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Veröffentlicht am 20.08.2017

Verstörende Einblicke in die Welt der Helena Pelletier

Die Moortochter
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Buchmeinung zu Karen Dionne – Die Moortochter

„Die Moortochter“ ist ein Psychothriller von Karen Dionne, der 2017 in der Übersetzung von Andreas Jäger im Goldmann Verlag erschienen ist. Die amerikanische ...

Buchmeinung zu Karen Dionne – Die Moortochter

„Die Moortochter“ ist ein Psychothriller von Karen Dionne, der 2017 in der Übersetzung von Andreas Jäger im Goldmann Verlag erschienen ist. Die amerikanische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „The Marsh King's Daughter“ bei G. P. Putman's Sons, New York.

Zum Autor:
Karen Dionne hat in jungen Jahren mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein alternatives Leben in einer Hütte auf der Upper Peninsula geführt. Ihre damaligen Erfahrungen in der Wildnis hat sie nun in ihren außergewöhnlichen Psychothriller "Die Moortochter" eingebracht. Heute lebt Karen Dionne mit ihrem Mann in einem Vorort von Detroit.

Klappentext:
Helena Pelletier lebt in Michigan auf der einsamen Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Blockhütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfahren musste, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Helena hatte daraufhin für seine Festnahme gesorgt, und seit Jahren sitzt er nun im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener von dort entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist und dass er sich im Moor versteckt. Nur Helena hat die Fähigkeiten, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen ...

Meine Meinung:
Dieses Buch hat seinen eigenen eigenwilligen Stil. Helena hat die ersten vierzehn Jahre ihres Lebens in der Abgeschiedenheit eines Moores verbracht. Ihr Vater hatte ihre Mutter als junge Frau entführt und dann im Moor gefangen gehalten. Er hat Helena geprägt und ihr fast alles beigebracht, was sie weiß. Nach fünfzehn Jahren Gefängnis ist er ausgebrochen und Helena, die ein bürgerliches Leben mit Mann und Kindern führt, beschließt, ihn zu verfolgen. Während dieser Verfolgung liegt der Schwerpunkt auf Rückblenden, die die Verhältnisse ihrer Jugend aufgreifen und Einblicke in die Entwicklung der Beziehung Vater zu Tochter geben. Helena hat ihren Vater vergöttert und selbst nach der Rückkehr in die „zivilisierte“ Welt bröckelt der Heldenstatus nur sehr langsam.
Der Roman wird aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Helena geschildert und gibt tiefe Einblicke in ihr Seelenleben. Sie teilt mit ihrem Vater eine Reihe von Ansichten, die nicht mehrheitsfähig sind. Helena hat viel von einer indianischen Ureinwohnerin und findet sich in der modernen Welt nur schwer zu Recht. Diese Rückblenden nehmen den größten Teil des Buches ein und erst im letzten Abschnitt kommt es Action und ein wenig Spannung. Zum Abschluss gibt es noch einen hollywoodreifen Showdown, der so gar nicht zum Rest des Buches passen will. Wie gesagt stehen die Überlegungen und Ansichten, aber auch die Ängste Helenas im Fokus des Buches. Es ist ihre Welt, die beschrieben wird und die doch so weit von meiner Welt entfernt ist.

Fazit:
Es ist ein schwieriges Buch, das die Welt beschreibt, wie Helena sie sieht. Helenas Überzeugungen wirken oft erschreckend und abstoßend, aber mit der Zeit versteht man Helena besser, ohne sie aber sympathisch zu finden.Der Showdown hat mir nicht gefallen, auch wenn er sehr deutlich macht, was für Helena wichtig ist. Ich vergebe vier von fünf Sternen (75 von 100 Punkten). Wer eine actiongeprägte Geschichte erwartet, wird bitter enttäuscht werden.

