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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2023

Zauberhaft und fantasieanregend

Vida und der Sommerzauber
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Im Titel findet man völlig zu Recht das Wort Zauber. Denn tatsächlich finde auch ich bei der Beschreibung meines Eindruckes über dieses Buch immer wieder das Wort Zauber als das am besten passende. Der ...


Im Titel findet man völlig zu Recht das Wort Zauber. Denn tatsächlich finde auch ich bei der Beschreibung meines Eindruckes über dieses Buch immer wieder das Wort Zauber als das am besten passende. Der vielfach ausgezeichnete dänische Autor kennt sich in Psychologie ebenso gut aus wie in Kinderseelen. Das spürt man diesem Buch in eindrücklicher Weise an.
Zum Inhalt nur ganz kurz: Das Geschwisterpaar Vida und Karl fahren für ein paar Ferientage zu ihrem recht wunderlichen Großvater nach Røste Espeløv, einer wunderschönen skandinavischen Landschaft. Dort erleben sie allerlei Überraschendes, Aufregendes, Rätselhaftes und Spannendes.
Das Buch zeichnet sich bereits äußerlich durch sein großes Format aus als eine Mischung zwischen Vorlese- und Bilderbuch. Die Fülle an farbigen Illustrationen mit vielen zu entdeckenden Details belebt die mehr als 100 Seiten Text und lässt die zuhörenden Kinder auch visuell in das Geschehen eintauchen. Sehr, sehr gelungen ist meiner Meinung nach das zauberhaft schöne Cover, denn es zeigt vordergründig eine fröhliche, tierliebe Vida, spielende Tierkinder und blühende Bäume, Sommergefühle pur. Im Hintergrund jedoch zeigt sich ein undurchdringlich wirkender Wald, der Geheimnisse beherbergen könnte. Die Geschichte selbst entführt Kinder (und so manchen Erwachsenen) in eine spannende, aufregende Entdeckungsreise. Ganz großartig finde ich die Handlung, weil sie eine tolle Gratwanderung zeigt zwischen der Realität (was die Kinder mit ihrem Großvater unternehmen) und der Fantasie. Gemeint ist damit nicht eine vom Autor ausgedachte Fantasyerzählung, sondern die durch die Quatschgeschichten des Großvaters ausgelösten Fantasien einer verzauberten Welt bei Vida und Karl. Was man so alles an Abenteuern im Kopf erleben kann, wenn man der Wirklichkeit einen Funken Fantasie einhaucht, das zeigt diese Erzählung auf zauberhafte Weise. Für die Vorleser finden sich zusätzlich als kleine Bonbons mehrdeutige humorige Stellen, die nur Erwachsenen auffallen dürften.

Fazit: Eine zauberhafte, kluge Erzählung, fantasieanregend und spannend.

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Veröffentlicht am 09.04.2023

Ein wahres Lesevergnügen mit viel Lokalkolorit

Abschied auf Italienisch
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Kriminalromane, die in mir unbekannten Gegenden spielen, mag ich sehr. Ligurien war mir bislang völlig fremd. Im Internet holte ich mir das nötige Wissen rund um diesen Landstrich und durch Fotos zusätzlich ...


Kriminalromane, die in mir unbekannten Gegenden spielen, mag ich sehr. Ligurien war mir bislang völlig fremd. Im Internet holte ich mir das nötige Wissen rund um diesen Landstrich und durch Fotos zusätzlich einen visuellen Eindruck. Mit dieser Vorbereitung konnte ich sehr viel besser die beeindruckenden Landschaftsschilderungen im Buch nachvollziehen: Häuser, die an Felskanten kleben, mit winzigen Gärten, dem Fels abgetrotzt. Wirklich etwas ganz Besonderes, diese Reise nach Ligurien, die ich mit Andrea Bonetto unternehmen durfte.

Commissario Vito Grassi verlässt seine Dienststelle in Rom. Er hatte sich in die Provinz versetzen lassen, denn sein Vater, zu dem er relativ wenig Kontakt hatte, war gestorben und hatte ihm das über Jahre hinweg selbst gebaute Landhaus in Ligurien vererbt, ein Haus mit atemberaubender Aussicht auf die Küste der Cinque Terre. Im Haus findet er Toni vor, eine streitbare Mitbewohnerin des Vaters, die sich bislang um das Anwesen und wohl auch um den Vater gekümmert hatte und keine Absichten zeigt auszuziehen. Zwei Morde halten den Commissario sofort in Trab. Zusammen mit seiner neuen jungen Kollegin muss Vito Grassi seine besonderen Fähigkeiten unter Beweis stellen und tritt dabei in so manches Fettnäpfchen.

