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Veröffentlicht am 06.02.2023

Notre Dame de Paris

Das ewige Licht von Notre-Dame (Die Baumeister 2)
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Pierre ist dreizehn, als er von seinem Vater von Chartres nach Paris gebracht wird, damit der dort beim Baumeister Jean in die Lehre geht. Pierre ist anfangs sehr unglücklich, hat er doch gerade erst die ...

Pierre ist dreizehn, als er von seinem Vater von Chartres nach Paris gebracht wird, damit der dort beim Baumeister Jean in die Lehre geht. Pierre ist anfangs sehr unglücklich, hat er doch gerade erst die Mutter und nun auch noch den Rest der Familie verloren. Doch nach und nach lebt er sich ein und als Jean als Baumeister an die Baustelle von Notre Dame wechselt, wird auch ein Traum für ihn wahr.

Pierre de Montreuil und Jean de Chelles sind beides Baumeister die gelebt haben und ihre Zeichen an Notre Dame de Paris gesetzt haben. Über die Menschen an sich ist nicht viel bekannt, aber der Autor schafft es ihnen beiden ein Leben zu zeichnen, dass sie eventuell so geführt haben könnten.

Wir begleiten Pierre ab dem Zeitpunkt, als er 1238 nach Paris kommt bis ca. 1249. Das Buch ist von einem Pro- und einem Epilog umrahmt, in dem sich Pierre direkt an seinen Mentor richtet. Dazwischen begleiten wir Pierre durch sein Leben und bekommen es von ihm erzählt. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, so kommt man ihm auch sehr nahe. Seine Zweifel und seine Ängste werden so sehr direkt transportiert.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es lies sich sehr flüssig lesen und man hatte direkt Bilder vor Augen. Hilfreich war dabei sicher, dass ich letztes Jahr erst an der aktuellen Baustelle von Notre Dame war. Die Charaktere waren schön beschrieben, und dem Autor ist es gelungen sie gut zu zeichnen, auch wenn wir sie nur durch Pierres Augen erleben. Mir waren die Frauen im Hause des Baumeisters manchmal zu emanzipiert, andererseits hatte ich aber auch das Gefühl, dass es Jean teilweise auch egal war, Hauptsache er konnte auf seine Baustelle. Agnes Charakterisierung von Pierre, dass er zu gut für die Welt wäre, fand ich sehr zutreffend. Er braucht sehr lange, bevor er den Mut hat für sich und seine Ideen und Pläne auch einzustehen.

Ich fand es interessant, wie damals solche Großbaustellen organisiert waren. Und dass es dabei auch viele Frauen in Handwerksberufen gegeben hat. Im Buch lernt man zwei solcher Baustellen kennen, neben der in Paris auch die der Kathedrale in Chartres. Hier zeigen sich dann auch die Unterschiede.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen. Es war eine schöne Zeitreise ins mittelalterliche Paris.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Fliegerin und Liebende

Die Wolkenstürmerin
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Marlene Lilienthal möchte die Firma ihres Vaters retten. Ein Idee, wie das funktionieren könnte hat sie auch schon. Sie möchte einen Flugtaxi Dienst anbieten, der Kunden und leichte Ware möglichst flexibel ...

Marlene Lilienthal möchte die Firma ihres Vaters retten. Ein Idee, wie das funktionieren könnte hat sie auch schon. Sie möchte einen Flugtaxi Dienst anbieten, der Kunden und leichte Ware möglichst flexibel in Deutschland von A nach B bringt. Ihren Onkel kann sie überzeugen, doch ihr Cousin ist skeptisch.

An den Wochenenden versucht sie im Strandhaus der Familie an der Ostsee mit der Trauer um ihre Eltern fertig zu werden. dass ihr gerade hier die große Liebe über den Weg laufen würde, hätte sie auch nicht gedacht.

