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Veröffentlicht am 12.05.2023

#Metoo?!

Noch wach?
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Noch wach“? von Benjamin von Stuckrad-Barre hat mich fasziniert, aufgrund der sehr ähnlichen reellen Fälle in Deutschland und natürlich die Story über den Weinstein-Skandal. Metoo war in aller Munde und ...

Noch wach“? von Benjamin von Stuckrad-Barre hat mich fasziniert, aufgrund der sehr ähnlichen reellen Fälle in Deutschland und natürlich die Story über den Weinstein-Skandal.

Metoo war in aller Munde und nach Beendigung dieses Romans ist mir klar, warum dieses Thema nicht mehr brandaktuell ist und doch wäre.
Eine junge Frau arbeitet in Berlins großen Fernsehsender und erzählt von ihrem Chef, ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen.
Zur gleichen Zeit passieren in Los Angeles unverständliche Dinge. Prominente und berühmte Männer nehmen sich sehr viel den Frauen gegenüber heraus und prahlen damit in der Öffentlichkeit. Plötzlich erschüttert der Weinstein Skandal Hollywood. Und alles verändert sich! Oder nur oberflächlich?
Von Hollywood verbreitet sich nun die

Metoo Bewegung um die ganze Welt. Und doch ist es extrem schwierig, gegen die Machtstrukturen anzukommen.
Der Roman wird in der Ich-Form erzählt. Der Erzähler liegt noch gemütlich in Hollywood im legendären „Château Marmont“ am Pool und wird plötzlich in Berlin mitten in die „#Metoo-Bewegung gerissen. Kompromisslos erzählt der Autor über die sexuelle Belästigung durch Führungskräfte, über toxische Beziehungen, über die Machtstrukturen und Machtmissbrauch im Unternehmen.
Die Themen des Romans werden sehr anschaulich beschrieben, die Freundschaften, Verrat, das Arbeiten in der Medienbranche, sexuelle Belästigung und die Angst vor einem „Karriere-Aus“, werden intensiv beleuchtet. Die Protagonisten werden sehr authentisch beschrieben und man kann sich sehr gut in deren Gefühlslage und die Ängste versetzen. Teilweise als neue Prüderie wird das Verhalten der Opfer beschrieben und die Anklage wird verdreht, letzten Endes handelt es sich im Verleumdung, Rufmord und die Betroffenen werden in der Öffentlichkeit als selbst schuld und nuttig durch die Unternehmen dargestellt.
Die sprachliche Ausdrucksweise ist sehr locker und man fliegt über die Seiten. Immer wieder überlegt man was real oder fiktiv ist. Die Schwere der Thematik wird durch das Geplänkel der Protagonisten aufgelockert.
Ein Roman, der Aufsehen erregt, den Leser berührt und das psychische Leid der Betroffenen beschreibt. Der Autor hat ein brillantes Buch über Machtmissbrauch und Sittenwidrigkeit in der Welt geschrieben.
Persönlich war ich gefesselt von der Story und es hat mich nachdenklich gemacht, dass Frauen in der heutigen Zeit immer noch Opfer sind und nicht gehört werden. Die mächtigen und einflussreichen Personen wenden die Vorwürfe und Anschuldigungen der sexuellen Übergriffe ab, verdrehen die Tatsachen und ruinieren im Anschluss das Leben der Betroffenen. Einen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, die Angst zu überwinden und stark zu sein. Gemäß den Erfahrungen in der Story und nachvollziehbar in der Realität wird jedoch eine komplett andere Methode vermittelt.
Eine Leseempfehlung für dieses intensive Buch.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Thriller für Einsteiger

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Ein abgelegenes Haus, eine kranke Ehefrau und viel mehr Geheimnisse, als es zunächst scheint …
Die Ehefrau von Freida McFadden, gelesen von Chantal Busse und Jodie Ahlborn.
Verlag: Random House Audio
Um ...

