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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2023

Sexualisierte Gewalt und Selbstjustiz - wichtiges Thema, aber mit Schwächen

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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enthält Spoiler

Die beiden Mordermittler Jagoda "Milo" Milosevic und Vincent Frey werden mit übel zugerichteten Männerleichen in Hamburg konfrontiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stellen sie fest, dass ...

enthält Spoiler

Die beiden Mordermittler Jagoda "Milo" Milosevic und Vincent Frey werden mit übel zugerichteten Männerleichen in Hamburg konfrontiert. Im Laufe ihrer Ermittlungen stellen sie fest, dass alle ermordeten Männer in ihrer Vergangenheit sexuelle Gewalt an Frauen ausgeübt haben. Macht hier jemand Jagd auf männliche Sexualstraftäter?


"Stigma", geschrieben von den beiden Autorinnen Regina Denk und Lisa Bitzer unter dem Pseudonym Lea Adam, wartet noch vor dem ersten Kapitel gleich mit einem vollmundigen Versprechen auf, nämlich dass der Thriller "[f]ür alle, die es leid sind, immer wieder dieselbe Geschichte über ermordete Frauen zu lesen" gewidmet sei.
Wird "Stigma" dem gerecht?
Meiner Meinung nach nur bedingt.

Ja, es wird deutlich und durchaus respektvoll aufgezeigt, was im Umgang mit sexualisierter Gewalt vor allem gegen Frauen alles falsch läuft, dass die Opfer hierbei allein gelassen werden, dass ihnen wenig bis gar kein Glauben geschenkt wird oder ihnen teils selbst die Schuld daran gegeben wird und dass auch aus strafrechtlicher Sicht nicht hart genug dagegen vorgegangen wird.
Es ist unfassbar und macht wütend. Da überrascht es nicht, wenn aus Opfern Tätern werden und sich hier auch nicht Mitleid gegenüber den Toten einstellt.

In Bezug auf die Taten spielt Selbstjustiz eine große Rolle und genau dieser Aspekt wurde meines Erachtens nicht differenziert genug dargestellt.
Es besteht kein Zweifel, dass es einige Missstände im Umgang von Sexualstraftätern und deren Opfern gibt, doch rechtfertigt, dass keine Selbstjustiz aus einfachen Rachegründen und genau diese kritische Auseinandersetzung hat mir im ansonsten gut und fesselnd geschriebenen sowie gut durchdachten Thriller gefehlt.

Von Beginn an wird Spannung aufgebaut und bis zum Ende hochgehalten, auch nachdem sich herauskristallisiert hat, was hinter den Morden steckt, schafft das Autorenduo noch zu überraschen. Überzeugen kann auch die gute Charakterzeichnung. Bedingt dass der Thriller, abgesehen von einzelnen Kapiteln, die aus Sicht von Frauen geschrieben wurden, die Opfer von sexueller Gewalt bzw. Vergewaltigungen wurden, ist die Handlung aus der Perspektive von Milo geschrieben, wodurch sie greifbarer wird. Die Einblicke in ihr privates Leben ließen sie zudem auch menschlicher erscheinen.
Jedoch verliert die Handlung zum Ende hin an Glaubwürdigkeit und wirkt zu konstruiert, steht dann eigentlich nur das Rachemotiv im Vordergrund der Ermittlungen. Auch die schnell laut werdende Chefin, ein Maulwurf in den eigenen Reihen sowie eine Staatsanwaltschaft, die sich in die Ermittlungen einmischt, sind nicht neu.

Fazit:
Mit den Themen sexualisierte Gewalt, Täter-Opfer-Umkehr, Selbstjustiz und Mord aus Rache hatte zusammen mit einem hohen Erzähltempo und einen angenehm zu lesenden Schreibstil "Stigma" eigentlich alle Zutaten für einen spannenden Thriller, der gleichzeitig noch den Blick auf ein wichtiges Thema lenkt. Doch leider konnte das Endprodukt nicht vollständig überzeugen. Den Opfern von sexualisierter Gewalt wurde zwar eine Stimme gegeben, die jedoch leider im Rachemotiv untergangen ist.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Wenn der Blick der Medusa fehlt

STONE BLIND – Der Blick der Medusa
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"Sie werden dich fürchten, vor dir fliehen und dich ein Ungeheuer nennen."

"STONE BLIND" von Natalie Haynes ist eine lesenswerte und unterhaltsame Nacherzählung von den griechischen Göttersagen rund um ...

"Sie werden dich fürchten, vor dir fliehen und dich ein Ungeheuer nennen."

"STONE BLIND" von Natalie Haynes ist eine lesenswerte und unterhaltsame Nacherzählung von den griechischen Göttersagen rund um Medusa.

