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Veröffentlicht am 13.12.2022

Resi, Tischler und Fink ermitteln wieder

Prost, auf die Gaukler
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Ron Goldinger, Volksmusikstar und Herzensbrecher, eröffnet das Brunngrieser Volksfest. Im Bierzelt kocht die Stimmung. Doch schnell ist die gute Stimmung dahin, denn Goldinger wird nach seinem Auftritt ...

Ron Goldinger, Volksmusikstar und Herzensbrecher, eröffnet das Brunngrieser Volksfest. Im Bierzelt kocht die Stimmung. Doch schnell ist die gute Stimmung dahin, denn Goldinger wird nach seinem Auftritt tot hinter dem Bierzelt gefunden. In seinem Hals steckt der Pfeil einer Armbrust von einer nahe gelegenen Schießbude. Tischler und Fink ermitteln gemeinsam mit Dackeldame Resi, die vorübergehend bei Tischler lebt, da Förster Ferstl im Krankenhaus liegt.

"Prost, auf die Gaukler" heißt das neueste Werk von Friedrich Kalpenstein. Und auch dieser Band ist das pure Vergnügen. Tischler und Fink ermitteln wieder auf ihre ganz eigene Art. Dazu gehört die nun vereidigte Dackeldame Resi, die ihre Schnüffelnase überall hineinsteckt und es sehr bei Tischler genießt. Vorn im Jaguar sitzen, aufs Volksfest gehen - das mag die Dackelin von Welt! Diesen Charakter hat der Autor wirklich perfekt eingefangen. Ganz nebenbei tröstet sie Tischler auch sehr gut über seine noch immer in Brasilien weilende Britta hinweg. Wunderbar übrigens, daß Britta und Resi zum Schluß doch noch Freunde werden. Auch wenn Resi für mich hier der heimliche Star ist, mag ich einfach alle Brunngrieser Charaktere. Sie sind herzlich, haben alle ihre Eigenheiten und wirken dadurch sehr authentisch. Der Fall ist spannend gehalten und man wird auf viele Verdächtige gestoßen, so daß man bis zum überraschenden Ende miträtseln kann. Dieser Krimi lebt hauptsächlich von seinen sympathischen zwei- und vierbeinigen Charakteren und seinem Humor. Friedrich Kalpenstein schreibt nämlich mit einer guten Prise Humor, er wird dabei aber nicht albern oder respektlos. Auch die schöne Chiemgauer Landschaft kommt hier gut zur Geltung. Der Autor beschreibt alles so herrlich bildhaft. Man fährt förmlich mit Tischler im Jaguar mit, teilt mit Resi den Beifahrersitz, flaniert mit ihnen über das Volksfest und riecht die leckeren Sachen dort. Mit "Prost, auf die Gaukler" bekommt man einen Krimi voller Regionalität, sympathischen Charakteren, gutem Humor und einer durchdachten Handlung. Und deshalb bekommt dieser Krimi von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.12.2022

Eine Reise durch bewegte Jahre

Zwischen heute und morgen
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Auch in den 1960er Jahren ist die Freundschaft zwischen den Familien von Kurt und Elisabeth in Hamburg, Heinrich und Gerda in Köln und Bruno und Margarethe in San Remo sehr eng. Für Gerda wird es allerdings ...

Auch in den 1960er Jahren ist die Freundschaft zwischen den Familien von Kurt und Elisabeth in Hamburg, Heinrich und Gerda in Köln und Bruno und Margarethe in San Remo sehr eng. Für Gerda wird es allerdings immer schwerer, ihre Freundin zu verstehen. Elisabeth wird nicht damit fertig, daß ihr Ex-Schwiegersohn Joachim ausgerechnet Gerdas Tochter Ursula geheiratet hat. Sie klammert sich an Joachim und mischt sich in sein Leben ein. Auch die anderen Familienmitglieder müssen unter Elisabeths Wesensveränderung leiden - allen voran ihr Mann Kurt. Es dauert einige Zeit, bis er sich ärztliche Hilfe holt.
In Köln sorgt Gerdas und Heinrichs Sohn Ulrich für einige Turbulenzen. Er fühlt sich von seiner Frau eingeengt und sucht die Abwechslung.
In San Remo ist es Brunos Bruder Bixio, der die Nerven der Familie strapaziert. Alle sehen dem neuen Jahrzehnt mit Optimismus entgegen, müssen aber auch von liebgewonnenen Menschen Abschied nehmen.

