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Veröffentlicht am 18.02.2023

Ein wahrer Fundus für alle Liebhaber der italienischen Küche

Italien! Das Goldene von GU
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Wer die italienische Küche liebt, ist hier wirklich umfassend bedient, denn „Das Goldene Italien!“ liefert 200 tolle Rezepte. Die goldene Reihe von Gräfe & Unzer ist dafür bekannt, zu speziellen Themen ...

Wer die italienische Küche liebt, ist hier wirklich umfassend bedient, denn „Das Goldene Italien!“ liefert 200 tolle Rezepte. Die goldene Reihe von Gräfe & Unzer ist dafür bekannt, zu speziellen Themen eine umfassende Rezeptauswahl zu bieten. Diese Rezepte sind in sieben große Kapitel gegliedert:

1. Pane

2. Antipasti

3. Il Primo

4. Il Sedondo

5. Contorni

6. Dolce



Alle Kapitel beginnen mit ausführlichen Beschreibungen und Tipps zu den besten Zutaten und zur Zubereitung, so beispielsweise auch, wie man Pasta selbst herstellen kann und was dabei zu beachten ist.

Im Kapitel Pane findet man unendlich viele Brotvarianten der italienischen Küche: toskanisches Landbrot, Knusprige Ciabatta, Grissini, Foccacia und vieles mehr.
Auch sind Rezepte für verschiedene Varianten von Panini, Tramezzini, Crostini und Bruschette, Pizza, Pizzabrot und Calzone enthalten.

Das Kapitel Antipasti bietet eingelegtes Gemüse in großer Vielfalt, Caprese in Variationen, auch mal etwas ausgefallen, beispielsweise mit Paprika oder Feigen.
Außerdem sind hier Frittata und mariniertes oder gefülltes Gemüse (Tomaten, Paprika) vertreten.
Vegetarier oder Veganer können nach Herzenslust schlemmen, wenn es beispielsweise Steinpilz-Carpaccio gibt.
Auch enthält dieses Kapitel tolle Suppen wie klassische Minestrone, grüne Minestrone, würzige Steinpilzsuppe mit Brot, Linsensuppe, toskanische Ribollita, um nur einige davon zu nennen.

Il Primo:
Risotto bietet viele Möglichkeiten: mit Kürbis, mit Spinat, mit Erbsen und Zuckerschoten, mit Pilzen, und auch bei Gnocchi kann man aus dem Vollen schöpfen und hat die Wahl zwischen Petersiliengnocchi, Kürbisgnocchi, Salbeignocchi, Kräuternocken und weiteren tollen Variationen.
Im Kapitel Il Primo gibt es außerdem Pasta satt, und neben den Lieblings-Klassikern der italienischen Küche wie Bandnudeln alla Bolognese, Lasagne al Forno oder Spaghetti alle Vongole findet man hier auch außergewöhnliche Kombinationen wie Orecchiette mit Oliven-Salsa, Tagliatelle mit Bratwurst und Fenchel, Ravioli mit Kürbisfüllung oder Cannelloni mit Salsiccia und Blumenkohl.

Il Secondo, der Hauptgang besteht aus Fleisch. Meeresfrüchten oder Fisch. Hierzu findet man im Buch beispielsweise Fischpfanne, Scampispieße, Muscheln etc. aber auch Fleisch-Klassiker wie Scaloppine al Limone, Saltimbocca, Bistecca oder Involtini. Da ich mich weitgehend vegan ernähre, ist dieses Kapitel für mich nicht wirklich ergiebig, allerdings lassen sich einige Gerichte durchaus auf vegan abändern, indem man das Fleisch durch Seitan oder eine andere Fleisch-Alternative ersetzt. So muss ich auch auf Gerichte wie den Schmortopf mit Bratwurst und Fenchel nicht verzichten, denn auch für Bratwurst gibt es inzwischen einen tollen Ersatz.