Medusa, die einzige Sterbliche in einer Götterfamilie, ist die jüngste der Gorgonenschwestern. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern wird Medusa älter, erlebt Veränderungen und fühlt Schwäche.
Als der Meeresgott Poseidon Medusa in Athenes Tempel angreift, ist die Göttin wütend über die Verletzung ihres heiligen Raums ubd Athene nimmt Rache an Medusa. Zur Strafe für Poseidons Taten wird Medusa für immer verwandelt. Sich windende Schlangen ersetzen ihr Haar und ihr Blick verwandelt jedes lebende Wesen in Stein. Medusa lebt daraufhin in Einsamkeit bis Perseus sich auf eine schicksalhafte Reise begibt, um den Kopf einer Gorgone zu holen.


Erzählt wird die Geschichte rund um Medusa aus verschiedenen Perspektiven, neben Medusa darunter auch Athene, Perseus, die Gorgonen und andere Götter. Auch kommen Olivenbäume, Steine und Medusas Schlangen zu Wort, was zwar eine interessante Idee ist und für Auflockerung sorgt, aber teils etwas überstrapaziert wurde.
Positiv anzumerken ist, dass die Autorin es versteht all die Eigenheiten der Götter, ihre schrecklichen Entscheidungen und ihr selbstverliebtes Verhalten in eine Geschichte zu verweben, die sowohl unterhaltsam ist als auch zum Nachdenken anregt.
Medusa wurde im Laufe der Geschichte dämonisiert, als das Monster, das es wagte, sich den Göttern zu widersetzen, obwohl sie in Wirklichkeit nur eine junge Frau war, die die Aufmerksamkeit einiger rachsüchtiger Götter auf sich zog. Vor allem die Beziehung zwischen ihr und ihren Schwestern ist gut gelungen und verdeutlicht, dass der Schein trügen kann und dass das wahre Monster in Wirklichkeit ein junger Mann mit einem Schwert sein kann.

Weniger gut gefallen hat mir, dass für einen Roman, in dem es angeblich um Medusa geht, viel Zeit damit verbracht wird Athenas Geschichte zu erzählen. Athene hat eine gefühllose Ader, die man bei allen Göttern beobachten kann. Zwar kann man die Geschichte von Medusa und Athene nicht voneinander trennen, aber ich hatte das Gefühl, dass man der von Medusa mehr Platz hätte einräumen können. Sie fühlt sich ein wenig wie eine vergessene Figur in ihrer eigenen Geschichte an und wird statt zum handelnden eher zum passiven Charakter. Ich hatte mir jedoch mehr Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und ihr Leben erhofft. So blieb Medusa enttäuschend blass. Es wurden eher die Ereignisse des Mythos erzählt, die hier und da mit ironischen Kommentaren versehen wurden.


Fazit: Unterhaltsam, aber ich hatte mir mehr Medusa und Tiefe erwartet. Guter Einstieg in die griechische Mythologie.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Großmutters Geheimnis - Bewegende Geschichte mit Schwächen

Als Großmutter im Regen tanzte
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"Als Großmutter im Regen tanzte" handelt von mehreren Generation von Frauen.
In der Gegenwart folgt man Juni, die nach dem Tod ihrer Mutter auf die Insel zurück, auf der sie aufgewachsen ist und wo sie ...

"Als Großmutter im Regen tanzte" handelt von mehreren Generation von Frauen.
In der Gegenwart folgt man Juni, die nach dem Tod ihrer Mutter auf die Insel zurück, auf der sie aufgewachsen ist und wo sie in das von ihr geerbte Haus der Großmutter einzieht. Beim Aufräumen des Hauses entdeckt Juni Bilder, die ihre Großmutter mit einem deutschen Soldaten zeigen sowie auf einen von ihr geschriebenen Brief aus dem Jahr 1946 mit einem deutschen Poststempel. Da bis dahin Juni nicht wusste, dass ihre Großmutter sich in einen deutschen Soldaten verliebt hatte und nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland war, macht sie sich auf die Suche nach Antworten. Sie macht sich auf dem Weg nach Berlin und Demmin, im Osten von Deutschland. Auf ihrer Suche nach Antworten lernt sie nicht nur mehr über das schreckliche Schicksal von Demmin und der schwierigen Zeit in Deutschland direkt nach dem Krieg kennen, sondern kommt auch einem großen Familiengeheimnis auf die Spur, das ihr Leben verändern wird.
In der Vergangenheit folgt man Junis Großmutter Tekla, wie sie sich in einen deutschen Soldaten verliebt und gemeinsam mit ihm nach Deutschland geht, zum Missfallen ihrer Familie. In Deutschland angekommen, stehen jedoch ihre Liebe und ihr gemeinsames Glück unter keinem guten Stern.


