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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2023

Packend und unterhaltsam wie ein Krimi

Melody
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Dr. Peter Stotz beauftragt den jungen Juristen Tom Elmer, sich um seinen Nachlass zu kümmern und dabei Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Letzteres soll in den Schredder, Ersteres ist für die Nachwelt ...

Dr. Peter Stotz beauftragt den jungen Juristen Tom Elmer, sich um seinen Nachlass zu kümmern und dabei Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Letzteres soll in den Schredder, Ersteres ist für die Nachwelt bestimmt. Und wichtig ist eigentlich nur Melody Alaoui, Stotz‘ ehemalige Verlobte, die kurz vor der Hochzeit plötzlich unter mysteriösen Umständen verschwand. In allabendlichen Gesprächen am Kamin erzählt er Tom von ihr, ihrem Verschwinden und seiner Sehnsucht und unermüdlichen Suche nach ihr. .

Von der ersten Seite an vermag Martin Suter mich mit seinem Plot zu fesseln. Er verwebt Stotz’ Erzählung meisterhaft mit Toms Arbeit und lässt diesen einen Teil der Suche werden. Immer wieder unterbricht er Stotz‘ Bericht und hält so einen Spannungsbogen aufrecht, der durch überraschende Wendungen noch stärker gespannt wird.

„Melody“ ist packend und unterhaltsam wie ein Krimi. An mancher Stelle scheint sich die Story genau in diese Richtung zu entwickeln, um dann plötzlich doch ein ganz anderes Gesicht zu zeigen. Einzig dem Ende zu waren es mir dann doch ein oder zwei Überraschungen zu viel. Trotzdem war es für mich ein großes Lesevergnügen. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 17.03.2023

Witzig, skurril und ironisch

Kochen im falschen Jahrhundert
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"Kochen im falschen Jahrhundert" handelt von einem Abend an dem die Gastgeberin ihren Partner, ein befreundetes Paar und einen weiteren Freund - ein Schweizer, dessen Freundin keine Zeit hat - zum Essen ...

"Kochen im falschen Jahrhundert" handelt von einem Abend an dem die Gastgeberin ihren Partner, ein befreundetes Paar und einen weiteren Freund - ein Schweizer, dessen Freundin keine Zeit hat - zum Essen eingeladen hat. Ein Abend, an dem ausgiebig dem Crémant zugesprochen wird und Gespräche von banal bis tiefschürfend geführt werden.

Teresa Präauer beschreibt diese Situation immer wieder auf unterschiedliche Art und macht diese Geschichte zu einer witzigen, skurrilen und ironischen Gesellschaftsstudie. Ein Buch, das einen vergnüglichen Abend zu bereiten vermag.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Krimi mit Lokalkolorit

Aufblattelt
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"Aufblattelt" ist bereits der dritte Gartenkrimi um Vera Horvath, handelt, wie die beiden Vorgänger, im Südburgenland und ist völlig unabhängig von den anderen beiden zu lesen.

Martina Parker ist wieder ...

"Aufblattelt" ist bereits der dritte Gartenkrimi um Vera Horvath, handelt, wie die beiden Vorgänger, im Südburgenland und ist völlig unabhängig von den anderen beiden zu lesen.

Martina Parker ist wieder ein herrlicher Krimi mit Lokalkolorit gelungen. Auf unvergleichliche Weise bringt sie die Atmosphäre und die Lebensart des Südburgenlands rüber. Sie beschreibt Begebenheiten aus dem Leben der Bewohner und spart auch den Landadel und dessen Beziehung zu den "Normalsterblichen" nicht aus. Der eigentliche Kriminalfall tritt dadurch fast schon in den Hintergrund. Die einzelnen Charaktere sind authentisch und realistisch gezeichnet, an mancher Stelle würde ich mir noch etwas mehr Tiefe wünschen, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Der akribisch aufgebaute Spannungsbogen tut sein Übriges. Genau das richtige Buch für Krimifans und alle, die es noch werden wollen.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Lesenswert

Sisi
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Karen Duve zeichnet in ihrem Buch Sisi das Porträt einer an manchen Stellen eher unsympathischen Kaiserin von Österreich, die wenig mit der Sisi aus den bekannten Filmen gemeinsam hat. Sie ist berechnend ...

Karen Duve zeichnet in ihrem Buch Sisi das Porträt einer an manchen Stellen eher unsympathischen Kaiserin von Österreich, die wenig mit der Sisi aus den bekannten Filmen gemeinsam hat. Sie ist berechnend und nützt ihre Position ständig aus - eine Beschreibung die vermutlich nahe an der Wirklichkeit ist. Es ist sehr viel - für mich zu viel - von Pferden die Rede. Es zeigt aber, wie verrückt Sisi nach diesen Tieren war und damit ist es wiederum gerechtfertigt.

Alles in allem gibt Karen Duve mit ihrem Roman Einblick in das Leben einer außergewöhnlichen Frau und zeigt ein realistisches Bild von ihr. Die Sprache ist detail- und bilderreich und leicht zu lesen. Die Charaktere, insbesondere Sisi, sind facettenreich und authentisch beschrieben. Ein Buch das wenig Überraschungen birgt, aber trotzdem sehr lesenswert ist.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Skurril

Die Erfindung der Wirklichkeit
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Daniel Bloch ist Autor und hat keine Idee, was er als nächstes schreiben soll. Seinem Freund Oscar Babel geht es ähnlich, er ist Maler und bringt nichts mehr auf die Leinwand. Bloch fängt an, eine Geschichte ...

Daniel Bloch ist Autor und hat keine Idee, was er als nächstes schreiben soll. Seinem Freund Oscar Babel geht es ähnlich, er ist Maler und bringt nichts mehr auf die Leinwand. Bloch fängt an, eine Geschichte über ihn zu schreiben, die zur Erfindung der Wirklichkeit wird. Als Ryan Rees in Oscar Babels Realität tritt und ihn kurzerhand aus dem Nichts künstlich zur Berühmtheit macht, droht dessen Leben seltsame Blüten zu treiben und völlig außer Kontrolle zu geraten.

Baret Magarians internationales Debüt ist die Studie einer Gesellschaft wie sie absurder und grotesker kaum sein könnte. Sein gehobener, zum Teil philosophischer Sprachstil unterstreicht die Merkwürdigkeit und Skurrilität der Geschichte.

Ein herrlicher Einfall, den der Autor wunderbar umgesetzt hat. Da fallen die kleinen Längen, die ich zwischendurch empfunden habe kaum ins Gewicht. Kein Buch zum Verschlingen, sondern zum Genießen.

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