Das Buch verfolgt hier zwei Handlungsstränge, einmal Marlenes Ideen bezüglich der Firma und dann noch ihr private Liebesgeschichte, an der sie Anfangs die Familie und auch ihre Freundin nicht richtig teilhaben lässt. Die Flugtaxi Idee fand ich gut, allerdings lief das Ganze ein wenig sehr glatt. Wenn man von den interfamilären Streitigkeiten mal absieht. Aber bei der Hamburger Kaufmannschaft trifft Marlene auf erstaunlich wenig Widerstand und Vorurteile. Hier hätte ich mehr Probleme erwartet.

Die Liebesgeschichte läuft nicht ganz so glatt. Nach und nach kommt auch der Leser hinter Bernhards Geheimnis und erkennt die Schwierigkeiten auf die die beiden zulaufen. Durch die Ost-West Konstellation kommt es zu einigen unerwarteten Schwierigkeiten und am Schluß zu einem dramatischen Ende.

Das Buch war sehr unterhaltsam geschrieben, das Kopfkino lief von Anfang an. Die Kapitel sind kurz und immer mit einem Zeitrahmen überschrieben. Mal handelt es sich um einen Tag, mal um mehrere. Dadurch lies sich das Buch schnell und flüssig lesen. Ich mochte die meisten Protagonisten gerne und habe die Entwicklungen gespannt verfolgt.

Was mir gefehlt hat, war am Ende ein Nachwort inwiefern sich die Autorin auf reale Vorbilder bezogen hat. Gerade der Name Lilienthal lässt den Leser ja aufhorchen und man fragt sich, ob es sich hier um die Nachfahren der berühmten Brüder Lilienthal handelt. Das wird aber vollständig offen gelassen.

Alles in allem war es ein schön zu lesendes Buch, das ich durchaus empfehlen kann

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Veröffentlicht am 02.01.2023

schönes Buch

Das Glück hat acht Arme
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Tova putzt im Sowell Bay Aquarium, damit sie etwas zu tun hat. Ihr Leben ist sonst doch recht einsam, ist ihr Mann vor zwei Jahren verstorben und ihr Sohn schon vor Jahren verschwunden. Im Aquarium lebt ...

Tova putzt im Sowell Bay Aquarium, damit sie etwas zu tun hat. Ihr Leben ist sonst doch recht einsam, ist ihr Mann vor zwei Jahren verstorben und ihr Sohn schon vor Jahren verschwunden. Im Aquarium lebt auch Marcellus ein Pazifischer Riesenkrake, dem in seinem Aquarium oft recht langweilig ist und der dazu neigt auch einmal einen Ausflug zu machen. Er beobachtet Tova und freundet sich mit ihr an, als sie ihm einmal das Leben rettet.

Parallel dazu ist Cameron auf der Suche nach seinem unbekannten Vater. Diese Suche führt ihn nach Sowell Bay und auch ins Aquarium. Hier lernt er Tora kennen und dank Marcellus findet er dann auch etwas über seine Herkunft heraus.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen. Die Teile, die aus Sicht von Marcellus geschrieben sind, sind sehr kurzweilig und man merkt, wie intelligent Marcellus ist. Allerdings nehmen diese Abschnitte weniger Raum im Buch ein, als vermutet. Tova ist eine liebenswürdige Frau, die so ihre Eigenheiten hat aber eigentlich von allen gemocht wird. Dass es bei Supermarktbesitzer Ethan mehr als nur Sympathie ist, will sie nicht wahrnehmen. Was Cameron mit dem Ganzen zu tun hat, wird erst nicht so richtig klar. Erst als er nach Sowell Bay kommt zeigt sich, wo die Geschichte hingehen soll. Cameron selbst war mir ein bisschen zu Ich-bezogen. Bei ihm sind immer die anderen Schuld, wenn etwas in seinem Leben nicht klappt. Die Hauptschuld an seinem verkorksten Leben gibt er seiner Mutter, die ihn mit neun verlassen hat und nie den Vater erwähnt hat. Dieser Mangel an Selbstverantwortung war schon etwas störend.