Die Geschichte von Juni und Thekla wird in zwei Handlungssträngen erzählt, was besonders am Anfang den Erzählfluss etwas hemmt, da zu Beginn keine richtige Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen zu erkennen ist. Mit zunehmender Seitenzahl verweben sich beide Geschichten immer mehr miteinander und je mehr man in Teklas Vergangenheit eintaucht, umso spannender und bewegender wird der Roman. Man lernt hierbei so manches über die Zeit in Norwegen während des Zweiten Weltkrieges kennen, so wie auch über das Leid, dem die einfache deutsche Bevölkerung in den Städten und Dörfern, die von der Roten Armee erobert wurden, ausgesetzt waren. Dargestellt wird auch das Leben in Berlin in der direkten Nachkriegszeit.

Im Fokus des Romans steht jedoch die wiederkehrende Themen Liebe, Verbundenheit und Wärme (und auch das Fehlen davon), sind doch alle Familienmitglieder über verschiedene Generationen hinweg stark davon in irgendeiner Form geprägt. Im Mittelpunkt stehen hierbei die drei Frauen, Juni, ihre Mutter und Tekla, die es trotz schwieriger Umstände schafften, jede auf ihre Weise die Stärke in ihnen selbst zu finden.

Leider konnte mich jedoch die Geschichte insgesamt trotz ihrer bewegenden und vielschichtigen Themen in ihrer Umsetzung nicht vollständig begeistern. Besonders der Handlungsstrang rund um Juni empfand ich gegenüber Teklas als den Schwächeren. Juni blieb mir als Charakter eher fremd und hatte ich auch das Gefühl, dass sich zum Ende hin all ihre Probleme mit der Zauberhand aufgelöst zu haben schienen. Dadurch wirkte im Ganzen die Erzählung rund um Juni etwas zu konstruiert, wodurch ich keine emotionale Verbindung zu einer an sich bewegenden Lebensgeschichte aufbauen konnte. Tekla als Charakter gefiel mir dagegen viel besser und ich wäre ihr gerne noch viel länger in ihrem Leben gefolgt.

"Als Großmutter im Regen tanzte" von Trude Teige ist ein bewegender und vielschichtiger Roman über die Kraft der Liebe, der gleichzeitig auch interessante Einblicke in die deutsch-norwegische Geschichte zu Zeiten und nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt. Nach einem langsamen Beginn kann vor allem der Handlungsstrang rund um Tekla überzeugen. Im Vergleich dazu bleibt Juni als Charaktere eher blass. Eine stärkere Fokussierung auf Tekla hätte meiner Meinung nach der Geschichte besser getan.
Alles in allen ein schön geschriebener und berührender historischer Roman, der mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

Ein Buch, das zu viel auf einmal sein will

Anatomy
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Die 17-jährige Lady Hazel Sinnett aus gutem Hause möchte im frühen 19. Jahrhundert in Edinburgh Chirurgin werden, aber die Gesellschaft und ihre Familie sind nicht begeistert davon, soll sie doch ihren ...

Die 17-jährige Lady Hazel Sinnett aus gutem Hause möchte im frühen 19. Jahrhundert in Edinburgh Chirurgin werden, aber die Gesellschaft und ihre Familie sind nicht begeistert davon, soll sie doch ihren Cousin, den Sohn des Vicomte von Almont, heiraten. Nachdem sie sich eines Nachmittags in einen chirurgischen Kurs geschlichen hat, beschließt Hazel, dass es das Beste ist, sich als ihr verstorbener Bruder George auszugeben, um so ihr Examen als Chirurgin ablegen zu können.
Sie lernt einen Jack Currer, einen jungen Mann und Grabräuber kennen, der Leichen an die Anatomiegesellschaft verkauft, bei der sie studieren möchte. Während sich beide näherkommen, werden in der Zwischenzeit die Armen von Edinburg entführt und gegen ihren Willen an ihnen chirurgische Operationen praktiziert.