In dem Roman "Zwischen heute und morgen" begleitet der Leser drei in Freundschaft verbundene Familien durch die 1960er Jahre. Carmen Korn vermischt gekonnt die Ereignisse dieser Jahre mit dem Leben der Menschen in dieser Geschichte. Sie springt munter zwischen Hamburg, Köln und San Remo, den Wohnorten der Familien, hin und her und fordert dadurch die volle Aufmerksamkeit ihrer Leser. Carmen Korns Schreibstil ist einzigartig. Manchmal ähnelt er einer nüchternen Berichterstattung. Trotzdem stecken ihre Geschichten voller Leben. Die Menschen sind nicht perfekt, aber gerade deshalb wirken sie echt. Immer wieder blitzen die Narben auf, die der Krieg an ihnen hinterlassen hat. Im Laufe der Geschichte erlebt man, daß die Personen sich verändern. Sie werden nicht nur älter, manchmal verändert sich auch ihr Wesen. Das ist irgendwie rührend und geht ans Herz. Dieses Buch ist wie eine Reise durch die Zeit der Veränderungen in den 1960er Jahren - und die Reise lohnt sich!

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Eine wunderbare Zeitreise

Urwelten
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Mit "Urwelten" entführt der Paläontologe und Evolutionsbiologe Thomas Halliday den Leser auf eine Reise durch längst vergangene Zeiten. Damals sah die Welt noch deutlich anders aus. Und man wird darüber ...

Mit "Urwelten" entführt der Paläontologe und Evolutionsbiologe Thomas Halliday den Leser auf eine Reise durch längst vergangene Zeiten. Damals sah die Welt noch deutlich anders aus. Und man wird darüber staunen, denn wer kann sich heute schon vorstellen, daß es z. B. in der Antarktis tropische Wälder gab? Man begegnet Tieren, die den menschlichen Vorfahren das Fürchten lehrten und vieles mehr. Thomas Halliday läßt diese Zeiten lebendig werden. Anschaulich macht er deutlich, wie Ökosysteme entstehen und wieder verschwinden, wie Lebewesen durch neue Arten verdrängt werden, sich zur Anpassung auf Wanderungen begeben. Dabei begleitet man ihn durch Äonen von Jahren über die damaligen Kontinente. Aus all diesen Begebenheiten zieht er seine Schlüsse für die Zukunft der Erde und ihrer Bewohner. Auch wenn sich dies alles sehr komplex anhört und das Thema alles andere als einfach ist, schafft es Thomas Halliday auch den Laien an dieses Buch zu fesseln. Denn er schreibt verständlich und das Buch liest sich gar nicht wie ein Fachbuch, sondern es erzählt dem Leser sehr bildhaft die Geschichte längst vergangener Zeiten. Das Geschehen läuft so wahnsinnig bildhaft vor Augen ab, daß man sich alles wirklich bis ins kleinste Detail vorstellen kann. Hier erhält man Geschichts- und Biologieunterricht, wie man es sich früher in der Schule gewünscht hätte. Nicht staubtrocken, sondern lebendig und spannend. Ganz besonders schön sind die schwarz-weiß Zeichnungen, die man immer wieder im Buch findet und die das Buch noch zusätzlich auflockern und die Themen anschaulich machen. Dieses Buch muß man einfach mit Genuss lesen und das Gelesene zwischendurch immer wieder auf sich wirken lassen - obwohl man es eigentlich liebend gern an einem Stück lesen möchte!

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Wieder sehr gelungen

Küstenangst
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Auf Fehmarn stürzt eine Kitesurferin in der Orther Bucht ab. Zeugen des vermeintlichen Unfalles sind die Kommissare Westermann und Hartwig. Schnell wird klar, daß es sich doch um Mord handelt. Kurz darauf ...

Auf Fehmarn stürzt eine Kitesurferin in der Orther Bucht ab. Zeugen des vermeintlichen Unfalles sind die Kommissare Westermann und Hartwig. Schnell wird klar, daß es sich doch um Mord handelt. Kurz darauf wird in den Dünen eine Leiche mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Ihre Ermittlungen führen die Kommissare in eine Szene aus Partys und Intrigen.