Veröffentlicht am 15.07.2017

Das Pegasusteam formiert sich neu

Datengrab
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Buchmeinung zu Christiane Bogenstahl & Reinhard Junge – Datengrab

„Datengrab“ ist ein Kriminalroman von Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge, der 2016 bei grafit als Taschenbuch erschienen ist.

Zum ...

Buchmeinung zu Christiane Bogenstahl & Reinhard Junge – Datengrab

„Datengrab“ ist ein Kriminalroman von Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge, der 2016 bei grafit als Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Reinhard Junge war 34 Jahre lang Lehrer an einem Wattenscheider Gymnasium und gilt als Urgestein des Ruhrgebietskrimis. Er schrieb - zum Teil zusammen mit Leo P. Ard u. a. neun Krimis um das Fernsehteam PEGASUS. Christiane Bogenstahl, IT-Projektleiterin in Essen, debütierte 2014 im Grafit-Sammelband Lies oder stirb mit der gemeinsam mit Junge verfassten Story "Tödliche Texte". Nun bringt sie frischen Wind in die PEGASUS-Reihe, die jetzt in Version 3.0 fortgeführt wird.

Klappentext:
Für Kameramann Klaus-Ulrich Mager kommt es doppelt hart. Im ehemaligen Kleingarten seiner Eltern wird eine skelettierte Leiche gefunden und sein Vater ist der Hauptverdächtige. Das schädigt nicht nur den Ruf der Familie, sondern sorgt vor allem für Probleme im Job. Magers Mitarbeit beim Fernsehteam PEGASUS steht vor dem Aus.
Zeitgleich ermittelt Sohn Kalle mit Freundin und IT-Expertin Simone am Kopula-Institut der Uni Duisburg-Essen: Wo ist die Doktorandin Lea Bennsdorf? Schnell zeigt sich, dass an dem renommierten Institut nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Beim Fleddern alter Datengräber schrecken Kalle und Simone einen mächtigen Gegner auf und plötzlich müssen sie um ihr eigenes Leben bangen.

Meine Meinung:
Pegasus ist zurück und wirbelt wieder viel Staub im Ruhrgebiet auf. Die chaotischen und engagierten Mitarbeiter decken im Umfeld des Kopula-Institutes diverse Missstände auf. Mit viel Lokalkolorit wird ein Fall entwickelt, der auch politische Bezüge beinhaltet und Fehlentwicklungen im Universitätsbereich anprangert. Dort können skrupellose Menschen viel Geld verdienen. Andererseits leiden die Mitarbeiter des Instituts unter einem unglaublich schlechtem Arbeitsklima. Professor Kehlmann regiert wie ein König und setzt seine Mitarbeiter massiv unter Druck. Die Pegasusmitarbeiter stehen von mehreren Seiten unter Druck. Um die Schrebergartenleiche kümmert sich die Kriminalpolizei durchaus kompetent, die Finanzsituation des Fernsehteams ist mehr als angespannt und die Ermittlungen gegen Kehlmann erweisen sich als sehr gefährlich. Das Fußvolk der Polizei bekommt gleich an mehreren Stellen sein Fett weg und dann regiert der Slapstick. Diese Szenen lockern aber auch die düstere Grundstimmung auf und sorgen für einen gewissen Ausgleich. Die Autoren sparen nicht mit harter Gewalt und so trägt der ein oder andere Protagonist zum Teil erhebliche Verletzungen davon.
Die Figuren sind mit Ecken und Kanten gezeichnet, aber auch einige mit viel Empathie. Man leidet mit Kalle und Simone, hofft auf erfolgreiche Aktionen der Kopula-Mitarbeiter gegen ihren Chef und fragt sich, wie es zu solchen Situationen an einer staatlichen Hochschule kommen kann. Besonders düster wird es, wenn dann auch noch die Staatsgewalt korrigierend eingreift. So bleibt ein bitterer Beigeschmack bei der Auflösung und die Hoffnung, das die geschilderten Zustände keinen realen Hintergrund haben.

