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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2023

Eine Heldinnengeschichte unserer Zeit.

22 Bahnen
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Das Cover ist entweder in einer auffällig groß pinseligen Maltechnik gestaltet oder mit kleinen farbigen Papierfetzchen geklebt, um die Wasserspiegelung fest zu halten – interessant gemacht.
Dieses Buch ...

Das Cover ist entweder in einer auffällig groß pinseligen Maltechnik gestaltet oder mit kleinen farbigen Papierfetzchen geklebt, um die Wasserspiegelung fest zu halten – interessant gemacht.
Dieses Buch ist in drei wichtige Teile aufgeteilt. Im ersten Teil steht Tilda in ihren durchstrukturierten Tagesabläufen im Mittelpunkt mit ihren Sorgen um die jüngere Schwester und deren unberechenbare Mutter während ihres Studiums, um all ihre Ängste, ihre immense psychische und auch finanzielle Belastung. Rückblicke in ihre Teenagerzeit lockern nicht unbedingt die depressive Stimmung hier auf, überlagert durch zu viel Verantwortung auf einer jungen Person. Entspannung, Entlastung bringt nur das Schwimmen von 22 Bahnen im Hallenbad.
Im zweiten Teil bereitet Tilda bereitet ihre Masterarbeit vor, erhält das Angebot für eine die Promotionsstelle in Berlin, während Ida sich sehr verändert. Sie liest mehr, ändert ihre Maltechnik und Motive, nachdem sie einige ihrer privaten Kunstwerke entsorgt hat. Durch den bedingungslosen Zusammenhalt der zwei Schwestern erstarken beide, schöpfen beruflich und schulisch neue Hoffnungen für ihre Zukunft. Auch ein Funke von Liebe scheint überzuspringen. Doch dann gerät die häusliche Situation an einen dramatischen Tiefpunkt. Der tolle Spannungsbogen glüht hier zu 100 %.
Im dritten Teil rückt die Mutter in ihrer depressiven Art in den Hintergrund, Ida findet am Gymnasium selbstsicher auch endlich eine Freundin und Tilda nähert sich weiter an Viktor an und trifft wichtige Entscheidungen. Das Auftauchen des Jugendamtes hätte ich hier erwartet.
Ein dramatischer Spannungsbogen ist hier gespannt, der die Szenerie rund um Alkoholismus für junge Familienmitglieder bedrückend realistisch festhält mit aufbauenden Lichtblicken und Hoffnungen auf mehr Freiheit, Sorglosigkeit und intaktem Zusammenleben. Empfehlenswerter Roman!

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Westberlin 1948/49 – sehr gerne wäre ich bei den Ansprachen des Oberbürgermeisters Reuter dabei gewesen.

Die Kinder der Luftbrücke
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Dieser emotionale, historische Roman mit vielen einfühlsamen Details gespickt gibt ein lebendiges Bild wieder mit vielen Nöten um das tägliche Überleben zwischen Ruinen, vor allem Lebensmittel- und Brennstoffknappheit. ...

Dieser emotionale, historische Roman mit vielen einfühlsamen Details gespickt gibt ein lebendiges Bild wieder mit vielen Nöten um das tägliche Überleben zwischen Ruinen, vor allem Lebensmittel- und Brennstoffknappheit. Die für Westdeutschland und vor allem für Berlin wichtige Zeit des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg wird äußerst lebendig beschrieben. Als absolutes Lesehighlight würde ich dieses Buch Lesern empfehlen, die diese Epoche deutscher Geschichte nicht miterlebt haben. Der geschichtliche Hintergrund wird sehr unterhaltsam in Schreibstil und Wortwahl angeboten, nicht belehrend. Charakteren waren meist sympathisch, menschlich realistisch in all seinen Nöten beschrieben, nur mit Inga und dem Ladenbesitzer Kluth als negative Gegenpole. Die Gefühlswelt von Nora, hadernd zwischen ihrem verschollenen Ehemann Joachim und dem US-Piloten Matthew, hätte vielleicht etwas rarer ausgebreitet werden können. Das Cover stellt eine wichtige Szene mit den Rosinenbombern dar – gelungen.

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Ein guter Roman zum Aufrütteln!

