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Veröffentlicht am 25.04.2023

Unblutiger, aber mordreicher und sehr atmosphärischer Halligkrimi

Halliggift (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 3)
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"Halliggift" ist Greta Hennings dritter Band der Nordseekrimi-Reihe um Minke van Hoorn aus dem Ullstein Verlag.

Im Februar starten die Vorbereitungen für das traditionelle Biikebrennen auf Hallig Midsand. ...

"Halliggift" ist Greta Hennings dritter Band der Nordseekrimi-Reihe um Minke van Hoorn aus dem Ullstein Verlag.

Im Februar starten die Vorbereitungen für das traditionelle Biikebrennen auf Hallig Midsand. Dort lebt die frühere Meeresbiologin und Insel-Kommissarin Minke van Hoorn, die nach einem gesichteten Pottwal vor der Küste Ausschau hält. Doch ehe sie sich um den Wal kümmern kann, erfährt sie vom plötzlichen Tod der beliebten Chorleiterin Hanni, die nach der Aufführung eines Kindertheaters tot aufgefunden wird. Minkes Bruder Bo weilt nach einem Sportunfall auch auf der Hallig, als Rechtsmediziner drängt er nach den offensichtlichen Anzeichen an Hannis Leiche auf eine Obduktion. Es stellt sich heraus, dass der Tod von Hanni durch Gift herbeigeführt wurde. Minke und ihre Assistentin Lisa Röhrle machen sich an die Nachforschungen und der Giftmörder hat bereits sein nächstes Opfer im Blick.

Der Regionalkrimi gefällt mir besonders mit seiner Beschreibung von der besonderen Atmosphäre auf einer Hallig. In vielen bildhaften Beschreibungen zieht die Landschaft, das Meer und das Wetter vor meinem geisigen Auge vorbei.

Der Erzählstil ist flüssig und lässt sich gut lesen, die Charaktere sind nicht nur vielseitig angelegt, sondern auch zahlreich vorhanden. Diese Personenmenge muss man erst einmal kennenlernen, ein Personenregister hätte da gute Hilfe geleistet. Ich mochte Lisa mit ihrem schwäbischen Zungenschlag und Minkes Bruder Bo, der mit gebrochenen Beinen im Rollstuhl sitzt und Langeweile schiebt. Natürlich möchte er als Rechtsmediziner in Minkes Ermittlung mitmischen, was für einige humorvolle Szenen sorgt.

Neben der Aufklärung der Giftmorde kommt auch um das Privatleben Minkes nicht zu kurz. Der Fall beginnt relativ spannungsarm, doch dann nimmt die Handlung Fahrt auf, denn es gibt gleich mehrere Tote und einige Verdächtige, deren Geheimnisse aus der Vergangenheit mit den aktuellen Fällen zu tun haben. Anhand von Tagebucheinträgen wird man in die frühere Zeit mitgenommen und bekommt so Stück um Stück Informationen über die Toten und Beteiligten geliefert. Doch ich konnte mir lange Zeit keinen Reim auf die Zusammenhänge mit den Giftmorden machen. Erst am Ende bringt eine überraschende Auflösung Licht ins Dunkel.


Die Beschreibung der besonderen Atmosphäre des Lebens auf der Hallig finde ich sehr gelungen und dazu passt auch die vorgestellte Tradition des Biikebrennens, die dem Regionalkrimi ein stimmiges Bild vom Leben an der Nordsee verleiht. Dafür werden die Ermittlungen recht gemächlich angegangen und die Renovierung des Reviers scheint fast wichtiger zu sein. Das sorgt aber auch für eine humorvolle Note, die dem Krimi einen unterhaltsamen Charakter verleiht. Der Fall ist wirklich recht rätselhaft, da gibt es viele Spuren zu verfolgen. Die Bewohner sind alle recht wortkarg, schweigen oder wollen nichts mit den Ermittlern zu tun haben. Und es ist auch dem Zufall zu verdanken, dass Minke und Lisa schliesslich auf der richtigen Spur sind und die Morde aufklären können.