Im zweiten Teil des Buches kommt dann langsam Fahrt in die Geschichte, In dem Moment wo die Beteiligten anfangen über ihr Leben gründlich nachzudenken und die Konsequenzen aus dem Erfahrenen ziehen, fügen sich dann auch die einzelnen Fäden zusammen, so dass es zu einem runden Ende kommt. Marcellus hätte für mich durchaus eine größere Rolle spielen dürfen.

Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn mir am Anfang nicht ganz klar war wie alles zusammenpasst. Die zweite Hälfte hat mich dann wieder abgeholt, so dass ich das Buch durchaus empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 28.12.2022

für Paul Maar Fans

Ein Hund mit Flügeln
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Paul Maar versammelt hier in diesem Buch Erfundenes und Erlebtes. Es gibt sehr kurze Geschichten mit Tiefgang, Schildbügergeschichten, die einen den Kopf schütteln lassen, Gedichte und Reiseberichte mit ...

Paul Maar versammelt hier in diesem Buch Erfundenes und Erlebtes. Es gibt sehr kurze Geschichten mit Tiefgang, Schildbügergeschichten, die einen den Kopf schütteln lassen, Gedichte und Reiseberichte mit und ohne Kollegen. Alle Geschichten sind leicht geschrieben und schnell gelesen.

Nicht jede Geschichte hat mich gleichermaßen gepackt, doch einige haben mich auch nachdenklich zurückgelassen. Die Gedichte sind mal länger und mal kürzer und so manch kleine Liebeserklärung an die eigene Frau ist auch dabei.

Für Paul Maar Fans ist dieses kleine Buch eine gute Ergänzung, um den Autor ein bisschen besser kennen zu lernen, außerhalb seines Sams- Universums.

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Veröffentlicht am 23.12.2022

spannender Krimi

Hinter der Dunkelheit
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Hanna Will arbeitet beim LKA als Ermittlerin. Bei einem Einsatz kernt sie den Psychologen Jan de Bruyn kennen. Bald darauf erreicht die beiden ein Angebot des LKA: Sie sollen als Mobile Unterstützung bei ...

Hanna Will arbeitet beim LKA als Ermittlerin. Bei einem Einsatz kernt sie den Psychologen Jan de Bruyn kennen. Bald darauf erreicht die beiden ein Angebot des LKA: Sie sollen als Mobile Unterstützung bei besonders kniffligen Fällen aushelfen. Und so landen die beiden bei ihrem ersten Fall in Stade. Ein Vergewaltiger scheint immer brutaler zu werden, es gab ein Todesopfer. Die beiden beginnen mit ihren Ermittlungen und stellen bald fest, dass vieles nicht so ist, wie es scheint.

Anna Johannsen beginnt mit diesem Buch eine neue Reihe, in der Hanna und der Psychologe Jan im Vordergrund stehen. Die beiden sind recht eigenwillige Menschen, beide eher Einzelgänger. Aber im Laufe des Falls raufen die beiden sich zusammen und ergeben ein gutes Ermittlerpaar. Die Dynamik zwischen den beiden fand ich schon mal sehr interessant zu lesen.

Ein bisschen gestört haben mir Hannas Alleingänge bei den Ermittlungen. Sie versucht eigentlich gar nicht sich mit dem Team vor Ort so richtig abzustimmen. Das kommt ein bisschen arrogant rüber, so nach dem Motto, die können ja eh nichts hier. Jan fängt das ein wenig auf, in dem er lokale Beamte mit einbezieht und auch immer wieder Hanna dazu bringt, erst zu denken und dann zu handeln.

Der Fall ist wie gewohnt spannend und bietet einige unerwartete Wendungen. Da macht das Mitraten Spaß und die Spannung bleibt bis zum Ende hoch.

Mir hat das Buch gut gefallen, ich bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen Hanna und Jan weiterentwickelt. Von daher kann ich es auf jeden Fall empfehlen!

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