Die spürst du nicht
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Unter dem Titel des Romans Die spürst du nicht konnte ich mir zunächst keinen Reim machen. Aber es entwickelt sich ein abwechslungsreicher, tiefgründiger Roman über die besondere Flucht-Geschichte einer ...

Unter dem Titel des Romans Die spürst du nicht konnte ich mir zunächst keinen Reim machen. Aber es entwickelt sich ein abwechslungsreicher, tiefgründiger Roman über die besondere Flucht-Geschichte einer Familie aus Somalia, die hier eine breite Plattform findet mit all ihrem teils tödlichen, sehr traurigen Drama auf ihrem Fluchtweg über viele Jahre bis zur Ankunft in Wien. Durch Chats aus Foren, Mails oder. aus Kommentaren in Internet-Foren, auch in Pressemitteilungen wird eine Erzählebene angeboten, die die breite Öffentlichkeit mit teils emotionalen, teils zynischen, provokanten Kommentaren mit einfließen lässt und so dem Roman viel Schwung und Dramaturgie verleiht. Der Schreibstil ist direkt, oft zynisch, aber klar und verschiedene Charaktere der Hauptfiguren kontrastreich authentisch, realistisch umrissen hat in verschiedenen Kulturen – hier christlich und wohl situiert, dort muslimisch und hilfsbedürftig geprägt. Die Probleme durch starke Zuwanderung sind bewegend fest gehalten. Das Cover ist wenig ansprechend kreiert. Ein tiefsinniges Lesevergnügen ist der Roman trotzdem.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Gute, bunte Mischung von Charakteren

Die letzte Lügnerin
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Gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen juristischen Instanzen in Berlin wird geboten mit sehr verschiedenen Charakteren: der emotionslose, Fakten sammelnde Gerichtsmediziner Doktor Justus Jarmer und ...

Gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen juristischen Instanzen in Berlin wird geboten mit sehr verschiedenen Charakteren: der emotionslose, Fakten sammelnde Gerichtsmediziner Doktor Justus Jarmer und der Strafverteidiger Rocco Eberhardt. Korruption und zwielichtige Immobilien-Geschäfte in Berlin könnten auch aktuell ähnlichen politischen Gegebenheiten entlehnt sein. Taktisch elegant springt die Aufklärung dieses Polit-Thrillers vier Monate vor und zurück zu mehreren Verhandlungstagen mit jeweils neuer, kreativer Beweislage bis zur überraschenden Wende vor der Urteilsverkündung – spannend mit nachvollziehbaren Fakten gespickt. Sehr interessant fand ich die detaillierte Beschreibung, wie man professionell einen Fingerabdruck tatsächlich fälschen kann. Dass GPS-Tracker manipulierbar sind, war mir ebenso neu – sehr aufschlussreich und überzeugend beschrieben. Ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Packender Thriller mit Tiefgang!

Going Zero
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Der Roman 1984 von George Orwell fiel mir sofort ein, nachdem sich klar der Trend zum Überwachungsstaat und seine Mechanismen heraus kristallisierten. Die Idee zu dem Betatest-Projekt der Firma Fusion ...

Der Roman 1984 von George Orwell fiel mir sofort ein, nachdem sich klar der Trend zum Überwachungsstaat und seine Mechanismen heraus kristallisierten. Die Idee zu dem Betatest-Projekt der Firma Fusion und die Ausarbeitung finde ich vorzüglich gelungen, spannend, sogar sehr beklemmend und schockierend. Dieser Roman lässt den Leser mit Denkanstößen zur Demokratie seines jeweiligen Vaterlandes zurück, mit persönlichen Fragen zur eigenen Privatsphäre und der unfreiwilligen, unkontrollierten Daten-Verarbeitung durch internationale Firmen bzw. Organisationen, privat oder staatlich. Der gläserne Mensch ohne Freiheit in einem Polizeistaat, durch diverse Medien ständiger Manipulation machtlos ausgesetzt – genau ein solches hier aufgebautes Szenario widerspricht unseren Bürgerrechten. Als packendes Lesevergnügen mit Tiefgang empfehle ich dieses Buch, dessen Cover mit einem Fingerabdruck schon eine inhaltlich heiße Spur anbietet.

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