Mir hat es gut gefallen, dass hier eine Walrettung in die Handlung eingebaut wurde, denn immer öfter verirren sich die Tiere in die Nordsee und stranden bei Ebbe, was häufig ihr Ende bedeutet.

Dieser Krimi zeigt das Leben auf einer Hallig mit den Besonderheiten der Nordsee und seiner Bewohner und sorgt mit rätselhaften Giftmorden für Spannung!

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2023

Ein eindringlicher Roman gegen das Vergessen

Die Kinder von Beauvallon - Der Spiegel-Bestseller nach wahren Begebenheiten
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Bettina Storcks historischer Roman "Die Kinder von Beauvallon" erscheint im Heyne Verlag.

Freiburg, 1965: Agnes arbeitet als Moderatorin bei einem Freiburger Radiosender und recherchiert in dem kleinen ...

Bettina Storcks historischer Roman "Die Kinder von Beauvallon" erscheint im Heyne Verlag.

Freiburg, 1965: Agnes arbeitet als Moderatorin bei einem Freiburger Radiosender und recherchiert in dem kleinen Ort Dieulefit nach den Spuren der mehr als tausend Flüchtlingen, die hier im Zweiten Weltkrieg Schutz fanden. Die Dorfbewohner halfen vielen jüdischen Kindern, die sie in der Schule Beauvallon versteckten. Agnes hat auch ein persönliches Interesse, denn auch ihre Freundin Lily verschwand als jüdische Deportierte und von ihr fehlt seit zwanzig Jahren jede Spur. Könnte sie vielleicht noch leben?

"Niemand fühlte sich in Dieulefit als Held, nur als Mensch, der das Richtige tat. Wir nennen es hier die Banalität des Guten." Zitat Seite 45

Agnes und Lily leben in Sulzburg, sie sind unzertrennlich und beste Freundinnen, doch im Oktober 1940 werden alle Juden aus Sulzburg deportiert. Die Freundinnen versprechen, dass sie sich wiedersehen werden. Doch die Zeit verwischt die Kindheitserinnerungen. Agnes glaubt nicht, dass Lily noch leben könnte. Aber als sie 1965 von ihrem Radiosender den Auftrag erhält, in Dieulefit nachzuforschen, wieso es möglich war, im Krieg 1500 Juden zu verstecken, regt sich in ihr die Hoffnung, dort auch etwas über Lily in Erfahrung zu bringen. Agnes begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die hinter einer Mauer des Schweigens verborgen liegt.

Bei diesem historischen Roman muss man wissen, das "Wunder von Dieulefit" beruht auf wahren Gegebenheiten. Die Résistance-Bewegung in dem kleinen Ort vollbrachte insofern ein Wunder, dass die Bevölkerung mit Zivilcourage über die versteckten Juden Schweigen bewahrte und sie so vor ihren Verfolgern rettete.

Bettina Storks verwebt in ihrem Roman sehr feinfühlig historische Ereignisse mit fiktiven Romanfiguren und lässt uns wechselweise aus zwei Zeitebenen in diese Geschichte eintauchen und legt so die Vorkommnisse nach und nach frei. In der Vergangenheit sehen wir Einblicke in Agnes und Lilys Kindheit, erleben die Deportation und Lilys Erlebnisse, der gegenwärtige Handlungsstrang berichtet von Agnes Nachforschungen.

Die Charaktere werden lebendig und mit Emotionen geschildert, mir hat besonders Jolie gut gefallen, die als Kämpferin des Widerstandes, auch ihr eigenes Leben riskiert, um möglichst viele Kinder zu retten. Die bildhafte Ausgestaltung der Vorgänge und Settings zeigt ein authentisches Bild der jeweiligen Szenerie. Das sorgt dafür, dass man sich sehr nah mit den Ereignissen verbunden fühlt und auch mit den Personen mitfiebern kann. Denn die unterschiedlichen Schicksale sind voller berührender Momente, die klar zeigen, wie mutig manche Menschen sich für andere einsetzten, um menschlich zu sein und Gutes zu tun.