Dieser erste Band einer neuen Kriminalroman-Reihe rund um den feinfühligen Commissario Vito Grassi nahm mich von Anfang an gefangen, denn die Lektüre ließ mich einen Krimi entdecken, wie ich ihn liebe: Viel Lokalkolorit, was farbig und atmosphärisch intensiv geschildert wird. Dazu psychologisch nachvollziehbar und fein gezeichnete Protagonisten, die ganz ohne die derzeit so oft in Krimis üblichen Traumata auskommen, aber auch keine Überhelden sind, sondern die sich menschlich nah anfühlen und denen man mit Sympathie oder zumindest Verständnis begegnet. So menschelt es auch in den Dialogen unter den Kollegen, die humorvoll und teilweise mit spitzer Zunge geschrieben sind. Wohltuend empfand ich ganz besonders die folgerichtige Erzählweise, die den Spannungsbogen stets aufrecht erhält.

Fazit: Ein ruhiger, durchaus spannender, komplexer, mit viel Lokalkolorit geschriebener Kriminalroman mit einem sympathischen Commissario, von dem ich gerne mehr lesen möchte.


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Veröffentlicht am 28.03.2023

Ein echter Pageturner ohne Wenn und Aber

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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Tiefschwarzer Buchschnitt und magentaroter Einband mit weißer Schrift – besser kann man nicht auf sich aufmerksam machen! Und zu Recht macht der Thriller auf sich aufmerksam, denn er hat mir durchwegs ...


Tiefschwarzer Buchschnitt und magentaroter Einband mit weißer Schrift – besser kann man nicht auf sich aufmerksam machen! Und zu Recht macht der Thriller auf sich aufmerksam, denn er hat mir durchwegs spannendes Lesevergnügen bereitet. Wie ich es auch gar nicht anders erwartet habe von diesem Autor.

Art Mayer hatte sich verkrochen, doch sein früherer Chef holt ihn in den Dienst des BKA zurück, denn er braucht ihn dringend zur Klärung eines brisanten Falls. Man hatte in einem verlassenen Kleinlaster die Leiche einer halbnackten Toten gefunden, auf deren Körper die Privatadresse des Bundeskanzlers geschrieben stand. Und das kurz bevor der G20-Gipfel beginnt. Art Mayer ist berüchtigt für seine unnahbare Art, seine Alleingänge, aber auch für seine Ermittlungserfolge. Ihm zur Seite gestellt wird Nele Tschaikowski, eine Neue im Team. Ihre Unerfahrenheit macht sie wett durch Mut und Klugheit. Je tiefer sie in die Ermittlungen eintauchen und je gefährlicher die Situation wird, desto besser gelingt die Zusammenarbeit der beiden.

Von der ersten Seite an baut Marc Raabe an einem spannenden Szenario. In zwei Zeitebenen wird erzählt, aber was Vergangenheit ist und was Gegenwart, wird dem Leser nur puzzleartig serviert. Und so bleibt die Spannung permanent erhalten. Immer wieder tauchen neue Videos oder Fotos auf, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Man rät und vermutet und liegt letzten Endes doch falsch. Wobei ich persönlich als zusätzlichen Spannungseffekt das Interagieren des so unterschiedlichen Ermittlerduos empfand. Mir gefiel sehr, dass der Autor keine überspitzten Dialoge bemühen muss, sondern die Protagonisten so realitäts- und alltagsnah kommunizieren lässt mit ein wenig Bissigkeit und mit ein wenig Witz, wie man es selbst aus dem Arbeitsleben mit Kollegen kennt.

Fazit: Ein echter Pageturner ohne Wenn und Aber!

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Herrlich verrückt und skurril, aber nichts für Zartbesaitete

Grimmwald 1 – Teds und Nancys total verrücktes Abenteuer
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Was gibt es Besseres als ein Kinderbuch, das 7-Jährigen genauso viel Spaß bereitet wie Erwachsenen bis ins Oma-Alter? Beim Vorlesen lachen die Leseanfänger über ganz andere Dinge als Eltern. Denn der ...



Was gibt es Besseres als ein Kinderbuch, das 7-Jährigen genauso viel Spaß bereitet wie Erwachsenen bis ins Oma-Alter? Beim Vorlesen lachen die Leseanfänger über ganz andere Dinge als Eltern. Denn der very british Humor hat auf der Vorderseite zwar sehr liebenswerte Züge. Aber dahinter gibt es auch eine böse, brutale Seite, die Kinder nicht unbedingt verstehen. Diese zwei Seiten spiegeln sich übrigens auch in den Zeichnungen wider, die einerseits richtig niedlich sind, auf der anderen Seite jedoch auch negative Gefühle wie Bosheit und Angst überdeutlich zum Ausdruck bringen. Ich bin gespannt, wie Kinder, besonders im Alter von 7 oder 8, auf das Buch reagieren.