Fazit:
Dieser düstere Roman überzeugt mit einer interessanten Geschichte, sympathischen Figuren mit Ecken und Kanten, humorigen Szenen und mit viel Lokalkolorit. Manches wirkte (hoffentlich!) überzeichnet, sorgte aber für eine durchgehend hohe Spannung. Von mir gibt es vier von fünf Sternen oder 80 von 100 Punkten. Empfehlen kann ich das Buch allen, die an einem Krimi mit politischem Hintergrund Gefallen finden.

Veröffentlicht am 27.03.2017

Eine klassische Miniatur

Es klingelte an der Tür
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Buchmeinung zu Rex Stout – Es klingelte an der Tür

„Es klingelte an der Tür“ ist ein Kriminalroman von Rex Stout, der 2017 in einer Neuübersetzung von Conny Lösch bei Klett-Cotta als Hardcover erschienen ...

Buchmeinung zu Rex Stout – Es klingelte an der Tür

„Es klingelte an der Tür“ ist ein Kriminalroman von Rex Stout, der 2017 in einer Neuübersetzung von Conny Lösch bei Klett-Cotta als Hardcover erschienen ist. Die amerikanische Originalausgabe „The Doorbell Rang“ erschien 1965 bei Viking Press, New York. Die deutsche Erstausgabe erschien 1968 bei Ullstein unter „Per Adresse Mörder X“.

Zum Autor:
Rex Stout (1886-1975) wurde bekannt durch seine Kriminalromane mit dem übergewichtigen Privatdetektiv Nero Wolfe. Zwischen 1933 und 1975 verfaste er 33 Romane und zahlreiche Erzählungen dieser Serie. Bevor er mit 46 Jahren seinen ersten Nero-Wolfe-Roman schrieb, war er ein erfolgreicher Geschäftsmann. Zeitlebens trat er für die Wahrung individueller Freiheitsrechte ein und war lange Vorsitzender des amerikansichen Schriftstellerverbands.

Klappentext:
Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: Das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, den berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Sein Gegenspieler ist immerhin kein Geringerer als J. Edgar Hoover. Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen. Da kommt ihm ein Mordfall an einem Journalisten sehr gelegen ...

Meine Meinung:
Dieser klassische Kriminalroman von 1965 hat ein überaus aktuelles Thema: Freiheitsrechte des Einzelnen werden durch staatliche Organisationen bedroht. Hier ist es das FBI, das Frau Bruner beschattet, weil sie ein unliebsames Buch an viele einflußreiche Personen verteilt hat. Nero Wolfe erhält den Auftrag, diese Belästigungen abzustellen. Wie der Leser hat Nero Wolfe anfänglich keine Idee, wie dies passieren soll. Also wird sein Assistent Archie Goodwin losgeschickt, um Informationen zu sammeln. Die Geschichte wird in einem gemächlichen Tempo erzählt, Gewalt- und Aktionsszenen bleiben aussen vor. Trotzdem gibt es eine latente, sich langsam steigernde Spannung, wenn man das Vorgehen der Detektive verfolgt. Die Figuren sind alle nicht besonders tief dargestellt und auch die Sympathiewerte bleiben im überschaubaren Bereich. Der große Meister denkt und spinnt die Fäden, aber werden sich seine Widersacher im Spinnennetz verfangen?
Das Buch ist sehr ansprechend als Hardcover aufgemacht, mit einem gelungenen Coverbild versehen und es enthält zwei Schmankerl, zum einen ein Nachwort von Jürgen Kaube und zum anderen ein paar englischsprachliche Auszüge aus dem Rex-Stout-Archiv.

Fazit:
Nero Wolfe, der Exzentriker und Orchideenliebhaber, löst seine Fälle durch Geisteskraft. Ganz konsequent wird fast vollständig auf jede Form von Action verzichtet. Die Spannung entwickelt sich einzig und allein aus der Frage „wie kann Nero Wolfe das FBI bändigen?“. Auch wenn es Abstriche in der Figurenzeichnung gibt, so hat mich diese Miniatur doch überzeugt und ich vergebe vier von fünf Sternen (80 / 100 Punkten). Diesen Roman kann ich allen empfehlen, die einen ruhigen Krimi zu schätzen wissen.