Bettina Storks hat mir die Geschichte um Beauvallon einfühlsam näher gebracht und damit ein Buch gegen das Vergessen geschrieben, das von Mut, Loyalität und Zusammenhalt berichtet.

Veröffentlicht am 17.04.2023

Mitreißender Historienroman zu Zeiten der Weberaufstände

Zwischen zwei Welten
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Mitreißender Historienroman zu Zeiten der Weberaufstände
Bei Tinte & Feder erscheint mit "Zwischen zwei Welten" der Auftaktband der Achenthal-Saga von Izabelle Jardin.
Elise von Achenthal führt als Enkelin ...

Mitreißender Historienroman zu Zeiten der Weberaufstände
Bei Tinte & Feder erscheint mit "Zwischen zwei Welten" der Auftaktband der Achenthal-Saga von Izabelle Jardin.
Elise von Achenthal führt als Enkelin eines Tuchfabrikanten in Schlesien ein sorgloses und wohlbehütetes Leben in Wohlstand. Als es 1844 zu einem Aufstand der notleidenden Weber kommt, die bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne brauchen, um überleben zu können, flieht Luises Großvater. Der Aufstand wird vom Militär blutig niedergeschlagen.
Durch einen Zufall wird sie Zeugin eines Übergriffes auf die Webertochter Marie, sie bringt sie nach Hause, erkennt die große Armut und versteht zum ersten Mal, wer für ihren eigenen Wohlstand verantwortlich ist. Sie möchte das ändern und bekommt mit Konrad von Radenau einen reformbereiten Mitstreiter. Die Maschinenweberei würde den Menschen die Arbeit erleichtern, in England trägt die industrielle Revolution mit diesen Maschinen bereits reife Früchte. Elise reist mit ihren Eltern nach England und besucht die Fabrikantenfamilie Cunningham und lernt den Sohn des Hauses Fletcher kennen. Eine Verbindung des Paares würde die finanziellen Probleme der Achenthals lösen, aber Elises Herz hängt an Konrad. Aber sie gibt Fletcher ein Versprechen, dass sie hoffentlich nie einlösen muss.


Izabelle Jardin schreibt flüssig, sehr ausdrucksvoll und emotionsbeschreibend, sie lässt ihren Roman im Schlesien von 1844 stattfinden und zeigt unterschiedliche Gesellschaftsschichten, die Unternehmerfamilien und die armen Weberfamilien, wo schon die kleinsten Kinder am Webstuhl sitzen.

Die Charaktere werden alle erkennbar beschrieben, Luise steht im Mittelpunkt des Geschehens und hat mit ihrer mutigen und sich für die Armen einsetzenden Art gleich mein Herz gewonnen. Sie lebt das wohlsituierte Leben einer Unternehmerstochter, liebt ihre Jagdhündin, die ihr nicht von der Seite weicht und reitet mit ihrem eigenen Pferd durch die Wälder. Auf so einem Ritt hat sie auch einen Übergriff auf Marie beobachtet, seitdem setzt sie sich für das Mädchen ein und erkennt, wie wenig Macht diese armen Menschen haben, um für Gerechtigkeit zu kämpfen. Durch die lebendig beschriebenen Gedanken und Gefühle Maries ist man ihr sehr nahe.

Hinter Luises Geschichte erlebt man die historischen Gegebenheiten, die durch das bildhaft beschriebene Setting zum Leben erwachen. Für mich sorgt das beschriebene Elend der Weberfamilien und die Einbindung des Zeitgeschehens für den entscheidenden Tiefgang des Romans.

Ein emotional mitreißender Roman, der mit den historischen Bezügen sehr authentisch die Weberaufstände beschreibt und mit Luises Erlebnissen gut unterhält. Durch das offene Ende erwartet man wissbegierig den zweiten Teil, der mir hoffentlich wieder so gut gefällt.