Beim nächsten Kapitel bin ich wieder gut dabei, denn hier geht es um die Contorni (Beilagen), und da kann ich aus dem Vollen schöpfen.
Frisches Gemüse mit Olivenöl extra vergine und frischen Kräutern angerichtet geht immer, und die Salate in diesem Kapitel, so zum Beispiel Artischocken-Fenchel-Salat, Brotsalat, Bohnensalat mit Aprikosen oder Melonensalat mit Pesto, Romanesco-Salat mit Kichererbsen oder Rucolasalat mit Steinpilzen (habe ich schon erwähnt, dass ich Steinpilze liebe?) lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen, denn die Fotos im Buch sind brillant und wecken den Appetit.
Dann wären da auch noch so einfache und doch schmackhafte Beilagen wie Polenta, Bohnenpüree oder Zitronenkartoffeln, die mich begeistern können, und die raffinierten Aufläufe und herzhaften Kuchen muss ich natürlich auch erwähnen, hier stellvertretend für alle tollen Rezepte, Auberginenauflauf, Gemüsegratin oder Brokkolikuchen.

Dolce: Etwas Süßes am Schluss geht immer noch, und so kommt das letzte Kapitel gerade recht, denn hier gibt es die Rezepte für Klassiker wie Panna Cotta, Zabaione, Cassata oder Tiramisu aber auch fruchtiges Risotto, Aprikosen in Marsala oder Aperol Sprizz mit Zitronen-Granita.
Auch für süßes Gebäck wie Cantuccini, Florentiner oder Amaretti sind Rezepte enthalten, und Experimentierfreudige können sich an Torrone mit Pistazien, Ricotta-Polenta-Küsschen oder Panforte die Siena versuchen.

Mein Fazit: Hier hat man einen sehr umfangreichen und schönen Rezept-Fundus, wenn man die italienische Küche liebt. Es ist ganz sicher für jeden Geschmack und jede Ernährungsform etwas dabei, und wie schon gesagt, manches kann man ja individuell abwandeln. Die brillanten Farbfotos lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, und die umfassenden Tipps bei den Rezepten geben Sicherheit, denn da kann eigentlich gar nichts schief gehen. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Großartiger historischer Roman, der die Ereignisse am Vorabend der Schlacht von Hastings schildert

Der eiserne Herzog
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Zwar habe ich schon einige Romane über die englische Geschichte gelesen, aber der hier geschilderte Zeitraum war mir relativ unbekannt. Der eiserne Herzog ist allgemein sicher besser bekannt als Wilhelm ...

Zwar habe ich schon einige Romane über die englische Geschichte gelesen, aber der hier geschilderte Zeitraum war mir relativ unbekannt. Der eiserne Herzog ist allgemein sicher besser bekannt als Wilhelm (Guilhem) der Eroberer, und wie der Titel schon verrät, geht es auch um ihn, den Herzog der Normandie. Sein Gegenspieler ist Harold Godwinson, und dieser Roman handelt vom Kampf der beiden Männer um den englischen Thron. Guilhem und auch die Schlacht bei Hastings kannte ich bereits aus dem Geschichtsunterricht, der allerdings schon sehr, sehr lange zurückliegt. Auch muss ich gestehen, dass von den reinen Daten, wie man sie damals erfuhr und lernen musste, nicht wirklich viel hängen geblieben ist, denn es fehlte ihnen an Substanz. Das hat sich jedoch mit diesem Roman völlig geändert. Ulf Schiewe hat mich auch diesmal wieder absolut mitgenommen. Sein Roman ist, wie man es von ihm kennt, historisch fundiert und bestens recherchiert. Die Charaktere im Roman, bei denen es sich weitgehend um reale historische Persönlichkeiten handelt, haben Tiefe, und dadurch, dass man an ihren Gedanken teilhaben kann, versteht man die Zusammenhänge viel besser. Sowohl Guilhem als auch Harold sind beeindruckende Persönlichkeiten, die ihre Entscheidungen nicht leichtfertig treffen und werden beide als umsichtig und besonnen dargestellt. Beide haben wichtige Beweggründe, die englische Krone für sich zu beanspruchen. Hier gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern viele Facetten dazwischen, denn andererseits haben beide Protagonisten nicht ausschließlich gute Eigenschaften und Wesenszüge, sondern treffen auch Fehlentscheidungen, die sich zum Teil tragisch auswirken.