Veröffentlicht am 04.03.2017

Ein gelungener Ruhrpottkrimi

Die Abdreher
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Buchmeinung zu Thomas Schweres – Die Abdreher


„Die Abdreher“ ist ein Kriminalroman von Thomas Schweres, der 2016 im GRAFIT Verlag als Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für Schüppe ...

Buchmeinung zu Thomas Schweres – Die Abdreher


„Die Abdreher“ ist ein Kriminalroman von Thomas Schweres, der 2016 im GRAFIT Verlag als Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für Schüppe und Balzack, die im Ruhrgebiet ermitteln.


Zum Autor:
Thomas Schweres ist gebürtig aus Essen und wohnt in Dortmund. Im Hauptberuf ist er selbst Journalist und produziert Nachrichten für einen großen privaten Fernsehsender. Seine Erfahrungen und Erlebnisse im beruflichen Alltag bieten die Grundlage für seine Romane - in seinen Geschichten ist wenig erfunden.


Klappentext:
Vier geköpfte Männer und eine Geschichte von Liebe und Verrat.
Ob Mafia, Neonazis oder IS-Terroristen - im Ruhrgebiet ist ein Kampf um lukrative Geldquellen entbrannt. Dumm nur, wenn die Interessen kollidieren, dann gibt es schnell Tote.
Kommissar Georg Schüppe will dem Treiben Einhalt gebieten und benutzt den Reporter Tom Balzack als Köder. Der ahnt davon nichts, steht aber plötzlich auf der Abschussliste aller ...

Meine Meinung:
Im Ruhrgebiet ist ein Kampf um die Vorherrschaft im kriminellen Sektor entbrannt. IS, Mafia und auch die Neonazis versuchen die lukrativen Pfründe zu beherrschen. Es beginnt mit vier Köpfen, die in den Fenstern einer Wohnung in der Dortmunder Nordstadt zur Schau gestellt wurden. Tom Balzack und Georg Schüppe nehmen die Ermittlungen auf. Schüppe, der Kriminalkommissar, arbeitet auf seine ruhige Weise und nutzt seinen Bekannten Tom Balzack, einen Journalisten, um an die Täter heranzukommen. Beide arbeiten zu gewissen Teilen zusammen, haben aber auch ihre Geheimnisse voreinander. So recht trauen sie einander auch in ihrem dritten Fall noch nicht. Beide Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten, auch sind sie alles andere als perfekt. Sie sind aber hartnäckig und neugierig bis zum Abwinken. Dem Autor gelingt es diese Eigenschaften auch in den Dialogen zu verdeutlichen. Das harte Thema wird durch launige und humorvolle Episoden aufgelockert und bringt einen großen Lesespass. Ein besonderes Highlight ist das Nachwort des Autors, das man auf jeden Fall nicht verpassen sollte. Der Spannungsbogen bleibt die ganze Zeit auf hohem Niveau, wird aber auch durch private Passagen aufgelockert. Es gibt eine Reihe von Nebenhandlungen, die für viele Verwirrung auf allen Seiten sorgen. Der Autor sprüht vor Ideen, hält sich dabei aber auch an die Möglichkeiten der Protagonisten. So bleibt die Geschichte in weiten Teilen sehr realistisch. Besonders gefallen haben mir eine Reihe von kleinen Besonderheiten, wenn z. B. die Killerin bei einem Gespräch mit dem lokalen Mafiaboss bemerkt, wie respektvoll der Inhaber des Eiscafes den Mafiaboss behandelt. Auch der Wechsel in den Reportagen, die Tom Balzack betreut, hatten etwas. Neben knallharten Kriminaldelikten kümmert er sich auch um die Probleme bei Brustimplementaten einer Dame aus dem Milieu. Leichte Abzüge gibt es für die Schilderung der Vollpfosten, die den Personenschutz übernommen haben, aber von allen anderen Beteiligten nicht zu übersehen waren.