Die Inhaltsangabe von "Anatomy" von Dana Schwartz machte Lust auf eine historische Gothic-Fiction, verknüpft mit einer süßen und verbotenen Liebesgeschichte über eine junge Frau, die davon träumt, Chirurgin zu werden, und einen jungen Mann, der Leichen aus den Gräbern stiehlt, um sie an Chirurgen zu verkaufen. Aber die Romanze steht in dieser Geschichte nicht im Vordergrund. Tatsächlich spürt man erst am Ende das Gewicht der Gefühle, die Jack und Hazel füreinander haben. Und genau hier liegt eines der Probleme, die ich mit "Anatomy" hatte, den beim Lesen war ich mir nicht sicher, ob das Buch nun eine Liebesgeschichte, ein Krimi, ein historischer Gothic-Roman oder eine Coming-of-Age-Erzählung sein wollte. Es war etwas von allem, aber leider nicht auf eine gute Art und Weise. Das Tempo der Romanze war perfekt, aber es gab nicht genug davon, um in die Kategorie "Liebesgeschichte" zu fallen. Das Mysterium ist kaum ein Mysterium, es ist mehr oder weniger ein Gespräch über einige seltsame Ereignisse, alle paar Kapitel. Ich habe keine Ahnung, in welche Kategorie ich dieses Buch einordnen soll, denn das einzige Genre, in das es sich einordnen lässt, ist das Historische.
Abgesehen davon schritt auch der größte Teil der Handlung ziemlich langsam voran, um dann in einen sehr offenen Schluss überstürzt zu enden und eine übernatürliche Richtung zu nehmen, die nicht wirklich zum Rest der Geschichte passte, die eher düster und realitätsnah war. Am Ende bleiben mehr Fragen offen, als geklärt wurden.
Gut gefallen hat mir der sehr atmosphärische und flüssige Schreibstil, der einem beim Lesen direkt in das Edinburg um 1800 versetzte. Man folgt gespannt Jack bei seiner Arbeit als Grabräuber und spürt richtig die düstere Stimmung, die auf den Friedhöfen vorherrscht. Ebenso lebendig ist Hazels Weg, eine Chirurgin zu werden, beschrieben.

Insgesamt ist "Anatomy" ein Buch mit einer vielversprechenden Prämisse, deren Umsetzung mich leider nicht vollständig überzeugen konnte. Einzig der stimmungsvolle und lebendige Schreibstil konnten mich begeistern, das Erzähltempo und die Ausarbeitung einiger Handlungspunkte weisen Schwächen auf.

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Leichte Kost für zwischendurch – für Fans von „Die Ärztin“

Die Töchter der Ärztin
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Wie der Name der Trilogie "Die Töchter der Ärztin" schon andeutet, stehen im ersten Band die beiden Töchter Henny und Antonia von Ricarda Thomasius, die manchen aus der "Die Ärztin" – Trilogie schon bekannt ...

Wie der Name der Trilogie "Die Töchter der Ärztin" schon andeutet, stehen im ersten Band die beiden Töchter Henny und Antonia von Ricarda Thomasius, die manchen aus der "Die Ärztin" – Trilogie schon bekannt sein dürfte, im Mittelpunkt der Handlung.
Die beiden Schwestern könnten kaum unterschiedlicher sein, Antonia "Toni" ist im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester Henny eher abenteuerlustig und hat ihren eigenen Kopf. So macht sich Toni nach Beendigung ihres Medizinstudiums auf den Weg nach Daressalam in Afrika, um dort sich auf die Suche nach ihren Wurzeln zu begeben anstatt wie von Henny erhofft mit ihr gemeinsam in Hennys Arztpraxis in Berlin-Mitte zu arbeiten.
In Afrika angekommen ist jedoch für Toni vieles anders als gedacht, so fehlen Medikamente und medizinische Ausrüstung in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet auch wird sie vom Leiter der Klinik schikaniert.
In Berlin folgt man Henny, wie sie als Ärztin in ihrer eigenen Praxis mit einem neuen Röntgenapparat ihren Weg geht und wie privat ihr Leben und das ihrer Tochter durch die Rückkehr ihres Ex-Mannes auf dem Kopf gestellt wird.
Neben den beiden Handlungssträngen der Schwestern spielt auch die Handlung um Ricarda und ihrer weiteren Familie eine Rolle, wodurch man auch einen Einblick in Zeit der Goldenen Zwanziger in Berlin bekommt.

Verschiedene Schauplätze und mal mehr oder weniger dramatische Ereignisse sorgen dafür, dass der Erzählfluss nicht ins Stocken gerät. Leider fehlt es aufgrund der Fülle an handelnden Personen und Geschehnissen der Handlung teils deutlich an Tiefe. Auch fällt außer für Toni und Henny die Darstellung der anderen, insbesondere der männlichen Charaktere etwas oberflächlich aus. Ebenso hätte ich mir manchmal auch etwas mehr Fokus auf den medizinischen Aspekt gewünscht, so liest sich besonders der Handlungsstrang rund um Toni in Afrika mehr als Abenteuerroman.
Trotz des leicht zu lesenden und bildlichen Schreibstils, der dafür sorgt, dass man schnell in die Geschichte rund um die Töchter der Ärztin Ricarda sowie deren Familie hineinfindet, konnte mich zu keinem Zeitpunkt die Geschichte so richtig in ihren Bann ziehen.
Fans von "Die Ärztin" werden bestimmt mehr Gefallen an dem Roman finden.

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