im Hinblick auf die leicht holprig zusammengeschusterten Texte) zum Vorlesen wenig geeignete Kinderbuch kann ich leider nicht guten Gewissens weiterempfehlen, egal wie sehr ich Mariah mag. Meine 2 Sterne beziehen sich daher rein auf die entzückenden Zeichnungen.

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Veröffentlicht am 19.11.2022

Freundschaft? Fehlanzeige.

Girls before Earls – Alte Geheimnisse und neue Skandale
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Beim Anblick dieses in zarten Farben gehaltenen Covers war ich regelrecht in Verzückung geraten - ich liebe Regencyromane, und sowohl Buchtitel als auch Klappentext suggerierten einen äußerst unterhaltsamen ...

Beim Anblick dieses in zarten Farben gehaltenen Covers war ich regelrecht in Verzückung geraten - ich liebe Regencyromane, und sowohl Buchtitel als auch Klappentext suggerierten einen äußerst unterhaltsamen Read. Ich witterte Bridgerton-Vibes … die jedoch nach wenigen Kapiteln traurig verpufften.

Die (in meinen Augen eher ereignislose) Story ist schnell erzählt: Liebenswertes, naives Mädchen, von den Eltern ungeliebt und zu Tante und Onkel abgeschoben, sehnt sich danach, irgendwo dazuzugehören - und landet in einem "Freundeskreis", der den Albtraum aller Eltern darstellt. Alkohol und Drogen im Überfluss, sexuelle Übergriffe, Stutenbissigkeit und Oberflächlich hoch zehn.

Obwohl ich Miss Georgina Ellers, aus deren Perspektive erzählt wird, zu Beginn recht gerne mochte - sie erinnerte mich ein wenig an Catherine Morland aus Austens "Northanger Abbey" - und ihr Bedürfnis nach Abwechslung absolut nachvollziehen konnte, schwand meine Sympathie für die junge Frau nach und nach. Sie himmelt ihre neue Freundin, die wohlhabende, wunderschöne Miss Frances Campbell an (deren Ruf zu Recht wenig schmeichelhaft ist) und unternimmt lange Zeit herzlich wenig gegen deren Verhalten, das sie im Grunde gar nicht gutheißt.

Der Schreibstil war zwar flüssig, im Sinne von 'nicht holprig', aber mir fehlte das Gefühl und es wollte sich keine Nähe zu den Charakteren einstellen. Häuser und Ausstattung werden bildreich beschrieben, doch aufgrund der teilweise zu modern erscheinenden Wortwahl entfaltete das Regency-Flair nicht seinen üblichen Zauber auf mich, wirkte eher farblos. Beispielsweise fand ich es absolut daneben, dass in Dialogen Worte wie f***en fallen. Möglich, dass damals schon so gesprochen wurde, doch möchte ich es in einem solchen Roman lesen? - Sorry, das ist ein No-Go für mich.

Die Tatsache, dass das im Titel groß angekündigte Thema Freundschaft ziemlich flach ausfällt bzw. dass besagte Bekanntschaften mir recht unsympathisch waren, hat nicht geholfen. Ich hatte mit Girl-Power-Wir-halten-zusammen-Feeling und natürlich mit Romantik gerechnet; doch es gab weder innige Freundschaft noch Herzklopfen, sondern hauptsächlich seichte Gespräche und Intrigen. Das ebenfalls im Klappentext erwähnte Selbstbewusstsein der Protagonistinnen wirkte auf mich eher wie pubertäre Verzogenheit (Frances) oder eine auf Unbeholfenheit und Naivität basierende große Klappe (Georgiana) - kurzum: anstrengend.

Aber: Es gibt auch etwas Positives zu vermerken. Der Aspekt Diversität ist tatsächlich fest in der Story verankert worden, ganz wie beim Bridgerton'schen Vorbild. Zudem gab es unter den Nebencharakteren ein paar wenige Lichtblicke, von denen ich gerne mehr gelesen hätte.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 2 ✰ ✰
Man darf nicht vergessen, dass es sich bei dem immerhin rund 450 Seiten starken Wälzer um einen Debütroman handelt, dennoch war ich letztlich sehr enttäuscht von dieser so vielversprechend klingenden Geschichte.

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Veröffentlicht am 21.11.2022

Viel zu viele Perspektiven

Der Wintermordclub
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Cosy Crime für Weihnachtsfans? Bei dieser vielversprechenden Beschreibung wurde ich sofort hellhörig und freute mich riesig auf diesen Read.

Ich hatte ein sympathisch-kauziges Ermittlergrüppchen vor ...

Cosy Crime für Weihnachtsfans? Bei dieser vielversprechenden Beschreibung wurde ich sofort hellhörig und freute mich riesig auf diesen Read.

Ich hatte ein sympathisch-kauziges Ermittlergrüppchen vor Augen, hoffte auf Humor, Herzlichkeit, französisches Flair und einen Hauch Weihnachtsfeeling sowie eine spannende Story.

