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Veröffentlicht am 18.07.2023

Kompakt

Der Schwimmer
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Helen geniest ihren Ruhestand an der irischen Küste. Allerdings macht ihr ihre Schwester das Leben etwas schwer, sie kam zu Besuch und ist nie wieder gegangen. Ihr dauerndes Genörgel macht Helen das Leben ...

Helen geniest ihren Ruhestand an der irischen Küste. Allerdings macht ihr ihre Schwester das Leben etwas schwer, sie kam zu Besuch und ist nie wieder gegangen. Ihr dauerndes Genörgel macht Helen das Leben ein wenig schwer.

Eines Tages grüßt sie aus ihrem Garten heraus einen jungen Mann, der wohl unterwegs zum Schwimmen ist. Sie sieht ihn noch ins Meer gehen und nickt dann ein. Als sie wieder aufwacht liegen seine Sachen immer noch am Strand, der junge Mann bleibt aber verschollen. Auch die Polizei findet ihn nicht wieder.

Bei dieser Gelegenheit lernt sie den Barkeeper des lokalen Pubs kennen und die beiden freunden sich an. Doch der Fall des verschwundenen Schwimmers lässt beiden keine Ruhe und als plötzlich seltsame Zufälle passieren ist auch die Polizei wieder an dem Fall dran.

Graham Norton liefert in seiner kurzen Geschichte einen soliden Krimi, in dem man mit Helen miträtseln und mitfühlen kann. Die Personen sind stark gezeichnet, so dass man schnell ein gutes Gefühl für sie bekommt. Ich hatte auch den kleinen Ort an der Küste direkt vor Augen.

Auch wenn die Geschichte nicht sonderlich lang ist, hat sie doch einen gelungenen Spannungsbogen und einen geschickten Turn Around. Mir hat sie daher gut gefallen und ich kann sie empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.07.2023

Ein neuer Fall für Lena Lorenzen

Die Tote am Fastensee
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Auf Fehmarn wird eine Polizistin tot aufgefunden. Sie war dort zu Hause und wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Kurz vorher hatte sie noch Kollegen beschuldigt, gemeinsame Sache mit dem organisierten ...

Auf Fehmarn wird eine Polizistin tot aufgefunden. Sie war dort zu Hause und wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Kurz vorher hatte sie noch Kollegen beschuldigt, gemeinsame Sache mit dem organisierten Verbrechen zu machen.

Lena wird mit einer neuen Kollegin Naya Olsen auf diesen Fall angesetzt und die beiden stellen fest, dass die Hintergründe wohl nicht so klar sind wie gedacht.

In diesem nun schon zehnten Fall ist Lena wieder in ihrem Job angekommen. Erck unterstützt sie wie er kann, aber auch bei ihm tut sich beruflich einiges. Ich fand es richtig schön, dass der private Anteil wieder seinen Platz bekommen hat und auch Ole Kotten nicht nur als Kollege sondern auch als Freund der Familie wieder dabei ist.

Der Fall an sich war spannend und ich fand es gut, wie die Autorin es immer wieder schafft die Probleme von Frauen innerhalb der Polizei zu thematisieren.

Ich mag diese Reihe total gerne und würde mich freuen, wenn sie noch eine Weile fortgeführt wird. Von mir daher eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.07.2023

Reise ins All

Reiseziel Weltraum
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Ulrich Walter ist einer der deutschen Astronauten der selbst das Weltall erleben durfte und die Erde verlassen hat. In Reiseziel Weltraum erklärt er nun zukünftigen Weltraumtouristen, was sie alles beachten ...

Ulrich Walter ist einer der deutschen Astronauten der selbst das Weltall erleben durfte und die Erde verlassen hat. In Reiseziel Weltraum erklärt er nun zukünftigen Weltraumtouristen, was sie alles beachten sollten, wenn sie sich auf dem Weg ins All machen.

Von der Reisvorbereitung, über wichtige Vertragsdetails bis zu den Dingen, die man im All unbedingt machen sollte und was man besser bleiben lässt, ist alles dabei was man so braucht. Zusätzlich beantwortet er auch Fragen wie Wo beginnt der Weltraum? und Was ist überhaupt ein Weltraumtourist?

Dabei erzählt er auch von seinen eigenen Erfahrungen und Empfindungen beim Verlassen der Erde. Ich finde es ja immer wieder faszinierend, dass die meisten Astronauten das gleiche Erstaunen und die gleichen Empfindungen haben, wenn sie von ihren Ausflügen in den Weltraum berichten.

Da Walter auch die Preise der Trips darlegt, die man bereits heute schon buchen kann, gehe ich mal davon aus, dass ich die Erde wohl eher nicht verlassen werde. Soviel Geld habe ich einfach nicht mal eben übrig. Trotzdem ist es schon interessant, was heute schon möglich ist und was in den nächsten Jahren noch für Möglichkeiten dazukommen werden.

Ich kann das Buch empfehlen, es gibt einen guten Überblick, was heute in der Raumfahrt möglich ist und wie es auch Menschen ins All schaffen können, die keine jahrelange Ausbildung zum Astronauten machen.