Ein abgelegenes Haus, eine kranke Ehefrau und viel mehr Geheimnisse, als es zunächst scheint …
Die Ehefrau von Freida McFadden, gelesen von Chantal Busse und Jodie Ahlborn.
Verlag: Random House Audio
Um was geht’s: Sylvia lernt den attraktiven Schriftsteller Adam Barnett bei einem Dinner kennen und wird spontan von ihm eingestellt. Seine Frau ist nach einem tragischen Unfall ans Haus und an den Rollstuhl gefesselt.
Die Barnetts wohnen in den Hamptons auf Long Island, sehr abgelegen und weit weg von New York, und doch entscheidet sich Sylvia, den Job anzunehmen. Nach ihrer Trennung braucht sie dringend Geld.
Die Ehefrau Victoria kann kaum artikulieren und macht Sylvia dennoch auf ihr Tagebuch und eine Pistole im Haus aufmerksam.
Wer bereits (Hör-)Bücher der Autorin kennt, hat ähnliche Szenarien schon in ihren vorherigen Büchern gelesen. Es gibt keine großen Überraschungen, eher das übliche Klischee: Pflegekraft und attraktiver Arbeitgeber, kranke Frau, war es wirklich ein Unfall? Und dann noch das plötzliche Verschwinden der Gärtnerin.
Interessant macht den Thriller auch der Perspektivwechsel zwischen den Ereignissen im Haus und den Tagebucheinträgen von Victoria. So bekommt Sylvia Einblicke in deren Eheleben, das nicht so bezaubernd war, wie es zunächst scheint.
Freida McFadden schreibt flüssig und obwohl man nichts aufregend Neues zu hören/lesen bekommt, ist man neugierig, wie die Story weitergeht. Es plätschert etwas dahin, der Spannungsbogen wird nicht voll ausgereizt und obwohl man das Ende erahnen kann, gibt es noch einige überraschende Twists.
Das Hörbuch wurde von Chantal Busse und Jodie Ahlborn gelesen, die die Atmosphäre des Thrillers sehr gut vermitteln.
Für Freida-McFadden-Fans bestimmt lesens- bzw. hörenswert, für Thrillerfans eher etwas für Einsteiger.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Leise und poetisch

Tage des Lichts
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„Tage des Lichts“ von Megan Hunt / Verlag: C.H. Beck

Wir begleiten Ivy an sechs Tagen ihres Lebens – immer um Ostern, zwischen 1938 und 1999 in England. Sechs Tage, die für ein ganzes Frauenleben stehen ...

„Tage des Lichts“ von Megan Hunt / Verlag: C.H. Beck

Wir begleiten Ivy an sechs Tagen ihres Lebens – immer um Ostern, zwischen 1938 und 1999 in England. Sechs Tage, die für ein ganzes Frauenleben stehen und zeigen, wie sehr ein einzelnes Ereignis alles verändern kann.

1938 ist Ivy 19 Jahre alt. Das Leben liegt vor ihr, und sie wünscht sich ein besonderes Leben. Ihre Familie ist außergewöhnlich, künstlerisch, frei.

Alle scheinen ein Talent zu besitzen, nur Ivy nicht. Sie ist nicht kreativ, nicht begabt wie die anderen. Sie ist einfach sie selbst und genau das fühlt sich für sie zu wenig an.

Besonders prägend ist Ostern 1938. Ivy lernt Frances kennen, die Freundin ihres Bruders Joseph. Am selben Tag verschwindet Joseph beim Eisbaden mit Ivy im Fluss. Jung, lebensfroh, verliebt. Sein Tod wird zum Mittelpunkt von Ivys Leben. Von da an kreisen ihre Gedanken, Erinnerungen und Entscheidungen immer wieder um ihn. Und um das Licht, das Ivy im Fluss gesehen hat.

Ivy entscheidet sich später bewusst für ein angepasstes Leben. Sie heiratet Bear, einen Freund ihres Vaters und den Liebhaber ihres Stiefvaters, bekommt zwei Kinder und lebt in einem alten Cottage nahe ihres Elternhauses. Ein normales, sicheres Leben, aber kein glückliches. Sie wirkt leer, suchend, als würde sie sich selbst verlieren. Besonders berührt hat mich dabei dieser Gedanke:

„Ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam auflöse, irgendwie – und doch bin ich hier.“ (S. 210)

Erst als Frances Jahre später mit ihrer Familie in Ivys Nähe zieht, verändert sich etwas. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine heimliche Liebschaft. Ivy blüht auf, fühlt sich lebendig und begehrt. Diese Zeit wirkt wie ein kurzes Aufleuchten, bis auch dieses Licht wieder verschwindet, als Frances’ Mann versetzt wird.