**Herzlichen Dank an Tinte & Feder und Zucker Berlin für dieses Rezensionsexemplar!**

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Kurzweiliger Krimiurlaub in der Provence

Lavendel-Zorn
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"Lavendel-Zorn" ist der fünfte Fall aus der Provence-Krimireihe von Carine Bernard, die im Knaur Verlag erscheint.

In Carpentras ist warmes Spätsommerwetter angesagt. Endlich haben Lilou Braque und ihr ...

"Lavendel-Zorn" ist der fünfte Fall aus der Provence-Krimireihe von Carine Bernard, die im Knaur Verlag erscheint.

In Carpentras ist warmes Spätsommerwetter angesagt. Endlich haben Lilou Braque und ihr Freund Simon mal neben Polizeiarbeit und Restaurantbetrieb Zeit füreinander und nutzen das schöne Wetter zu einem Ausflug zum Stausee Lac du Péty. Doch kaum ist Lilou im Wasser, entdeckt sie im Wasser die Leiche einer Frau. Es wirkt wie ein tragischer Badeunfall. Kurz nach diesem Fund wird Lilou zu einem weiteren Todesfall gerufen, dort hat sich offenbar ein Notar mit seiner eigenen Waffe das Leben genommen. Merkwürdig ist nur, dass die Tote vom See seine Mitarbeiterin war, Lilou wird hellhörig und übernimmt die Ermittlungen in ihrem ersten Fall als Commissaire. Wie hängen die Fälle zusammen und warum führt eine Spur in Simons Restaurant?

Die Krimis von Carine Bernard lesen sich immer wie kleine Urlaubsreisen in die Provence, denn die Handlung spielt sich vor der schönen landschaftlichen Kulisse ab und das französische Lebensgefühl wird immer sehr stimmig mit kulinarischen Häppchen einbezogen. Dafür sorgt schon der Restaurantbetrieb von Lilous Freund Simon, der als Koch für leckere Gerichte sorgt. Sie wohnen beide nebeneinander, haben aber mit ihren konträren Arbeitszeiten wenig gemeinsame Zeit.

Der Erzählstil ist wie gewohnt flüssig, bildhaft und mit lebendigen Details unterhaltsam aufbereitet, die Krimihandlung sorgt für spannende Momente und man kann wunderbar mitraten.

Während der Ermittlungen kann man nicht nur Lilou, sondern auch den Kriminaltechnikern über die Schulter schauen und erlebt so die Untersuchungen aus nächster Nähe mit. Dabei zeigt sich, wie beharrlich Lilou sich in diesen Fall verbeißt und mit logischen Schlussfolgerungen der Lösung auf die Schliche kommt.

Ich mochte es, neben der Krimihandlung immer wieder ins Privatleben von Lilou und ihrem Simon einzutauchen und mir dabei die Schauplätze mit Lavendelfeldern und kulinarischen Genüsse optisch vorzustellen. Das weckt Urlaubsgefühle und zeigt auf atmosphärische Weise das Lebensgefühl von Land und Leuten in der Provence. Dabei wirken alle Charaktere sehr glaubhaft und sie werden lebensnah und mit menschlichen Facetten gezeigt.

Die Spannung zieht sich auf einem gemächlichen Level durch das ganze Buch, am Ende steigt die Kurve dann noch einmal zu einem gefährlichen Finale an. Insgesamt wird der Fall nicht blutig und grausam dargestellt, sodaß man durch die Ermittlungs-Puzzleteile gut mitraten und nebenbei das Flair der Provence genießen kann.

Lavendel-Zorn ist mal wieder eine gelungene Mischung aus Krimispannung, Privatleben und Frankreichflair und damit ein schöner Urlaubskrimi.

Veröffentlicht am 05.04.2023

Levanto sehen und sterben

Abschied auf Italienisch
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"Abschied auf Italienisch" ist der Auftaktband einer neuen Krimireihe von Andrea Bonetto, die im Droemer Verlag erscheint.