Fazit:
Dieser Kriminalroman hat mich in weiten Teilen überzeugt durch seinen Plot und seine interessant gezeichneten Charaktere. Manchmal wurde auch die Grenze zum Slapstick überschritten. Insgesamt ist es aber ein lesenswerter und phantasievoller Krimi, der mit gelungenem Plot und gekonnt gezeichneten Charakteren punktet. Von mir gibt es vier Sterne (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.03.2026

Hat mich in den ruhigen Passagen beeindruckt

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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Buchmeinung zu Peter Dempf – »Teufelsreigen«

»Teufelsreigen« ist ein Historischer Roman von Peter Dempf, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Reihe »Im Auftrag der Fugger«.

Zum ...

Buchmeinung zu Peter Dempf – »Teufelsreigen«

»Teufelsreigen« ist ein Historischer Roman von Peter Dempf, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Reihe »Im Auftrag der Fugger«.

Zum Autor:
Peter Dempf, 1959 in Augsburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte. Der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor schreibt neben Romanen und Sachbüchern auch Theaterstücke, Drehbücher, Rundfunkbeiträge und Erzählungen. Bekannt aber wurde er durch seine Historischen Romane, die häufig in Augsburg angesiedelt sind, wo Peter Dempf lebt.

Zum Inhalt:
Überfälle auf Warenlieferungen und Anschläge auf Einrichtungen alarmieren im Jahr 1505 Jakob Fugger, der seine Boten Afra und Herwart mit der Klärung beauftragt. Der angehende Kaiser will Augsburg besuchen und Fugger will sich sein Wohlwollen sichern und hofft auf lukrative Geschäfte.

Meine Meinung:
Der Einstieg in diesen Titel ist mir leicht gefallen, denn es begang rasant mit dem Brand in der Handelsniederlassung der deutschen Kaufleute in Venedig. Die beiden Hauptfiguren Afra und Herwart sind sympathisch, wirken aber auch mehrfach recht naiv. Sie geraten immer wieder in tödliche Gefahr und meist rettet sie ihr großer Hund Fugger. Dieses Muster zieht sich durch weite Teile der Handlung, wirkt auf Dauer aber etwas eintönig. Der Schreibstil ist nüchtern und eindringlich zugleich. In vielen Details wird die umfassende Recherche des Autors deutlich. Beeindruckt haben mich die ruhigeren Passagen, wenn der Leser den Gedanken Jakob Fuggers in Gesprächen mit Maximilian, dessen Beratern und anderen Augsburger Kaufleuten folgen kann. Jakob Fugger zeigt sich als charismatische Persönlichkeit, die den wachsenden Einfluss der Kaufleute und Finanziers symbolisiert. Eine weitere interessante Figur in der undurchsichtige und skrupellose Spion Zeno, der für einige Aufregung sorgt.
Einige historische Persönlichkeiten haben den Weg ins Buch gefunden und wirken durchaus bereichernd. Im lesenswerten Nachwort erläutert der Autor, welche Ergänzungen er zu den historischen Fakten hinzugefügt hat. Ein Glossar rundet das Werk ab.
Die ruhigen Passagen haben mir weitaus besser gefallen (vier bis fünf Sterne) als die oft wiederkehrenden Szenen mit Mord und Totschlag (zwei bis drei Sterne). .

Fazit:
Ein Historischer Roman, der mich nur in den ruhigen Passagen fesseln konnte. Somit bewerte ich den Titel mit dreieinhalb Sternen, die ich diesmal zu vier von fünf Sternen aufrunde (70 von 100 Punkten). Für diesen Titel gebe ich eine bedingte Leseempfehlung.

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