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Veröffentlicht am 04.07.2023

Wahlfamilie

Eifelfrauen: Das Haus der Füchsin
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Johanna feiert 1920 gerade ihre Volljährigkeit, als plötzlich eine Fremde im Raum steht und verkündet, dass sie ein Haus in der Eifel geerbt hat. Die Familie ist nicht begeistert als sie sich das Ganze ...

Johanna feiert 1920 gerade ihre Volljährigkeit, als plötzlich eine Fremde im Raum steht und verkündet, dass sie ein Haus in der Eifel geerbt hat. Die Familie ist nicht begeistert als sie sich das Ganze anschauen will und sich überlegt das Erbe auch anzunehmen. Denn Tante Lisbeth war das schwarze Schaf der Familie und bis dahin tot geschwiegen. Doch Johanna lässt sich nicht beirren und zieht in ihr Häuschen. Sie findet dort Freundinnen, die Liebe und eine Familie. Doch die Zeiten sind schwierig in Deutschland und als die Nazis an die Macht kommen wird die Stimmung auch in ihrem kleinen Dorf immer ungemütlicher.

Johanna und ihr Bruder Christoph sind mir sofort ans Herz gewachsen. Die beiden sind einfach toll, freundlich, wissbegierig und weltoffen. Im Gegensatz zu manch anderem in der Familie. Es dauert eine Weile bis das Familiengeheimnis gelüftet wird, aber bis dahin genießt man als Leser einfach die Zeit mit Johanna in ihrem Haus und der tollen Umgebung. Auch nach der Auflösung bleibt das Buch spannend und berührend. Ich fand es toll, Johanna und ihre Wunschfamilie durch die Zeiten zu begleiten, auch wenn die immer härter und auch gefährlicher werden.

Das Buch endet 1938 vor der Reichsprogromnacht. Ich muss sagen ich war darüber nicht unglücklich. Dadurch das Teile der Familie jüdisch sind und ein anderer streng nationalsozialistisch eingestellt, hätte das zu Szenen führen müssen, die mir das Herz zerrissen hätten. So aber kann man hoffen, dass alle die schweren Zeiten, die noch kommen gut überstehen werden. Mehr dazu wird es dann nächstes Jahr im Band zwei der Reihe geben, der dann 1945 nach dem Krieg einsetzen wird.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Ich kann es daher nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Freundschaft

Über alle Gräben hinweg
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Schlesien, Anfang des 20. Jahrhunderts. Benita von Lanzdorf findet in Ludwig von Sedlitz ihre große Liebe und zieht zu ihm nach Mondsee auf sein Gut. Dort verbringen sie anfangs glückliche Jahre, Sohn ...

Schlesien, Anfang des 20. Jahrhunderts. Benita von Lanzdorf findet in Ludwig von Sedlitz ihre große Liebe und zieht zu ihm nach Mondsee auf sein Gut. Dort verbringen sie anfangs glückliche Jahre, Sohn Alard wird geboren und Ludwigs Freundschaft zu Alex Broedie gepflegt. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und wirft Europas politische Ordnung über den Haufen.

Nach dem Krieg kommen die von Sedlitz einigermaßen über die Runden, aber Polens Ansprüche an Schlesien und die wirtschaftliche Lage machen immer wieder Sorgen. Alard bekommt von seinem Patenonkel Alex Broedie die Möglichkeit ein Jahr in Cambridge zu studieren, wo er auch Liam, Alex‘ Sohn kennenlernt. Auch zwischen ihnen entsteht eine enge Freundschaft, die auch die Zeiten der Nationalsozialisten und den zweiten Weltkrieg überleben wird.

Anfangs begleiten wir vor allem Benita durch ihr Leben, wie sie Ludwig kennenlernt, die harte Zeit des ersten Weltkriegs und die schwierige Zeit danach. Ab der Hälfte des Buches wechselt dann der Fokus erst auf Alard, seine Erlebnisse in Cambridge und der Beginn der Freundschaft zu Liam sind das Thema. Ab Mitte der dreißiger Jahre sind dann auch einige Passagen aus Liams Sicht geschildert, der erst im spanischen Bürgerkrieg kämpft und dann für den britischen Geheimdienst arbeitet.

Mir hat das Buch gut gefallen, es lies sich sehr flüssig lesen und war kurzweilig. Es bietet einen guten Einblick in unterschiedliche Gesellschaften, wie z.B. die schlesische Oberschicht, die nach dem ersten Weltkrieg hart zu kämpfen hat und auch in die britische Politik im zweiten Weltkrieg.

In der Zeit des zweiten Weltkriegs hat mir ein wenig Alards Sicht der Dinge gefehlt, da liegt der Fokus mehr auf der britischen Seite. Das war durchaus spannend, aber ein wenig einseitig.

Das Buch ist sozusagen die Vorgeschichte zu „Ab heute heiße ich Margo“. Sprich, wer dieses Buch gelesen hat wird hier bekannte Namen wieder treffen.

Ich kann es nur empfehlen, ich habe es wirklich gerne gelesen.

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