Leider konnte mich das Buch jedoch überhaupt nicht überzeugen. Keine der Figuren, die einander mehr kritisch lauernd als freundschaftlich gesinnt gegenüberstehen, mochte ich gerne. Statt liebenswerter Senioren traf ich auf einen Trupp teils verbitterter, teils anstrengend egozentrischer, dafür gleichermaßen selbstbezogener Charaktere. Alle verbergen etwas und trauen einander nicht über den Weg; jeder will etwas beweisen, die anderen übertrumpfen. "Auf jedes Wort musste man achten, wenn man keine Schwäche zeigen wollte - und das vermieden sie alle." Es hieß, sie seien Freunde - davon spürte ich wenig (ebensowenig wie von der Weihnachtsatmosphäre), es war eher auf dem Level: man kennt sich eben schon ewig und muss miteinander Vorlieb nehmen. "Mehr noch aber waren sie Konkurrenten, die jedes Jahr aufs Neue den Wettbewerb suchten." - Das trifft es schon eher.

Handlungstechnisch werden immer wieder Rückblenden zu einem ihrer bedeutendsten Fälle gezogen, der über 20 Jahre zurückliegt. Abgesehen vom Einstieg, der irgendwie herausgerissen wirkte, waren mir die unzähligen Perspektiven, die auch Nebenfiguren beinhalteten, too much: Geraldine, Hugo, Claire, Gustave, Louanne, Alexandros, Kim, Ruben, Kasimir, François Baptiste Lefèvre, Marisa … Der in einzelne Tage (und Rückblenden) unterteilte Roman las sich für mich dadurch recht zäh.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: 2.5 ✰ ✰
Eine interessante Grundidee, die aus meiner Sicht leider an den unsympathischen Charakteren und der erschlagenden Vielzahl an Perspektiven scheiterte.

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Veröffentlicht am 25.10.2022

Nichts für zartbesaitete Kinder

Spekulatius, der Weihnachtsdrache
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Dieses mit entzückenden, farbenfrohen Illustrationen ausgeschmückte, weihnachtliche Leseabenteuer (Altersempfehlung: 6 Jahre) würde sich - theoretisch - schon allein aufgrund seiner Kapitelanzahl wunderbar ...

Dieses mit entzückenden, farbenfrohen Illustrationen ausgeschmückte, weihnachtliche Leseabenteuer (Altersempfehlung: 6 Jahre) würde sich - theoretisch - schon allein aufgrund seiner Kapitelanzahl wunderbar als literarischer Adventskalender eignen.

In 24 Abschnitten nähern wir uns dem großen Finale: dem Polizeieinsatz bzw. dem Heiligabend. Was für eine Bescherung! Klingt vielleicht verwirrend, aber viel mehr kann ich aus Gründen der Spoilervermeidung leider nicht verraten, außer: Keine Sorge, da es ein Kinderbuch ist, ist das Happy End natürlich garantiert. Gewissermaßen.

Ich persönlich hätte mir dennoch einen anderen (ebenfalls glücklichen) Ausgang gewünscht.

Richtig schlimm fand ich allerdings die in meinen Augen höchst besorgniserregenden Story-Elemente, die unnötig Ängste in zartbesaiteten Kindern wecken können. (Wie das Eindringen von Fremden in ihre Privatsphäre, als ein - womöglich im realen Leben unsympathischer - Schullehrer sich plötzlich ins Kinderzimmer schummelt und sie bestehlen möchte. Auch den nächtlichen "Besuch" von Polizei und Zoll fand ich weniger prickelnd.) Drachen-Pipi hin oder her, mit war das Ganze SEHR suspekt. Vielleicht deute ich mit meinem Mama-Radar zu viel hinein, aber unterm Strich wurde mir diese Geschichte dadurch ordentlich verhagelt.

Der Einstieg war toll, im weiteren Verlauf, in dem es hauptsächlich darum geht, die Herkunft des niedlichen "Specki" herauszufinden (und ihn vor den Erwachsenen zu verstecken/schützen) entwickeln sich die Dinge dann anders als erwartet, wodurch - trotz weihnachtlicher Elemente, liebenswerter Geschwister und drolliger Formulierungen (insbesondere Speckis Aussprache war süß) - leider wenig Weihnachtszauber aufkam. Das einzig Positive: der geschwisterliche Zusammenhalt.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: 2 ✰ ✰
Es bricht mir das Herz, ein so hübsch gestaltetes Kinderbuch mit nur 2 Sternen bewerten zu müssen (1 Stern für die Aufmachung - große Schrift, ordentliche Kapitelaufteilung -, 1 Stern für die goldigen Illustrationen), aber dieser Inhalt lässt mir keine andere Wahl. Hier werden Ängste geschürt, mit denen kein Kind sich auseinandersetzen müssen sollte, schon gar nicht in der kuscheligen Adventszeit.

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