In dem nun schon siebten Band, "Küstenangst", von der Sonneninsel Fehmarn dreht sich alles um die Kiter-Szene. Heike Meckelmann versammelt hier die Elite der Kite-Surfer am Orther Strand. Man bekommt hier Einblicke in eine Szene, die neben Sport auch Party beinhaltet. Dies betrifft jedoch nicht alle Kiter! Hier wird halt für den Krimi ein passendes Setting platziert. Die Autorin beschreibt hier sehr klar, auf welch Schwierigkeiten die Kommissare während ihrer Ermittlungen stoßen. Denn sie ermitteln in einer fast schon eigenen Welt, in der Verschwiegenheit herrscht und Intrigen gesponnen werden. Auch wenn dies der siebte Fall ist, kann man auch hier noch prima in die Serie einsteigen. Natürlich entwickeln sich die Hauptcharaktere mit jedem Buch weiter. Heike Meckelmann vermittelt aber das nötige Wissen, um das private Drumherum um die Kommissare und natürlich auch "Miss Marple" Charlotte zu verstehen, ohne dabei das Private ausufernd zu beschreiben und den Krimi aus den Augen zu verlieren. Sie sind einfach sympathisch und man hat das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Dabei ergänzen sie sich perfekt. Denn ohne Charlotte würden Westermann und Hartwig so manches Detail gar nicht bemerken. Der Fall ist diesmal wieder sehr spannend. Es gibt unzählige Verdächtige, Spuren, die sich in Luft auflösen... Man kann wirklich bis zum Schluß mitraten und kommt derLösung nicht auf die Spur. Die Autorin schafft es mit ihren Büchern immer wieder, mich in Urlaubsstimmung zu versetzen. Sonne, Strand, die plätschernde Ostsee und Kite-Surfer - so sieht perfekter Urlaub aus. Dieses Feeling springt vom Buch direkt über.
Auch dieser Band bekommt von mir eine Leseempfehlung - ich persönlich habe nach dem Genuss des Buches jetzt Sehnsucht nach Meer!

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Veröffentlicht am 03.12.2022

Kuschelige Weihnachten

Auf tapsigen Pfoten ins Glück
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Die Glaskünstlerin Jana hat große Probleme. In ihr Geschäft wurde eingebrochen, ihr Kunstobjekte sind in Gefahr! Noch dazu erhält sie anonyme Drohungen. Da die Polizei keinerlei Spuren findet, ergreift ...

Die Glaskünstlerin Jana hat große Probleme. In ihr Geschäft wurde eingebrochen, ihr Kunstobjekte sind in Gefahr! Noch dazu erhält sie anonyme Drohungen. Da die Polizei keinerlei Spuren findet, ergreift sie selbst die Initiative und engagiert den Privatdetektiv Oliver. Dieser bringt zur Unterstützung seine Bordeauxdogge Scottie mit. Oliver und Scottie ziehen in das Gästezimmer ein. Zunächst ist Jana skeptisch - Scottie zusammen mit ihrer Glaskunst? Kann das gutgehen?

"Auf tapsigen Pfoten ins Glück" ist der Titel des diesjährigen Weihnachtsromanes von Petra Schier. Auch hier trifft man auf bekannte Gesichter aus vorherigen Bänden. Die eigentlichen Stars der Bücher sind jedoch immer die Hunde, deren Gedanken in kursiver Schrift einfach wunderbar sind, sowie der Weihnachtsmann und seine Elfen. Hier wird es richtig weihnachtlich. Leider ist mir diesmal der Hund etwas zu kurz gekommen, dafür gab es in meinen Augen diesmal mehr Bettszenen als sonst - auf diese hätte ich gut verzichten können. Mehr Weihnachtsmann und mehr Hundegedanken hätte den Charme der früheren Bände zurückgebracht. Die Handlung birgt in Bezug auf Jana und Oliver keine Überraschungen. Man weiß eigentlich schon von Anfang an, wohin die Reise geht. Neu sind hier jedoch die kriminalistischen Einflüsse. Es gibt Drohbriefe, einen Einbruch und man kann herrlich miträtseln. Dieses Buch vermittelt weihnachtliche Stimmung und bis auf die zwei kleinen Kritikpunkte hat er mir sehr gut gefallen!

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