Vito Grassi ist Commissario in Rom und erbt von seinem verstorbenen Vater ein ...

"Abschied auf Italienisch" ist der Auftaktband einer neuen Krimireihe von Andrea Bonetto, die im Droemer Verlag erscheint.

Vito Grassi ist Commissario in Rom und erbt von seinem verstorbenen Vater ein Haus im idyllisch gelegenen Städtchen Levanto in Ligurien. Da es um Vitos Privatleben nicht gut bestellt ist, nutzt er die Chance und lässt sich beruflich nach Levanto versetzen. Im Haus seines Vaters lebt Toni, die sich um den Olivenhain und den Garten des Hauses kümmert. Vito fühlt sich in dieser landschaftlich schönen Gegend sofort heimisch und hat keine Sehnsucht nach dem Großstadttrubel in Rom. Doch kaum hat er seinen Dienst begonnen, sorgt die erste Leiche für Aufregung und Vito und seine neue Kollegin Marta Ricci bearbeiten den Fall.


Der Krimi beginnt mit dem Ortswechsel Vitos, kaum ist er nach Levante gezogen, wird in einem Tunnel eine Tote gefunden. Angeblich wurde sie von einem Radfahrer angefahren. Doch die Ergebnisse der Obduktion beweisen, dass man von einem Gewaltverbrechen ausgehen muss, Vito und Marta werden auf den Fall angesetzt.

Andrea Bonetto zeigt in seinem Krimi auf bildhafte Weise die malerisch schöne Landschaft der Riviera di Levante und lässt auch die kulinarische Seite ab und zu aufblitzen, sodaß man sich stimmungsvoll nach Italien versetzt fühlt. Die Charakterdarstellung finde ich insgesamt gesehen, nicht ganz ausgearbeitet. Vito entpuppt sich als aufbrausender Römer, der schon länger kaum Kontakt zu seinem Vater hatte und gleich an seinem ersten Arbeitstag mit seiner neuen Kollegin aneinander rasselt. Beide profitieren allerdings von den Erfahrungen und Fähigkeiten des anderen und wachsen während ihrer Ermittlungen etwas mehr zusammen.

Während Vito mit seinem E-Roadster durch die Gegend kurvt und sich beruflich in den neuen Fall kniet, gibt es auch Einblicke in sein Privatleben. Seine Ehe hat sich auseinander gelebt, beide Kinder sind groß und längst aus dem Haus. Ob sich Vito in einer Midlifecrisis befindet oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Die Tochter studiert in Berlin, braucht scheinbar doch noch etwas Nähe zu den Eltern, denn sie ist in ständigem Kontakt mit ihnen. Aber Vito hat durch seinen Job wenig Zeit und lässt seiner Frau den Vortritt im Bemuttern. Man kann sich gut vorstellen, dass die Ehe unter der beruflichen Karriere und damit verbundenen wenigen Zeit für die Familie gelitten hat. Doch mit dem örtlichen Wechsel bieten sich für Vito neue Lebenschancen. Er gewöhnt sich sogar an seine Mitbewohnerin Toni, die in ihrer Vergangenheit auch einiges zu verbergen hat.

Der Krimifall ist verzwickt und kurz nach der Toten im Tunnel wird in einem Waldgebiet eine von Wildschweinen angefressene Leiche entdeckt. Hängen beide Fälle zusammen?

Die Ermittlungen beleuchten das private Umfeld beider Toten, die Motive sind nicht offensichtlich erkennbar. Ich hatte allerdings von Anfang an einen Verdacht, der sich dann auch als richtig herausstellte. Dennoch habe ich gern bis zum Ende mitgefiebert und finde die Auflösung absolut stimmig.

Ein unterhaltsamer, kurzweiliger Urlaubskrimi mit dem Flair Italiens und einem ruppigen Ermittler, auf dessen weitere Fälle ich mich schon jetzt freue!