Die Autorin erzählt Ivys Geschichte leise, melancholisch und sehr kontrolliert. An nur sechs Tagen gelingt es ihr, immer wieder auf Joseph Bezug zu nehmen und seine Abwesenheit spürbar zu machen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders die unkonventionelle Familie bleibt im Gedächtnis. Überraschenderweise war mir Anne, die Haushälterin der Eltern, emotional näher als Ivy selbst; warmherzig, bodenständig und sehr menschlich, obwohl sie nur eine Nebenfigur ist.

Ivy hingegen blieb für mich eher distanziert. Ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Liebe, Lust und Affäre habe ich verstanden, aber nicht immer gefühlt. Ich hätte mir gewünscht, ihr näherzukommen und emotional tiefer mitzugehen.

Der Schreibstil ist flüssig und ruhig, stellenweise sehr poetisch und in diese besondere Ausdrucksweise musste ich mich erst einlesen. Thematisch greift der Roman viele große Themen auf: Trauer, Sehnsüchte, Hoffnung, Kreativität, Freigeist, Anderssein, queere und offene Beziehungen, Religion und die Suche nach Halt.

Tage des Lichts ist ein leiser, nachdenklicher Roman mit einer starken Grundidee und einer besonderen Atmosphäre. Emotional konnte er mich trotz allem nicht ganz abholen.

Am Ende steht das Licht. Es erscheint, als Joseph verschwindet, und zeigt sich erneut, als Ivy selbst geht. Zwei Augenblicke, zwei Abschiede und doch liegt darin etwas Tröstliches, als würde sich ein Kreis schließen.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Atmosphärisch

Sophie L.
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„Sophie L.“ von Matthew Blake

Verlag: Fischer Scherz

Nach „Anno O.“ war meine Erwartung an „Sophie L.“ entsprechend hoch.

Der Einstieg überzeugt schnell. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar, ...

„Sophie L.“ von Matthew Blake

Verlag: Fischer Scherz

Nach „Anno O.“ war meine Erwartung an „Sophie L.“ entsprechend hoch.

Der Einstieg überzeugt schnell. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar, bereits der frühe Anruf aus Paris erzeugt Spannung und Neugier.

Die kurzen Kapitel und die Zeitsprünge sind klug eingesetzt und sorgen für einen starken Lesesog, man liest immer noch ein Kapitel mehr.

Im Zentrum steht Olivia, Gedächtnisexpertin und Mutter, die einen verstörenden Anruf eines Pariser Kommissars erhält.

Ihre Großmutter sitzt im Hotel Lutetia, behauptet, sie heiße Sophie Leclerc, und gesteht, vor vielen Jahren genau dort einen Mord begangen zu haben. Diese Aussage ist von enormer Tragweite und bildet den starken Ausgangspunkt der Geschichte. Olivia reist nach Paris, um sich um ihre Großmutter zu kümmern, einst eine berühmte Malerin und um der Wahrheit hinter Erinnerung, Schuld und Verdrängung näherzukommen.

Die Grundidee des Romans ist wirklich stark. Besonders der Perspektivwechsel gefällt mir sehr gut und bringt Bewegung in die Handlung. Dennoch hat sich das Buch für mich weniger wie ein Thriller gelesen, sondern eher wie ein atmosphärisch dichter, gut konstruierter Krimi. Die Spannung ist konstant, aber eher leise als nervenzerreißend.

Was mich deutlich enttäuscht hat, ist der Umgang mit Olivias fachlicher Expertise. Als Gedächtnisexpertin hätte sie eine viel aktivere, analytischere Rolle einnehmen können, gerade im Hinblick auf Erinnerung, Schuld und Manipulation. Stattdessen bleibt dieses Thema erstaunlich blass und für den Fortgang der Handlung fast nebensächlich.