Neben den beiden Hauptpersonen gibt es noch viele weitere Charaktere, die ebenfalls real existiert haben und für den Fortgang der Geschichte entscheidend sind. Hier ist vor allem der amtierende König Eadweard zu nennen, der das Dilemma erst ausgelöst hat, als er entschied, Guilhem zu seinem Nachfolger zu ernennen. Auch die Frauen in der Geschichte sind eigensinnige, starke Charaktere, die durch ihre Handlungen und Unterstützung so manches erst möglich machen. Hier hat mich vor allem Matilda fasziniert, um deren Hand Guilhem gleich zu Beginn des Romans wirbt und die ihn auch gegen den Willen des Papstes heiratet.

Der Autor zeichnet ein sehr lebendiges, farbiges und sehr beeindruckendes Bild dieser Zeit. Durch seinen einprägsamen Schreibstil und seine Wahl, die Geschichte im Präsens zu erzählen, wird man von der Handlung richtiggehend mitgenommen. Die Karte auf der inneren Buchklappe, die eine Übersicht von England und Frankreich im 11. Jahrhundert zeigt sowie das umfangreiche Personenregister und die Aufstellung alter Ortsnamen sind sehr hilfreich fürs bessere Verständnis. Alles in allem ist dies ein großartiger Roman, der ein sehr authentisches und glaubhaftes Bild der damaligen Ereignisse zeichnet.

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Veröffentlicht am 18.01.2023

Das sollten Verantwortliche in Politik und Gesundheitswesen lesen!

Unser Essen - Killer und Heiler
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Dr. Matthias Riedl ist vermutlich den meisten bekannt, denn er gehört zum festen Team der Ernährungsdocs. Er ist einer der Mediziner, die sich für gesunde Ernährung einsetzen und den Zusammenhang zwischen ...

Dr. Matthias Riedl ist vermutlich den meisten bekannt, denn er gehört zum festen Team der Ernährungsdocs. Er ist einer der Mediziner, die sich für gesunde Ernährung einsetzen und den Zusammenhang zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aufzeigen. In diesem Buch, das inhaltlich kurz und knackig ist, geht Dr. Riedl mit der Ernährungsindustrie, mit der Politik und auch mit unserem Gesundheitssystem ins Gericht. Wie er schreibt, ist es Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, nur sehr schwer möglich, sich gesund zu ernähren. Damit hat er leider recht. Erst heute habe ich erfahren, dass unser Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft für seinen Plan, die Mehrwertsteuer für gesunde Lebensmittel aufzuheben, keine Mehrheit im Bundestag bekommen hat. Das wäre doch mal ein guter Ansatz gewesen! Da sieht man, dass es den meisten Politikern völlig egal ist, wie es den Menschen geht, die nicht gerade mit Reichtum gesegnet sind, sondern genau überlegen müssen, wie sie ihr Geld einteilen.

Dr. Matthias Riedl und die anderen Ernährungsdocs zeigen in ihren Sendungen und Büchern sehr deutlich, was alles durch Ernährungsumstellung möglich ist. Jede(r ) sollte die Möglichkeit haben, sich dies auch finanziell ermöglichen zu können.

Dr. Riedl plädiert für eine „artgerechte“ Ernährung, und davon ist das, was uns täglich im Supermarkt in Hülle und Fülle angeboten wird, leider weit entfernt. Man merkt sehr schnell, dass manche Lebensmittelhersteller, die ungesunde Sachen verkaufen, eine große Lobby haben. Dass der Nutri-Score nicht unbedingt für Klarheit sorgt, sondern quasi ein verzerrtes Bild zeigt, wird auch schnell klar.

Dies ist ein wichtiges Buch, das die Probleme sehr deutlich aufzeigt, auch was in unserem Gesundheitssystem schief läuft.

Ein kleiner Rezeptteil schließt sich an, so dass man mit seinen guten Vorsätzen nicht in der Luft hängt, sonder das eine oder andere gleich praktisch umsetzen kann.