Nancy und Ted sind elternlose Fuchsgeschwister. Deshalb fühlt sich Nancy als die ältere Schwester dazu berufen, immer und überall auf Ted aufzupassen. Ted jedoch ist immer ein wenig traurig. Die beiden leben in der Großen Stadt, wo sie sich gut auskennen und sie ihr Auskommen haben. Erst als die böseste Katze der Stadt, Prinzessin Pinöckel, ihren ganzen Zorn gegen die beiden Fuchsgeschwister richtet, müssen die beiden die Stadt verlassen und landen im Grimmwald, einer fremden Gegend mit sehr, sehr seltsamen Bewohnern. Wo sonst gibt es schon schauspielernde Enten? Ted verguckt sich in das schlagfertige Häschen Willow, schenkt ihm sogar eine Gänseblümchenkette und, obwohl von Nancy streng verboten, verlässt er den sicheren Bau und zieht mit Willow durch den Grimmwald. Wie könnte es anders sein, dort lauert allergrößte Gefahr. Aber genau dort zeigt sich auch, wie wichtig Freunde sind.

Mich hat dieser erste Band restlos begeistert. So wunderbar leise und sensibel werden feine Emotionen beschrieben. So überbordend verrückt werden die Bewohner des Grimmwalds geschildert. Und so immens tröstlich wird von der Kraft der Freundschaft berichtet. Ein unnachahmlich schräger Humor begleitet die spannend erzählte Handlung. Aber dennoch wäre ich vorsichtig, dieses Buch zartbesaiteten kleineren Kindern in die Hand zu geben. Denn es gibt auch laut-brutale Szenen. Aber ältere Kinder und Erwachsene haben mit Ted und Nancy mit Sicherheit richtig viel Spaß.

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Veröffentlicht am 14.03.2023

Witzig-magisch und doch realitätsnah

SWITCH YOU. Völlig übergeschnAPPt! 1: Völlig übergeschnAPPt!
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Es gibt wohl kaum ein wichtigeres Utensil für die Jugend wie das Smartphone. Da hat der Autor Mario Fesler mit glücklicher Hand eine neue Buchreihe gestartet, die mit viel Witz, aber auch ernstem Hintergrund ...


Es gibt wohl kaum ein wichtigeres Utensil für die Jugend wie das Smartphone. Da hat der Autor Mario Fesler mit glücklicher Hand eine neue Buchreihe gestartet, die mit viel Witz, aber auch ernstem Hintergrund Jungs ab 10 dazu animiert, auch mal vom Smartphone aufzublicken und ein Buch in die Hand zu nehmen. Denn mit viel Action und ein klein wenig Magie wird das Thema Apps und Smartphone in eine Geschichte verpackt, die mitten aus dem Leben der Schüler gegriffen ist.

Fred hat einen älteren Bruder, und zwar Erik. Erik, der unzuverlässig ist, schlecht riecht und überhaupt komisch ist. Fred bekommt zum Geburtstag endlich das heißersehnte Smartphone geschenkt. Super! Aber was ist das: das Smartphone verfügt nur über eine einzige App. Erst nach einer Weile entdeckt Fred, dass es diese App in sich hat, denn sie verhilft ihm, sich blitzartig in den Körper seines Bruders zu beamen und auch wieder heraus, ohne dass dieser etwas merkt. Und was Fred dabei über seinen Bruder herausfindet, ist mehr als ernst und auch gefährlich. Gut, dass die schlaue Svetlana sehr kritisch die Körpertauschaktionen von Fred beobachtet.

Was mir sofort ins Auge sticht an diesem Buch, sind die sehr gelungenen ausdrucksstarken und witzigen Zeichnungen von Nikolai Renger und die wechselnde Typographie, je nachdem, wer gerade die Geschichte weiter erzählt oder Anmerkungen einfügt. Das macht das Lesen sehr kurzweilig und die Handlung verständlicher. Auch die kurzen Kapitel verhelfen dazu, dass man die Lust am Lesen nicht verliert. Ganz abgesehen davon natürlich, dass die Handlung spannend aufgebaut ist und die handelnden Personen sehr lebendig und realitätsnah auftreten. Ist ja schon eine besondere Erfahrung, wenn man in den Körper eines anderen Menschen hineinschlüpft und dessen Erleben hautnah zu spüren bekommt.

Kurzum: Ein witzig-magisches und doch realitätsnahes Buch, das große Lust macht, Fred und Erik auch in den weiteren Bänden der Reihe zu begleiten.


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