Auch emotional blieb ich stellenweise auf Distanz. Olivias Art, mit den belastenden Ereignissen umzugehen, empfand ich als befremdlich. Die Aussage ihrer Großmutter, die alles ins Rollen bringt, ist von enormer Tragweite, dennoch wirkte Olivias Reaktion für mich überraschend kontrolliert und kühl. Obwohl die Beziehung zwischen den beiden als eng beschrieben wird, kam die emotionale Erschütterung bei mir nicht immer an.

Ähnlich ging es mir mit mehreren Nebenfiguren, vor allem mit Tom. Diese Figur blieb für mich über weite Strecken zu blass, entwickelte wenig Präsenz und wirkte eher funktional als wirklich greifbar. Für mich konnte diese Figur ihr Potenzial jedoch nicht vollständig entfalten.

Auch der familiäre Hintergrund, insbesondere das Schicksal von Olivias Mutter und die Schuldgefühle, die Olivia mit sich trägt, wird zwar angesprochen, aber nicht wirklich ausgearbeitet. Diese Themen hätten der Geschichte emotional deutlich mehr Gewicht verleihen können.

Einige Entwicklungen waren für mich relativ früh absehbar, wodurch die Spannung zum Ende hin etwas an Kraft verliert. Die Auflösung selbst empfand ich als zu knapp und psychologisch nicht so tiefgehend, wie es die Geschichte eigentlich hergegeben hätte.

Trotz aller Kritikpunkte hat mich „Sophie L.“ gut unterhalten. Der Stil ist atmosphärisch, die Idee stark und der Roman insgesamt gut lesbar. Meine Erwartungen waren nach dem Vorgänger allerdings höher. Für mich bleibt es ein solides Buch, das eher als Krimi denn als Thriller überzeugt; mit einer sehr guten Grundidee, der an mehreren Stellen mehr Tiefe und Konsequenz gutgetan hätten.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Stimmige Botschaften

Jetzt gerade ist alles gut
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„Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer. 
Das Hörbuch wird von Götz Otto gelesen.
Verlag: Hörbuch Hamburg Verlag
Ich habe die Geschichte sehr gerne gehört, vor allem, weil sie mich daran erinnert ...

„Jetzt gerade ist alles gut“ von Stephan Schäfer. 
Das Hörbuch wird von Götz Otto gelesen.
Verlag: Hörbuch Hamburg Verlag
Ich habe die Geschichte sehr gerne gehört, vor allem, weil sie mich daran erinnert hat, wieder bewusster zu leben, das Leben als Geschenk zu sehen und die vielen kleinen Augenblicke mehr zu schätzen.
Der Erzähler, ein Familienvater, verletzt sich zu Beginn am Finger, etwas völlig Harmloses. Doch kurz vor dem geplanten Familienurlaub entwickelt sich genau daraus eine Sepsis. Dieses Erlebnis, das ihn fast das Leben gekostet hätte, verändert seinen Blick auf vieles, was vorher selbstverständlich schien; auf seine Familie, auf Freundschaften und auf die vielen kleinen Situationen, die den Alltag eigentlich ausmachen.
Im weiteren Verlauf erzählt der Ich-Erzähler von Momenten, die man gut wiedererkennt; ein Freund, der sich einfach nicht mehr meldet; ein Nachmittag nur mit der Schwiegermutter, der plötzlich erstaunlich nah und wertvoll wird; kleine Beobachtungen, bei denen man merkt, wie sehr man manchmal einfach durchrauscht und wie gut es tut, bewusster hinzuspüren.
Aus diesen Szenen entsteht ein ruhiger, nachdenklicher Blick auf das eigene Leben, achtsam, manchmal ein bisschen melancholisch, aber immer warm und ehrlich.
Die Botschaft kommt klar rüber, und auch wenn mir dieses Hörbuch gut gefallen hat, hat mich „25 letzte Sommer“ emotional etwas stärker erreicht. Trotzdem ist auch dieser Titel schön anzuhören und regt an, sich selbst und den Alltag wieder ein Stück bewusster wahrzunehmen.
Besonders hervorheben möchte ich den Sprecher Götz Otto, ein Schauspieler, der mit seiner einfühlsamen, angenehm ruhigen Stimme genau den richtigen Ton trifft. Er trägt die Stimmung der Geschichte wunderbar und macht viele Passagen noch berührender.
Ein schönes, leises Hörbuch mit einer stimmigen Botschaft.

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