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Veröffentlicht am 16.01.2023

Zu Hause ist, wo Wolle ist - Die Geschichte eines trauhaften Neubeginns

Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands
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In dieser neuen Folge um den kleinen Strickladen in den Highlands geht es um Amely. Wir haben sie bereits im letzten Band kennengelernt, denn sie war mit einem Stand auf dem ersten Wollfestival vertreten, ...

In dieser neuen Folge um den kleinen Strickladen in den Highlands geht es um Amely. Wir haben sie bereits im letzten Band kennengelernt, denn sie war mit einem Stand auf dem ersten Wollfestival vertreten, das Maighread organisiert hatte. Nun haben ihre Freunde sie zurückgeholt in den kleinen Ort Callwell am Loch Lomond. Hier soll sie Kraft schöpfen und zur Ruhe kommen. Die Trauer um ihre kürzlich verstorbene Mutter hat die junge Frau seelisch in ein tiefes Loch gezogen, aus dem sie aus eigener Kraft nicht wieder herauskommt. Aber in Edinburgh wartet ihr Haus und der Alltag auf sie, und sie müsste ihr Leben neu ordnen, und genau davor und vor der Einsamkeit, die sie dort erwartet, hat sie Angst. Dass sich der sympathische Peter, der Inhaber der Whisky-Destillerie in Callwell, in sie verliebt hat, macht ihr die Entscheidung nicht leichter, und doch beschließt sie, nach Edinburgh in ihr altes Umfeld zurückzukehren, denn schließlich muss sie auch von etwas leben.
Doch dann hat Peter einen Reitunfall, und auch wenn dieses Ereignis erst einmal negativ ist, so macht Amely dabei eine Entdeckung, die ihr wie ein Zeichen erscheint und ihr Leben auf den Kopf stellen könnte, und sie fragt sich, ob sie ihrem Traum folgen soll…
Nicht nur Amely, auch alle anderen wichtigen Charaktere aus Callwell sind mir schon von den vorherigen Büchern bekannt. Das fühlt sich beim Lesen gut und vertraut an. Dies ist schon der vierte Band um den kleinen Strickladen in den Highlands, und ich muss sagen, er hat mir bisher am besten gefallen. Es geht einerseits um ernste Themen wie Trauerbewältigung und Neuanfang, aber die Tendenz ist stets hoffnungsvoll, und im Grunde ist es ein richtiger Wohlfühlroman, vor allem für Strickbegeisterte. Die werden nicht nur bei der Geschichte auf ihre Kosten kommen, wo es auch immer wieder um schöne Garne und neue Strickideen geht, sondern sie werden hinten im Buch, wie schon von den vorherigen Büchern gewohnt, einige Strickanleitungen finden, die stark zum Nacharbeiten verlocken, denn sie haben immer einen Bezug zur Geschichte. Die Handlung ist stimmig und das Setting wieder wunderschön. Besonders gut gefällt mir der Zusammenhalt in Callwell, denn die Bewohner sind füreinander da, egal was geschieht. Schade, dass die Menschen, die Örtlichkeiten und die Handlung fiktiv sind, denn zu Maighread und ihren Freunden würde ich auch gerne einmal reisen und in der wohltuenden Atmosphäre so richtig abschalten, mich von Eilidh auf Callwell Castle mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen, in dem kleinen Strickladen mit den liebenswerten Protagonisten Tee trinken und ausgedehnte Spaziergänge in den Highlands machen. Das stelle ich mir traumhaft vor.
Aber zumindest in Gedanken kann ich mich in diese fiktive Welt hinein träumen, die fast heil ist, durch die Probleme, die zwischendurch auftauchen, jedoch besonders glaubwürdig und authentisch wirkt.

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Veröffentlicht am 11.01.2023

Von der Gegenwart ins Mittelalter - Eine fesselnde Zeitreisegeschichte

Troubadour
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Am Tag als seine Jugendliebe einen anderen heiratet, macht sich Niki Wolff mit einer Flasche Wein auf den Weg zum höchsten Punkt der Ruine Dürnstein, denn dort hat damals seine Liebe zu Tina begonnen. ...

