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Veröffentlicht am 18.04.2023

Packender Krimi um ein deutsch-niederländisches Ermittler-Duo mit Potential

Die Toten von Friesland
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Fynn Jacob, der bereits unter seinem Realnamen Christian Kuhn zwei Kriminalromane veröffentlicht hat, sein deutsch-niederländisches Ermittler-Duo Marten Jaspari ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Fynn Jacob, der bereits unter seinem Realnamen Christian Kuhn zwei Kriminalromane veröffentlicht hat, sein deutsch-niederländisches Ermittler-Duo Marten Jaspari und Iska van Loon in ihren ersten Fall, der mich gleich überzeugen konnte.

Als in Aurich die Leiche eines Mannes gefunden wird, dem eine seltsame Botschaft in die Brust geritzt wurde, steht Marten Jaspari, der seine erste Mordermittlung leitet, vor einem großen Rätsel, dass auch nicht einfacher wird, als auf Sylt eine weitere Leiche mit den gleichen Tatumständen auftaucht. Erst als sich herausstellt, dass seine niederländische Kollegin Iska van Loon in einem ähnlichen Fall ermittelt, kommt Bewegung in die Sache und die beiden Ermittler kommen auf die Spur eines alten Geheimnisses, dass in der Gegenwart neu aufleben soll.

Neben einer spannenden und gut aufgebauten Geschichte bietet dieser Kriminalroman auch noch reichlich Lokalkolorit aus Friesland und lässt so beim Lesen sofort ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen. Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor das atmosphärisch dichte Geschehen voran und legt dabei auch einige falsche Fährten, bevor er dann am Ende eine verblüffende, aber dennoch schlüssige Auflösung bietet, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und durchgehend vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders die beiden Hauptermittler deuten hier gleich reichlich Potential für weitere Auftritte an. Dies liegt auch an ihrem privaten Umfeld, dass immer wieder in die Geschichte eingebunden wird, ohne dadurch den Spannungsbogen abbrechen zu lassen. Und den Kennern der früheren Bücher des Autoren wird am Ende noch ein ganz besonderer Gastauftritt geboten.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Eindringlicher Roman mit einem beängstigenden Szenario zur Klimaentwicklung, dass erschreckend realitätsnah rüberkommt

Taupunkt
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Mit diesem Buch legt der Autor Thore D. Hansen einen eindringlichen Roman vor, der sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigt und dabei ein beängstigendes Szenario entwirft, das zudem erschreckend realitätsnah ...

Mit diesem Buch legt der Autor Thore D. Hansen einen eindringlichen Roman vor, der sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigt und dabei ein beängstigendes Szenario entwirft, das zudem erschreckend realitätsnah rüberkommt. Angesiedelt ist das Geschehen in der Gegenwart bzw. einer näheren Zukunft, bei der offenbleibt, ob sie schon im nächsten Sommer einsetzt oder doch erst in einigen Jahren.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Brüder Tom und Robert Bayer, sowie ihre Töchter Janne und Mareike. Der Wissenschaftler Tom hat das auch im Weltklimarat umstrittene Phoenix-Programm entwickelt, das radikale Maßnahmen vorsieht, um die Auswirkungen des Klimawandels im Rahmen zu halten und das Überleben der Menschheit zu sichern. Der Landwirt Robert leidet unterdessen extrem an den Folgen der Dürre, fühlt sich von der Welt und besonders von seinem Bruder im Stich gelassen und flüchtet in die Welt der Leugner ds Klimawandels und in den Alkohol, während seine Tochter Janne immer mehr zur engagierten Klimaaktivistin wird. Während Janne von Toms Kompromisslosigkeit begeistert ist und in ihm ein Vorbild sieht, ist dessen Tochter Mareike vom Engagement ihres Vaters genervt und auch überfordert, sie will lieber das Leben genießen und die Gefahren des Klimawandels am liebsten komplett ausblenden.

Diese doch ziemlich extremen Charaktere lässt der Autor in seiner gut aufgebauten Geschichte aufeinanderprallen und wirft sie dabei in ein Geschehen, bei denen die Probleme der Zukunft immer mehr zu einem Problem der Gegenwart werden, das den Zusammenhalt der Menschen und insbesondere auch der Familie Bayer unbedingt erforderlich macht. Während die vier Hauptprotagonisten insgesamt gut gezeichnet und vielschichtig angelegt sind, hätte die eine oder andere Nebenfigur vielleicht doch etwas mehr Tiefe vertragen können. Dass die Geschichte zudem an der einen oder anderen Stelle ein wenig überfrachtet wirkt und der Autor auch manchmal etwas zu dick aufträgt, ändert nichts daran, dass er mich mit seinem packenden Schreibstil und den bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, schnell in seinen Bann ziehen konnte. So bietet das Buch neben einer spannenden und atmosphärisch dichten Geschichte auch viel Stoff zum Nachdenken und wirkt dadurch auch über sein Ende hinweg noch länger nach.

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Kleiner, aber feiner Krimi aus Hamburg

Eddies Coup
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Bei seinem Debüt legt der Autor J. H. Willem gleich einen kleinen, aber feinen Kriminalroman aus Hamburg vor, der mich gut und spannend unterhalten konnte. Die Idee zu diesem Buch, das zugleich den Auftakt ...