Am Tag als seine Jugendliebe einen anderen heiratet, macht sich Niki Wolff mit einer Flasche Wein auf den Weg zum höchsten Punkt der Ruine Dürnstein, denn dort hat damals seine Liebe zu Tina begonnen. Es ist Winter, die Mauer der Burgruine ist glatt, Niki stürzt ab und kommt am Fuße des Burgbergs wieder zu sich. Er kann sich an nichts mehr erinnern, was vorher geschah, und die ersten Menschen, die ihm jetzt begegnen, sind die Geschwister Bertram und Engeltrud, die Kinder des kürzlich verstorbenen Henkers, wie Niki erfährt. Zu seinem Erstaunen stellt er fest, dass er sich im Jahr 1193 befindet, und es ist genau die Zeit, als auf Burg Dürnstein der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wird. Niki ist verwirrt, denn nach und nach blitzen immer wieder Erinnerungen an sein Leben in der Gegenwart auf. Vieles was er sagt und tut, ist für die Menschen im 12. Jahrhundert, bei denen er gelandet ist, unverständlich. Die Orte, die er besucht, kennt er aus seiner Zeit, aber hier findet er sie stark verändert vor. Er möchte nichts lieber als zurück in die Gegenwart, aber das ist nicht so einfach, und so muss er sich mit den mittelalterlichen Gegebenheiten arrangieren, und dann verliebt er sich auch noch. Je stärker sich Niki erinnern kann, umso mehr muss er sich vor unbedachten Äußerungen und Handlungen in Acht nehmen. Seine Gedanken kann man immer wieder kursiv gedruckt lesen, und so manche seiner Aussprüche führen zu einer gewissen Situationskomik. Auch wenn es einige dramatische Wendungen gibt, so ist die Stimmung in der Geschichte doch weitgehend heiter und amüsant. So richtig lustig wird es, wenn Niki auf der Laute, zur Unterhaltung der Rittersleute, „Es lebe der Zentralfriedhof“ von Wolfgang Ambros zum Besten gibt und seine Darbietung bei Richard Löwenherz Gefallen findet. Der Humor in der Geschichte ist manchmal ziemlich derb und deftig, und an pikanten Szenen wird nicht gespart, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Autor den Ton des Mittelalters damit recht gut trifft.

Mit seinem Debütroman legt der Autor eine interessante Mischung aus historischen Roman, Zeitreise- und Abenteuergeschichte vor. Er erzählt sehr kurzweilig und rasant, und ein fesselndes Ereignis jagt das andere. Es ist eine faszinierende Mischung der unterschiedlichsten Charaktere, denen man hier begegnet, und alle sind so lebendig und genau beschrieben, dass man sie beim lesen direkt vor sich sieht. Überhaupt hat es der Autor geschafft, ein großartiges Kopfkino bei mir zu entfachen. Während man Niki im Geiste bei seinen Erlebnissen begleitet, erfährt man einiges über die historischen Hintergründe, die recht authentisch dargestellt sind, auch wenn der Autor einige Daten aus dramaturgischen Gründen ein wenig verschoben bzw. verändert hat. Niki gewinnt Freunde, aber er begegnet auch einigen sehr unangenehmen damaligen Zeitgenossen. Die Ereignisse spielen sich alle in der Gegend um Burg Dürnstein ab, und obwohl ich noch nie dort war, konnte ich mich gut in die Szenerie hineinversetzen. Auch muss ich gestehen, dass ich mir die Ruine auf Bildern genauer angesehen habe, denn ich konnte nicht widerstehen, zu dieser turbulenten Geschichte noch ein wenig über die Gegend und die Hintergründe zu recherchieren.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, denn er ist spannend, humorvoll und äußerst unterhaltsam. Der Epilog rundet die Geschichte wunderbar ab und ist doch so ausgerichtet, dass man neugierig auf weitere Abenteuer von Niki wird. Ich habe mich dann auch gleich auf Teil 2 gestürzt, der glücklicherweise schon bereit stand.

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