Bei seinem Debüt legt der Autor J. H. Willem gleich einen kleinen, aber feinen Kriminalroman aus Hamburg vor, der mich gut und spannend unterhalten konnte. Die Idee zu diesem Buch, das zugleich den Auftakt einer Reihe bildet, entstand während sich der Autor mit Heftromanen beschäftigt hat. Dies erklärt auch den mit 132 Seiten eher geringen Umfang, der durchaus an einen Heftroman erinnert. Zudem begeistert sich der Autor nach eigenen Angaben für gut gemachte Fernsehserien mit horizontaler Erzählweise, auch dies ist in dieses Buch durchaus mit eingeflossen.

Im Mittelpunkt steht der ehemalige Kriminalhauptkommissar Adam Starck, der nach einem tragischen Vorfall, bei dem seine Partnerin ums Leben gekommen ist, in den Vorruhestand versetzt wurde. Als sein Nachbar Eddie ermordet wird und seine früheren Kollegen den Fall allzu schnell als Einbruchversuch eines Junkies, der dann aus dem Ruder gelaufen ist, einstufen, nimmt sich Adam der Sache an und wird dabei von der Computerexpertin Lizzie, einer Freundin des Toten, unterstützt. Schnell merken die beiden, dass Eddie nicht der harmlose Student war, für den ihn alle gehalten haben.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die beim aktuellen Fall keine wesentlichen Fragen offenlässt. Darüber hinaus werden aber doch ein paar Erzählfäden gesponnen, die dann in den nachfolgenden Bänden fortgesetzt werden sollen bzw. müssen. Dass wir hier den Täter von Beginn an kennen, sorgt in Sachen Spannung für keinerlei Probleme, die Aufdeckung der Hintergründe liefern dennoch reichlich Nervenkitzel und sorgen für einen gut funktionierenden Spannungsbogen, der bis zum Ende hält. Während die beiden Hauptfiguren Adam und Lizzie, die die Reihe auch im Wesentlichen tragen sollen, insgesamt gut gezeichnet und durchaus vielschichtig angelegt sind, fällt die Charakterisierung bei den Nebenrollen doch wesentlich oberflächlicher aus und bietet auch das eine oder andere genretypische Klischee. Dies konnte meinen Lesegenuss aber nur unwesentlich trüben, am Ende überwiegen die positiven Eindrücke doch bei weitem.

Wer auf spannende und temporeiche Krimis steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Auf die weiteren Bände der Reihe bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Spannender und abgründiger Thriller aus Hamburg

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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Unter dem Pseudonym Lea Adam legen die beiden Autorinnen Regina Denk und Lisa Bitzer hier ihren ersten gemeinsamen Thriller vor, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Im Mittelpunkt ...

Unter dem Pseudonym Lea Adam legen die beiden Autorinnen Regina Denk und Lisa Bitzer hier ihren ersten gemeinsamen Thriller vor, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Im Mittelpunkt steht die Hamburger Mordermittlerin Jagoda „Milo“ Milosevic, die zusammen mit ihrem Partner Vincent Frey in einer brutalen Mordserie an Männern, die zuvor Gewalt gegen Frauen ausgeübt haben, ermittelt. Die atmosphärisch dichte Geschichte ist dabei fast komplett auf die sehr facettenreiche Hauptfigur zugeschnitten, die privat mit einer Frau zusammenlebt und dies unbedingt vor ihrer Familie und ihren Kollegen verbergen will.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treiben die Autorinnen ihre gut aufgebaute Geschichte voran, legen dabei geschickt ein paar falsche Fährten und liefern am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Immer wieder eingestreute Rückblenden aus der Sicht von mehreren Frauen, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren und auch in der Hauptgeschichte mitwirken, sorgen für zusätzliches Grauen und liefern zudem einige Hinweise auf die spätere Auflösung. Die entsprechenden Beschreibungen lassen dabei wenig bis nichts aus, so dass die Triggerwarnung zu Beginn des Buches durchaus ihre Berechtigung hat.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf weitere Werke aus der Feder der beiden Autorinnen bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 13.02.2023

Packender Thriller mit einem sympathischen Ermittler-Duo

Flüstermoor (Thriller)
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In diesem Thriller schickt die Autorin Melisa Schwermer die Anwältin Annabelle Hart und den Privatdetektiv Felix Hertzlich in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei gut und spannend unterhalten.

Für ...

In diesem Thriller schickt die Autorin Melisa Schwermer die Anwältin Annabelle Hart und den Privatdetektiv Felix Hertzlich in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei gut und spannend unterhalten.

Für mich war es die erste Begegnung mit dem sympathischen Ermittler-Duo und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus dem Vorgängerband fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden aber alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als eine Freundin ihrer Assistentin Daniela spurlos verschwindet, bittet Annabelle Hart den Privatdetektiv Felix Hertzlich, sich der Sache anzunehmen, da die Polizei nicht an ein Verbrechen glaubt. Als Daniela kurz darauf nach einem Date verschwindet und wenig später ihre mit Rosen dekorierte Leiche gefunden wird, zeigt sich, dass der Fall eine wesentlich größere Dimension hat wie zunächst gedacht. Und der unheimliche Killer hat längst das nächste Opfer in seiner Gewalt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, legt dabei geschickt ein paar falsche Fährten und liefert am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, von denen mir besonders Felix autistische Schwester Natalie an Herz gewachsen ist, da sie der Geschichte ihren ganz besonderen Stempel aufdrückt. Die Geschichte wird im Wesentlichen aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler erzählt, immer wieder eingestreute Kapitel aus der Sicht des Täters sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über seine Identität zu verraten.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mein erstes Buch der Autorin wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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